Eltmann

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Eltmann
Eltmann
Deutschlandkarte, Position der Stadt Eltmann hervorgehoben
49.96666666666710.666666666667237Koordinaten: 49° 58′ N, 10° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Haßberge
Höhe: 237 m ü. NHN
Fläche: 40,74 km²
Einwohner: 5296 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97483
Vorwahl: 09522
Kfz-Kennzeichen: HAS, EBN, GEO, HOH
Gemeindeschlüssel: 09 6 74 133
Stadtgliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
97483 Eltmann
Webpräsenz: www.eltmann.de
Bürgermeister: Michael Ziegler (CSU)
Lage der Stadt Eltmann im Landkreis Haßberge
Ermershausen Maroldsweisach Pfarrweisach Untermerzbach Bundorf Ebern Rentweinsdorf Burgpreppach Aidhausen Riedbach Hofheim in Unterfranken Kirchlauter Breitbrunn (Unterfranken) Ebelsbach Stettfeld Eltmann Oberaurach Königsberg in Bayern Gädheim Haßfurt Zeil am Main Sand am Main Theres Wonfurt Rauhenebrach Knetzgau Thüringen Thüringen Landkreis Coburg Landkreis Lichtenfels Bamberg Landkreis Bamberg Landkreis Bamberg Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Bad Kissingen Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Eltmann ist eine Kleinstadt im unterfränkischen Landkreis Haßberge.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Eltmann liegt zwischen dem Nordrand des Steigerwalds und dem Main.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Zeil am Main, Ebelsbach, Stettfeld, Oberhaid, Viereth-Trunstadt, Priesendorf, Oberaurach und Sand am Main.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Eltmann gliedert sich in neun Stadtteile (in Klammern Einwohnerzahlen, Stand: Januar 2007):[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Eltmann wurde 740 als Castellum Altimoin (Castell am oberen Main) erwähnt. Der Ort bestand jedoch bereits seit 640 (Einwanderung der Franken in das obere Maingebiet). Im Zuge der gumbertschen Schenkung kam der Ort an Burkhard, den ersten Bischof von Würzburg (742/43 bis 753), der in Eltmann ein Amt des Hochstifts Würzburg einrichtete. 1335 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer Eltmann die Stadtrechte. Es feierte 2010 675 Jahre Stadterhebung.[3] Nach der Säkularisation des Hochstiftes Würzburg, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte, im Jahr 1803 zugunsten Bayerns wurde es 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern. 1944 wurden im Rahmen der Verfolgung von Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten zehn Heimkinder deportiert.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Eschenbach, Lembach, Limbach und Weisbrunn eingegliedert.[5] Am 1. Mai 1978 kamen Dippach am Main und Roßstadt hinzu.[6]

Religionen[Bearbeiten]

Die Stadt Eltmann ist historisch bedingt sehr christlich geprägt. Es gibt dort eine römisch-katholische und eine evangelische Kirche. Zur Volkszählung im Jahr 1987 waren von den 4982 Bürgern etwa 89,7 % römisch-katholisch, 8,5 % evangelisch, 1,2 % konfessionslos und 0,6 % gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an.

Gemeindeflagge von Eltmann

Wappen[Bearbeiten]

Wappenbeschreibung[Bearbeiten]

Geviert von Silber und Rot, belegt mit der Standfigur eines blau Geharnischten, der in der Rechten eine Hellebarde hält, die Linke am Griff des Degens; oben links ein T-förmiges silbernes Zeichen

Wappengeschichte[Bearbeiten]

Eltmann war im 8. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Gumbert. Im Zuge der gumbertschen Schenkung kam der Ort an Burkhard, den ersten Bischof von Würzburg (742/43 bis 753) für das Hochstift Würzburg, das in Eltmann ein Amt einrichtete. Der Ort blieb bis zur Säkularisation beim Hochstift. Kaiser Ludwig der Bayer erhob Eltmann 1335 zur Stadt. Der älteste bekannte Siegelabdruck aus dem Jahr 1432 erscheint nur im Schrifttum und ist nicht belegt. Er stammt wohl von einem Siegel aus dem 14. Jahrhundert. Im Schild soll nur die gevierte Fahne des Hochstifts Würzburg gestanden sein. Ein späteres Siegel, das mit 1512 datiert wird, zeigt die Vierung mit dem Geharnischten, der als Heltmann redend für den nicht mehr verstandenen Ortsnamen stehen sollte. Dieser Begriff erscheint auch in der Umschrift eines späteren Ortssiegels. Der Ortsname bedeutet bei dem alten Main und drückt damit die Lage des Ortes an einem Flussarm des Mains oder nach Verlagerung des Flussbettes aus. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Wappen durch den Buchstaben T vermehrt, der auch als Büchsengabel gedeutet wurde, dessen Herkunft aber unbekannt ist. Die Farben sind seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Silber und Rot, die Farben des Hochstifts Würzburg, weisen auf dessen lang währende Herrschaft in Eltmann hin. 1655 war der Schild geviert von Silber und Blau. Die Stellung des Geharnischten änderte sich im 19. Jahrhundert in Einzelheiten, die Farben blieben unverändert.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat von Eltmann hat (ohne Bürgermeister) 20 Mitglieder. Die Kommunalwahlen 2008 und 2002 führten zu folgender Sitzverteilung im Stadtrat:

CSU SPD Überparteiliche
Liste (ÜPL)
Limbacher
Liste (LL)
Gesamt
2008 7 6 5 2 20 Sitze
2002 8 6 4 2 20 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2002 Michael Ziegler (CSU), der 2008 mit 95,04 % der Stimmen ohne Gegenkandidaten wiedergewählt wurde.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Hackschnitzelwerk[Bearbeiten]

Das im Juli 1998 in Betrieb genommene Biomasseheizwerk mit einer Nennwärmeleistung von 650 Kilowatt versorgt die städtischen Wohnbausiedlungen in der Steigerwaldstraße, das Neubaugebiet Am Hahn und im Sommer das städtische Freibad zur Wassererwärmung. Das Heizwerk wird mit Hackschnitzeln aus dem heimischen Wald und mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben. Betreiber ist die HEG Heizwerk Eltmann GmbH, die von der Stadt Eltmann und der Energieversorgung Oberfranken AG gegründet wurde.

Bildung[Bearbeiten]

  • Kindergarten St. Josef (getragen von der Kinder- und Jugendhilfe St. Josef Eltmann e.  V.)
  • Städtischer Kindergarten Kunterbunt
  • Johann-Baptist-Graser-Grundschule
  • Georg-Göpfert-Volksschule
  • Wallburg-Realschule

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Ritz (Regionales Informations- und Tourismuszentrum für die Naturparke Steigerwald und Hassberge)
  • Städtisches Freibad

Sport[Bearbeiten]

Der Sportverein SG Eltmann bietet die Sportarten Fußball, Kegeln, Faustball, Judo, Leichtathletik und Turnen an. Der Verein wurde durch seine Herren-Volleyballmannschaft bekannt, die bis ins Jahr 2009 in der ersten Bundesliga spielte. Im Jahr 2010 wurde aus der Volleyballabteilung der neue Verein VC Eltmann gegründet.[7]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Bundesstraße 26 und hat direkten Anschluss an die Bundesautobahn 70 (Anschlussstelle Eltmann). Weiterhin besteht eine Anbindung an die Bahnstrecke Bamberg–Würzburg (Haltepunkt Ebelsbach-Eltmann).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Michael und Johannes der Täufer, erbaut 1835–1837 nach einem Musterplan von Leo von Klenze. Der erhaltene Unterbau des gotischen Turmes mit Bandrippengewölbe auf Würfelkapitellen stammt aus dem 13. Jahrhundert.
  • Ehemaliges Amtsgerichtsgebäude am Marktplatz, in würzburgischer Zeit Sitz des Centgerichtes
  • Der Wallburgturm ist ein Überrest der aus dem 13. Jahrhundert stammenden früheren Wallburg oberhalb von Eltmann.
  • Im Stadtteil Limbach steht die Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung. Erbaut wurde sie in den Jahren 1751 bis 1755 nach den Plänen des Barockbaumeisters Balthasar Neumann.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Eltmanner Biertage
  • Fronleichnamsfest an der Wallburg
  • Heimatmuseumsfest in Eltmann
  • Eltmanner Wallburgweihnacht (Samstag vor 1. Advent)

Museen[Bearbeiten]

Das Heimatmuseum Eltmann wird vom Verein für Heimatgeschichte e. V. Eltmann getragen und befindet sich in einem ehemaligen Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert. Neben einem Schulzimmer und einem Textilwarenladen kann man in dem kleinen Museum Sammlungen und Einzelstücke aus den Themenbereichen Flößerei, Holzbearbeitung, Sandsteinbearbeitung, Kugellagerherstellung und Weinbau besichtigen.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Heinz Krönert
Verleihung am 22. November 2008
1. Bürgermeister von 1978 bis 2002[9]
Verleihung am 11. Juni 1991
Katholischer Stadtpfarrer von 1970 bis 1992
  • Hans Schömig (* 3. Februar 1915, † 1990)
Verleihung am 14. Dezember 1984
1. Bürgermeister von 1952 bis 1978
  • Joseph Kleinhenz (* 22. Februar 1905, † 28. Mai 1993)
Verleihung am 14. Februar 1980
Geistlicher Rat
  • Johannes Schilling (* 4. Oktober 1902 in Hammelburg, † 1. August 1980 ebenda)
Verleihung am 13. Juli 1967
Stadtpfarrer von 19. September 1949 bis Oktober 1970
Geistlicher Rat
Verleihung am 28. April 1952
Unternehmer und Kunstsammler
  • Georg Hild (* 10. April 1887, † 27. Februar 1963)
Verleihung am 10. April 1952
Mitglied des Stadtrates von 1919 bis 1956 (mit Unterbrechung während des Dritten Reiches), davon 5 Jahre als zweiter Bürgermeister.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gemeinde Eltmann. auf: Bayerische Landesbibliothek Online.
  3. Stadtrechte seit 1335. In: Bayerns beste Bayern. auf der Webseite des Bayerischen Rundfunks
  4. Guenter Lewy: Rückkehr nicht erwünscht. Die Verfolgung der Zigeuner im Dritten Reich. Propyläen, München 2001, ISBN 3-549-07141-8, S. 247.
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 479.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 759.
  7. Volleyballverein VC Eltmann
  8. Heimatmuseum
  9. Großer Abschied von Heinz Krönert. In: Haßfurter Tagblatt. 23. Mai 2013.
  10. Pfarrer Felix Funk 87-jährig gestorben. auf: pfarreien-erlenbach.de, 19. August 2009.
  11. Der Franziskaner und Weihbischof von Brixen Johannes Nas. (PDF; 734 kB) auf: franziskaner-schwaz.at

Literatur[Bearbeiten]

  • Sechshundertfünfzig Jahre Stadt Eltmann: 1335–1985. Eltmann 1985, DNB 890288704.
  • Stephan Diller : Die Stadt Eltmann in Geschichte und Gegenwart. Eltmann 2001, ISBN 3-00-008748-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eltmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien