Kessel von Halbe

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Kessel von Halbe
Beim 101. AK.- Schloss Harnekop, 3. März: 1945 Hitler und Busse bei der letzten Frontbesprechung
Beim 101. AK.- Schloss Harnekop, 3. März: 1945 Hitler und Busse bei der letzten Frontbesprechung
Datum 25. bis 28. April 1945
Ort Märkisch Buchholz und Umland
Ausgang Sieg der Sowjetunion
Konfliktparteien
Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Befehlshaber
Iwan Stepanowitsch Konew Theodor Busse, Walther Wenck
Truppenstärke
280.000 50.000
Verluste
ca. 20.000 Tote ca. 30.000 Soldaten

10.000 Zivilisten (geschätzt)
viele Zwangsarbeiter

Der Kessel von Halbe bezeichnet die Einkesselung deutscher Truppen durch die Rote Armee gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Gebiet der Ortschaft Halbe.

Nach dem Zusammenbruch der 9. Armee im Raum Frankfurt (Oder) und bei Cottbus wurden die kaum noch kampffähigen Reste in einem kleinen Waldgebiet zwischen Märkisch Buchholz und Halbe, südöstlich von Berlin, durch Truppen der Roten Armee eingeschlossen. Entscheidend für die Schließung des Kessels waren Befehle aus dem Führerhauptquartier, die einen rechtzeitigen Rückzug nicht erlaubten. Diese Verzögerung ermöglichte der sowjetischen Armee, den Kessel zu schließen.

Die letzten gepanzerten Truppen brachen auf Befehl von General der Infanterie Theodor Busse, der zuvor ein Kapitulationsangebot abgelehnt hatte, unter großen Verlusten zwischen dem 25. und 28. April 1945 aus dem Kessel aus. In der Schlacht von Halbe standen sich gegenüber:

  • Rote Armee mit 45 Schützendivisionen, 13 Panzer-/mechanisierte Brigaden (etwa 700 Panzer), eine Artilleriedivision (300 Geschütze/Werfer).
  • Wehrmacht mit 11 Infanteriedivisionen, 2 motorisierte Divisionen, eine Panzerdivision.

Die Ausbruchsgruppierung führte am 28. April 1945 die Panzer-Grenadier-Division Kurmark und die schwere SS-Panzer-Abteilung 502 an, unterstützt von Artillerie und Werfern. Der nördliche Stoßkeil, der die Abschirmung des Ausbruchs nach Norden zur Aufgabe hatte, führte die Panzer-Abteilung Panzer-Grenadier-Division Kurmark und Teile der Division, Reste SS-Panzeraufklärungs-Abteilung 10. Den südlichen Stoßkeil bildeten die schwere SS-Panzer-Abteilung 502 mit Werfer-Batterie, eine Schützenpanzerwagen-Kompanie und das Grenadier-Regiment der Panzer-Grenadier-Division „Kurmark“. Diesen folgten der Divisionsstab der „Kurmark“, Stab des XI. SS-Panzerkorps, Stab 9. Armee und Einheiten des V. SS-Gebirgskorps, V. AK. Die Nachhut bildeten Korpseinheiten des XI. SS-Panzerkorps und Reste der Panzerjagd-Abteilung 32.

30.000 deutsche Soldaten starben, dazu geschätzte 10.000 deutsche Zivilisten sowie viele sowjetische Zwangsarbeiter. Die Verluste der Roten Armee betrugen 20.000 Tote. Etwa 22.000 Kriegstote (20.000 waren Soldaten, 2.000 Zivilisten, die zusammen in dem großen Dreieck Königs WusterhausenBeeskowLübben in der zweiten Aprilhälfte 1945 zu Tode kamen) wurden auf dem Waldfriedhof Halbe begraben.

Etwa 25.000 deutsche Soldaten und ca. 5.000 Zivilpersonen gelangten am 29. April 1945 bei Beelitz südlich von Potsdam zur 12. Armee unter General der Panzertruppe Walther Wenck, mit der sie sich über die Reste der zerstörten Elbbrücke in Tangermünde in westliche Gefangenschaft begaben. Etwa 120.000 deutsche Soldaten gerieten nach den Kämpfen in sowjetische Gefangenschaft.

Wencks 12. Armee bestand einerseits aus Hitlerjungen und Männern des Reichsarbeitsdienstes, andererseits aus fronterfahrenen Soldaten und schweren Waffen, welche aus den Ausbildungsstätten der Wehrmacht herangezogen wurden. Einer von ihnen war der spätere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, der in seinen Memoiren berichtet, dass die ersten Soldaten der 9. Armee, die ihm entgegenkamen, Stabsoffiziere mit umgehängten Maschinenpistolen gewesen seien.

Die deutschen Toten sind überwiegend auf dem Waldfriedhof Halbe bestattet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]