Niemegk

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Niemegk
Niemegk
Deutschlandkarte, Position der Stadt Niemegk hervorgehoben
52.08305555555612.69972222222275Koordinaten: 52° 5′ N, 12° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Amt: Niemegk
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 44,81 km²
Einwohner: 1987 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14823
Vorwahl: 033843
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 448
Stadtgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Großstraße 6
14823 Niemegk
Webpräsenz: www.amt-niemegk.de
Bürgermeister: Eckhard Zorn (SPD)
Lage der Stadt Niemegk im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Niemegk ist eine Stadt im Süden des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Sie ist Sitz des gleichnamigen Amtes, dem weitere drei Gemeinden angehören.

Das Wappen der Stadt erinnert mit dem Schild Sachsens an die kursächsische Vergangenheit der Stadt. Der Adler nimmt Bezug auf die heutige Zugehörigkeit zum Land Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Niemegk liegt zwischen Hohem Fläming und Belziger Vorfläming in einer Höhenlage von 69 bis 148 m über NN östlich der Plane. Durch das Stadtgebiet fließen mit dem Buffbach, einem linken Zufluss der Plane, und dessen Zuflüssen Funderbach und Adda mehrere Gewässer. Das Stadtgebiet liegt auf einer Grundmoräne der Saaleeiszeit. Das südliche Stadtgebiet reicht bis zu den Endmoränen und der Eisrandlage der Saaleeiszeit hinauf. Im Norden, Südosten, Südwesten und Westen ist die Stadt von Wäldern, dem Niemegker Wald und dem Hohenwerbiger Wald umschlossen. Die restliche unbebaute Fläche wird nicht zuletzt der für brandenburgische Verhältnisse hohen Bodenfruchtbarkeit wegen landwirtschaftlich genutzt. Nördlich von Niemegk stößt man auf offengelassene Sandvorkommen. Östlich der Stadt befinden sich Tonvorkommen, die noch abgebaut werden. 2005 wurde ebenfalls östlich der Stadt ein größerer Windpark in Betrieb genommen, dessen Windräder als Landmarke weithin über die Höhen des Flämings sichtbar sind. Im Territorium befinden sich eiszeitbedingt viele Findlinge, Lesesteine und Lesesteinhaufen sowie Steinriegel mit der Funktion natürlicher Schutzwaldstreifen. Niemegk liegt teilweise im Bereich des Naturparks Hoher Fläming.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ortsteile der Stadt sind Hohenwerbig und Lühnsdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Neugotische Kirche St. Johannis, 1853 nach Plänen von Friedrich August Stüler gebaut; rechts Robert Koch-Haus

Südöstlich der heutigen Bahnhofstraße befand sich in frühgeschichtlicher Zeit einer Burgwallanlage, eine Fundstätte mittelslawischer und frühdeutscher Keramik, die heute jedoch überbaut ist. Die Ersterwähnung Niemegks als Burgward ist auf 1161 datiert und taucht im 12. und 13. Jahrhundert in den Formen Nymik, Niemeke und um 1441 Nymegk in Urkunden auf. Der Name stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit vom niederländischen Nijmegen (um 1100 Niumago) ab. Niemegk stand unter dem Schutz des Deutschen Ritterordens, welcher seit 1227 die Komturei Dahnsdorf (Komthurmühle) besaß. Der Ort ist im Ursprung ein Haufendorf mit dem Status eines Burgflecken, welcher 1228 Stadtrecht erwarb und sich im Laufe des 13. Jahrhunderts planmäßig an einer Nord-Süd-Achse (Großstraße) zu einer Stadt mit Marktplatz entwickelte. Die heute nicht mehr vorhandene, im Besitz der Familie von Oppen befindliche Burg wurde 1441 letztmals als Schloss erwähnt.

Als kursächsische Grenzstadt wurde die Stadt oft in militärische Auseinandersetzungen verwickelt. So gab es 1400/01 Auseinandersetzungen märkischer Ritter mit Rudolf III. von Sachsen, 1416 Plünderungen durch Dietrich von Quitzow im Auftrag des Erzbischofes von Magdeburg, 1429 Einfälle der Hussiten und 1547 im Schmalkaldischen Krieg nach der Schlacht bei Mühlberg fielen die Wallonen in Niemegk ein. Während des Dreißigjährigen Krieges standen 1618 von ursprünglich 245 Häusern im Jahre 1644 nur noch 63. Als Ergebnis des Wiener Kongresses fiel Niemegk 1815 mit dem gesamten sächsischen Amt Belzig an Preußen (Musspreußen) und kam zur Provinz Brandenburg.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[2][3]
Wahlbeteiligung: 52,69 % (2003: 48,38 %)
 %
40
30
20
10
0
37,80 %
24,68 %
17,20 %
11,93 %
8,39 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2003
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-0,16 %p
-11,32 %p
+5,36 %p
+6,09 %p
+8,39 %p
-8,37 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c 2003: PDS
Rathaus im Renaissance-Stil von 1570
Alter Hof
Baudenkmal Wasserturm
Fischteiche an der Werdermühle, Plane

Die Stadtverordnetenversammlung von Niemegk besteht aus zwölf Stadtverordneten:[4]

  • CDU: 5 Sitze (±0)
  • SPD: 3 Sitze (–1)
  • Linke: 2 Sitze (+1)
  • FDP: 1 Sitz (±0)
  • Einzelwahlvorschlag Schüler: 1 Sitz (+1)

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber eine bewurzelte grüne Eiche mit goldenen Früchten, deren Stamm von zwei Schilden beseitet ist, rechts mit dem brandenburgischen (in Silber ein golden-bewehrter und rot-gezungter roter Adler mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln) und links mit dem sächsischen Wappen (neunmal von Schwarz und Gold geteilt und überdeckt von einem schrägen grünen Rautenkranz).“[5]

Bis 2012 führte die Stadt ein anderes Wappen. Im alten Wappen stand anstelle des Adlers eine Eichel. Sie hob den einstigen Reichtum Niemegks mit den sommergrünen Laubgehölzen in der weitgehend von Kiefernforsten dominierten Umgebung hervor. Das Wappen wurde erneuert, weil es nicht den heraldischen Grundsätzen entsprach.[6]

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt ist Grün-Weiß-Grün-Weiß-Grün gestreift. Mittig prangt das Stadtwappen.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Niemegk und in der Liste der Bodendenkmale in Niemegk stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Eine Gedenktafel in der Großstraße (Hausnummer 69), angeregt durch den Tbc-Forscher Wilhelm Roloff, erinnert an Robert Koch. Er betrieb hier 1868/1869 eine Arztpraxis, die er wie sein Vorgänger wegen fehlender Patienten bald wieder aufgab.[8] Die Schule und die Apotheke sind nach Koch benannt.

Das seit 2010 privat geführte Kulturhaus wird vom Neues Volkstheater Fläming e. V. mit Laientheater, Jugend- und Kindertheater sowie Gastensembles bespielt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Markantes Bauwerk ist das aus dem Jahre 1570 stammende Rathaus aus der Spätrenaissance, das typische Züge und Elemente thüringisch-obersächsischer Renaissance trägt. Bemerkenswert sind weiterhin die rekonstruierte kursächsische Postdistanzsäule von 1725 am ehem. Wittenberger Tor, das so genannte Kloster in der Großstraße 50 und die Stadtkirche St. Johannis, ein neugotisches Bauwerk aus Backstein nach einem Entwurf von Friedrich August Stüler. In der Kirche befinden sich ein Altartriptychon und Apsisfenster mit Glasgemälden von Gerhard Olbrich aus dem Jahre 1953.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Niemegk ist über die gleichnamige Autobahnanschlussstelle an die Bundesautobahn 9 angebunden. Durch den Nordteil der Stadt verläuft – ohne den Stadtkern zu berühren – die Bundesstraße 102, über die die Kreisstadt Bad Belzig sowie die Nachbarstadt Treuenbrietzen erreicht werden können. Landesstraßen führen über Hohenwerbig und Zeuden nach Marzahna an der Bundesstraße 2 und über Neuendorf nach Straach in Sachsen-Anhalt. Weitere Kreisstraßen verbinden die benachbarten Orte. Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Belzig–Niemegk–Treuenbrietzen wurde Ende der 1960er Jahre eingestellt, so dass die Stadt seitdem mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur per Überlandbus und einem Bürgerbus erreichbar ist. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Bad Belzig, Baitz, Brück und Treuenbrietzen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Ehrenbürger der Stadt[Bearbeiten]

seit 2009 Siegfried Dalitz (1925–2012), langjähriger Bürgermeister und Ortschronist

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niemegk – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Stat_Berichte/2008/SB_B7-3-5_j05-08_BB.pdf#page=112
  3. http://www.wahlen.brandenburg.de/kw2003/kg/ergebnisse/gemeinde/1190.html
  4. http://www.amt-niemegk.de/ratsinfo/gremium/1041/stadtverordnetenversammlung_stadt_niemegk.html
  5. http://service.brandenburg.de/lis/detail.php?template=wappen_text_d&id=19923
  6. http://www.amt-niemegk.de/news/1/169037/nachrichten/169037.html
  7. http://www.amt-niemegk.de/news/1/164568/nachrichten/164568.html
  8. Wilhelm Roloff: Robert Koch als märkischer Landarzt. In: Ärzteblatt für Berlin, Mark Brandenburg und Pommern. Nr. 33-34/1939, S. 631.