Kreis Dinslaken

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Der Kreis Dinslaken war bis zum 31. Dezember 1974 ein Kreis, bis 1. Oktober 1969 Landkreis, am rechten Niederrhein im Regierungsbezirk Düsseldorf (bis 1822: Regierungsbezirk Kleve) in Nordrhein-Westfalen. Er umfasste zuletzt ein Gebiet von der Lippe im Norden, der Grenze zur früheren Provinz Westfalen im Osten, dem Ruhrgebiet im Süden und dem Rhein im Westen. Sitz des Kreises war die Stadt Dinslaken.

Vorläufer des Kreises Dinslaken war der Kanton Dinslaken. Er wurde 1806 von den Franzosen errichtet, nachdem aus den rechtsrheinischen Resten der preußischen Rheinlande das napoleonische Großherzogtum Berg geformt wurde. Eine Verwaltungsreform nach französischem Vorbild wurde durchgeführt.

1815 wurde auf dem Wiener Kongress das Gebiet des Kreises Dinslaken wieder Preußen zugeschlagen – bestehend aus einem Teil des Herzogtums Kleve aus vorrevolutionärer Zeit, das spätestens seit 1666 zu Brandenburg-Preußen gehörte.

Im Zuge der preußischen Verwaltungsorganisation wurde der Kreis Dinslaken am 23. April 1816 als einer von 29 Kreisen der Provinz Jülich-Kleve-Berg, der späteren Rheinprovinz neugebildet. Bereits am 27. September 1823 wurde er mit dem damaligen Kreis Essen zum neuen Kreis Duisburg vereinigt, unter anderem mit Abgabe der Bürgermeisterei Schermbeck an den Kreis Rees.

Erst zum 1. April 1909 wurde wieder ein Kreis Dinslaken gebildet, nachdem das Gebiet vom 8. Dezember 1873 zum Kreis Mülheim an der Ruhr und vom 20. April 1887 zum Kreis Ruhrort gehört hatte. Zum 1. August 1929 bekam der Landkreis Dinslaken mit der Gebietsreform im Ruhrgebiet seine letzte Gestalt.

Seitdem bestand der Kreis Dinslaken aus

  1. der Stadt Dinslaken
  2. der Stadt Walsum
  3. der Gemeinde Voerde (Niederrhein) und
  4. dem Amt Gahlen (Sitz in Hünxe) mit den Gemeinden
    1. Gahlen
    2. Gartrop-Bühl und
    3. Hünxe.

Den Öffentlichen Personennahverkehr bediente neben der Staatsbahn und dem Postreisedienst hauptsächlich die Duisburger Verkehrsgesellschaft. Das Autokennzeichen des Kreises lautete: DIN.

Am 1. Januar 1975 wurde der Kreis Dinslaken im Zuge des 2. Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen aufgelöst und – bis auf die ehemalige Stadt Walsum, die in die Stadt Duisburg eingemeindet wurde, und einen Teil der früheren Gemeinde Gahlen – in den neuen Kreis Wesel eingegliedert.

Inhaltsverzeichnis

Wappen [Bearbeiten]

Wappen des ehemaligen Kreises Dinslaken

Blasonierung: „Über einem grünen Schildfuß, darin ein goldener (gelber) Hirschkopf, in Silber (weiß) ein roter Bergarbeiter mit Helm, Hacke und Lampe. Im oberen rechten Eck über einem roten Anker ein roter Fisch und im linken Eck eine rote Ähre gekreuzt mit einer roten Sense.“ Das Wappen wurde am 10. Februar 1936 angenommen.

Das Wappen bezieht sich auf die wichtigsten Erwerbszweige des Kreises, den Bergbau, die Landwirtschaft und die Schifffahrt auf dem Rhein sowie die Natur mit ihren Wäldern (Hirschkopf).[1]

Politik [Bearbeiten]

Ergebnisse der Kreistagswahlen ab 1946 [Bearbeiten]

In der Liste werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens zwei Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.[2]

Stimmenanteile der Parteien in Prozent

Jahr SPD CDU FDP DZP KPD
1946 35,7 38,3 3,9 11,1 11,0
1948
1952 44,1 24,2 13,1 11,5 7,1
1956 56,7 31,8 9,8
1961 53,3 38,2 8,5
1964 54,2 35,4 7,6
1969 55,4 35,8 7,8

Landräte [Bearbeiten]

  • 1816 – 1823: Julius von Buggenhagen
  • 1907 – 1919: Emil von Wülfing
  • 1919 – 1920: Walter Moll
  • 1920 – 1930: Wilhelm Schluchtmann
  • 1930 – 1931: Wilhelm von Nathusius
  • 1931 – 1933: Günther Klein
  • 1933 – 1945: Wilhelm von Werder

Literatur [Bearbeiten]

  • Willi Dittgen: Bewegte Zeit. Der Kreis Dinslaken in den Jahren 1909-1959. Hrsg. vom Landkreis Dinslaken anlässlich seines 50jährigen Bestehens, Dinslaken 1959
  • Willi Dittgen: Stationen oder "Von den Wechselfällen in der Geschichte des Kreises Dinslaken", in: Kreis Dinslaken Jahrbuch letzte Ausgabe Dezember 1974; Hrsg. Kreisverwaltung Dinslaken, Dinslaken 1974

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. [1] Wappen des Landkreises Dinslaken auf ngw.nl
  2. Quelle: Jeweiliges Heft des Statistischen Landesamtes (LDS NRW), Mauerstr. 51, Düsseldorf, mit den Wahlergebnissen auf der Kreisebene. Die Zahlen von 1948 liegen nicht vor.