Liste der Konzentrationslager des Deutschen Reichs

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Die Liste der Konzentrationslager des Deutschen Reichs beinhaltet Konzentrationslager und KZ-Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus.

Ebenso listet sie jene Tötungsanstalten auf, in welche KZ-Häftlinge zur Ermordung deportiert wurden.

Zur Abgrenzung vom streng definierten KZ-System der Nationalsozialisten werden auch die Vernichtungslager der Aktion Reinhard, sowie Jugend-Haftstätten, Durchgangslager und weitere NS-Lager angeführt.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die Vorgeschichte der Konzentrationslager bildeten die von Historikern sog. Frühen Konzentrationslager. Sie werden heute u. a. auch als „wilde“ Konzentrationslager bezeichnet. Es waren jene Lager, die ab 1933, nach der Machtübernahme Hitlers im Deutschen Reich, unsystematisch eingerichtet wurden, meist provisorisch an bestehenden Orten. Sie hatten das Ziel, verhaftete politische Gegner der NSDAP einzusperren und dadurch zu entmachten, existierten meist bis zu drei Jahren und standen unter der Leitung von SA, SS, Gestapo, Innenministerium usw.

Die frühen KZ unterstanden nicht der IKL, da diese erst später gegründet wurde. Einige wurden später in das große Lager-System der SS aufgenommen.

Sonderfall ist hier das KZ Dachau, das bis Kriegsende betrieben wurde und Prototyp der späteren KZ-Stammlager war.

Name Standort
(heutiger Staat)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Ahrensbök Deutschland frühes KZ der SA – ging aus dem KZ Eutin hervor Oktober 1933 bis Mai 1934 300 0
Bad Sulza Deutschland frühes KZ der SA / Innenministerium November 1933 bis Juli 1937 800
Benninghausen Deutschland frühes KZ der SA März bis September 1933 344 unbekannt
Brandenburg an der Havel Deutschland frühes KZ, später Tötungsanstalt der Aktion T4 August 1933 bis Februar 1934 1.000–1.200 3 (mind.)
Breitenau Deutschland frühes KZ, später „Arbeitserziehungslager Juni 1933 bis März 1934
bzw. 1940–1945
470 bzw. 8.500
Buchenau Deutschland frühes KZ, später „Arbeitserziehungslager Juni 1933 bis März 1934
bzw. 1941–1945
470 bzw. 8.500
Breslau-Dürrgoy Polen frühes KZ, „Privatlager“ Edmund Heines April bis August 1933 200–400
Columbia-Haus Deutschland frühes KZ der Gestapo Dezember 1934 bis Dezember 1936 10.000
Dachau Deutschland Erstes KZ der SS, Prototyp März 1933 bis April 1945 200.000 etwa 41.500[1]
Emslandlager Deutschland frühes KZ (mehrere Teillager: KZ Börgermoor, KZ Neusustrum, KZ Esterwegen), ab 1936 Strafgefangenenlager Juni 1933 bis 1945 80.000 KZ-Häftlinge und Strafgefangene,
100.000–180.000 Kriegsgefangene
30.000 überwiegend sowjetische Kriegsgefangene
Eutin Deutschland frühes KZ der SA ca. Juli 1933 bis Mai 1934 259 0
Heuberg
(1933 verlegt nach Ulm, Oberer Kuhberg)
Deutschland Schutzhaftlager März bis November 1933 (und November 1933 bis Juli 1935) 3.000 (und 800)
Hohnstein Deutschland frühes KZ der SA März 1933 bis August 1934 5.600 genaue Anzahl unbekannt
Kemna Deutschland frühes KZ Juni 1933 bis Januar 1934 4.500
Kislau Deutschland frühes KZ des badischen Innenministeriums April 1933 bis April 1939 1
Königstein-Halbestadt Deutschland frühes KZ der SA – ging später in KZ Hohnstein auf 10. März bis Mai 1933 215 unbekannt
Kuhlen Deutschland frühes KZ Juli bis Oktober 1933 200 0
Leschwitz Deutschland frühes KZ März bis August 1933 1.000–1.500 unbekannt
Lichtenburg Deutschland Männer-, dann Frauen-Konzentrationslager Juni 1933 bis Mai 1939
Mißler Deutschland frühes KZ der SA und SS März bis September 1933 148
später 300
KZ Neustadt an der Haardt[2] Deutschland frühes KZ/ "Schutzhaft-, Arbeits- und Internierungslager" März bis Ende 1933(?) 350
Oranienburg Deutschland Sammellager März 1933 bis Juli 1934 3.000 16 (mind.)
Osthofen Deutschland Sammellager „Umerziehungslager“ März 1933 bis Juli 1934 3.000 keine
Perleberg Deutschland frühes KZ der SA und SS Mai bis Juni 1933 34 keine
Sachsenburg Deutschland frühes KZ der SA Juni 1933 bis Juli 1937 2.000 11 (mind.)
Sonnenburg Polen frühes KZ April 1933 bis April 1934 1.000
Wasserturm Berlin-Prenzlauer Berg Deutschland frühes KZ der SA bis Juni 1933
Vechta Deutschland Schutzhaftlager 10. Juli 1933 bis Juli 1934 100 0
Wittmoor Deutschland frühes KZ der SA März bis Oktober 1933
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Konzentrationslager der IKL bzw. des WVHA[Bearbeiten]

Hauptartikel: Konzentrationslager
Landkarte mit den KZ-Stammlagern (die KZ-Außenlager sind nicht eingezeichnet)

Die Konzentrationslager, die von der Inspektion der Konzentrationslager gegründet wurden und zumeist bis Kriegsende Bestand hatten, sind im engeren Sinn gemeint, wenn von „Konzentrationslager“ die Rede ist.

Nach einem Befehl Himmlers durften nur solche Lager offiziell als Konzentrationslager bezeichnet werden, die der IKL (später dem WVHA) unterstellt waren.

Charakteristisch für diesen Lagertyp ist neben dem Unterstellungsverhältnis (IKL/WVHA) insbesondere die nach dem „Dachauer Modell“ geformte Struktur der späteren KZ. Es galt die von Theodor Eicke in Dachau erarbeitete KZ-Lagerordnung.

Name Standort
(heutiger Staat)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Arbeitsdorf-Fallersleben Deutschland Konzentrationslager April bis Oktober 1942 ca. 1.200
Auschwitz-Stammlager Polen Konzentrationslager Mai 1940 bis Januar 1945 siehe Birkenau
Auschwitz-Birkenau Polen Vernichtungslager Oktober 1941 bis Januar 1945 400.000 1,1 bis 1,5 Millionen
Auschwitz-Monowitz Polen Konzentrationslager Ende 1942 bis Januar 1945 siehe Birkenau
Bergen-Belsen Deutschland Konzentrationslager April 1943 bis April 1945 120.000 70.000
Buchenwald Deutschland Konzentrationslager Juli 1937 bis April 1945 250.000 56.000
Dachau Deutschland Konzentrationslager (Prototyp) März 1933 bis April 1945 200.000 etwa 41.500[1]
Flossenbürg Deutschland Konzentrationslager Mai 1938 bis April 1945 mind. 100.000 30.000
Groß-Rosen Polen Konzentrationslager August 1940 bis Februar 1945 125.000 40.000
Gusen Österreich Konzentrationslager Mai 1940 bis April 1945 44.602
Herzogenbusch-Vught Niederlande Konzentrationslager Januar 1943 bis September 1944 749
Hinzert Deutschland SS-Sonderlager, Durchgangslager, 'Eindeutschungslager' Juli 1940 bis März 1945 14.000 mind. 302
Riga-Kaiserwald Lettland Konzentrationslager März 1943 bis September 1944
Kaunas Litauen Konzentrationslager September 1943 bis Juli 1944 18.500 bis zu 30.000
Majdanek-Lublin Polen Konzentrations- und Vernichtungslager Juli 1941 bis Juli 1944 78.000
Mauthausen Österreich Konzentrationslager August 1938 bis Mai 1945 195.000 mind. 95.000 (mit Gusen)
Mittelbau[3] Deutschland Konzentrationslager August 1943 bis April 1945 60.000 mind. 20.000
Moringen Deutschland Frauen-Konzentrationslager Juni 1933 bis März 1938
Natzweiler/Struthof Frankreich Konzentrationslager Mai 1941 bis September 1944 52.000 22.000
Neuengamme Deutschland Konzentrationslager Dezember 1938 bis Mai 1945 106.000 55.000
Niederhagen / Wewelsburg Deutschland Konzentrationslager September 1941 bis Frühjahr 1943 3.900 1.285
Plaszow Polen Konzentrationslager Dezember 1942 bis Januar 1945 (mind. 150.000) 8.000
Ravensbrück Deutschland Frauen-Konzentrationslager Mai 1939 bis April 1945 150.000 20.000–30.000
Sachsenhausen Deutschland Konzentrationslager Juli 1936 bis April 1945 mind. 200.000 mind. 30.000–40.000 (20.500 namentlich bekannte + 10.000–13.000 sowj. Kriegsgefangene + weitere Opfer)
Stutthof Polen Konzentrationslager September 1939 bis Mai 1945 110.000 65.000
Vaivara Estland Konzentrationslager September 1943 bis März(?) 1944 20.000 950
Warschau Polen Konzentrationslager Juli 1943 bis Juli 1944 40.000[4] 20.000[4]
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Übersicht der KZ-Außenlager und KZ-Außenkommandos[Bearbeiten]

Hauptartikel: KZ-Außenlager

Die folgenden Listen beinhalten sowohl dauerhaft errichtete Außenlager (Lager mit Häftlings-Wohnstätten und SS-Wachtürmen), als auch temporäre Außenkommandos. KZ-Außenkommandos waren mobile KZ-Häftlingskommandos, die von der SS z. B. bei der Bombenräumung eingesetzt wurden (Bsp. KZ-Außenkommando SS-Baubrigade).

Vernichtungslager[Bearbeiten]

Hauptartikel: Vernichtungslager

Lager, die der industrialisierten Vernichtung von Menschen dienten, werden von Historikern heute Vernichtungslager genannt.

Vernichtungslager (innerhalb des KZ-Systems)[Bearbeiten]

Zum Begriff Vernichtungslager zählen die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und Majdanek (Lublin), die der IKL unterstellt waren. Bei diesen beiden KZ stand das Kriterium des fabrikmäßig organisierten Massenmordes im Vordergrund.

Name/Bezeichnung Standort (heutiges Land) Typ Inbetriebnahme Schließung/Befreiung Geschätzte Anzahl der Toten
KZ Auschwitz-Birkenau, (auch Auschwitz II genannt) Polen Konzentrations-, Kriegsgefangenen-, und Vernichtungslager Oktober 1941 Januar 1945 1,1 bis 1,5 Millionen
KZ Majdanek (Lublin) Polen Konzentrations- und Vernichtungslager Juli 1941 Juli 1944 78.000

Vernichtungslager (nicht innerhalb des KZ-Systems)[Bearbeiten]

Siehe auch: Sonderaktion 1005

Die o. g. KZ-Vernichtungslager Auschwitz und Majdanek hatten Verbrennungsöfen für die Leichen. Hingegen jene Vernichtungsstätten, die nicht im KZ-System errichtet worden waren, hatten nicht die Basis der vorhandenen Krematorien.

Bei diesen Vernichtungsaktionen, die nicht im System der KZ stattfanden, wurden die Leichen zunächst in Gruben verscharrt, später wurden die Massengräber wieder geöffnet, die verwesten Leichen anschließend verbrannt (z. B. Sonderaktion 1005).

Ein weiterer Unterschied war, dass keine Selektionen an der Rampe stattfanden, sondern alle dorthin deportierten Häftlinge ermordet wurden. Die Orte waren reine Todesfabriken.

Vernichtungslager[Bearbeiten]

Name Standort
(heutiges Land)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Vernichtungslager Kulmhof Polen Vernichtungslager Dezember 1941 bis April 1943
April 1944 bis Januar 1945
mind. 160.000[5]
Vernichtungslager Maly Trostinez Weißrussland Vernichtungslager Mai 1942 bis Juli 1944 40.000–60.000
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Vernichtungslager der Aktion Reinhard[Bearbeiten]

Hauptartikel: Aktion Reinhardt

In den Lagern der „Aktion Reinhardt“ wurden mehr Menschen ermordet als in Auschwitz.

Name Standort
(heutiges Land)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Vernichtungslager Belzec Polen Vernichtungslager
(Aktion Reinhardt)
März bis Dezember 1942 434.508 Juden
1.000–1.500 Polen[6][7]
Vernichtungslager Sobibor Polen Vernichtungslager
(Aktion Reinhardt)
Mai 1942 bis Oktober 1943 250.000
Vernichtungslager Treblinka Polen Vernichtungslager
(Aktion Reinhardt)
Juli 1942 bis November 1943 mind. 700.000 
bis zu 1,1 Millionen.[8]
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Sonderfall: Tötungsanstalten[Bearbeiten]

Einen Sonderfall bilden die u.g. Tötungsanstalten, in welche KZ-Häftlinge deportiert und dort ermordet wurden.

Aktion T4 (Ermordung von behinderten Menschen), 1940 bis 1941[Bearbeiten]

Hauptartikel: Aktion T4

In den Tötungsanstalten fanden die "Euthanasie-Morde" statt. Zwischen 1940 und 1941 ließ das NS-Regime mehr als 70.000 Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen ermorden. Da es jedoch zu Protesten in der Bevölkerung kam, stellte das NS-Regime diese Aktion schließlich ein.

Anstalt Ort 1940 1941 Getötete Menschen
A Schloss Grafeneck 9.839 9.839
B Brandenburg 9.772 9.772
Be Bernburg 8.601 8.601
C Schloss Hartheim 9.670 8.599 18.269
D Schloss Sonnenstein 5.943 7.777 13.720
E Hadamar 10.072 10.072
gesamt 35.224 35.049 70.273

Ein erhalten gebliebenes Dokument der Berliner Euthanasie-Zentrale überlieferte diese genauen Zahlen. Die sechs NS-Tötungsanstalten bezeichnete die NS-Tarnsprache als „Anstalten“. Von 1940 bis zum 1. September 1941 wurden insgesamt 70.273 Menschen durch Gas getötet, (Tarnsprache: „desinfiziert“).[9]

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Herbert Lange leitete 1940 bis 1941 das Sonderkommando Lange, das in weiteren Tötungsanstalten mindestens 6.219 polnische und deutsche Patienten mittels Gaswagen ermordete, damals als 'Räumung von Heilanstalten" bezeichnet. Anschließend wurde er, ab Dezember 1941, Kommandant des Vernichtungslagers Kulmhof.

Ähnlich wie Herbert Lange wurden mehr als 100 Personen, die bei den Euthanasie-Morden tätig waren, als „Fachpersonal“ für spätere Vernichtungslager übernommen.

Aktion 14f13 (Ermordung von „nicht arbeitsfähigen“ KZ-Häftlingen), 1941 bis 1944[Bearbeiten]

Hauptartikel: Aktion 14f13

Nachdem die Ermordung von behinderten Menschen eingestellt worden war, wurde „Häftlingseuthanasie“ betrieben. Zwischen 1941 bis 1944 begutachteten SS-Ärzte die Arbeitsleistung von KZ-Häftlingen. Die SS konnte nun Häftlinge als „Invaliden“ einstufen, sobald sie krank, alt oder auch nur missliebig waren. Den Häftlingen wurde vorgetäuscht, sie kämen mittels „Invalidentransporten“ zur Erholung in ein Sanatorium. Jedoch wurden sie in Tötungsanstalten (Bernburg, Sonnenstein, Hartheim) deportiert. Etwa 20.000 Häftlinge wurden umgebracht.

Abgrenzung: Keine Konzentrationslager[Bearbeiten]

Nachfolgend werden sonstige NS-Einrichtungen und Lager angeführt, die weder Konzentrationslager noch Vernichtungslager waren.

Durchgangslager[Bearbeiten]

Durchgangslager waren Sammellager, in die Häftlinge gesperrt wurden, die in die Vernichtungslager deportiert werden sollten.

Name Standort
(heutiges Land)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Fort Breendonk Belgien Durchgangslager, teilweise auch Langzeithäftlinge September 1940 bis August 1944 3.500–4.000 300?
Mechelen Belgien Sammel- und Durchgangslager Juli 1942 bis September 1944 25.300 1.221
Drancy Frankreich Sammel- und Durchgangslager
Fünfbrunnen (Pafemillen) Luxemburg jüdisches „Altersheim“, anschließend Durchgangslager Juli 1941 bis Juni 1943    
Nováky Slowakei Sammel- und Durchgangslager
Risiera di San Sabba Italien Sammel- und Durchgangslager, StaLag, Polizeilager Oktober 1943 bis April 1945 20.000–25.000 3.000–5.000
Sereď Slowakei Sammel- und Durchgangslager
Theresienstadt Tschechien Gestapo-Gefängnis
Sammel- und Durchgangslager
Juni 1940 bis Mai 1945
November 1941 bis Mai 1945
32.000
140.000
2.500
35.000
Westerbork Niederlande Sammel- und Durchgangslager Oktober 1939 bis April 1945 102.000
Innsbruck-Reichenau Österreich Durchgangslager August 1941 bis 1945 8.500 130
Pruszków Durchgangslager 121[10][11] Polen Durchgangslager August 1944 bis Januar 1945 650.000[12][13]  ?

Siehe auch: Liste der Ghettos in der Zeit des Nationalsozialismus.

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Andere Lager[Bearbeiten]

Name Standort
(heutiges Land)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
„Judenreservat“ in Nisko, unter Leitung Adolf Eichmanns geplant als Durchgangslager für ein riesiges „Judenreservat“ Polen Lager der SS Oktober 1939 bis 14. April 1940 5.000  ? (Rücktransport von 501 Häftlingen)
Schutzhaftlager Welzheim Deutschland Lager der Gestapo 1935 bis April 1945 mind. 2.000 (7)
Zwangslager Berlin-Marzahn Deutschland Mai 1936 bis 1937
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Jugendhaftstätten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Jugendkonzentrationslager
Name Standort
(heutiges Land)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Moringen Deutschland Jugendkonzentrationslager für Jungen 1940 bis April 1945 1.400 mind. 89
Uckermark Deutschland Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen Juni 1942 bis April 1945 unbekannt unbekannt
Litzmannstadt (Łódź) Polen Jugendkonzentrationslager für polnische und tschechische Kinder und Jugendliche Dezember 1942 bis Januar 1945 unbekannt 500?
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Sonstige NS-Lager[Bearbeiten]

Sonstige NS-Lager umfassen im Prinzip sämtliche Gefangenenlager im Deutschen Reich während der Zeit der Hitler-Diktatur. Hierzu zählen beispielsweise Arbeitserziehungslager, Kriegsgefangenenlager oder Zwangsarbeiterlager. Diese Lager sind aufgrund der ethnischen („rassischen”) Hierarchie der Nationalsozialisten schwierig zu typisieren. So wurden westalliierte Kriegsgefangene als Angehörige der „nordischen Rasse“ in der Regel gut behandelt, während insbesondere Soldaten der Roten Armee in ihren Gefangenenlagern Zustände vorfanden, die sich von einem Konzentrationslager nicht unterschieden. Auch die Arbeitserziehungslager unterschieden sich oftmals nur formal von einem KZ.

Name Standort
(heutiges Land)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Fort Goeben Frankreich „SS-Sonderlager“ Oktober 1943 bis August 1944 1.500–1.800 Widerstandskämpfer und andere mind. 36
Bozen Italien „Polizeidurchgangslager“ Juli 1944 bis April 1945 15.000 „Politische“, Juden und andere mind. 20
Chaidari Griechenland "Konzentrations- und Durchgangslager" Oktober 1943 bis 1944 20.000 Widerstandskämpfer und Juden mind 1.800
Lemberg-Janowska Ukraine Zwangsarbeitslager; Massenmordstätte September 1941 bis November 1943 100.000–200.000, meist Juden
Lackenbach Österreich „Polizeidurchgangslager“, Zwangsarbeit November 1940 bis 1945 Roma, Juden
Hodonín Tschechien Zigeunerlager (Protektorat Böhmen und Mähren) Juli 1940 bis 1945 Roma
Lety Tschechien Zigeunerlager (Protektorat Böhmen und Mähren) Dezember 1939 bis 1945 Roma
Gurs Frankreich Internierungslager (Vichy-Frankreich) 1939–1944 Diverse
Le Vernet Frankreich Internierungslager (Vichy-Frankreich) 1939–1944 Diverse
Jasenovac Kroatien Arbeits-, Vernichtungs- und Konzentrationslagerkomplex, davon drei Kinderlager (Ustascha-Kroatien) Ende 1941 bis 1945 insgesamt ca. 1.000.000, davon gleichzeitig maximal 3.000–5.000 mindestens 80.000 und bis zu mehreren 100.000 Serben, Juden, Muslime, Roma und orthodox-katholische (Kroaten)
Neue Bremm Deutschland Arbeitslager; „Erweitertes Polizeigefängnis“ (Gestapo) 1940–1945 20.000 mehrere 100
Sicherungslager Schirmeck-Vorbruck Frankreich „Sicherungslager“ oder „Erziehungslager“ für Elsässer und Lothringer August 1940 bis 1944 15.000–25.000 mindestens 76,
Schätzungen bis 500
Internierungslager Skrochowitz Tschechien Internierungslager (Reichsgau Sudetenland) September 1939 bis ? Polen, Juden
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Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Zur Geschichte der Konzentrationslager gibt es neben ausführlichen Monographien über einzelne Lager verschiedene mehrbändige Buchreihen, die anhand von Abrissen zur Geschichte einzelner Lager einen Gesamtüberblick geben. Dazu gehören:

  • Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. C. H. Beck, München 2005 f., ISBN 978-3-406-52960-3. (9 Bände).
  • Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Geschichte der Konzentrationslager 1933–1945. Metropol-Verlag, Berlin 2001–2005. Zielsetzung dieser Buchreihe ist die Erstellung einer Gesamtgeschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Die ersten Bände befassen sich mit den frühen Lagern bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs.
  • Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Dachauer Hefte. Verlag Dachauer Hefte, Dachau 1985–2006. Seit 1985 erscheint jährlich ein neuer Band. Jeder Band hat einen bestimmten Themenschwerpunkt, zu dem verschiedene Autoren Aufsätze beisteuern. In der Regel handelt es sich dabei um wissenschaftliche bzw. monografische Beiträge, aber auch Erinnerungsberichte, unveröffentlichte Manuskripte und Übersetzungen aus anderssprachigen Werken.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nationalsozialistische Konzentrationslager – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Zahlenangabe der Gedenkstätte Dachau
  2. http://www.gedenkstaette-neustadt.de
  3. Das KZ Mittelbau-Dora wurde am 28. August 1943 unter der Bezeichnung Arbeitslager Dora als Außenlager des KZ Buchenwald gegründet und wurde am 28. Oktober 1944 eigenständiges Konzentrationslager; vgl. Jens-Christian Wagner (Hrsg.): Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943–1945. Göttingen, 2007, S. 45, 53 f.
  4. a b  Kopka B.: Konzentrationslager Warschau. 1 Auflage. Instytut Pamięci Narodowej, Warszawa 2007, ISBN 978-83-604-6446-5, S. 120.
  5. Thomas Sandkühler: Die Täter des Holocaust. In: Karl Heinrich Pohl: Wehrmacht und Vernichtungspolitik. Göttingen 1999, S. 47.
  6. Robin O'Neil: A Reassessment: Resettlement Transports to Belzec, March-December 1942. auf: jewishgen.org/
  7.  P. Burchard: Pamiątki i zabytki kultury żydowskiej w Polsce. 1. Auflage. "Reprint" Piotr Piotrowski, Warszawa 1990, S. 174.
  8. Frank Golczewski in Wolfgang Benz: Dimension des Völkermordes. Deutscher Taschenbuch Verlag, 1996, ISBN 3-423-04690-2, S. 468.
    Schätzung der Opferzahlen im Treblinka Prozess mindestens 700.000, Nach Rachel Auerbach: 1.074.000, diese wird von Golczewski als Wahrscheinlich angesehen.
  9.  Ernst Klee (Hrsg.): Dokumente zur "Euthanasie". Fischer, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-596-24327-0, S. 232 f.
  10. Durchgangslager 121 Museum
  11. Siehe auch: pl:Dulag 121 Pruszków
  12.  Marek Getter: Straty ludzkie i materialne w Powstaniu Warszawskim. In: Biuletyn IPN. Nr. 43-44, 2004, ISSN 1641-9561, S. 69.
  13. Dulag 121