Liste der Konzentrationslager des Deutschen Reichs

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Die Liste der Konzentrationslager des Deutschen Reichs während der Zeit des Nationalsozialismus beinhaltet auch Jugend-Haftstätten, Vernichtungslager, Arbeitslager, Durchgangslager, Frauenlager und sonstige KZ-ähnliche Lager. Nicht aufgezählt sind die wenigen Lager aus der Kolonialzeit. Die Auflistung erfolgt unabhängig von dem Standort. Als Standort wird das heutige Land bzw. Staat angegeben.

Die großen KZ der späten Jahre des NS-Regimes unterstanden der Inspektion der Konzentrationslager (IKL), einer zentralen SS-Verwaltungs- und Führungsstelle. Die IKL wurde in das SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (WVHA) als Amtsgruppe D eingegliedert und trug dann den Titel Generalinspektion der Verstärkten SS-Totenkopfstandarten. So konnten die KZs als eigenständiger Wirtschaftsbetrieb gegenüber der NSDAP bzw. staatlichen Stellen Rechnungen stellen. Die Unterscheidung von Stamm- und Nebenlagern – auch Haupt- und Außenlager genannt – unterlag der Inspektion der Konzentrationslager (IKL).

Andere Lager waren organisatorisch nicht an die IKL gebunden, sondern unterstanden z. B. einem örtlichen SS- und Polizeiführer (SSPF).

Frühe Konzentrationslager[Bearbeiten]

Frühe Konzentrationslager (auch als „wilde“ Konzentrationslager bezeichnet) waren alle Lager, die ab 1933, nach der Machtübernahme Hitlers im Deutschen Reich, unsystematisch eingerichtet wurden, meist provisorisch an bestehenden Orten. Sie hatten das Ziel, verhaftete politische Gegner der NSDAP einzusperren und dadurch zu entmachten, existierten meist bis zu drei Jahren und standen unter der Leitung von SA, SS, Gestapo, Innenministerium usw.

Die frühen KZ unterstanden nicht der, da erst später gegründeten, SS-Organisation IKL, obwohl einige der frühen KZ später in das große Lager-System der SS aufgenommen wurden. Beispiel ist hierfür das KZ Dachau, das bis Kriegsende betrieben wurde und Prototyp der späteren Stammlager war.

Name Standort
(heutiger Staat)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Ahrensbök Deutschland frühes KZ der SA – ging aus dem KZ Eutin hervor Oktober 1933 bis Mai 1934 300 0
Bad Sulza Deutschland frühes KZ der SA / Innenministerium November 1933 bis Juli 1937 800
Benninghausen Deutschland frühes KZ der SA März bis September 1933 344 unbekannt
Brandenburg an der Havel Deutschland frühes KZ, später Tötungsanstalt der Aktion T4 August 1933 bis Februar 1934 1.000–1.200 3 (mind.)
Breitenau Deutschland frühes KZ, später „Arbeitserziehungslager Juni 1933–März 1934
bzw. 1940–1945
470 bzw. 8.500
Buchenau Deutschland frühes KZ, später „Arbeitserziehungslager Juni 1933 bis März 1934
bzw. 1941–1945
470 bzw. 8.500
Breslau-Dürrgoy Polen frühes KZ, „Privatlager“ Edmund Heines April bis August 1933 200–400
Columbia-Haus Deutschland frühes KZ der Gestapo Dezember 1934 bis Dezember 1936 10.000
Dachau Deutschland Erstes KZ der SS, Prototyp März 1933 bis April 1945 200.000 43.000
Emslandlager Deutschland frühes KZ (mehrere Teillager: KZ Börgermoor, KZ Neusustrum, KZ Esterwegen), ab 1936 Strafgefangenenlager 1933–1945 80.000 KZ-Häftlinge und Strafgefangene,
100.000–180.000 Kriegsgefangene
30.000 überwiegend sowjetische Kriegsgefangene
Eutin Deutschland frühes KZ der SA ca. Juli 1933 bis Mai 1934 259 0
Heuberg
(1933 verlegt auf den Oberen Kuhberg)
Deutschland Schutzhaftlager März bis November 1933 (und November 1933 bis Juli 1935) 3.000 (und 800)
Hohnstein Deutschland frühes KZ der SA März 1933–August 1934 5.600
Kemna Deutschland frühes KZ Juni 1933 bis Januar 1934 4.500
Kislau Deutschland frühes KZ des badischen Innenministeriums April 1933 bis April 1939 1
Königstein-Halbestadt Deutschland frühes KZ der SA – ging später in KZ Hohnstein auf 10. März bis Mai 1933 215 unbekannt
Kuhlen Deutschland frühes KZ Juli bis Oktober 1933 200 0
Leschwitz Deutschland frühes KZ März bis August 1933 1.000–1.500 unbekannt
Lichtenburg Deutschland Männer-, dann Frauen-Konzentrationslager Juni 1933 bis Mai 1939
Mißler Deutschland frühes KZ der SA und SS März bis September 1933 148
später 300
KZ Neustadt an der Haardt[1] Deutschland frühes KZ/ "Schutzhaft-, Arbeits- und Internierungslager" März bis Ende 1933(?) 350
Oranienburg Deutschland Sammellager März 1933 bis Juli 1934 3.000 16 (mind.)
Osthofen Deutschland Sammellager „Umerziehungslager“ März 1933 bis Juli 1934 3.000 keine
Perleberg Deutschland frühes KZ der SA und SS Mai bis Juni 1933 34 keine
Sachsenburg Deutschland frühes KZ der SA Juni 1933 bis Juli 1937 2.000 11 (mind.)
Sonnenburg Polen frühes KZ April 1933 bis April 1934 1.000
Wasserturm Berlin-Prenzlauer Berg Deutschland frühes KZ der SA bis Juni 1933
Vechta Deutschland Schutzhaftlager 10. Juli 1933 bis Juli 1934 100 0
Wittmoor Deutschland frühes KZ der SA März bis Oktober 1933
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Konzentrationslager der IKL bzw. des WVHA[Bearbeiten]

Die Konzentrationslager, die von der Inspektion der Konzentrationslager gegründet wurden und zumeist bis Kriegsende Bestand hatten, sind im engeren Sinn gemeint, wenn von „Konzentrationslager“ die Rede ist. Nach einem Befehl Himmlers durften nur solche Lager offiziell als Konzentrationslager (KL) bezeichnet werden, die der Inspektion der Konzentrationslager (später dem SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt WVHA) unterstellt waren. Charakteristisch für diesen Lagertyp ist neben dem Unterstellungsverhältnis (IKL/WVHA) insbesondere die nach dem „Dachauer Modell“ geformte inhärente Struktur der einzelnen KZ. So wird die Wachmannschaft in Kommandanturstab (der sich immer in im Wesentlichen gleiche Abteilungen gliederte) und Wachtruppe unterschieden, es gab ein System der Funktionshäftlinge, eine rassisch und sozial differenzierte Diskriminierungshierarchie (siehe hierzu auch Kennzeichnung der Häftlinge in den Konzentrationslagern) und es galt die von Theodor Eicke in Dachau erarbeitete Lagerordnung. Bei den später neu gebauten Lagern (Sachsenhausen oder Buchenwald) wurde auch die von Dachau bekannte Barackenlager-Struktur mit symmetrischem Grundriss übernommen. Neben den Stammlagern sollen auch alle Außenlager derselben in dieser Liste aufgenommen werden. Die beiden Vernichtungslager in dieser Tabelle werden farblich rot unterlegt.

Name Standort
(heutiger Staat)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Arbeitsdorf-Fallersleben Deutschland Konzentrationslager April bis Oktober 1942 ca. 1.200
Auschwitz-Stammlager Polen Konzentrationslager Mai 1940 bis Januar 1945 siehe Birkenau
Auschwitz-Birkenau Polen Vernichtungslager Oktober 1941 bis Januar 1945 400.000 ca. 1.100.000
Auschwitz-Monowitz Polen Konzentrationslager Ende 1942 bis Januar 1945 siehe Birkenau
Bergen-Belsen Deutschland Austauschlager, Konzentrationslager April 1943 bis April 1945 120.000 70.000
Buchenwald Deutschland Konzentrationslager Juli 1937 bis April 1945 250.000 56.000
Dachau Deutschland Erstes KZ der SS März 1933 bis April 1945 200.000 ca. 43.000
Flossenbürg Deutschland Konzentrationslager Mai 1938 bis April 1945 mind. 100.000 30.000
Groß-Rosen Polen Konzentrationslager August 1940 bis Februar 1945 125.000 40.000
Gusen Österreich Konzentrationslager, Außenlager von Mauthausen Mai 1940 bis April 1945 44.602
Herzogenbusch-Vught Niederlande Konzentrationslager Januar 1943 bis September 1944 749
Hinzert Deutschland SS-Sonderlager, Durchgangslager, 'Eindeutschungslager' Juli 1940 bis März 1945 14.000 mind. 302
Riga-Kaiserwald Lettland Konzentrationslager März 1943 bis September 1944
Kaunas Litauen Konzentrationslager
Majdanek-Lublin Polen Konzentrationslager, Vernichtungslager Juli 1941 bis Juli 1944 78.000
Mauthausen Österreich Konzentrationslager August 1938 bis Mai 1945 195.000 mind. 95.000 (mit Gusen)
Mittelbau[2] Deutschland Konzentrationslager August 1943 bis April 1945 60.000 mind. 20.000
Moringen Deutschland Frauen-Konzentrationslager 1933 bis März 1938
Natzweiler/Struthof Frankreich Konzentrationslager Mai 1941 bis September 1944 52.000 22.000
Neuengamme Deutschland Konzentrationslager Dezember 1938 bis Mai 1945 106.000 55.000
Niederhagen / Wewelsburg Deutschland Konzentrationslager September 1941 bis Frühjahr 1943 3.900 1.285
Plaszow Polen Konzentrationslager Dezember 1942 bis Januar 1945 (mind. 150.000) 8.000
Ravensbrück Deutschland Frauen-Konzentrationslager Mai 1939 bis April 1945 150.000 20.000–30.000
Sachsenhausen Deutschland Konzentrationslager Juli 1936 bis April 1945 mind. 200.000 mind. 30.000–40.000 (20.500 namentlich bekannte + 10.000–13.000 sowj. Kriegsgefangene + weitere Opfer)
Stutthof Polen Konzentrationslager September 1939 bis Mai 1945 110.000 65.000
Vaivara Estland Konzentrationslager September 1943 bis März(?) 1944 20.000 950
Warschau Polen Konzentrationslager Juli 1943 bis Juli 1944 40.000[3] 20.000[3]
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Einige KZ-Außenlager[Bearbeiten]

Name Standort
(heutiger Staat)
Außenlager von Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Cochem Deutschland Natzweiler/Struthof März bis September 1944
Dessauer Ufer Deutschland Neuengamme Juli 1944 bis April 1945 3.000 unbekannt
KZ Engerhafe Deutschland Neuengamme Oktober bis Dezember 1944 ca. 2.200 188
Ebensee Österreich Mauthausen November 1943 bis Mai 1945 8.745
Kaufering I–XI Deutschland Dachau Juni 1944 bis April 1945 mind. 30.000 mind. 14.500
KZ Kaltenkirchen Deutschland Neuengamme August 1944 bis April 1945 ca. 700
Ladelund Deutschland Neuengamme November 1944 bis Dezember 1944 ca. 2.000 301
Langenstein-Zwieberge Deutschland Buchenwald April 1944 bis April 1945 7.000 2.000
Loibl Österreich Mauthausen Mai 1943 bis Mai 1945 1.800 40
Außenkommando Mühldorf Deutschland Dachau Juli 1944 bis Mai 1945 8.300 etwa 4.000[4]
KZ Wöbbelin Deutschland Neuengamme, Sterbelager Februar bis Mai 1945 ca. 5.000 > 1.000
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Listen von Außenlagern[Bearbeiten]

Andere Lager[Bearbeiten]

Name Standort
(heutiges Land)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
„Judenreservat“ in Nisko, unter Leitung Adolf Eichmanns geplant als Durchgangslager für ein riesiges „Judenreservat“ Polen Lager der SS Oktober 1939 bis 14. April 1940 5.000  ? (Rücktransport von 501 Häftlingen)
Schutzhaftlager Welzheim Deutschland Lager der Gestapo 1935 bis April 1945 mind. 2.000 (7)
Zigeunerrastplatz Marzahn Deutschland 1936–1937
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Vernichtungslager[Bearbeiten]

Lager, die ausschließlich der fabrikmäßig organisierten Ermordung von Menschen dienten, werden als Vernichtungslager bezeichnet. Die ersten Vernichtungslager wurden im Rahmen der Aktion Reinhardt gegründet, das heißt, im Rahmen der nach der Wannseekonferenz organisierten „Endlösung der Judenfrage“, also dem planmäßigen Völkermord an den Juden. Diese Lager befanden sich alle auf dem Gebiet des Generalgouvernements Polen. Andere Lager befanden sich in von Polen annektierten Gebieten und in Weißrussland.

Die Vernichtungslager wurden in Verantwortung der jeweiligen Höheren SS- und Polizeiführer (HSSPF) betrieben. Bei dem Terminus „Vernichtungslager“ sind regelmäßig die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und Majdanek (Lublin) eingeschlossen, die allerdings der IKL/dem WVHA unterstellt waren, da sie bereits vor dem Beschluss zur Endlösung als KZ in Planung waren. Auch bei diesen beiden Lagern stand das Kriterium des fabrikmäßig organisierten Massenmordes im Vordergrund. Sie hatten daneben aber auch eine Funktion im Rahmen der „Vernichtung der Häftlinge durch Arbeit“.

Name Standort
(heutiges Land)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Belzec Polen Vernichtungslager (Aktion Reinhardt) März bis Dezember 1942 434.508 Juden
1.000–1.500 Polen[5][6]
Kulmhof Polen Vernichtungslager Dezember 1941 bis April 1943
April 1944 bis Januar 1945
mind. 160.000[7]
Maly Trostinez Weißrussland Vernichtungslager Mai 1942 bis Juli 1944 40.000–60.000
Sobibor Polen Vernichtungslager (Aktion Reinhardt) Mai 1942 bis Oktober 1943 250.000
Treblinka Polen Vernichtungslager (Aktion Reinhardt) Juli 1942 bis November 1943 mind. 700.000 
bis zu 1,1 Millionen.[8]
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Tötungsanstalten der Aktion T4[Bearbeiten]

Hauptartikel: Aktion T4

Anstalt Ort 1940 1941 Getötete Menschen
A Schloss Grafeneck 9.839 9.839
B Brandenburg 9.772 9.772
Be Bernburg 8.601 8.601
C Schloss Hartheim 9.670 8.599 18.269
D Schloss Sonnenstein 5.943 7.777 13.720
E Hadamar 10.072 10.072
gesamt 35.224 35.049 70.273

Ein erhalten gebliebenes Dokument der Berliner Euthanasie-Zentrale überlieferte diese genauen Zahlen. Die sechs NS-Tötungsanstalten bezeichnete die NS-Tarnsprache als „Anstalten“. Von 1940 bis zum 1. September 1941 wurden insgesamt 70.273 Menschen durch Gas getötet, (Tarnsprache: „desinfiziert“).[9]

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Durchgangslager[Bearbeiten]

Durchgangslager waren Sammellager, in die Häftlinge gesperrt wurden, die in die Vernichtungslager deportiert werden sollten.

Name Standort
(heutiges Land)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Fort Breendonk Belgien Durchgangslager, teilweise auch Langzeithäftlinge September 1940 bis August 1944 3.500–4.000 300?
Mechelen Belgien Sammel- und Durchgangslager Juli 1942 bis September 1944 25.300 1.221
Drancy Frankreich Sammel- und Durchgangslager
Fünfbrunnen (Pafemillen) Luxemburg jüdisches "Altersheim", anschließend Durchgangslager Juli 1941 bis Juni 1943    
Nováky Slowakei Sammel- und Durchgangslager
Risiera di San Sabba Italien Sammel- und Durchgangslager, StaLag, Polizeilager Oktober 1943 bis April 1945 20.000–25.000 3.000–5.000
Sereď Slowakei Sammel- und Durchgangslager
Theresienstadt Tschechien Gestapo-Gefängnis
Sammel- und Durchgangslager
Juni 1940 bis Mai 1945
November 1941 bis Mai 1945
32.000
140.000
2.500
35.000
Westerbork Niederlande Sammel- und Durchgangslager Oktober 1939 bis April 1945 102.000
Innsbruck-Reichenau Österreich Durchgangslager 1941–1945 8.500 130
Pruszków Durchgangslager 121[10][11] Polen Durchgangslager August 1944 bis Januar 1945 650.000[12][13]  ?

Siehe auch: Liste der Ghettos in der Zeit des Nationalsozialismus.

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Jugend-Haftstätten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Jugendkonzentrationslager.

Name Standort
(heutiges Land)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Moringen Deutschland „Jugendschutzlager“ (Jungen) 1940 bis April 1945 1.400 mind. 89
Uckermark Deutschland „Jugendschutzlager“ (Mädchen/junge Frauen), später Vernichtungslager Juni 1942 bis April 1945 unbekannt ca. 3.000
Litzmannstadt Polen Jugendverwahrlager“ (polnische Kinder und Jugendliche) Dezember 1942 unbekannt 500
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Sonstige KZ-ähnliche Lager[Bearbeiten]

Sonstige KZ-ähnliche Lager umfassen im Prinzip sämtliche Gefangenenlager im Deutschen Reich während der Zeit der Hitler-Diktatur. Hierzu zählen beispielsweise Arbeitserziehungslager, Kriegsgefangenenlager oder Zwangsarbeiterlager. Diese Lager sind aufgrund der ethnischen („rassischen”) Hierarchie der Nationalsozialisten schwierig zu typisieren. So wurden westalliierte Kriegsgefangene als Angehörige der „nordischen Rasse“ in der Regel gut behandelt, während insbesondere Soldaten der Roten Armee in ihren Gefangenenlagern Zustände vorfanden, die sich von einem Konzentrationslager nicht unterschieden. Auch die Arbeitserziehungslager unterschieden sich oftmals nur formal von einem KZ.

Name Standort
(heutiges Land)
Typ Zeit Geschätzte Anzahl
der Inhaftierten
Geschätzte Anzahl
der Toten
Fort Goeben Frankreich „SS-Sonderlager“ Oktober 1943 bis August 1944 1.500–1.800 Widerstandskämpfer und andere mind. 36
Durchgangslager Bozen Italien „Polizeidurchgangslager“ Juli 1944 bis April 1945 15.000 „Politische“, Juden und andere mind. 20
Zwangsarbeitslager Lemberg-Janowska Ukraine Zwangsarbeitslager; Massenmordstätte September 1941 bis November 1943 100.000–200.000, meist Juden
Zigeuner-Anhaltelager Lackenbach Österreich „Polizeidurchgangslager“, Zwangsarbeit November 1940 bis 1945 Roma, Juden
Zigeunerlager Hodonin Tschechien Zigeunerlager (Protektorat Böhmen und Mähren) 1942–1945 Roma
Zigeunerlager Lety Tschechien Zigeunerlager (Protektorat Böhmen und Mähren) 1939–1945 Roma
Le Vernet Frankreich Internierungslager (Vichy-Frankreich) 1939–1944
Jasenovac Kroatien Arbeits-, Vernichtungs- und Konzentrationslagerkomplex, davon drei Kinderlager (Ustascha-Kroatien) 1941–1945 insgesamt ca. 1.000.000, davon gleichzeitig maximal 3.000–5.000 mindestens 80.000 und bis zu mehreren 100.000 Serben, Juden, Muslime, Roma und orthodox-katholische (Kroaten)
Neue Bremm Deutschland Arbeitslager; „Erweitertes Polizeigefängnis“ (Gestapo) 1940–1945 20.000 mehrere 100
Schirmeck Frankreich „Sicherungslager“ oder „Erziehungslager“ für Elsässer und Lothringer 1940–1944 15.000–25.000 mindestens 76,
Schätzungen bis 500
Internierungslager Skrochowitz Tschechien Internierungslager (Reichsgau Sudetenland) September 1939 bis ? Polen, Juden
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Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Zur Geschichte der Konzentrationslager gibt es neben ausführlichen Monographien über einzelne Lager verschiedene mehrbändige Buchreihen, die anhand von Abrissen zur Geschichte einzelner Lager einen Gesamtüberblick geben. Dazu gehören:

  • Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. C. H. Beck, München 2005 f., ISBN 978-3-406-52960-3. (9 Bände).
  • Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Geschichte der Konzentrationslager 1933–1945. Metropol-Verlag, Berlin 2001–2005. Zielsetzung dieser Buchreihe ist die Erstellung einer Gesamtgeschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Die ersten Bände befassen sich mit den frühen Lagern bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs.
  • Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Dachauer Hefte. Verlag Dachauer Hefte, Dachau 1985–2006. Seit 1985 erscheint jährlich ein neuer Band. Jeder Band hat einen bestimmten Themenschwerpunkt, zu dem verschiedene Autoren Aufsätze beisteuern. In der Regel handelt es sich dabei um wissenschaftliche bzw. monografische Beiträge, aber auch Erinnerungsberichte, unveröffentlichte Manuskripte und Übersetzungen aus anderssprachigen Werken.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nationalsozialistische Konzentrationslager – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. http://www.gedenkstaette-neustadt.de
  2. Das KZ Mittelbau-Dora wurde am 28. August 1943 unter der Bezeichnung Arbeitslager Dora als Außenlager des KZ Buchenwald gegründet und wurde am 28. Oktober 1944 eigenständiges Konzentrationslager; vgl. Jens-Christian Wagner (Hrsg.): Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943-1945. Göttingen, 2007, S. 45, 53f.
  3. a b  Kopka B.: Konzentrationslager Warschau. 1 Auflage. Instytut Pamięci Narodowej, Warszawa 2007, ISBN 978-83-604-6446-5, S. 120.
  4. US-amerikanischer Untersuchungsbericht. Memorandum, prosecution exhibit No. 8, Mikrofilm 123a/6, BayHSta
  5. Robin O'Neil: A Reassessment: Resettlement Transports to Belzec, March-December 1942. auf: jewishgen.org/
  6.  P. Burchard: Pamiątki i zabytki kultury żydowskiej w Polsce. 1. Auflage. "Reprint" Piotr Piotrowski, Warszawa 1990, S. 174.
  7. Thomas Sandkühler: Die Täter des Holocaust. In: Karl Heinrich Pohl: Wehrmacht und Vernichtungspolitik. Göttingen 1999, S. 47.
  8. Frank Golczewski in Wolfgang Benz: Dimension des Völkermordes. Deutscher Taschenbuch Verlag, 1996, ISBN 3-423-04690-2, S. 468.
    Schätzung der Opferzahlen im Treblinka Prozess mindestens 700.000, Nach Rachel Auerbach: 1.074.000, diese wird von Golczewski als Wahrscheinlich angesehen
  9.  Ernst Klee (Hrsg.): Dokumente zur "Euthanasie". Fischer, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-596-24327-0, S. 232 f.
  10. Durchgangslager 121 Museum
  11. Siehe auch: pl:Dulag 121 Pruszków
  12.  Marek Getter: Straty ludzkie i materialne w Powstaniu Warszawskim. In: Biuletyn IPN. Nr. 43-44, 2004, ISSN 1641-9561, S. 69.
  13. Dulag 121
  14. diese Behörde hatte bereits seit 1949 eine Liste aller NS-Lager, hielt sie jedoch bis 1990 unter Verschluss; bis dahin wurde sie nur behördenintern genutzt. Dann mehrere (3) Auflagen durch den Hg. Martin Weinmann im Verlag Zweitausendeins, 1990 – 1998, unter dem Titel Das nationalsozialistische Lagersystem. CCP. (d. i. Catalogue of Camps and Prisons in Germany and German-Occupied Territories, Sept. 1st, 1939 – May 6th 1945)