Lou Lamoriello

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Louis „Lou“ Lamoriello (* 21. Oktober 1942 in Providence, Rhode Island) ist ein US-amerikanischer Eishockeyfunktionär italienischer Abstammung.[1] Zurzeit ist er CEO, Präsident und General Manager der New Jersey Devils aus der National Hockey League, bei denen er seit 1987 tätig ist. Er ist damit länger als jeder andere derzeitige GM in der Liga im Amt.

Karriere[Bearbeiten]

Vor seinem Eintritt bei den Devils war Lou Lamoriello für mehrere Jahre ein Mathematiklehrer an Johnston High School in Rhode Island.

Lamoriello war der sportliche Leiter und Männer-Eishockeytrainer im Providence College. Er betreute die Providence-Eishockeymannschaft von 1968 bis 1987, und wurde im Jahr 1982 zum sportlichen Leiter befördert. Als sportliche Leiter, stellte er Rick Pitino als Cheftrainer des Providence Men’s Basketball-Team ein. Pitino brachte Providence in die Final Four im Jahre 1987.

Lamoriello wurde durch den damaligen Eigentümer John McMullen im April 1987 Präsident der Devils. Lamoriello ernannte sich, kurz vor dem Beginn der nächsten Saison, selbst zum General Manager – ein Schritt, der viele NHL-Beobachter überraschte. Der US-Amerikaner hatte nie in der NHL gespielt, das Traineramt ausgeführt oder ein Team verwaltet, und war außerhalb der American-College-Hockey-Gemeinschaft so gut wie unbekannt.

Seitdem hat Lamoriello den Vorsitz über eines der erfolgreichsten Wiederaufbauprojekte in der nordamerikanischen Profisportgeschichte. In seiner ersten Saison als General Manager, erreichten die Devils ihre erste Teilnahme am Playoff-Finale der Wales Conference in ihrer Geschichte. Mit Ausnahme von zwei Spielzeiten seit 1987 haben sie in Lamoriellos Amtszeit die Playoffs erreicht und spielten in den Jahren 1995, 2000, 2001 und 2003 im Stanley Cup-Finale. 1995, 2000 und 2003 gewannen sie jeweils die begehrte Trophäe. Im Jahr 2000 wurde Lamoriello zum CEO der Devils ernannt.

Lamoriello diente als General Manager für das Team USA in den Olympischen Winterspiele 1998 in Nagano. Im Jahr 1992 erhielt er die Lester Patrick Trophy für herausragende Verdienste für das Eishockey in den Vereinigten Staaten. Des Weiteren spielte er eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen über die Spielergehälter im NHL-Lockout 2004/05.

Lamoriello ist in NHL-Kreisen für seine harte Vorgehensweise in Vertragsverhandlungen bekannt. Pat Verbeek, Kirk Muller, Bill Guerin und andere wurden aus dem Team wegtransferiert, nachdem ihre Vertragsverhandlungen negativ verlaufen sind. Im Jahre 1989 hätte er fast Ken Daneyko, der Spieler mit den meisten Spielen für die Devils, transferiert. Nach Daneyko, ist Lamoriello der Ansicht, dass ein Spieler aus der dritten Reihe gleich viel wie ein erste Reihe Spieler verdienen sollte, wenn er für das Team den gleichen Wert hat.

Am 19. Dezember 2005, nach dem überraschenden Rücktritt von Larry Robinson als Cheftrainer der Devils, übernahm Lamoriello die Position vorübergehend. Die Devils erreichten das Eastern Conference-Semifinale und verloren dort gegen die Carolina Hurricanes.

Am 2. April 2007, übernahm Lamoriello wieder das Traineramt, nachdem er Claude Julien gefeuert hatte. Die Entlassung erfolgte als drei Spiele vor Ende der regulären Spielzeit und die Devils auf dem Weg zur zweitbesten Spielzeitleistung in der Conference und auf dem Weg eines Franchiserekordes in Siegen für die reguläre Spielzeit waren.

2009 wurde Lamoriello mit der Aufnahme in die Hockey Hall of Fame geehrt. Am 15. Oktober 2012 wurde er für seine Verdienste rund um den Eishockeysport in den Vereinigten Staaten in die United States Hockey Hall of Fame aufgenommen.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. news.sportsinteraction.com, NHL: Strong Bond Exists Between Devils, Kings GMs
  2. Mike G. Morreale: U.S. Hockey Hall of Fame to honor many individuals. National Hockey League, 13. Oktober 2012, abgerufen am 15. Oktober 2012 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]