Paola Felix

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Paola (1980)
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Ihre größten Erfolge
  DE 54 27.04.1981 (3 Wo.)
Singles[1]
Bonjour, bonjour
  CH 7 08.04.1969 (3 Wo.)
Stille Wasser, die sind tief
  DE 21 01.08.1969 (4 Wo.)
Caprifischer
  DE 40 11.03.1974 (3 Wo.)
Addio, mein Napoli
  DE 39 12.08.1974 (6 Wo.)
Blue Bayou
  DE 13 04.12.1978 (26 Wo.)
  AT 10 15.02.1979 (20 Wo.)
  CH 6 08.04.1978 (11 Wo.)
Cinéma
  CH 7 04.05.1980 (6 Wo.)
Der Teufel und der junge Mann
  DE 5 19.01.1981 (19 Wo.)
Liebe ist nicht nur ein Wort
  DE 48 07.09.1981 (5 Wo.)
Peter Pan
  DE 47 19.04.1982 (2 Wo.)

Paola Felix (* 5. Oktober 1950 in St. Gallen, Schweiz als Paola Maria Augusta del Medico[2]) - früher bekannt als Paola del Medico, später auch nur als Paola - ist eine Schweizer Schlagersängerin und Fernsehmoderatorin. Sie war von 1980 bis zu seinem Tod 2012 mit Kurt Felix verheiratet, mit dem sie von 1983 bis 1990 die Fernsehsendung Verstehen Sie Spaß? moderierte. Paola, die sich zwischen 1969 und 1982 in deutschsprachigen Hitparaden platzieren konnte, nahm 1969 und 1980 für die Schweiz am Eurovision Song Contest teil und erreichte dabei jeweils Plätze unter den ersten fünf. Mit Ehemann Kurt wurde sie von den Zuschauern der ARD 2006 zu „Deutschlands Traumpaar“ gewählt.

Leben[Bearbeiten]

Paola Felix ist die Tochter des aus dem italienischen Adriaort Fano stammenden Schneidermeisters Vittorio del Medico und der Schweizerin Anna Sennhauser und besitzt die italienische sowie die schweizerische Staatsbürgerschaft.[3] Als 14-jährige gewann sie 1965 den zweiten Preis bei der „Goldenen Schallplatte der Stadt St. Gallen“, einem Amateurfestival. Während ihrer folgenden kaufmännischen Ausbildung bei einer Textilfirma nahm sie an verschiedenen Talentwettbewerben teil, die sie zumeist auch gewann. Zu ihrer musikalischen Ausbildung gehörten zwei Jahre Flöte, fünf Jahre Klavier, Gitarre brachte sie sich selber bei, nahm aber auch Gesangsausbildung und später Schauspielunterricht in Zürich. Sie spricht Deutsch, Italienisch, Spanisch, Französisch und Englisch.

1967 hatte sie ihren ersten Fernsehauftritt in der Sendung „Talente stellen sich vor“, und im Folgejahr erschien ihre erste Single Für alle Zeiten (1968), mit der sie beim Intervisionsschlagerfestival im tschechischen Karlsbad den vierten Platz belegte, jedoch in der schweizerischen Vorausscheidung für den Grand Prix Eurovision erfolglos blieb. 1969 nahm Paola del Medico erstmals am Eurovision Song Contest teil und belegte mit Bonjour, bonjour für die Schweiz in Madrid den fünften Platz. In der Schweizer Hitparade kam sie damit bis Platz 7. Fortan war sie Dauergast in der ZDF-Hitparade und anderen Fernsehsendungen. Mit Stille Wasser, die sind tief konnte sie noch im selben Jahr den zweiten Platz beim Deutschen Schlagerwettbewerb in Wiesbaden belegen. Auf dem fünften Festival Internacional da Canção Rio de Janeiro 1970 blieb sie mit Emporte-moi sur ton manège unplatziert.

1974 nahm sie Ballettunterricht bei Samy Molcho und konnte mit den Singles Capri-Fischer und Adio mein Napoli in Deutschland zwei kleinere Hits verbuchen. Ihr Auftritt in Peter Frankenfelds ZDF-Schlagerwunschsendung „Musik ist Trumpf“ mit dem Lied Weisse Rosen aus Athen brachte ihr 1975 eine Flut von Zuschauerwünschen nach einer Single dieser Aufnahme ein, sodass sich ihre Plattenfirma CBS kurzerhand entschloss, das Lied in einer neuen Version als Single zu veröffentlichen.

1977 versuchte sie es ein zweites Mal beim Eurovision Song Contest, scheiterte aber in der Schweizer Vorausscheidung mit dem Titel Le livre blanc, der nur den zweiten Platz belegte. Ebenso erging es ihr mit dem Titel Vogel der Nacht, mit dem sie sich um die deutsche Teilnahme 1979 bewarb, aber nur den dritten Platz erreichte. 1980 schliesslich gewann sie für die Schweiz den Vorentscheid und errang mit dem Titel Cinéma bei der internationalen Veranstaltung in Den Haag den vierten Platz.

Im selben Jahr heiratete sie den Schweizer Fernsehmoderator Kurt Felix, mit dem sie zunächst (1982) die ZDF-Musikshow Lieder gehen um die Welt, dann die SWF-Vorabendsendereihe Freitagsparty (6 Folgen 1983) und schliesslich von 1983 bis 1990 die Samstagabendshow Verstehen Sie Spaß? moderierte. Erste Moderationserfahrungen konnte sie bereits 1981 in der Sendung Gute Laune mit Musik - Melodien mit Paola sammeln.

1982 versuchte sich Paola Felix auch noch einmal für Deutschland bei der Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest. Mit dem Titel Peter Pan kam sie aber hinter Nicole wieder auf Platz 2. Dem Wettbewerb blieb sie treu, als sie 1986 die Moderation der Schweizer Vorausscheidung zum Song Contest übernahm.

Ihre grössten kommerziellen Erfolge hatte sie mit Der Teufel und der junge Mann, das 1981 fünf Wochen in den deutschen Top 10 war, und der deutschen Aufnahme von Blue Bayou 1978, ein Lied von Roy Orbison, das 1963 erstmals chartete und 1977 in einer Version von Linda Ronstadt zum Welterfolg wurde. Blue Bayou wurde gewissermassen zu Paolas Signature-Lied, dass sie in mehreren Versionen zu diversen Angelegenheiten vortrug. Nachhaltig Heiterkeit verursachte ihr Vortrag bei der Show zum 60. Geburtstag von Karl Dall, bei der sie von einer „Bananen-Insel“ abrutschte.[4]

1990 produzierte Jack White mit Paola Felix unter dem Pseudonym „Raffaella“ für Verstehen Sie Spaß? eine Cover-Version des Baccara-Liedes Yes Sir, I Can Boogie.

An ihrem 40. Geburtstag zog sie sich einstweilen aus dem Showbusiness zurück und lebte mit ihrem Mann, der auch die italienische Staatsbürgerschaft annahm, an ihren Wohnsitzen in der Schweiz und in Italien. Paola Felix ist jedoch hin und wieder Gast bei verschiedenen Talkshows. 1998 produzierte der MDR die Show Guten Abend wünschen Paola und Kurt Felix, eine Samstagabendsendung mit Reprisen.

1998 sang Paola Felix mit Michael von der Heide in der TV-Show Benissimo ihren Hit Blue Bayou im Duett.

2002 war Paola auch als Modekatalog-Modell tätig. Bei ihrem Mann Kurt Felix wurde 2002 Krebs diagnostiziert; er widmete ihr mit rührenden Worten den Bambi-Preis, den er 2003 erhielt. Im Jahr 2012 verstarb er an der Krankheit, nachdem diese lange Zeit als überwunden galt.[5]

Ehrungen[Bearbeiten]

  • Goldene Stimmgabeln 1981, 1982, 1983, 1986 und 1990
  • Goldener Bär 1974
  • Bambi 1990
  • Platin Doppel-Langspielplatte 1990
  • Glanz & Gloria Award des Schweizer Fernsehens 2006
  • Mit Ehemann Kurt zu "Deutschlands (!) Traumpaar" von den Zuschauern der ARD gewählt 2006

Erfolgstitel[Bearbeiten]

  • Für alle Zeiten – 1968
  • Regentropfen – 1968
  • Bonjour, Bonjour – 1969
  • Stille Wasser, die sind tief – 1969
  • So ist das Leben – 1970
  • Auf dem Vierwaldstädter See – 1970
  • Für uns beide (Green Green Trees) – 1970
  • Glück und Leid – 1970
  • Emporte-moi sur ton manège – 1970
  • So wie du – 1971
  • Überall ist Liebe – 1971
  • Lass die Liebe besteh’n – 1972
  • Es geht um dich – es geht um mich (I’m on My Way) – 1972
  • Ich tanz’ nach deiner Pfeife (The Pied Piper) – 1973
  • Ich gestehe alles – 1973
  • Capri-Fischer – 1974
  • Addio, mein Napoli – 1974
  • Das Glück im Leben ist ein Schatz – 1975
  • Weiße Rosen aus Athen – 1975
  • Rendezvous um vier – 1975
  • Schade um den Mondenschein – 1976
  • Le livre blanc – 1977
  • Morgen bekommst du mehr von mir – 1977
  • Zwischen dir und mir – 1977
  • Lonely Blue Boy – 1977
  • Blue Bayou – 1978
  • Ich bin kein Hampelmann (Substitute) – 1978
  • Sommertraum – 1978
  • Vogel der Nacht – 1979
  • Wie du (Bright Eyes) – 1979
  • Ich sehe Tränen, wenn du lachst – 1980
  • Mr. Tampourin Man – 1980
  • Cinéma – 1980
  • Mit dir leben (Love Me Tender) – 1980
  • Der Teufel und der junge Mann – 1980
  • Liebe ist nicht nur ein Wort – 1981
  • Mein Geschenk für dich (Happy Everything) – 1981
  • Wenn du heimkommst – 1982
  • Peter Pan – 1982
  • Ich hab ins Paradies geseh’n (I’ve Never Been to Me) – 1982
  • Träume mal schön von Hawaii – 1983
  • Bitte hilf mir heute nacht – 1983
  • Rosafarben (Sarà quel che sarà) – 1983
  • Nah am Regenbogen – 1983
  • Mit Tränen in den Augen ist man blind - 1983
  • Engel brauchen Liebe – 1984
  • Die Nacht der Nächte – 1984
  • Mode – 1985
  • Wahrheit & Liebe – 1985
  • Am Anfang einer neuen Liebe – 1986
  • Die Männer im allgemeinen – 1987
  • Rose der Nacht – 1989
  • Die kleine Stadt (Green, Green Grass of Home)
  • Eine Insel am Ende der Welt (Scarborough Fair)
  • John B.
  • Juke-Box
  • Wie man sich bettet (Red Balloon (Callow-la-vita))
  • Wilde Schwäne (El condor pasa)

Diskografie[Bearbeiten]

Alben:

  • 1970: Die grossen Erfolge
  • 1974: Paola
  • 1978: Blue Bayou
  • 1980: Lieder, die ich liebe
  • 1981: Ihre größten Erfolge
  • 1981: Frohe Weihnachten mit Paola und den Trixis
  • 1983: Rosafarben
  • 1988: Kinderlieder-Hitparade mit Paola und den Sonnenschein-Kindern
  • 1989: Meine Lieder
  • 2000: Paola am Blue Bayou

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: DE1 / DE2 / AT / CH
  2. Geburtsanzeige
  3. Detail-Biografie von Kurt Felix (MS Word; 102 kB), Abschnitt „Norditalien“, S. 11.
  4. Paola, Blue Bayou und die Banane (YouTube Video, 25 Sekunden, 1,1 MB)
  5. Paola zum Tod von Kurt Felix in BUNTE.de.

Weblinks[Bearbeiten]