Eurovision Song Contest
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Der Eurovision Song Contest (dt. Liederwettbewerb der Eurovision; kurz ESC) ist ein internationaler Musikwettbewerb, der seit 1956 jährlich von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) im Rahmen der Eurovision veranstaltet wird. Die Premiere war stark von dem San-Remo-Festival beeinflusst, das bereits 1951 ins Leben berufen wurde. Teilnahmeberechtigt sind beim ESC alle Staaten der EBU, der zumeist europäische und einige Radio- und Fernsehstationen asiatischer und afrikanischer Staaten angehören. Seit 1957 schickt jedes teilnehmende Land ein Lied zum Eurovision Song Contest.
Der internationale Wettbewerb findet in der Regel im Land des Vorjahressiegers statt. Seit 2004 wird auch ein Halbfinale und Finale ausgetragen, wobei sich das Finale in zwei Teile aufgliedert: Der erste Teil besteht aus einer rund zweistündigen Präsentation der Finalisten und der zweite Teil besteht aus einer etwa einstündigen Abstimmung der Punktevergabe. Als Überleitung von Teil 1 zu Teil 2 findet für ungefähr 10-15 Minuten ein Showprogramm statt.
Seit 2003 existiert mit dem Junior Eurovision Song Contest eine zweite jährlich stattfindende Variante des Wettbewerbes und seit 2007 auch der Eurovision Dance Contest.
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Teilnehmer
Teilnahmeberechtigt am Eurovision Song Contest sind alle Länder, die Mitglied der Europäischen Rundfunkunion sind. Da diese sich nicht nur über Europa, sondern auch den Mittelmeerraum erstreckt, ist es auch nichteuropäischen Ländern möglich, am Wettbewerb teilzunehmen. Von den nicht zu Europa gehörenden Nationen war im 20. Jahrhundert jedoch nur Israel regelmäßig beteiligt.
Am ersten Wettbewerb 1956 in Lugano in der Schweiz nahmen sieben Länder mit je zwei Beiträgen teil. Neben dem Gastgeber waren dies: die Niederlande, Belgien, die BRD, Frankreich, Luxemburg und Italien. In den folgenden Jahren hatten immer mehr Länder Interesse am Wettbewerb. Jugoslawien nahm als einziges sozialistisches Land regelmäßig am Eurovision Song Contest teil. Marokko ist mit seiner Teilnahme im Jahre 1980 das einzige arabische Land, welches bisher am Wettbewerb beteiligt war. Mit Tunesien (1977) und dem Libanon (2005) standen zwei andere arabische Länder jeweils kurz vor der Teilnahme, zogen diese jedoch wieder zurück. In beiden Fällen war die gleichzeitige Teilnahme Israels ein Grund für die spätere Absage.[1][2]
Seit 1990 können durch die Auflösung der Intervision und der gleichzeitigen EBU-Erweiterung die osteuropäischen Länder teilnehmen. Damit wegen der Vielzahl der Länder die Veranstaltung nicht zu lange dauert, hat die EBU zunächst die Zahl der Teilnehmer begrenzt. Die letztplatzierten Teilnehmer mussten ein Jahr aussetzen, waren aber im Folgejahr á priori berechtigt teilzunehmen. Diese Regel wurde mehrmals leicht modifiziert.
1996 wurde beschlossen, dass die vier Mitglieder, welche den größten Anteil des EBU-Etats tragen, für die Teilnahme gesetzt sind. Begründet war dies dadurch, dass der deutsche Beitrag 1996 bei einer internen Juryvorauswahl ausgeschieden war. Die finanzstarken Mitgliedsländer sollten nicht auf Dauer der Veranstaltung fernbleiben. Seither sind Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich sowie Spanien gesetzt, Italien ereilte bei einer Rückkehr das gleiche Schicksal. Diese Ländergruppe wird als Große Fünf (englisch Big Five) bezeichnet.
Als Protest haben sich im Laufe der Zeit immer wieder einzelne Länder gegen die Teilnahme am Eurovision Song Contest entschieden. 1969 blieb Österreich dem Wettbewerb in Madrid aus Protest gegen die in Spanien herrschende Franco-Diktatur fern. Ein Jahr später nahmen Finnland, Norwegen, Portugal, Schweden und Österreich nicht teil, da sie mit den Gegebenheiten und Abstimmungsmechanismen der letztjährigen Veranstaltung, bei der es vier Sieger gab, unzufrieden waren. Italien (mit Ausnahme von 1997) und das insgesamt fünfmal siegreiche Luxemburg nehmen seit 1994 aus mangelndem Interesse nicht mehr am Wettbewerb teil. Österreich nahm in den Jahren 2006, 2008 und 2009 nicht am Wettbewerb teil, da man mit den Bedingungen und dem Konzept des Wettbewerbs nicht mehr zufrieden war.
[Bearbeiten] Veranstaltung
Seit 2004 wird der internationale Wettbewerb in einer Qualifikations- und einer Finalrunde ausgetragen. An der Vorrunde können alle aktiven Mitglieder der EBU teilnehmen. Von 2004 bis 2007 kamen die zehn Bestplatzierten aus dem Halbfinale in die Finalrunde. Die Finalrunde war mit den vier Gesetzten, dem Titelverteidiger und damit Ausrichter sowie den Platzierten der Plätze zwei bis zehn des Vorjahres qualifiziert. Seit 2008 finden zwei Halbfinale statt, aus denen sich jeweils die zehn Bestplatzierten der beiden Halbfinale neben den vier Gesetzten und dem Ausrichter für die Finalrunde qualifizieren.
2008 gab es mit der Neuregelung erstmals in der Geschichte des Eurovisions-Festivals zwei Halbfinale. Damit sollten Punkte-Schiebereien unter verschiedenen Ländern vermieden werden.
[Bearbeiten] Veranstaltungsort
Der Eurovision Song Contest eines bestimmten Jahres wird seit 1958 immer im Land des Vorjahressiegers ausgetragen.
Da die Regelung der Vergabe an das Siegerland 1956 noch nicht bestand, richtete 1957 die Bundesrepublik Deutschland den Großen Preis der Eurovision in Frankfurt am Main aus. Zwölf Jahre nach dem Kriegsende präsentierte sich die junge Bundesrepublik im Großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks ausnahmslos deutsch, Anaid Iplicjian moderierte. Das überforderte einige Teilnehmerländer bei der Frage „Bitte, können wir Ihre Punkte haben“. Die telefonische Stimmabgabe von 1957 hat dadurch Kultstatus.
Fünf Mal kam es bisher vor, dass nicht wie eigentlich vorgesehen das Siegerland des letztjährigen Wettbewerbs die Veranstaltung ausrichtete, sondern stattdessen ein anderes Land als Veranstalter einsprang. Viermal war dies Großbritannien (1960 für die Niederlande, 1963 für Frankreich, 1972 für Monaco und 1974 für Luxemburg) sowie einmal die Niederlande (1980 für Israel).
Der Eurovision Song Contest wurde bisher achtmal in Großbritannien sowie siebenmal in Irland ausgetragen. Häufigster Austragungsort ist mit sechs Veranstaltungen die irische Hauptstadt Dublin, gefolgt von London und Luxemburg mit je vier Veranstaltungen.
[Bearbeiten] Bezeichnung
Die offizielle Bezeichnung der Veranstaltung lautet seit 1992 Eurovision Song Contest. Die Bezeichnung wurde erstmals 1960 für den fünften Wettbewerb im Vereinigten Königreich verwendet. Insgesamt trugen 34 der bisherigen 54 Veranstaltungen bis 2009 diesen Namen. Seit 1970 wird diese Bezeichnung auch bei der Austragung in nicht-englischsprachigen Ländern verwendet, zuerst in übertragener Form wie Eurovisie Songfestival (nl.), Concours Eurovision de la Chanson (franz.) oder zuletzt 1991 Concorso Eurovisione della Canzone (ital.).
In der deutschen Öffentlichkeit wird für den Songwettbewerb weiterhin auch häufig der Begriff Grand Prix[3][4][5] verwendet, da dies einerseits die in der Öffentlichkeit bekannte und verbreitete Kurzform der Benennung von früheren Veranstaltungen ist, mit Titeln wie Grand Prix Eurovision (de la Chanson Européenne) bzw. ihre Übertragungen ins Italienisch-Spanische (Gran Premio [...]) und Deutsche (Großer Preis der Eurovision). Andererseits hieß die Auszeichnung, die der Sieger des Wettbewerbs erhielt, bis 2003 Grand Prix (zuletzt: Grand Prix of the 2003 Eurovision Song Contest[6]). Seit 2004 ist der Begriff Grand Prix gänzlich aus dem Regelwerk verschwunden.
In Deutschland wurde im Jahr 1998 die Vorentscheidungsshow im Fernsehen in Countdown Grand Prix umgetauft und hieß so bis einschließlich 2003. Erst „[s]eit 2001 wird der Grand Prix in Deutschland offiziell nicht mehr mit dem französischen, sondern dem englischen Titel benannt“, was sich aber nicht so schnell im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzt.[7] So findet man in diesem Zusammenhang auch weiterhin bei den deutschen Fernsehübertragungen Sendungen mit Untertiteln wie „Grand Prix Party“.[8]
Es finden sich des Öfteren in der deutschen Öffentlichkeit auch gänzlich andere Bezeichnungen wie etwa „Europäische[r] Schlagerwettbewerb“[9][10] „europäische[r] Schlagerwettbewerb Concours Eurovision“,[11] „europäische[r] Schlagerwettstreit“,[12] „größte[r] Schlagerwettbewerb[...] der Welt“[13] oder auch einfach nur „Schlager-Wettbewerb“, „Musikwettbewerb“ und „Sängerwettstreit“.[14]
[Bearbeiten] Nationale Vorentscheide
Jedem Land steht es frei, wie es seinen Vertreter für den Eurovision Song Contest ermittelt. In der Regel geschieht dies in Form von nationalen Vorentscheiden, bei denen mehrere Sänger gegeneinander antreten. Während früher meist eine Jury den Teilnehmer wählte, geschieht dies heute in der Regel per Telefonabstimmung (engl.: Televoting.)
Der deutsche Vorentscheid hieß lange Zeit „Ein Lied für…“ (ergänzt durch die jeweilige Stadt, in der der Song Contest im betreffenden Jahr stattfand). 2004 und 2005 trug er den Titel „Germany 12 Points!“, im Jahr 2006 den Titel Deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2006.
Ziemlich aufwendig wird die Vorauswahl in Schweden getroffen, wo mit dem Melodifestivalen ein eigener Wettbewerb über mehrere Runden ausgetragen wird. Nach ähnlichem Prinzip verläuft der Melodi Grand Prix genannte norwegische Vorentscheid.
Seit 1993 vertritt der Sieger des kroatischen Songfestivals DORA das Land beim Eurovision Song Contest. Für Serbien tritt der Sieger des Festivals Beovizija an.
Unterschiedliche Formen des Vorentscheids gab es in den letzten Jahren in Finnland, Irland und Polen.
Allerdings können die Länder auch auf einen Vorentscheid verzichten und stattdessen einen Künstler direkt nominieren. Von dieser Möglichkeit machten z. B. Deutschland in den Jahren 1993 bis 1995 sowie 2009 und die Schweiz in den Jahren 2005 bis 2009 Gebrauch.
[Bearbeiten] Punktevergabe
[Bearbeiten] Aktuelles Abstimmungsverfahren
Im Finale des Eurovision Song Contest dürfen neben den Teilnehmern auch alle Länder abstimmen, die an der Vorrunde teilgenommen haben. Somit sind also auch die im Halbfinale ausgeschiedenen Teilnehmer stimmberechtigt, die im Finale nicht mit einem eigenen Titel vertreten sind.
Zur Bewertung der Titel werden in jedem Land die zehn beliebtesten Lieder ermittelt und dafür nach folgendem Schema Punktzahlen vergeben: Der Song mit den meisten Stimmen erhält 12 Punkte, die darauffolgenden erhalten 10 Punkte, 8 Punkte, 7 Punkte, 6 Punkte, 5 Punkte, 4 Punkte, 3 Punkte, 2 Punkte und 1 Punkt. Für den eigenen Beitrag dürfen keine Punkte vergeben werden. Alle Punkte, die ein Teilnehmer von anderen Ländern erhält, werden aufsummiert. Gewonnen hat das Land, das am Ende die meisten Punkte bekommt. Seit 2009 werden die Punktzahlen, die jedes Land vergibt, zu 50% durch Televoting und zu 50% durch eine fünfköpfige Jury bestimmt.
Sollte kurzfristig ein Problem auftreten, das die Ermittlung per Televoting verhindert, so werden die Punkte durch eine achtköpfige „Stand-by-Jury“ vergeben. Eine solche Jury vergab im Jahr 2000 die Punkte der Niederlande, als wegen der Explosion einer Feuerwerkskörperfabrik in Enschede am Tag des ESC kein Televoting stattfand.
Aus Zeitgründen wurde 2006 die Verkündung der Punkte dahingehend geändert, dass die Titel mit den Punkten 1 bis 7 en bloc angezeigt werden. Die Titel mit den Punkten 8, 10 und 12 werden jedoch nach wie vor von den nationalen Fernsehansagern durchgegeben. Die Vergabeprozedur konnte so von deutlich über einer Stunde auf etwa 45 Minuten verkürzt werden.
[Bearbeiten] Regelungen bei Punktgleichheit
Wenn zwei oder mehr Teilnehmer am Ende die gleiche Punktanzahl haben, gelten weitere Unterscheidungskriterien, um eine eindeutige Platzierung zu gewährleisten.
Ausschlaggebend ist zunächst die Anzahl der Länder, von denen die jeweiligen Teilnehmer Punkte erhalten haben. Lässt sich dadurch keine eindeutige Rangfolge erstellen, wird die Anzahl der an die entsprechenden Teilnehmer vergebenen Höchstwertungen berücksichtigt. Dabei wird zuerst die Anzahl der 12-Punkte-Wertungen, bei Gleichheit die Anzahl der 10-Punkte-Wertungen etc. betrachtet. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich auch durch den Vergleich sämtlicher Einzelwertungen kein Unterschied ergeben hat, werden die betroffenen Länder auf demselben Rang platziert.
Dieser Katalog von Regelungen fand bisher einmal Anwendung, nämlich beim ESC 1991, als die Schwedin Carola („Fångad av en stormvind“) mehr 10-Punkte-Wertungen erhalten hatte als die punktgleiche Französin Amina („Le dernier qui a parlé“) und zur Siegerin erklärt wurde. Damals gab es den ersten Punkt (das Lied gewinnt, das aus mehr Ländern Punkte bekommen hat) noch nicht, hätte es ihn aber schon damals gegeben, hätte Frankreich gewonnen. Mittlerweile ist dieser Punkt eingeführt worden, so dass 2004 trotz jeweils 50 Punkten Malta einen sicheren Platz im Finale 2005 bekam, während Kroatien erst durchs Semifinale musste.
Vor 1975 kamen verschiedene andere Punktevergabesysteme zum Einsatz. Beim ESC 1969 führte ein Wertungsmodus, der für niedrige Punktzahlen pro Teilnehmer sorgte, dazu, dass vier Länder (Spanien, Vereinigtes Königreich, Niederlande, Frankreich) punktgleich an der Spitze lagen und zu gleichberechtigten Siegern ernannt wurden.
[Bearbeiten] Bisherige Wertungsmodi
Beim ersten ESC mit veröffentlichtem Abstimmungsergebnis, 1957, kam folgender Modus zum Einsatz: In jeder Landesjury saßen zehn Mitglieder, jedes Mitglied konnte für seinen Favoriten einen Punkt abgeben. Dieser Modus kam von 1957 bis 1961, 1967 bis 1970 sowie im Jahre 1974 in Gebrauch.
1962 kam ein anderer Modus zum Einsatz. Die Landesjurys vergaben drei Punkte an den besten Titel, zwei Punkte an den zweitbesten und einen Punkt an den drittbesten Titel. Dieser Modus wurde 1963 auf fünf Punkte für den erstplatzierten usw. erweitert. 1964 wurde ein neuer Modus eingeführt: Jeder Juror bewertet jedes Land, daraus entsteht eine Liste. An den besten Titel wurden fünf Punkte, an den zweitplatzierten drei und an den drittplatzierten ein Punkt vergeben. Sollte nur ein Titel nominiert sein, bekommt dieser alle neun Punkte, sollten es zwei sein, bekommt der erste sechs und der zweitplatzierte Titel drei Punkte.
Da es seit 1962 regelmäßig null Punkte, 1962 bis 1965 sogar vier pro Jahr, gab und wegen der Unzufriedenheit mit dem Wertungssystem von 1957, das 1969 für vier Sieger gesorgt hatte, wurde 1971 ein neuer Modus eingeführt: Jedes Land entsendet zwei Juroren, die für jedes Lied zwischen einen und fünf Punkte geben konnten, sodass die erreichten Punktzahlen erstmals über 100 Punkte stiegen.
Bis 1997 wurde die Punktevergabe ausschließlich durch eine Jury bestimmt. Diese bestand pro Land aus 16 Personen – acht Experten und acht musikinteressierten Laien, welche zudem aus verschiedenen Generationen sein mussten, um ein objektives Ergebnis zu gewährleisten. 1997 wurde in Deutschland, Schweden, Österreich, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich zum ersten Mal das Televoting ausprobiert, das beim Publikum auf große Begeisterung stieß. Schon 1998 wurde die Jury durch das neue Wertungssystem abgelöst. Nur wenige Länder, wie Russland und Ungarn, wo es aus technischen Gründen nicht möglich war, führten das Televoting erst etwas später ein.
[Bearbeiten] Kritik am Wertungssystem, Reformdiskussion und Neuregelung
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Das Wertungssystem des Eurovision Song Contest wird bereits seit langem dafür kritisiert, dass die Punktevergabe zwischen bestimmten Ländern gegenseitigen Sympathiebekundungen näher zu sein scheint als einer Bewertung für die vorgetragenen Musiktitel.
Als Reaktion auf die Feststellung, dass sich beim Contest 2007 ausschließlich Teilnehmerländer aus Osteuropa für das Finale qualifizierten und dort die ersten 16 Plätze belegten, ist – insbesondere ausgelöst durch Rückzugsforderungen in Deutschland und der Schweiz – eine Reformdiskussion in Gang gekommen.[15]
Gegen alle Kritik spricht die Tatsache, dass auch zu Juryzeiten solche Tendenzen vorhanden waren. Die traditionelle Höchstwertung von Zypern an Griechenland (und umgekehrt), sowie der Skandinavische Block sorgten schon damals für Ärger. Hinzu kamen politische Tendenzen, die beim Televoting nicht vorhanden sind. Griechenland vergab zu Juryzeiten nur ein einziges Mal Punkte an die Türkei (1997).
Ebenso sprechen Analysen der Wertungen gegen die Kritikerstimmen – Serbien hätte 2007 auch ohne „die Punkte des Ostens“ gesiegt. Auch die Punkte der „Stand-by-Jury“ (Einsatz im Falle technischer Probleme) bestätigten den serbischen Sieg nach EBU-Angaben.
Des Weiteren wird angemerkt, dass das Juryvotum früher oft für Unmut sorgte. Ein Beispiel dafür sei das Jahr 1996, als die von den Fans favorisierte Gina G aus Großbritannien auf dem achten Rang landete und letztlich die Irin Eimear Quinn gewann. Gina Gs Song stieg noch im selben Jahr in die US-Billboard-Charts ein, was für ESC-Titel eine Seltenheit ist.
[Bearbeiten] Neuregelung ab 2008
Die verantwortliche Europäische Rundfunkunion (EBU) stellte am 2. Oktober 2007 ebenfalls aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Sympathiepunkte [16] Regeländerungen vor: Ab 2008 werden zwei getrennte Halbfinale veranstaltet, über deren Kandidaten-Zusammenstellungen per Los entschieden wird. Es kann dann nur noch für die Länder abgestimmt werden, die in dem jeweiligen Halbfinale gegen das eigene Land antreten, sodass der Anteil an Sympathiepunkten möglicherweise reduziert werden kann.
Ins Finale kommen neben dem Gastgeberland sowie den Vertretern der vier großen EBU-Geldgeber – Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien – aus jedem Halbfinale die neun mit den meisten Punkten bewerteten Länder. Eine Jury bestimmt unter den verbleibenden Teilnehmern im jeweiligen Halbfinale noch je einen weiteren Finalteilnehmer; somit wurde am 21. November 2007 die Teilnehmerzahl im Finale ab 2008 auf 25 erhöht.
[Bearbeiten] Neuregelung ab 2009
Da es trotz der Änderungen am Wertungssystem beim Contest 2008 immer noch zu Sympathiepunkten kam, wurden die Regularien abermals geändert. So zählen ab 2009 im Finale die Stimmen der Telefonabstimmung nur noch 50%. Weitere 50% werden durch eine Jury, wie es sie früher schon gab, bestimmt.[17]
[Bearbeiten] Moderatoren
Der Wettbewerb 1956 war der bislang einzige, bei dem ein einzelner Mann durch den Abend führte. In den Folgejahren waren es immer Moderatorinnen, bis 1978 in Paris erstmals ein Mann und eine Frau gemeinsam Gastgeber waren. Diesem Beispiel folgte Israel 1979. Von 1980 bis 1987, 1993 und 1995 waren es dann wieder einzelne Damen; seit 1996 ist es endgültig zur Tradition geworden, dass es einen männlichen und einen weiblichen Gastgeber gibt. Ausnahme hierbei war der Contest 1999 in Jerusalem, als dem männlichen Moderator gleich zwei Damen zur Seite standen.
Gelegentlich haben auch ehemalige Wettbewerbsteilnehmer/innen durch den Abend geführt: 1976 Corry Brokken, 1979 Jardena Arasi, 1985 Lill Lindfors, 1986 Åse Kleveland, 1991 Gigliola Cinquetti und Toto Cutugno, 1999 Dafna Dekel, 2003 Marie N und Renars Kaupers, 2006 Sakis Rouvas, 2008 Željko Joksimović sowie 2009 Alsou.
[Bearbeiten] Übersicht über die Veranstaltungen seit 1956
| Jahr | Veranstaltungsbezeichnung und -ort |
Teil- nehmer |
Sieger | Zweitplatzierter | Drittplatzierter |
|---|---|---|---|---|---|
| 1956 | 1. Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea (Lugano) |
7 [18] | Lys Assia Refrain |
nicht bekannt gegeben | nicht bekannt gegeben |
| 1957 | 2. Großer Preis der Eurovision (Frankfurt am Main) |
10 | Corry Brokken Net als toen |
Paule Desjardins La belle amour |
Birthe Wilke & Gustav Winckler Skibet skal sejle i nat |
| 1958 | 3. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne (Hilversum) |
10 | André Claveau Dors mon amour |
Lys Assia Giorgio |
Domenico Modugno Nel blu, dipinto di blu |
| 1959 | 4. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne (Cannes) |
11 | Teddy Scholten Een beetje |
Pearl Carr & Teddy Johnson Sing Little Birdie |
Jean Philippe Oui, oui, oui, oui |
| 1960 | 5. Eurovision Song Contest (London) |
13 | Jacqueline Boyer Tom Pillibi |
Bryan Johnson Looking High, High, High |
François Deguelt Ce soir-là |
| 1961 | 6. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne (Cannes) |
16 | Jean-Claude Pascal Nous les amoureux |
The Allisons Are You Sure |
Franca di Rienzo Nous aurons demain |
| 1962 | 7. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne (Luxemburg) |
16 | Isabelle Aubret Un premier amour |
François Deguelt Dis rien |
Camillo Felgen Petit bonhomme |
| 1963 | 8. Eurovision Song Contest (London) |
16 | Grethe & Jørgen Ingmann Dansevise |
Esther Ofarim T'en va pas |
Emilio Pericoli Uno per tutte |
| 1964 | 9. Grand Prix Eurovision (Kopenhagen) |
16 | Gigliola Cinquetti Non ho l'età |
Matt Monro I Love The Little Things |
Romuald Où sont-elles passées |
| 1965 | 10. Gran Premio Eurovisione della Canzone (Neapel) |
18 | France Gall Poupée de cire, poupée de son |
Kathy Kirby I Belong |
Guy Mardel N'avoue jamais |
| 1966 | 11. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne (Luxemburg) |
18 | Udo Jürgens Merci Chérie |
Lill Lindfors & Svante Thuresson Nygammal vals eller hip man svinaherde |
Åse Kleveland Intet er nytt under solen |
| 1967 | 12. Grand Prix de la Chanson (Wien) |
17 | Sandie Shaw Puppet On A String |
Sean Dunphy If I Could Choose |
Noëlle Cordier Il doit faire beau là-bas |
| 1968 | 13. Eurovision Song Contest (London) |
17 | Massiel La, la, la … |
Cliff Richard Congratulations |
Isabelle Aubret La source |
| 1969[19] | 14. Gran Premio de la Canción de Eurovision (Madrid) |
16 | Salomé Vivo cantando
|
entfällt, da vier Erstplatzierte | entfällt, da vier Erstplatzierte |
| 1970 | 15. Eurovisie Songfestival (Amsterdam) |
12 | Dana All Kinds Of Everything |
Mary Hopkin Knock, Knock, Who's There |
Katja Ebstein Wunder gibt es immer wieder |
| 1971 | 16. Eurovision Song Contest (Dublin) |
18 | Séverine Un banc, un arbre, une rue |
Karina En un mundo nuevo |
Katja Ebstein Diese Welt |
| 1972 | 17. Eurovision Song Contest (Edinburgh) |
18 | Vicky Leandros Après toi |
New Seekers Beg, Steal Or Borrow |
Mary Roos Nur die Liebe lässt uns leben |
| 1973 | 18. Concours Eurovision de la Chanson (Luxemburg) |
17 | Anne-Marie David Tu te reconnaîtras |
Mocedades Eres tú |
Cliff Richard Power To All Our Friends |
| 1974 | 19. Eurovision Song Contest (Brighton) |
17 | ABBA Waterloo |
Gigliola Cinquetti Si |
Mouth & McNeal I See A Star |
| 1975 | 20. Eurovision Song Contest (Stockholm) |
19 | Teach-In Ding-a-dong |
The Shadows Let Me Be The One |
Wess & Dori Ghezzi Era |
| 1976 | 21. Eurovisie Songfestival (Den Haag) |
18 | Brotherhood of Man Save Your Kisses For Me |
Catherine Ferry Un, Deux, Trois |
Mary Cristy Toi, la musique et moi |
| 1977 | 22. Eurovision Song Contest (London) |
18 | Marie Myriam L'oiseau et l'enfant |
Lynsey de Paul & Mike Moran Rock Bottom |
The Swarbriggs Plus Two It's Nice To Be In Love Again |
| 1978 | 23. Concours Eurovision de la Chanson (Paris) |
20 | Yizhar Cohen & The Alpha-Beta A-Ba-Ni-Bi |
Jean Vallée L'amour ca fait chanter la vie |
Joel Prévost Il y aura toujours des violons |
| 1979 | 24. Eurovision Song Contest (Jerusalem) |
19 | Gali Atari & Milk and Honey Hallelujah |
Betty Missiego Su canción |
Anne-Marie David Je suis l'enfant-soleil |
| 1980 | 25. Eurovisie Songfestival (Den Haag) |
19 | Johnny Logan What's Another Year |
Katja Ebstein Theater |
Prima Donna Love Enough For Two |
| 1981 | 26. Eurovision Song Contest (Dublin) |
20 | Bucks Fizz Making Your Mind Up |
Lena Valaitis Johnny Blue |
Jean Gabilou Humanahum |
| 1982 | 27. Eurovision Song Contest (Harrogate) |
18 | Nicole Ein bißchen Frieden |
Avi Toledano Hora |
Arlette Zola Amour on t'aime |
| 1983 | 28. Eurovision Song Contest (München) |
20 | Corinne Hermès Si la vie est cadeau |
Ofra Haza Chai, Chai, Chai |
Carola Häggkvist Främling |
| 1984 | 29. Concours Eurovision de la Chanson (Luxemburg) |
19 | Herreys Diggi-loo diggi-ley |
Linda Martin Terminal 3 |
Bravo Lady Lady |
| 1985 | 30. Eurovision Song Contest (Göteborg) |
19 | Bobbysocks La det swinge |
Wind Für alle |
Kiki Danielsson Bra vibrationer |
| 1986 | 31. Eurovision Song Contest (Bergen) |
20 | Sandra Kim J'aime la vie |
Daniela Simons Pas pour moi |
Sherisse Laurence L'amour de ma vie |
| 1987 | 32. Concours Eurovision de la Chanson (Brüssel) |
22 | Johnny Logan Hold Me Now |
Wind Lass' die Sonne in Dein Herz |
Umberto Tozzi & Raf Gente di mare |
| 1988 | 33. Eurovision Song Contest (Dublin) |
21 | Céline Dion Ne partez pas sans moi |
Scott Fitzgerald Go |
Hot Eyes Ka' du se hva' jeg sa' |
| 1989 | 34. Concours Eurovision de la Chanson (Lausanne) |
22 | Riva Rock Me |
Live Report Why Do I Always Get It Wrong |
Birthe Kjær Vi maler byen rød |
| 1990 | 35. Eurovision Song Contest (Zagreb) |
22 | Toto Cutugno Insieme 1992 |
Joëlle Ursull White & Black Blues Liam Reilly Somewhere In Europe |
entfällt, da zwei Zweitplazierte |
| 1991 | 36. Concorso Eurovisione della Canzone (Rom) |
22 | Carola Fångad av en stormvind |
Amina Le dernier qui a parlé |
Duo Datz Kan |
| 1992 | 37. Eurovision Song Contest (Malmö) |
23 | Linda Martin Why Me |
Michael Ball One Step Out Of Time |
Mary Spiteri Little Child |
| 1993 | 38. Eurovision Song Contest (Millstreet) |
25 | Niamh Kavanagh In your Eyes |
Sonia Better The Devil You Know |
Annie Cotton Moi tout simplement |
| 1994 | 39. Eurovision Song Contest (Dublin) |
25 | Paul Harrington & Charlie McGettigan Rock'n Roll kids |
Edyta Gorniak To nie ja |
Mekado Wir geben 'ne Party |
| 1995 | 40. Eurovision Song Contest (Dublin) |
23 | Secret Garden Nocturne |
Anabel Conde Vuelve conmigo |
Jan Johansen Se på mig |
| 1996 | 41. Eurovision Song Contest (Oslo) |
23 | Eimear Quinn The Voice |
Elisabeth Andreassen I evighet |
One More Time Den Vilda |
| 1997 | 42. Eurovision Song Contest (Dublin) |
25 | Katrina and the Waves Love shine a light |
Marc Roberts Mysterious Woman |
Şebnem Paker & Gruppe Etnik Dinle |
| 1998 | 43. Eurovision Song Contest (Birmingham) |
25 | Dana International Diva |
Imaani Where Are You |
Chiara The One That I Love |
| 1999 | 44. Eurovision Song Contest (Jerusalem) |
23 | Charlotte Nilsson Take Me To Your Heaven |
Selma All Out Of Luck |
Sürpriz Reise nach Jerusalem (Kudüs'e seyahat) |
| 2000 | 45. Eurovision Song Contest (Stockholm) |
24 | Olsen Brothers Fly On The Wings Of Love |
Alsou Solo |
Brainstorm My Star |
| 2001 | 46. Eurovision Song Contest (Kopenhagen) |
23 | Tanel Padar & Dave Benton Everybody |
Rollo & King Never Ever Let You Go |
Antique Die For You |
| 2002 | 47. Eurovision Song Contest (Tallinn) |
24 | Marie N I Wanna |
Ira Losco 7th Wonder |
Sahlene Runaway |
| 2003 | 48. Eurovision Song Contest (Riga) |
26 | Sertab Erener Everyway That I Can |
Urban Trad Sanomi |
t.A.T.u. Ne ver, ne boisja, ne prosi |
| 2004 | 49. Eurovision Song Contest (Istanbul) |
24 (+12) | Ruslana Wild Dances |
Željko Joksimović Lane Moje |
Sakis Rouvas Shake It |
| 2005 | 50. Eurovision Song Contest (Kiew) |
24 (+15) | Helena Paparizou My Number One |
Chiara Angel |
Luminiţa Anghel & Sistem Let Me Try |
| 2006 | 51. Eurovision Song Contest (Athen) |
24 (+13) | Datei:Flag of Finland.svg Finnland Lordi Hard Rock Hallelujah |
Dima Bilan Never let you Go |
Hari Mata Hari Lejla |
| 2007 | 52. Eurovision Song Contest Datei:Flag of Finland.svg Finnland (Helsinki) |
24 (+18) | Marija Šerifović Molitva |
Verka Serduchka Dancing Lasha Tumbai |
Serebro Song #1 |
| 2008 | 53. Eurovision Song Contest (Belgrad) |
25 (+18) | Dima Bilan Believe |
Ani Lorak Shady Lady |
Kalomira Secret Combination |
| 2009 | 54. Eurovision Song Contest (Moskau) |
25 (+17) | Alexander Rybak Fairytale |
Yohanna Is It True? |
AySel & Arash Always |
| 2010 | 55. Eurovision Song Contest (Oslo) |
[Bearbeiten] Erfolge
[Bearbeiten] Erfolgreichste Teilnehmer
Bisher erfolgreichstes Teilnehmerland ist Irland mit sieben Siegen, in den Jahren 1992 bis 1994 sogar in Folge. Auch der erfolgreichste Teilnehmer kommt aus Irland: Johnny Logan gewann zweimal als Sänger (1980 mit „What's Another Year“ und 1987 mit „Hold Me Now“) sowie einmal als Komponist (1992: „Why Me“).
[Bearbeiten] Deutschland beim Eurovision Song Contest
Deutschland ist das Land mit den meisten Beiträgen und das einzige Land, das bisher jedes Jahr ein Lied zum Eurovision-Festival entsandt hat. 1996 erreichte der deutsche Beitrag des Interpreten Leon mit dem von Hanne Haller komponierten Lied „Blauer Planet“ nicht das Finale der Veranstaltung, da er in der (damals neu eingeführten) Zwischenrunde der Europäischen Rundfunkunion (ERU / EBU / UER) in Genf gemeinsam mit den Beiträgen aus Dänemark, Russland, Mazedonien, Ungarn, Israel und Rumänien ausschied.
Den Sieg errang Deutschland bisher einmal: Im Jahr 1982 gewann die Sängerin Nicole in Harrogate im Vereinigten Königreich den Wettbewerb mit dem Lied „Ein bißchen Frieden“. Deutschland erreichte mehrmals den zweiten bzw. dritten Platz, kam jedoch auch fünf Mal auf den letzten Platz.
[Bearbeiten] Eurovision Song Contest als Karrierestart
Der Eurovision Song Contest machte im Laufe der Jahre einige Interpreten zu internationalen Stars, die bis zum Zeitpunkt ihres Auftritts noch nahezu unbekannt waren.
Dies trifft in besonderem Maße auf die schwedische Popgruppe ABBA zu, die 1974 mit dem Song „Waterloo“ den Wettbewerb gewann. Auch die franko-kanadische Sängerin Céline Dion wurde durch ihre Teilnahme am Eurovision Song Contest 1988, bei dem sie für die Schweiz startete und mit „Ne partez pas sans moi“ siegte, in Europa bekannt. Die Belgierin Lara Fabian (später durch „I will love again“ zu Charts-Ehren gelangt) tat beim ESC für Luxemburg ihren ersten internationalen Schritt, und schließlich die Polin Edyta Górniak. Ebenfalls durch den ESC zu Weltruhm gelangt ist die irische Folkloregruppe Riverdance, welche 1994 als Pausenfüller auftrat.
[Bearbeiten] Erfolgreiche Titel
Der Eurovision Song Contest brachte im Laufe seiner mehrere Jahrzehnte umspannenden Geschichte zahlreiche Lieder hervor, die zu internationalen Erfolgen und bisweilen zu Evergreens wurden. Aus der Frühphase seien hier Italiens Beiträge „Nel blu dipinto di blu (Volare)“ und „Piove (Ciao ciao bambina)“ genannt, beide vorgetragen von Domenico Modugno in den Jahren 1958 und 1959. Auch wenn sie nicht zum Wettbewerbssieger gekürt wurden, erreichten sie danach doch zig-fache Millionenverkäufe weltweit und wurden von Showgrößen wie Paul Anka oder Dean Martin adaptiert.
Seine kommerzielle Hochphase erlebte der Song Contest ab Mitte der Sechziger bis in die späten Siebziger Jahre. „Puppet on a string“ avancierte 1967 für Sängerin Sandie Shaw zum weltweiten Radio- und Hitparadenerfolg und wurde in Werbespots (z.B. Kunert Feinstrumpfhosen) oder auf Modenschauen jener Zeit als Untermalung eingesetzt. Seine simple Eingängigkeit und der unmittelbare Wiedererkennungswert machten den Titel auf der Stelle zum Evergreen.
Aus demselben Jahrgang eroberte der Luxemburger Beitrag von Vicky (Vicky Leandros) „L’amour est bleu“ in einer Instrumental-Version von Paul Mauriat Platz 1 der US-Billboard-Charts. 1972 gewann Vicky Leandros mit „Après toi“ den Wettbewerb und verkaufte von der Single in mehreren Sprachversionen (u.a. „Dann kamst Du“, „Come what may“) weltweit über 5,5 Millionen Exemplare. ABBAs „Waterloo“ übertraf diese Marke 1974 und verkaufte sich rund 6 Millionen mal. Übertrumpft wurden die vier Schweden 1976 von der britischen Gruppe Brotherhood Of Man, deren Schlagerpop „Save your kisses for me“ es auf 6,5 Millionen weltweit abgesetzte Tonträger brachte.
Als Beispiele weiterer internationaler Tophits seien noch erwähnt: „Congratulations“ von Cliff Richard (GB, 1968), „All kinds of everything“ von Dana (Irland, 1970), „Beg, steal or borrow“ von den New Seekers (GB, 1972), „Eres tú“ von Mocedades (Spanien, 1973), „Si“ von Gigliola Cinquetti (Italien, 1974), „Dschinghis Khan“ von Dschinghis Khan (D, 1979), „What's another year“ von Johnny Logan (Irland 1980), „Ein bißchen Frieden“ von Nicole (D, 1982), „Gente di mare“ von Umberto Tozzi/Raf (Italien 1987), „Insieme 1992“ von Toto Cutugno (Italien 1990), „Diva“ von Dana International (Israel 1998) und „Fly On The Wings Of Love“ von den Olsen Brothers (Dänemark 2000).
[Bearbeiten] Häufigste Teilnahmen
Am häufigsten war die Schweizer Musikgruppe Peter, Sue & Marc dabei, welche ihr Heimatland viermal vertrat (1971, 1976, 1979 und 1981), jedes Mal in einer anderen Sprache. In den Jahren 1976 und 1981 erreichten sie jeweils Platz 4. Ebenfalls viermal nahm Fud Leclerc aus Belgien teil, der das Land 1956, 1958, 1960 und 1962 vertrat. Sein bestes Resultat war Platz 5 im Jahre 1958.
Eine Reihe von Interpreten war dreimal beim Eurovision Song Contest vertreten.
Für Deutschland waren Katja Ebstein und die Gruppe Wind je dreimal am Start. Ebstein war mit zwei dritten Plätzen in den Jahren 1970 und 1971 sowie einem zweiten Platz im Jahre 1980 äußerst erfolgreich, wenngleich ihr nie ein Sieg gelang. Mit zwei zweiten Plätzen in den Jahren 1985 und 1987 gehören Wind ebenfalls zu den erfolgreichsten Teilnehmern für Deutschland.
Die Schwedin Carola Häggkvist erreichte bei drei Teilnahmen für ihr Heimatland einen Sieg (1991) sowie die Plätze 3 (1983) und 5 (2006). Damit zählst sie zu den erfolgreichsten Teilnehmern des Wettbewerbs. Ebenfalls dreimal am Start war die Malteserin Chiara, die für Malta die Plätze 3 (1998), 2 (2005) und 22 (2009) belegte.
Einige mehrmals dabeigewesene Interpreten traten für verschiedene Länder an. Die Zyprin Anna Vissi sang zweimal für Griechenland (1980, 2006) und einmal für Zypern (1982). Der Franzose Romuald nahm zweimal für Monaco (1964, 1974) und einmal für Luxemburg (1979) teil. Ireen Sheer trat als Solokünstlerin einmal für Luxemburg (1974) und einmal für Deutschland (1978) sowie als Teil einer Gruppe erneut für Luxemburg (1985) an.
Die Sängerin Corry Brokken trat bei den ersten drei Wettbewerben in den Jahren 1956 bis 1958 jeweils für die Niederlande an, die Sängerin Lys Assia in den gleichen Jahren für die Schweiz. Udo Jürgens war in den Jahren 1964 bis 1966 dreimal für Österreich beim Wettbewerb dabei. Jeder dieser drei Teilnehmer konnte den Wettbewerb einmal für sein Land entscheiden. Assia gewann 1956 den ersten Eurovision Song Contest, Brokken war ein Jahr später erfolgreich, Jürgens siegte im Jahre 1966.
Ebenfalls dreimal dabei waren darüber hinaus der Italiener Domenico Modugno (1958, 1959, 1966), die Norwegerin Kirsti Sparboe (1965, 1967, 1969) sowie das dänische Duo Hot Eyes (1984, 1985, 1988).
[Bearbeiten] Bekannte Interpreten kein Erfolgsgarant
Die Teilnahme eines bereits international bekannten Interpreten ist hingegen kein Garant dafür, dass dessen Titel den Wettbewerb auch gewinnt.
Als prominentestes Beispiel erreichte Cliff Richard mit „Congratulations“ 1968 nur den zweiten sowie 1973 mit „Power to All Our Friends“ den dritten Platz, obwohl diese anschließend in den Verkaufshitparaden höher platziert waren als die jeweiligen Eurovisionsgewinner. Ebenso wenig erreichten beispielsweise der italienische Top Act wie Ricchi e Poveri oder der spanische Act Baccara (beide 1978), Matia Bazar (1979), Alan Sorrenti (1980), Alice und Franco Battiato (1984) oder Al Bano und Romina Power (1976 und 1985) das Siegertreppchen, obwohl in den frühen 1980ern durch viele Länder Europas eine Italo-Pop-Welle schwappte.
Das international erfolgreiche russische Duo t.A.T.u. konnte beim Eurovision Song Contest 2003 mit „Ne wer, ne bojsja, ne prosi“ nicht gewinnen und belegte nur den dritten Platz. Die estnische Band Vanilla Ninja kam 2005 für die Schweiz nicht über Rang 8 hinaus. Kate Ryan scheiterte 2006 für Belgien bereits im Halbfinale, ebenso DJ BoBo 2007 für die Schweiz.
[Bearbeiten] 50-jähriges Jubiläum
Am 22. Oktober 2005 fand in Kopenhagen eine Jubiläumsshow mit dem Titel Congratulations (englisch für: Herzlichen Glückwunsch) statt. Damit wurde das 50-jährige Jubiläum des Eurovision Song Contest gefeiert. Das Ziel der Show war, das beste Lied des Grand Prix unter allen Titeln, die jemals teilgenommen haben zu ermitteln. Auf der offiziellen Internetseite eurovision.tv konnte jeder seine Stimme für seinen Lieblingstitel des ESC abgeben. Die zehn Lieder mit den meisten Stimmen kamen ins Semifinale. Zusätzlich wählte eine Jury der Europäischen Rundfunkunion vier weitere Titel ins Halbfinale. Im Halbfinale wurden per Telefonvoting die fünf besten Lieder ermittelt. Im zweiten Durchgang, also dem Finale, wurde durch ein weiteres Telefonvoting die Platzierung dieser fünf Lieder festgelegt.
Moderiert wurde die Show von der britischen ESC-Siegerin Katrina Leskanich (von Katrina & The Waves, ESC-Sieg 1997 mit Love Shine A Light) und dem lettischen Eurovision Song Contest-Drittplatzierten Renars Kaupers (von Brainstorm, ESC-Teilnahme 2000 mit My Star). Die Sendung wurde in Deutschland vom WDR und vom SWR, in Österreich von ORF 2, und in der Schweiz von SF 1 übertragen.
Hier ist das Ergebnis:
| Platz | Jahr | Land | Interpret | Titel |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 1974 | Schweden | ABBA | Waterloo |
| 2 | 1958 | Italien | Domenico Modugno | Nel blu dipinto di blu (Volare) |
| 3 | 1987 | Irland | Johnny Logan | Hold Me Now |
| 4 | 2005 | Griechenland | Helena Paparizou | My Number One |
| 5 | 1976 | Vereinigtes Königreich | Brotherhood of Man | Save Your Kisses For Me |
| 6 | 2000 | Dänemark | Olsen Brothers | Fly On The Wings Of Love |
| 7 | 1982 | Deutschland | Nicole | Ein bißchen Frieden |
| 8 | 1968 | Vereinigtes Königreich | Cliff Richard | Congratulations |
| 9 | 2003 | Türkei | Sertab Erener | Everyway That I Can |
| 10 | 1988 | Schweiz | Céline Dion | Ne partez pas sans moi |
| 11 | 1973 | Spanien | Mocedades | Eres tú |
| 12 | 1980 | Irland | Johnny Logan | What's Another Year |
| 13 | 1998 | Israel | Dana International | Diva |
| 14 | 1965 | Luxemburg | France Gall | Poupée de cire, poupée de son |
[Bearbeiten] Teilnahmeregeln
- Das Lied darf nicht länger als 3:00 Minuten sein.
- Die Interpreten müssen mindestens 16 Jahre alt sein.
- Jeder Interpret darf in einem Jahr nur für ein Land antreten.
- Es dürfen nicht mehr als sechs Personen auf der Bühne mitwirken.
- Das Lied muss live gesungen werden.
- Lied oder Auftritt dürfen keine politische Botschaft enthalten oder dem Wettbewerbsimage schaden.
- Beim Auftritt dürfen keine Tiere mitwirken.
- Die Lieder dürfen frühestens am 1. Oktober des Vorjahres veröffentlicht werden (diese Regel wurde 2003 eingeführt).
- Es muss sich um einen Originalsong handeln, darf also keine Coverversion eines älteren Liedes sein.
- Die Instrumental-Musik wird als Playback eingespielt. Zum letzten Mal wurde den Interpreten 1998 die Möglichkeit geboten, sich durch ein Orchester live begleiten zu lassen.
- Zeitweise wurde eine Sprachregelung eingeführt: Jeder Interpret musste in seiner Landessprache singen. Die Regel galt von 1966 bis 1972 und von 1977 bis 1998, seit 1999 ist den Interpreten die Sprache, in der ihr Beitrag gesungen wird, wieder freigestellt.
[Bearbeiten] Statistik
Siehe Artikel Statistik des Eurovision Song Contests
[Bearbeiten] Literatur
- Jan Feddersen: Ein Lied kann eine Brücke sein. Hoffmann und Campe Verlag, 2002, ISBN 3-455-09350-7
- John Kennedy O’Connor: Eurovision Song Contest. Mit einem Vorwort von Dr. Michael Sonneck. Gondrom, Bindlach 2005, ISBN 3-8112-2536-7
- Irving Wolther: „Kampf der Kulturen“: der „Eurovision Song Contest“ als Mittel national-kultureller Repräsentation. Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, ISBN 3-8260-3357-4
- Mari Pajala: Finlande: zero points? Der Eurovision Song Contest in den finnischen Medien. Mit einem Vorwort von Jan Feddersen. SAXA Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-939060-07-9.
- Tim Moore: Null Punkte – Ein bisschen Scheitern beim Eurovision Song Contest. Aus dem Englischen von Olaf Bentkämper. Covadonga Verlag, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-936973-28-0.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Bundesvision Song Contest
- Junior Eurovision Song Contest
- Eurovision Dance Contest
- Eurovision Young Musicians
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle ESC Website
- Offizielle deutsche Seite des NDR zum Eurovision Song Contest
- Eurovision Historie (en:)
- Alle Ergebnisse und Interpreten seit 1956 bei hitparade.ch
- Umfassendes Archiv seit 1956
- Webradio, das ausschließlich Musik aus dem Eurovision Song Contest spielt
- Fernsehlexikon zum Eurovision Song Contest
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ http://news.bbc.co.uk/1/hi/entertainment/music/4362373.stm
- ↑ http://www.ndrtv.de/grandprix/rueckblick/70er/1977_international.html
- ↑ Berliner Morgenpost: „Dieter Bohlen will ARD beim nächsten Grand Prix helfen“ am 24. Mai 2009, Quelle: dpa
- ↑ Bild: „Alex Christensen. Jetzt rechnet er mit dem Grand Prix ab“ am 24. Mai 2009
- ↑ Der Westen: „Raab darf wohl doch den Grand Prix aufhübschen“ am 21. Mai 2009
- ↑ Rules of the 2003 Eurovision Song Contest, Article XV.1
- ↑ Fernsehlexikon: Eurovision Song Contest vom 8. März 2007: „Auch die deutsche Vorentscheidung wandelte sich. Viele Jahre hieß sie Ein Lied für … mit dem Namen der Stadt, in dem der Grand Prix stattfand, im Titel. 1998 wurde die Show in Countdown Grand Prix umgetauft, 2004 in Germany 12 Points, seit 2006 heißt sie schmucklos irgendwas mit ‚Vorentscheid‘.“
- ↑ Das Erste: „Eurovision Song Contest 2009. Grand Prix Party“: Programm vom 17. Mai 2009
- ↑ Georg Kreis: Der Alte Kontinent war nie eine Einheit in Das Parlament, Ausgabe 31-32 2004: „Die Ukraine? Sie hat immerhin schon mal den Europäischen Schlagerwettbewerb gewonnen.“,
- ↑ Fernsehlexikon: Eurovision Song Contest vom 8. März 2007: „Europäischer Schlagerwettbewerb, der jedes Jahr im Frühling im Land des Vorjahressiegers ausgetragen wird und eine der merkwürdigsten Veranstaltungen darstellt, die das Fernsehen hervorgebracht hat.“
- ↑ Josefa Haas: Die Europäische Rundfunkunion EBU-UER tagt in Luzern bei SRG SSR idée suisse, vom 27. Juni 2000: „[...] zeichnet auch verantwortlich für den europäischen Schlagerwettbewerb Concours Eurovision.“
- ↑ Zeit online, rf, dpa: „Stefan Raab gibt ARD einen Korb“ vom 22. Mai 2009: „Beim europäischen Schlagerwettstreit im kommenden Jahr kann die ARD nicht auf die Hilfe des ProSieben-Entertainers zählen.“ und „Bei ProSieben moderiert Raab den Bundesvision Song Contest, der das Konzept des europäischen Schlagerwettstreits auf die deutschen Bundesländer überträgt.“
- ↑ Bild: Diese Stars kämpften für Deutschland beim Grand Prix vom 16. Mai 2009: „1956 wurde der „Eurovision Song Contest“ (früher Grand Prix Eurovision de la Chanson) zum ersten Mal ausgetragen – seitdem buhlt Deutschland um die Gunst der Zuschauer des größten Schlagerwettbewerbs der Welt.“
- ↑ Focus: Schlager-Wettbewerb. Angst vor dem Urteil der Experten vom 14. Mai 2009: „Gastgeber Russland verspricht ein echtes Highlight in der Geschichte des Musikwettbewerbs. 30 Millionen Euro hat sich das Land den Schlusspunkt des Sängerwettstreits kosten lassen.“
- ↑ Bericht der FAZ
- ↑ Regeländerungen
- ↑ Neuregelung 2009
- ↑ jedes Land schickte 2 Lieder
- ↑ 1969 gab es vier Sieger
1956 Lugano | 1957 Frankfurt am Main | 1958 Hilversum | 1959 Cannes | 1960 London | 1961 Cannes | 1962 Luxemburg | 1963 London | 1964 Kopenhagen | 1965 Neapel | 1966 Luxemburg | 1967 Wien | 1968 London | 1969 Madrid | 1970 Amsterdam | 1971 Dublin | 1972 Edinburgh | 1973 Luxemburg | 1974 Brighton | 1975 Stockholm | 1976 Den Haag | 1977 London | 1978 Paris | 1979 Jerusalem | 1980 Den Haag | 1981 Dublin | 1982 Harrogate | 1983 München | 1984 Luxemburg | 1985 Göteborg | 1986 Bergen | 1987 Brüssel | 1988 Dublin | 1989 Lausanne | 1990 Zagreb | 1991 Rom | 1992 Malmö | 1993 Millstreet | 1994 Dublin | 1995 Dublin | 1996 Oslo | 1997 Dublin | 1998 Birmingham | 1999 Jerusalem | 2000 Stockholm | 2001 Kopenhagen | 2002 Tallinn | 2003 Riga | 2004 Istanbul | 2005 Kiew | 2006 Athen | 2007 Helsinki | 2008 Belgrad | 2009 Moskau | 2010 Oslo | Statistik
Junior Eurovision Song Contest: 2003 Kopenhagen | 2004 Lillehammer | 2005 Hasselt | 2006 Bukarest | 2007 Rotterdam | 2008 Limassol | 2009 Kiew
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Ehemalige Mitglieder: Jugoslawien | Serbien und Montenegro

