Puschkino

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Puschkino (Begriffsklärung) aufgeführt.
Stadt
Puschkino
Пушкино
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Moskau
Rajon Puschkino
Bürgermeister Wladimir Baschkirzew
Erste Erwähnung 1498
Stadt seit 1925
Fläche 58 km²
Bevölkerung 102.874 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1774 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 160 m
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahl (+7) 49653
Postleitzahl 1412xx
Kfz-Kennzeichen 50, 90, 150, 190, 750
OKATO 46 247 501
Website www.adm-pushkino.ru
Geographische Lage
Koordinaten 56° 1′ N, 37° 51′ O56.01666666666737.85160Koordinaten: 56° 1′ 0″ N, 37° 51′ 0″ O
Puschkino (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Puschkino (Oblast Moskau)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Moskau
Liste der Städte in Russland

Puschkino (russisch Пу́шкино) ist eine Stadt und Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons in Russland mit 102.874 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt befindet sich in der Oblast Moskau am Fluss Utscha, etwa 30 km nordöstlich von Moskau. Nächstgelegene Stadt ist – sechs Kilometer östlich – Iwantejewka.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Dorf ist Puschkino seit 1498 unter dem heutigen Namen schriftlich bekannt. Der Ortsname wird oft fälschlich in Verbindung mit dem russischen Wort puschka, zu deutsch „Kanone“, in Verbindung gebracht. Tatsächlich gehen Stadthistoriker davon aus, dass Puschkino vom Familiennamen dessen Landbesitzers im 14. Jahrhundert, Grigori Morchinin-Puschka, abstammt.[2] Dieser war auch ein früher Vorfahre des berühmten Dichters Alexander Puschkin, der zu der Stadt ansonsten keinen Bezug aufweist.

Nikolaus-Kirche (1692–1694) in Puschkino

Das lange Zeit eher unbekannte, landwirtschaftlich geprägte Dorf erlangte erst Mitte des 19. Jahrhunderts wirtschaftliche Bedeutung. Dies war vor allem dem Bau der Eisenbahnstrecke Moskau–Sergijew PossadJaroslawl in den 1860er-Jahren zu verdanken, in deren Nähe der Ort liegt. Angefangen mit einer um 1840 gegründeten Textilfabrik, entwickelte sich in Puschkino im Laufe der Jahrzehnte die Industrie in hohem Maße. Zu den größten Betrieben des Ortes gehörten Ende des 19. Jahrhunderts die über 1000 Beschäftigte zählenden Fabriken des Industriellen Armand, zu dessen bekanntesten Verwandten die Revolutionärin Inessa Armand gehörte.

Die Umgebung Puschkinos entwickelte sich indes, auch dank der landschaftlich attraktiven Lage bei gleichzeitiger Nähe zu Moskau und günstiger Verkehrsanbindung, zu einem beliebten Naherholungsgebiet und Standort zahlreicher Sommer-Datschen. Für die Unterhaltung der Erholungssuchenden wurde in Puschkino 1896 ein Sommertheater erbaut, das durch Aufführungen mit Beteiligung prominenter Künstler (darunter Leonid Sobinow, Konstantin Stanislawski, Fjodor Schaljapin) überregionale Bekanntheit erlangen konnte.

1925 erhielt das inzwischen über 3000 Einwohner zählende Puschkino im Zuge einer Verwaltungsreform Stadtrechte. Auch in der Sowjetzeit und bis heute gilt der Rajon Puschkino als beliebte Sommerresidenz.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Neubauviertel am Fluss Serebrjanka in Puschkino

Als Industriestandort ist Puschkino bis heute bekannt. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Textil-, Elektro- und Möbelindustrie sowie im Gerätebau. Darüber hinaus ist in Puschkino ein Forschungsinstitut für die Forstwirtschaft ansässig. Nahe Puschkino befindet sich der Hauptcampus der Staatlichen Russischen Universität für Tourismus und Service.

Puschkino hat über die Eisenbahn-Teilstrecke Moskau–Jaroslawl Anbindung an die Transsibirische Eisenbahn. Dort bestehen regelmäßige Regionalverbindungen mit dem Jaroslawler Bahnhof in Moskau. 1929 war Puschkino eine der ersten Städte in der Sowjetunion, die einen elektrifizierten Bahnanschluss erhielten. Die Fernstraße M8 (Jaroslawler Chaussee) verläuft ebenfalls an Puschkino vorbei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Inessa Armand (1874–1920), Revolutionärin, heiratete und lebte in Puschkino
  • Artur Hofmann (1907–1987), DDR-Politiker, wurde in Puschkino in den 1940er-Jahren ausgebildet
  • Heinz Hoffmann (1910–1985), DDR-Politiker, wurde in Puschkino in den 1940er-Jahren ausgebildet
  • Friedrich Joppich (1888–1979), Kleintierzüchter, arbeitete 1928–1931 auf der Lehr- und Versuchsfarm für Pelztierzucht Puschkino
  • Alexei Kossolapow (* 1971), Fußballspieler, geboren in Puschkino
  • Wladimir Majakowski (1893–1930), Dichter, lebte in Puschkino

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. http://www.podmoskovje.ru/towns/?id=-160974662

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Puschkino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien