Balaschicha

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Stadt
Balaschicha
Балашиха
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Moskau
Stadtkreis Balaschicha
Bürgermeister Juri Wladimirowitsch Maximow
Gegründet 1830
Stadt seit 1939
Fläche 39 km²
Bevölkerung 215.494 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 5525 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 150 m
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahl (+7) 495
Postleitzahl 14390x
Kfz-Kennzeichen 50, 90, 150, 190, 750
OKATO 46 204 501
Website balashiha.ru
Geographische Lage
Koordinaten 55° 48′ N, 37° 57′ O55.837.95150Koordinaten: 55° 48′ 0″ N, 37° 57′ 0″ O
Balaschicha (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Balaschicha (Oblast Moskau)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Moskau
Liste der Städte in Russland

Balaschicha (russisch Балаши́ха) ist eine Großstadt in der Oblast Moskau in Russland. Sie liegt etwa 25 km östlich des Stadtzentrums und vier Kilometer von der Stadtgrenze Moskaus, am Moskwa-Nebenfluss Pechorka, und ist mit 215.494 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1] gemessen an der Bevölkerungszahl die größte Stadt der Oblast.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt entwickelte sich im 19. Jahrhundert aus einem der Dörfer an der berüchtigten Straße namens Wladimirka, der damals einzigen durchgehenden Verbindung von Moskau über Wladimir nach Sibirien, die besonders oft für den Transport von Häftlingen genutzt wurde. Der Ursprung des Stadtnamens wird im Wort bloschnja vermutet, wie ein hier einst massenhaft zu findendes Heilkraut bezeichnet wurde.

Bis zum frühen 19. Jahrhundert hieß das Dorf Bloschicha. 1830 wurde dort erstmals eine Stofffabrik gegründet, weshalb dieses Jahr als Gründungsjahr der Stadt gilt. In der zweiten Jahrhunderthälfte stellte Balaschicha bereits ein wichtiges lokales Zentrum der Textil- und Papierindustrie dar. Entsprechend wuchs rund um das ehemalige Dorf eine Arbeitersiedlung. Zugleich erlangte die Umgebung des Ortes eine gewisse Beliebtheit als Datschengegend, vor allem nach 1912, als Balaschicha eine Eisenbahnanbindung erhielt.

In der Sowjetzeit wuchs Balaschicha rapide; vor allem in den 1930er-Jahren entstanden dort mehrere größere Industriebetriebe. 1939 erhielt der Ort Stadtrechte. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die hiesigen Fabriken vorübergehend auf Rüstungsproduktion umgestellt. Die Stadt selbst blieb von deutschen Luftangriffen verschont, allerdings ließen rund 9000 Stadtbewohner an der Front ihr Leben.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Heute ist Balaschicha der größte Vorort von Moskau und ein Zentrum der Schwerindustrie mit dem Schwerpunkt Maschinenbau. Weiterhin gibt es hier unter anderem Chemie-, Holz-, Textil- und Nahrungsmittelindustrie. Zudem ist die Stadt Standort von drei Forschungsinstituten.

Verkehr[Bearbeiten]

Zu den wichtigsten Straßenverbindungen Balaschichas gehören die Magistrale M7, die aus der ehemaligen Wladimirka hervorging, und der Moskauer Autobahnring MKAD. Auf dem Stadtgebiet liegen zudem sechs Bahnhöfe, darunter der Kopfbahnhof Balaschicha einer Zweigstrecke der Bahnlinie Moskau – Nischni Nowgorod. Von allen diesen Bahnhöfen bestehen regelmäßige Zugverbindungen mit dem Kursker Bahnhof in Moskau. Eine wichtige Rolle sowohl im innerstädtischen Verkehr als auch im Verkehr von und nach Moskau spielen die zahlreichen Bus- und Marschrutka-Linien der Stadt.

Sport[Bearbeiten]

Balaschicha ist seit 2011 Heimat des Eishockeyclubs HK Dynamo Balaschicha. Dieser spielt in der Wysschaja Hockey-Liga, der zweithöchsten russischen Eishockey-Liga. Der Klub trägt seine Heimspiele in der 6500 Zuschauer fassenden Balaschicha-Arena aus.

Besondere Bauwerke[Bearbeiten]

Weiterführende Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Institut für Technik, Technologie und Steuerung der Staatlichen Technischen Universität Saratow
  • Fakultät der Staatlichen Akademie Moskau für Gerätebau und Informatik
  • Russische Staatliche Agrar-Fernuniversität

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Balaschicha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien