Rauris
| Rauris | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
| Bundesland: | Salzburg | |
| Politischer Bezirk: | Zell am See | |
| Kfz-Kennzeichen: | ZE | |
| Fläche: | 253,33 km² | |
| Koordinaten: | 47° 14′ N, 13° 0′ O47.22916666666712.994444444444950Koordinaten: 47° 13′ 45″ N, 12° 59′ 40″ O | |
| Höhe: | 950 m ü. A. | |
| Einwohner: | 3.086 (1. Jän. 2012) | |
| Bevölkerungsdichte: | 12 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 5661 | |
| Vorwahl: | 06544 | |
| Gemeindekennziffer: | 5 06 17 | |
| NUTS-Region | AT322 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Marktstraße 30 5661 Rauris |
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| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Robert Reiter (ÖVP) | |
| Gemeinderat: (2009) (19 Mitglieder) |
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| Lage der Marktgemeinde Rauris im Bezirk Zell am See | ||
| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
Rauris ist eine Marktgemeinde im Salzburger Land im Bezirk Zell am See in Österreich mit 3086 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012).
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Die Gemeinde liegt im Pinzgau im Salzburger Land an der Rauriser Ache unterhalb der Sonnblickgruppe im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern und erstreckt sich über das Raurisertal. Rauris ist die flächenmäßig größte Gemeinde in Salzburg. Bis Ende 2002 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Taxenbach, seit 2003 ist sie Teil des Gerichtsbezirks Zell am See.
Ortsteile sind: Bucheben, Fröstlberg, Grub, Hundsdorf, Marktrevier, Rauris, Seidlwinkl, Unterland, Vorstanddorf, Vorstandrevier, Wörth, Wörtherberg.
Geschichte[Bearbeiten]
Überblick über Historische Entwicklung[Bearbeiten]
Das Raurisertal ist eines der wenigen dauernd besiedelten Tauerntäler. Dass die Wege über den Rauriser Tauern (Hochtor) schon sehr früh begangen waren, zeigen verschiedene Funde, wie der eines massiven, vergoldeten Halsringes auf der Maschlalm, der aus der Latènezeit um 400 v. Chr. stammt. Im Markt wurden sechs Silbermünzen gefunden, von denen drei den Kopf König Philipps von Makedonien, der 360 bis 336 v. Chr. auf dem Balkan regierte, zeigen. Weitere Funde sind eine kleine Herkulesstatue aus der Römerzeit, bedeutende noch ältere Funde ein Bronzeschwert aus der Zeit 1300 v. Chr., sowie ein Skarabäus aus der Zeit Ramses II. um 1200 v. Chr.
Die Besiedelung[Bearbeiten]
Die Besiedlung des Tales erfolgte von Süden her. Sie begann mit dem Anlegen von Schwaigen im 12. Jahrhundert. Der heutige Ort Rauris wurde früher nach dem Gaisbach, auf dessen Schwemmkegel er errichtet wurde, benannt und ist bereits 1120 urkundlich erwähnt. 1122, als Bischof Heinrich von Freising seinem Bruder Graf Friedrich von Peilstein hier zwei Höfe übergab, scheint erstmals der Name Rurise auf und bezeichnete das ganze Tal.
Die Etymologie des Namens ist ungeklärt, und wird, wie beim benachbarten Gastein, auf sicherlich vorbairische Herkunft zurückgeführt. Möglich erscheint etwa die gemeinsame indogermanische Wurzel *ru/*reu für Flüsse, die hier wie in den Nachbartälern ebenfalls slawisch oder direkt romanisch vermittelt ist.[1]
Fuhrwerks- und Saumverkehr[Bearbeiten]
Bereits 1230 ist Wörth als wichtiger Umschlagplatz für Fuhrwerk- und Saumverkehr über die Tauern nach Süden (Seidlwinkl) und ins Bergbaugebiet (Hüttwinkl) nachweisbar.
Das Seidlwinkltal bildete den östlichen Zugang zum Heiligenbluter Tauern (Hochtor), der gegenüber allen anderen Tauernübergängen den Vorteil hatte, länger offen zu sein. Dies führte dort auch zur Errichtung des bis heute erhaltenen Rauriser Tauernhauses, das wie die übrigen Tauernhäuser in anderen Tälern Versorgungs- und Betreuungspflichten für die Handel treibenden Säumer hatte und bereits 1491 das Schankrecht bekam.
Entstehung der Pfarre Rauris[Bearbeiten]
1203 erbaute Chrysant von Einöd eine Kapelle zu Ehren des hl. Michael. 1339 wird der Neubau der Kirche beantragt und 15 Jahre später bereits fertiggestellt. Die Wiederherstellung und der Neubau der Kirche finden 1411 abermals urkundliche Erwähnung. Erst seit 1858 besteht eine eigene Pfarre in Rauris. Die Pfarrkirche von Rauris ist dem Hl. Martin und dem Hl. Jakob geweiht.
Der Goldbergbau[Bearbeiten]
Bedeutung erlangte das Tal durch den Goldbergbau, der schon 1354 urkundlich belegt werden kann. Von 1377 bis 1802 hatte Rauris ein eigenes Land- und Berggericht. Der Bergbau erlebte seine Blütezeit im 15. und 16. Jahrhundert. Vom Wohlstand dieser Zeit zeugen noch die Gewerkenhäuser mit Kielbogentoren und Erkern. Um 1500 hatte das Tal mehr als 3.000 Bewohner.
Ab 1636 wurde der Goldbergbau von den Erzbischöfen aus Salzburg betrieben.
Der Markt[Bearbeiten]
1478 scheint für Rauris erstmals die Bezeichnung "Markt" auf. 1884 bestätigte Kaiser Franz Josef das Marktrecht. 1928 wurde dieses neuerlich verliehen.
Im Zuge der Protestantenvertreibung im Jahr 1732 mussten 166 Protestanten das Raurisertal verlassen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Errichtung Wetterwarte Sonnblick[Bearbeiten]
Der Gewerke Ignaz Rojacher belebte im 19. Jahrhundert abermals den Goldbergbau. Er errichtete 1886 unter sehr schwierigen Umständen die Wetterwarte auf dem Hohen Sonnblick als weltweit erste und höchstgelegene meteorologische Beobachtungsstation.
Die Materialseilbahn auf den Sonnblick zur Versorgung der Wetterwarte wurde 1954 fertiggestellt. Bis dahin musste alles, was benötigt wurde, vom Tal auf den Gipfel getragen werden.
Das 20. Jahrhundert[Bearbeiten]
Nachdem zu Beginn dieses Jahrhunderts der Goldbergbau im Gasteiner- und Raurisertal fast völlig zum Erliegen gekommen war, versuchte OBR Dipl. Ing. Imhof, und nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich die Preußische Bergwerks- und Hütten AG (Preussag), den Goldbergbau wieder zu beleben. Er wurde jedoch 1944 wieder eingestellt.
In der jüngsten Zeit wurde eine mögliche Wiederaufnahme des Goldabbaues in der Öffentlichkeit ausführlich diskutiert, jedoch von der Marktgemeinde Rauris und den Gemeinden des Gasteinertales als umwelt- und fremdenverkehrsgefährdend abgelehnt.
Politik[Bearbeiten]
Gemeindevertretung[Bearbeiten]
Die Gemeindevertretung von Rauris hat 19 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2009 wie folgt zusammen:
Direkt gewählter Bürgermeister ist Robert Reiter (ÖVP).
Wappen[Bearbeiten]
Das Wappen ist ein von rot-gold schräglinks geteiltes Schild, wo oben aus der Teilungslinie eine Ziege wächst und unten zwei gekreuzte, schwarze Bergwerkshämmer abgebildet sind.
Im Wappen stellt die Ziege eine Anspielung an den ehemaligen Namen des Marktes Rauris, der früher "Gaisbach" hieß, dar, während die Bergwerkhämmer an den einstigen Goldbergbau im Tal und an die Bedeutung des Ortes als Sitz von Gewerken erinnern.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Rauris ist ein zweisaisonaler Fremdenverkehrsort mit über 420.000 Übernachtungen pro Jahr.
Des Weiteren werden in Rauris Marmor und Quarzit gebrochen. Das in Familienbesitz befindliche Rauriser Natursteinzentrum baut in zwei Steinbrüchen laut eigenen Angaben jährlich 50.000 Tonnen Gestein ab.[2]
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Söhne und Töchter
- Ulrike Maier (1967–1994), Skirennläuferin
- Reinhard Schwabenitzky (* 1947), Filmregisseur, Produzent und Drehbuchautor
Kultur[Bearbeiten]
Rauris ist Sitz der Rauriser Literaturtage.
Weblinks[Bearbeiten]
- Webseite der Gemeinde
- Gemeindedaten von Rauris. In: Statistik Austria.
- Rauris. In Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
- A Tale of two Valleys: Zwei Alpentäler - zwei Geschichten. Die konträren Strategien in zwei benachbarten Alpentälern mit Klimavariabilität und Klimawandel umzugehen, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, zamg.ac.at – Forschungs- und Dokumentationsprojekt zu den Gemeinden Flattnach und Rauris, zahlreiche Materialien und historische Klimadaten
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- Rauris. In Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
- ↑ vergl. Jürgen Udolph: Ruhr, Rhume, Rumia, Ruthe, Ryta und Verwandtes. In: Hydronomia Slowiańska 2, Kraków 1996, S. 93–115 (online, prof-udolph.com). Udolph gibt dort die verwandte Bedeutunggruppe reißen, rupfen, roh, roden, rotten, also etwa eine Bedeutung im Sinne ‚Wildbach‘
- ↑ Rauriser Natursteinzentrum}, abgerufen am 10. Juni 2011
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