Riedstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Riedstadt
Riedstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Riedstadt hervorgehoben
49.8358333333338.497588Koordinaten: 49° 50′ N, 8° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Groß-Gerau
Höhe: 88 m ü. NN
Fläche: 73,76 km²
Einwohner:

21.597 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 293 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64560
Vorwahl: 06158
Kfz-Kennzeichen: GG
Gemeindeschlüssel: 06 4 33 011
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
64560 Riedstadt
Webpräsenz: www.riedstadt.de
Bürgermeister: Werner Amend (parteilos)
Lage der Stadt Riedstadt im Kreis Groß-Gerau
Ginsheim-Gustavsburg Bischofsheim (Mainspitze) Rüsselsheim Raunheim Kelsterbach Trebur Nauheim Mörfelden-Walldorf Riedstadt Groß-Gerau Büttelborn Stockstadt am Rhein Biebesheim am Rhein Gernsheim Wiesbaden Main-Taunus-Kreis Frankfurt am Main Rheinland-Pfalz Kreis Bergstraße Landkreis Offenbach Darmstadt Landkreis Darmstadt-DieburgKarte
Über dieses Bild

Riedstadt ist mit einem Stadtgebiet von 73,76 km² die flächenmäßig größte Stadt im Kreis Groß-Gerau in Hessen. Der Verwaltungssitz befindet sich im zentral gelegenen Stadtteil Goddelau.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Riedstadt ist durch eine noch erhaltene ländliche Struktur, aber auch die Nähe zu den Großstädten Frankfurt am Main, Darmstadt, Wiesbaden, Mainz und Mannheim geprägt. Es liegt, wie der Name andeutet, im Hessischen Ried. Die Stadt betreibt strukturelle Ansiedlungen von umweltfreundlichen Gewerbebetrieben.

Naherholungsgebiete in der Nähe der Stadt sind der Kühkopf, der Riedsee Leeheim und im weiteren Umfeld die Bergstraße, der Odenwald und der Taunus.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Riedstadt grenzt im Norden an die Gemeinde Trebur und die Stadt Groß-Gerau, im Osten an die Städte Griesheim und Pfungstadt (beide Landkreis Darmstadt-Dieburg), im Süden an die Stadt Gernsheim und die Gemeinden Biebesheim und Stockstadt, sowie im Westen an die Gemeinden Ludwigshöhe und Dienheim, sowie die Stadt Oppenheim (alle drei im Landkreis Mainz-Bingen).

Stadtgliederungen[Bearbeiten]

Riedstadt besteht aus den Stadtteilen Goddelau, Crumstadt, Erfelden, Leeheim und Wolfskehlen. Ortsbezirke wurden nicht gebildet.

Geschichte[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Riedstadt entstand am 1. Januar 1977 im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Gesetzes als Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Goddelau-Wolfskehlen (die „Doppelgemeinde“ war bereits am 1. Juli 1973 aus dem freiwilligen Zusammenschluss von Goddelau und Wolfskehlen entstanden[2]), Erfelden, Crumstadt und Leeheim. Am 17. Januar 2007 verlieh das Hessische Ministerium des Innern an Riedstadt als der letzten Gemeinde Hessens mit über 20.000 Einwohnern die Stadtrechte.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jeweils zum 31. Dezember (Bevölkerungszahl 2006 zum Stand 30. Juni 2006)

  • 1998 – 20.050
  • 2003 – 21.167
  • 1999 – 20.393
  • 2004 – 21.362
  • 2000 – 20.576
  • 2005 – 21.707
  • 2001 – 20.805
  • 2006 – 21.728
  • 2002 – 20.984
  • 2011 – 21.886

Politik[Bearbeiten]

Rathaus Riedstadt

Bürgermeister von Riedstadt war seit 1993 Gerald Kummer, SPD. Bei der Direktwahl 2005 wurde er im zweiten Wahlgang wiedergewählt. Nach der Niederlegung seines Amtes war die Stelle zeitweise nicht besetzt. Zum neuen Bürgermeister wurde in einer Stichwahl am 23. Januar 2011 der parteilose Werner Amend gewählt.[4]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
38,5 %
30,1 %
17,6 %
8,5 %
2,9 %
2,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,7 %p
-3,5 %p
+9,2 %p
± 0,0 %p
+2,9 %p
-2,8 %p
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 38,5 14 44,2 16
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 30,1 11 33,6 13
GLR Grüne Liste Riedstadt 17,6 7 8,4 3
WIR Freie Wählergemeinschaft Wir in Riedstadt 8,5 2
(3)*
8,5 3
LINKE Die Linke 2,9 1
FDP Freie Demokratische Partei 2,4 1 5,2 2
FREI Fraktionsloser 1
(0)*
gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 44,8 46,5

(* nach Austritt je eines Stadtverordneten aus der WIR/FW-Fraktion)

Aus der Kommunalwahl 2011 ging die SPD erneut als stärkste Kraft vor der CDU hervor. Großer Gewinner war die Grüne Liste Riedstadt, die ihr Ergebnis mehr als verdoppeln konnte. Die Linke schaffte erstmals den Einzug ins Riedstädter Parlament.[5] Nachdem die Grüne Liste Riedstadt angekündigt hat, dass sie in dieser Wahlperiode nicht erneut mit der SPD koalieren will, wird in Riedstadt zukünftig mit wechselnden Mehrheiten gearbeitet.[6] Die CDU und die FDP-Abgeordnete erklärten nach der Wahl, dass sie in der aktuellen Wahlperiode als gemeinsame Fraktion auftreten wollen.[7] Diese Fraktion verkleinerte sich jedoch, als ein CDU-Parlamentarier nach Vorwürfen der Verstrickung in die rechte Szene aus der Partei austrat.[8] Die Fraktion der WIR verkleinerte sich im Jahr 2012 ebenfalls, nachdem ein Fraktionsmitglied aus dem Verein und der Fraktion austrat.[9][10] Kurz darauf trat dieser allerdings dem Verein und der Fraktion wieder bei, während gleichzeitig ein anderer Mandatsträger den Verein und die Fraktion, die sich in Freie Wähler umbenannt hatte, verließ.[11][12] Im Laufe der Wahlperiode legte der aus der CDU/FDP-Fraktion ausgeschiedene Stadtverordnete sein Mandant nieder, womit die CDU wieder auf elf Mandatsträger kam.[13]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Riedstadt pflegt folgende Städtepartnerschaften:

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt besitzt mit dem Bahnhof Riedstadt-Goddelau einen Bahnhof am Streckenkilometer 45,7 der 1869 eröffneten Riedbahn. Am Bahnhof der Bahnhofskategorie 4 halten nur Regional- und S-Bahnen. Daneben besitzt die Stadt mit der Station Riedstadt-Wolfskehlen (ehemals: Leeheim-Wolfskehlen) einen zweiten Bahnhof. Auf der ebenfalls 1869 eröffneten Strecke Goddelau-Erfelden–Darmstadt Hbf lag der Haltepunkt Wolfskehlen, welcher 1975 mit der Gesamtstrecke stillgelegt wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Georg Büchner (1813–1837), Schriftsteller, Naturwissenschaftler und Revolutionär
  • Wilhelm Seipel (1898–1968), Gauarbeitsamtspräsident und hessischer Politiker (FDP)
  • Willi Blodt, ehemaliger Landtagsabgeordneter und 22 Jahre Landrat des Kreises Groß-Gerau (SPD)
  • Ruth Wagner, ehemalige hessische Staatsministerin (FDP)
  • Wolfgang Holzhäuser, Sprecher der Geschäftsführung der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH
  • Roman Lochmann, deutscher Nachwuchssänger

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kategorie Riedstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 257
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007
  4. echo-Online,Werner Amend wird neuer Buergermeister (abgerufen im Nov. 2012)
  5. Kommunalwahl 2011 auf der Gemeindeseite (Abgerufen im Nov. 2012)
  6. echo-online (Abgerufen im Nov. 2012)
  7. CDU-Riedstadt (Abgerufen im Nov. 2012)
  8. echo-online (Abgerufen im Nov. 2012)
  9. Gemeindeseite von Riedstadt (Abgerufen im Nov 2012
  10. Gemeindeseit von Riedtadt: Stadtverordnetenversammlung (Abgerufen im Nov. 2012)
  11. Echo online: Aus WIR werden freie Wähler vom 11.November 2011
  12. Echo online: „Konnte einiges nicht mehr mittragen“ vom 23. August 2012
  13. www.riedstadt.de: Stadtverordnetenversammlung, Stand April 2013