Katzenelnbogen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Katzenelnbogen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Katzenelnbogen
Katzenelnbogen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Katzenelnbogen hervorgehoben
50.2680555555567.9775280Koordinaten: 50° 16′ N, 7° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Katzenelnbogen
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 9,2 km²
Einwohner: 2183 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 237 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56368
Vorwahl: 06486
Kfz-Kennzeichen: EMS, DIZ, GOH
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 068
Adresse der Verbandsverwaltung: Burgstr. 1
56368 Katzenelnbogen
Webpräsenz: www.katzenelnbogen.de
Stadtbürgermeister: Horst Klöppel (CDU)
Lage der Stadt Katzenelnbogen im Rhein-Lahn-Kreis
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Katzenelnbogen ist eine Stadt im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen, der sie auch angehört. Katzenelnbogen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Lage und Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt Katzenelnbogen liegt im Nordosten von Rheinland-Pfalz im Einrich, einem zwischen 250 und 450 Meter hohen nordwestlichen Teil des Taunus. Durch Katzenelnbogen verläuft die südöstliche Grenze des Naturparks Nassau.

Der alte Kernort liegt im Tal des Dörsbaches auf 280 Meter ü. NN und zieht sich bis auf 300 Meter ü. NN den Katzenelnbogener Burgberg hoch. Neuere Bebauung aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erstreckt sich auf den unmittelbar umliegenden Höhen, daran schließen sich landwirtschaftliche Flächen und Wald an. Die nähere Umgebung steigt im Süden bis auf 400 Meter ü. NN, während die Landschaft im Norden mit 300 bis 350 Metern ü. NN eine Hochfläche mit Talmulden bildet.[3]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 697 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 39 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,6 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 3 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt grenzt im Norden unmittelbar an den Ort Klingelbach an. Eine weitere Nachbargemeinde ist Allendorf, die etwa einen Kilometer entfernt im Osten liegt. Das nächste Mittelzentrum ist die nordöstlich gelegene Stadt Diez.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Katzenelnbogen im November 2004

Die Burg Katzenelnbogen wurde um 1095 auf Bleidenstädter Vogteigut erbaut. Auf das gleiche Jahr datiert auch die urkundliche Ersterwähnung des Ortes. Nach der Burg benannte sich seit etwa 1138 ein Grafengeschlecht, das mit den Staufern zur damaligen Zeit in verwandtschaftlicher Verbindung stand. Während des Interregnums erwarb es bedeutende Ländereien. Um das Jahr 1260 teilten die Brüder Diether und Eberhard die Grafschaft unter sich auf, die sich erst um 1402 wieder vereinigte und dann ein Gebiet vom Odenwald bis zur unteren Lahn beherrschte, allerdings in zwei Teile getrennt, die sogenannte Niedergrafschaft um Katzenelnbogen und St. Goar und die sogenannte Obergrafschaft im Rhein-Main-Dreieck um Darmstadt. Zur Ersteren gehörten Orte wie Braubach und St. Goar, zur Letzteren Rüsselsheim, Groß-Gerau, Darmstadt und Zwingenberg.

Eine bedeutende Einnahmequelle verschaffte sich das Haus durch Zölle auf Schiffe, die den Rhein befuhren, sowie in dem von ihm begründeten Darmstadt, an der Bergstraße, einer Handelsstraße, die von Heidelberg nach Frankfurt am Main führte. Dies machte sie zu einer der reichsten Grafschaften des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Die Grafen von Katzenelnbogen spielten eine bedeutende Rolle und sollen über einen der größten Silberhorte in Deutschland verfügt haben, den sie politisch geschickt zum Vergeben von Darlehen an andere Geschlechter nutzten und damit ihren Einfluss sicherten. Das Haus stellte u.a. Bischöfe in Münster und Osnabrück, mit Diether von Katzenelnbogen gegen Ende des 12. Jahrhunderts einen Kanzler des Reiches und eine Königsmutter von Adolf von Nassau. Diether VI. von Katzenelnbogen erhielt für seine Verdienste am 19. Juli 1312 Kaiser Heinrich VII. die Stadtrechte für Katzenelnbogen zugesprochen. Nachdem 1330 Darmstadt zur Stadt erhoben wurde, verlegten die Grafen von Katzenelnbogen ihren ständigen Herrschaftssitz dorthin. Die weitere Entwicklung der Stadt Katzenelnbogen stagnierte daraufhin.

1479 starb das Grafengeschlecht in der männlichen Linie aus. Sein Besitz fiel, nach größeren Erbstreitigkeiten mit Nassau, 1557 endgültig an die Landgrafschaft Hessen. Hier wiederum fielen die südlich gelegenen Teile später an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, die nördlichen an Hessen-Kassel. Von 1798 bis 1814 gehörten die westlich des Rheins liegenden Teile der Grafschaft Katzenelnbogen (Rheinfels, St. Goar und Pfalzfeld) zur Ersten Französischen Republik. Der kurhessische Teil fiel 1815 an das Herzogtum Nassau. Nach dem Deutschen Krieg kam Katzenelnbogen 1866 zur preußischen Provinz Hessen-Nassau. Im Rahmen der preußischen Gemeindereform verlor Katzenelnbogen seine Stadtrechte.

Die einsetzende Industrialisierung Deutschlands nach 1850 brachte auch für die Bewohner Katzenelnbogens eine allmähliche Verbesserung der Lebenssituation. Der Ort blieb jedoch bis zum Zweiten Weltkrieg von der Landwirtschaft geprägt. Dies änderte sich erst in dem 1950er Jahren mit der Entstehung neuer Arbeitsplätze insbesondere in den benachbarten großstädtischen Zentren im Rahmen des Wirtschaftswunders.

1946 wurde das Land Rheinland-Pfalz gebildet. Zur 650-Jahr-Feier der Stadtrechtsverleihung im Jahr 1962 bekam Katzenelnbogen erneut die Stadtrechte zugesprochen. 1972 kam es im Zuge der rheinland-pfälzischen „Funktional- und Gebietsreform“ zur Bildung der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen, deren Verwaltungssitz die Stadt Katzenelnbogen ist.

Wappen[Bearbeiten]

Der Löwe ist das Wappentier der Grafen von Katzenelnbogen. Der Löwe der Katzenelnbogener ist ebenfalls in den Wappen von Darmstadt, Auerbach (Bensheim-Auerbach), Zwingenberg a.d.B., Pfungstadt, Reinheim (Odenwald) und St. Goar zu sehen.

Etymologie[Bearbeiten]

Katzenelnbogen - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Die Herkunft des Namens „Katzenelnbogen“ ist nicht endgültig geklärt. Er könnte auf die lateinische Bezeichnung Cattimelibocus zurückgehen.[4] Catti oder Chatti geht auf das germanische Volk der Chatten, der heutigen Hessen zurück, während Melibocus Berg oder Gebirge bedeutet.[5] In unmittelbarer Umgebung finden sich mehrere Hügelgräberfelder. Dies zeugt von einer sehr frühen Besiedelung. Der Begriff Katzenelnbogen taucht erst unter den Grafen auf.

Eine andere Interpretation besagt, dass Cattimelibocus nicht römischen Ursprungs ist, sondern eine gelehrte Bildung des späten Mittelalters oder der frühen Neuzeit. Der 1102 als Cazenelebogen überlieferte Name [6] kann nach dieser Lesart nichts anderes bedeuten als Katzenellbogen, vielleicht nach der Krümmung des Dörsbachs.[7]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Katzenelnbogen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[8]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2004 6 7 3 16 Sitze
2009 6 6 4 16 Sitze

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Katzenelnbogen unterhält seit 1990 eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Serres (Hautes-Alpes).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Burg Katzenelnbogen stammt aus dem 11. Jahrhundert. Erhalten sind die Mauer, ein Torturm und das im 16. Jahrhundert erbaute Haupthaus.

Die katholische Kirche St. Petrus wurde 1874/75 im neogotischen Stil errichtet. Markant ist der 1906 gefertigte Hochaltar.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Katzenelnbogen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Am vorletzten Wochenende im August findet der vom Einricher Heimatverein ausgerichtete Bartholomäusmarkt statt. Er geht auf einen nach der Stadtgründung 1312 eingeführten Markt zurück, der sich im Laufe der Zeit vom Wochenmarkt zum Jahrmarkt wandelte.

Seit 2007 finden am ersten Wochenende im Juni die Katzenelnbogener Ritterspiele statt, inspiriert von dem historischen Ringestechen, das auf einer alten Ansicht Katzenelnbogens zu sehen ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Stadt Katzenelnbogen ist als Unterzentrum die zentrale Einkaufsmöglichkeit für die umliegenden Orte im Einrich. Weitere Einnahmequellen der Stadt sind der Tourismus, zwei Seniorenheime und eine Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Diese Fachklinik ist mit ihrem überregionalen Einzugsgebiet und ihren ca. 3.000 Patienten (ca. 750 stationär und 2.300 ambulant) pro Jahr größter Arbeitgeber der Stadt.

Verkehr[Bearbeiten]

Katzenelnbogen liegt abseits größerer Verkehrswege. Angebunden ist der Ort über die B 274 an St. Goarshausen sowie das Aartal und die B54 bei Zollhaus. Die Landesstraße 318 führt über Diez zur B54 nach Limburg. Buslinien der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft verbinden Katzenelnbogen mehrmals am Tag mit Wiesbaden, Limburg und St. Goarshausen. Bis in die 1950er Jahre war Katzenelnbogen über die Nassauische Kleinbahn an das Schienennetz angebunden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Meir Katzenellenbogen (1482–1565), Talmudgelehrter, Rabbi von Padua und Venedig
  • Stefan Römer, (* 1960) deutscher Künstler, Kunsthistoriker und Professor
  • Armin Scholl (* 1966), Wirtschaftswissenschaftler, Professor für Betriebswirtschaftliche Entscheidungsanalyse

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Katzenelnbogen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Landesvermessungsamt Rheinland-Pfalz: Topographische Karte 1:25.000 Naturpark Nassau. Blatt 5 (Ost). Verbandsgemeinden Diez und Katzenelnbogen. Koblenz 1993. Aufl.
  4. Meyers Konversationslexikon 1888, Vol. 9, Seite 623.
  5. Meyers Konversationslexikon 1888, Vol. 11, Seite 449.
  6. Köbler, Hist. Lexikon der dt. Länder 299
  7. Heinrich Tischner, Der Kreuzdenker
  8. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
  9. Ausschnitt auf Google Books