Heusenstamm

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Heusenstamm. Für die gleichnamige Adelsfamilie siehe Heusenstamm (Adelsgeschlecht).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Heusenstamm
Heusenstamm
Deutschlandkarte, Position der Stadt Heusenstamm hervorgehoben
50.0595833333338.8068055555556130Koordinaten: 50° 4′ N, 8° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Offenbach
Höhe: 130 m ü. NHN
Fläche: 19,03 km²
Einwohner: 18.401 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 967 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63150
Vorwahlen: 06104, 06106
Kfz-Kennzeichen: OF
Gemeindeschlüssel: 06 4 38 005
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Im Herrngarten 1
63150 Heusenstamm
Webpräsenz: www.stadt-heusenstamm.de
Bürgermeister: Peter Jakoby (CDU)
Lage der Stadt Heusenstamm im Landkreis Offenbach
Neu-Isenburg Dreieich Langen (Hessen) Egelsbach Rödermark Dietzenbach Heusenstamm Mühlheim am Main Rodgau Obertshausen Hainburg Seligenstadt Mainhausen Darmstadt Landkreis Darmstadt-Dieburg Landkreis Darmstadt-Dieburg Bayern Main-Kinzig-Kreis Offenbach am Main Kreis Groß-Gerau Frankfurt am MainKarte
Über dieses Bild

Heusenstamm ist eine deutsche Stadt mit etwa 18.300 Einwohnern,[2] im Landkreis Offenbach in Hessen an der Bieber gelegen.

Geographie[Bearbeiten]

Luftaufnahme 2007
Heusenstammer Stadtkulisse mit Bieber im Vordergrund

Geographische Lage[Bearbeiten]

Heusenstamm ist eine von 13 Städten und Gemeinden im Landkreis Offenbach. Die Stadt liegt im Rhein-Main-Gebiet südlich von Frankfurt am Main und Offenbach am Main auf einer Höhe von durchschnittlich 121 m ü. NN. Der tiefste natürliche Punkt ist das Flussbett der Bieber, der höchste die Erhebung Hoher Berg mit 159 m ü. NN. Südwestlich findet sich Darmstadt als Verwaltungssitz des Regierungsbezirks. Heusenstamm liegt im südlichen Teil Hessens unweit der Mittelgebirge Odenwald und Spessart.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Heusenstamm grenzt im Norden an die kreisfreie Stadt Offenbach am Main, im Nordosten an die Stadt Obertshausen, im Südosten an die Stadt Rodgau, im Süden an die Stadt Dietzenbach sowie im Südwesten an die Stadt Dreieich.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Heusenstamm besteht aus den Stadtteilen Heusenstamm mit 16.266 Einwohnern und Rembrücken mit 2.116 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2006).

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Heusenstamm in einem Eppsteinischen Lehnsbuch 1211. Dort beurkundete Gottfried von Eppstein, dass er Burg und Dorf Huselstam vom Reich zu Lehen hatte und er beides an Eberhard Waro von Hagen-Heusenstamm weiter verlieh. Später wurde der Ort Husinstam und ab dem 15. Jahrhundert auch Heussenstain genannt. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts ließ Eberhard Waro von Hagen-Heusenstamm hier eine Wasserburg erbauen. Vom Mittelalter bis 1819 gehörten Heusenstamm und Rembrücken der Biebermark an. Auf dem Gebiet des heutigen Heusenstamm befand sich im Mittelalter der wüst gewordene Ort Rennigishausen.

Nach dem Aussterben der Herren von Eppstein traten an deren Stelle als Lehnsherren die Grafen von Königstein, später ab 1581 der Kurfürst von Mainz. 1545 wurde Sebastian von Heusenstamm zum Erzbischof und Kurfürsten von Mainz gewählt. 1560 gestattete Eberhard von Heusenstamm die Einführung der protestantischen Konfession, 1607 wird wieder die katholische Konfession eingeführt.

Nach dem Aussterben der hier ansässigen Familie der Herren von Heusenstamm 1616 fiel das Schloss und die Herrschaft Heusenstamm an die österreichische Seitenlinie der Familie, welche den Ort an den Frankfurter Patrizier Stephan von Cronstetten verpachtete. Während des dreißigjährigen Krieges wurden das Dorf und das Schloss fast vollständig zerstört. 1661 wurde die Herrschaft Heusenstamm, zu der die Orte Obertshausen und Hausen gehörten, an den mainzischen Oberamtmann zu Steinheim, Philipp Erwein von Schönborn, verkauft.

Als 1764 Kaiser Franz I. anlässlich der Krönung seines Sohnes in Frankfurt im Schloss Heusenstamm wohnte (Goethe berichtet über das Ereignis in seiner “Dichtung und Wahrheit”), wurde zu seinen Ehren ein prunkvoller Torbau errichtet, der noch heute steht. 1806 wurde das Schönbornische Amt Heusenstamm mit Obertshausen und Hausen den Fürsten von Isenburg-Birstein unterstellt. Das Amt Heusenstamm kam anschließend 1816 zu Hessen-Darmstadt. Bei der Aufteilung der Biebermark 1819 erhielt Heusenstamm seinen Anteil Wald. 1896 wurde die Bahnstrecke von Offenbach über Heusenstamm nach Dietzenbach, eine Zweigstrecke der Rodgaubahn von Offenbach nach Dieburg, eröffnet.

Wappen von Heusenstamm

Am 26. Mai 1959 erhielt Heusenstamm die Stadtrechte und entging damit den Eingemeindungsbestrebungen der Stadt Offenbach. 1978 kaufte die Stadt das zu Patershausen gehörende Hofgut, den Klosterwald und den Forst Patershausen sowie den Forst Heusenstamm von Rudolf Graf von Schönborn. Das Schloss erwarb die Stadt 1979 ebenfalls von den Grafen von Schönborn und baute es im darauffolgenden Jahr zum Rathaus aus.

Waffen-Versteck der RAF[Bearbeiten]

Ein umfangreiches Waffen-Versteck der Rote Armee Fraktion (RAF) befand sich im Wald auf dem Gebiet der Stadt Heusenstamm, unweit der Autobahn A3. In dem von der RAF selbst als Depot I bzw. Zentraldepot bezeichneten Erdversteck wurden Waffen, Geldscheine, Autokennzeichen und falsche Pässe gelagert[3]. Das Versteck soll im Herbst 1982 von Pilzsammlern entdeckt worden sein, die daraufhin die Polizei verständigten. An der Pilzsammler-Behauptung der Polizei gibt es vor Ort jedoch erhebliche Zweifel[4]. Nach der Enttarnung des Verstecks wurde die Stelle im Wald von der GSG 9 (Antiterror-Einheit der Polizei) heimlich beschattet, so dass zwei Wochen später die Terroristen Brigitte Mohnhaupt und Adelheid Schulz festgenommen werden konnten, als sie das Depot aufgesucht hatten[5].

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. Januar 1977 der 1952 zum Hessischen Musterdorf gekürte Ort Rembrücken[6] eingemeindet. Ortsbezirke wurden nach dieser Eingliederung nicht gebildet.

Wappen[Bearbeiten]

Das Schildhaupt mit den drei nach unten gerichteten roten Zacken ist an das Wappen der Herren von Heusenstamm angelehnt, die Eiche mit den sechs Blättern und drei Eicheln symbolisiert die Zugehörigkeit zur Dreieich. Das Hessische Innenministerium genehmigte das Wappen mit Verordnung vom 30. Oktober 1952.[7]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 hatte folgendes Ergebnis:[8]

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
45,6 %
20,6 %
18,3 %
11,0 %
4,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,5 %p
± 0,0 %p
+6,4 %p
+0,8 %p
-2,6 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 45,6 17 50,1 19
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,6 7 20,6 7
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 18,3 7 11,9 4
FWH Freie Wähler Heusenstamm 11,0 4 10,2 4
FDP Freie Demokratische Partei 4,6 2 7,2 3
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 48,3 46,0

Bürgermeister[Bearbeiten]

Großherzogtum Hessen[Bearbeiten]

  • Wilhelm (1839 – ?)
  • Merkel (1853 - ?)

Kaiserreich und Weimarer Republik[Bearbeiten]

  • Heinrich Augenthaler (1876–1885)
  • Franz Winter (1885–1899)
  • Adam Kraus (1899–1902)
  • Joseph Kämmerer (1904–1933 – zuletzt SPD)

Nationalsozialistische Zeit[Bearbeiten]

  • Heinrich Fickel (1933–1934 – NSDAP)
  • Gustav Korn (1934–1936 – NSDAP)
  • Hans Kuntsche (1936–1937 – NSDAP)
  • Fritz Bosche (1937–1938 – NSDAP)
  • Franz Wessiepe (1939–1945 – NSDAP)

Amerikanische Besatzungszeit[Bearbeiten]

  • Martin Heberer (1945-1946) - wurde von der Amerikanischen Besatzungsregierung eingesetzt
  • Karl-L. Fauerbach (1946–1948) – demokratisch gewählt

Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten]

  • Franz-Josef Amerschläger (1948–1956 – CDU)
  • Hans Hemberger (1956–1977 – parteilos)
  • Adolf Kessler* (1977–1987 – CDU)
  • Josef Eckstein (1987–2003 – CDU)
  • Peter Jakoby (seit 2003 – CDU); Jakoby wurde bei der Bürgermeisterwahl im Juni 2009 wiedergewählt (mit einem Stimmenanteil von 70,91 %)

(*) vorher Bürgermeister von Rembrücken

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Heusenstamm pflegt Städtepartnerschaften mit vier europäischen Städten.

mit in seit
Blason ville fr Saint-Savin (Vienne).svg Saint-Savin (Vienne) FrankreichFrankreich Frankreich 1969
Tonbridge Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 1984
Malle wapen.gif Malle BelgienBelgien Belgien 1991
Ladispoli-Stemma.png Ladispoli ItalienItalien Italien 2001

Die erste „Verschwisterung“ entstand 1969 mit Saint-Savin in Frankreich. Im Jahr 1984 folgte die zweite mit Tonbridge in Großbritannien und 1991 dann die dritte mit Malle in Belgien. Seit 2001 ist Heusenstamm auch mit Ladispoli in Italien partnerschaftlich verbunden.

Demografische Entwicklung[Bearbeiten]

Im ausgehenden 16. Jahrhundert hatte Heusenstamm ca. 250 Einwohner. Diese fielen fast alle dem Dreißigjährigen Krieg und der Pest zum Opfer. Seitdem steigt die Einwohnerzahl fast kontinuierlich und erst in jüngster Zeit ist wieder ein leichter Rückgang zu beobachten.

Jahr Einwohnerzahl
1939 3.451
1950 4.459
1959* 5.500
1961** 6.524
1965 8.370
1970** 12.932
1975 14.314
2004 18.936
2005 18.600
2006 18.344
2012 18.232

(*) In diesem Jahr wurden der Gemeinde die Stadtrechte zugesprochen.
(**) Volkszählungsergebnisse am 6. Juni 1961 und am 27. Mai 1970

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das „Heimatmuseum“ legt seine Schwerpunkte auf die historische Stadtgeschichte und die Gemeindeentwicklung. Es war bis 2008 im Torbau und einem Nebengebäude, dem so genannten „Winterhaus“, untergebracht und residiert seit 2009 im „Haus der Stadtgeschichte“. Das Museum ist Bestandteil der Stadtführungen, die durch die Altstadt mit seiner Barockkirche und rund ums Schloß angeboten werden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Heusenstamm wird auch als die „Stadt im Grünen“ bezeichnet. Das rührt einerseits von der überdurchschnittlichen Fläche Wald auf seiner Gemarkung her, anderseits auch von den beiden großen Naturschutzgebieten „See am Goldberg“ und „Nachtweide von Patershausen“. Beide sind auf Grund ihrer Bestände an seltenen Tier- und Pflanzenarten gern besuchtes Ausflugsziel von Bürgern, Schulklassen und Interessierten. Von einigen erhabenen Aussichtspunkten lassen sich vor allem seltene Vogelarten beobachten.

Kirchen[Bearbeiten]

Heusenstamm BW 2013-06-18 15-27-27.jpg
Heusenstamm Friedhof 1.jpg
Heusenstamm gustav adolf kirche.jpg
St. Cäcilia … vom Friedhof Gustav Adolf

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen auch die vier Heusenstammer Kirchen. Die katholische Pfarrkirche „St. Cäcilia“ wurde 1739 von Johann Balthasar Neumann im Auftrag der Gräfin Maria Theresia von Schönborn erbaut und erhielt 1741 von Christoph Thomas Scheffler die berühmten Deckenfresken, der Bildhauer Johann Wolfgang von der Auwera schuf den Hochaltar. Der Kurmainzer Hofschreiner Franz Anton Herrmann fertigte 1748-1751 Kanzel, Chorgestühl, Kommunionbank sowie Sakristei- und Tabernakeltür. Die ebenfalls katholische Pfarrkirche „Maria Himmelskron“ wurde 1956 erbaut. Eine architektonische Besonderheit ist die evangelische „Gustav-Adolf-Kirche“. Sie wurde mit ihrem markanten Zwiebelturm und dem steilen Dach im Jahr 1923, mit schwedischer und amerikanischer Unterstützung, fertiggestellt. Inflationsbedingt betrugen die Baukosten 73 Billionen 4 Milliarden 221 Millionen 367 Tausend 662 Mark und 17 Pfennige.

Im Stadtteil Rembrücken befindet sich die 1925 erbaute katholische Kirche „Mariä Opferung“.

Gesellschaft und Soziales[Bearbeiten]

Religionen und Weltanschauungen[Bearbeiten]

Die Mehrheit der Heusenstammer Bürger ist römisch-katholisch geprägt. Die beiden großen Gemeinden „St.Cäcilia“ und „Maria Himmelskron“ gehören, ebenso wie die Gemeinde "Mariä Opferung" in Rembrücken, zum Bistum Mainz. Die landeskirchliche, evangelische Gemeinde ist Teil der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau mit Sitz in Darmstadt. Daneben gibt es seit 1975 noch die Freie evangelische Gemeinde (FeG) die dem Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland angehört.

Sport[Bearbeiten]

Neben dem, am Stadtrand gelegenen und überregional bekannten, „Kultur- und Sportzentrum Martinsee“ gibt es in Heusenstamm noch die kleineren Sportanlagen der TSV gegenüber dem Bahnhof und eine Sporthalle, die mit dem Allwetterbad „Im Forst“ eine Gebäudeeinheit bildet.

Bedeutende Sportvereine in Heusenstamm sind:

  • die TSV 1873 Heusenstamm (ca. 2600 Mitglieder: Kunstturnen, Leichtathletik, Fußball, u.v.m.)
  • der RK Heusenstamm (Rugby) (1. Bundesliga; Deutscher 7er Meister 2006, mehrere Nationalspieler)
  • das TanzsportZentrum Heusenstamm (ca. 400 Mitglieder: Breiten- und Leistungssport)
  • der TTC Heusenstamm (Tischtennis) (ehemaliger Bundesligist, Vizemeister, Vizepokalsieger)

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Zu den jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen zählen neben dem sogenannten Kultursommer, der seit 1987 um das Hintere Schlösschen und den Bannturm stattfindet und jedes Jahr mit vielen Veranstaltungen nicht nur Heusenstammer Bürger anlockt, auch der Nikolausmarkt, der sich vom Torbogen über die Schlossstraße und den Schlossgarten bis hin zum Bannturm erstreckt, und das Weinfest, das seit 1996 am Bannturm stattfindet. Das im Herbst stattfindende, vom Gesangsverein Konkordia veranstaltete Kelterfest hat sich als regelmäßige Veranstaltung in Heusenstamm etabliert. Seit 2006 zählt auch jedes Jahr das Bahnhofsfest zu den regelmäßigen Festen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Heusenstamm liegt an der Bundesautobahn A3, zu erreichen über die Anschlussstelle Obertshausen. Somit ist der Flughafen Frankfurt mit dem Frankfurter Kreuz in kurzer Zeit zu erreichen. Nicht weit entfernt ist auch die Bundesautobahn A661, Anschlussstelle Neu-Isenburg.

Empfangsgebäude Heusenstamm (2007)

Die an der Bahnstrecke Offenbach-Bieber–Dietzenbach gelegene Stadt ist seit Ende 2003 mit der Linie S2 (Niedernhausen-Dietzenbach) an das Netz der S-Bahn Rhein-Main angeschlossen. Die Bauarbeiten rund um den Bahnhof (Busbahnhof, Gaststätte im alten Bahnhof, Bahnhofsvorplatz) wurden 2006 abgeschlossen.

Heusenstamm profitiert von der Nähe des Wirtschaftsstandortes Frankfurt am Main und dem Rhein-Main-Gebiet sowie der sehr guten Verkehrsanbindung.

In der Stadt selbst und in die Nachbarorte fahren verschiedene Buslinien, u.a. in den Ortsteil Rembrücken die Linie OF-30. Nachts und am Wochenende ab Samstagnachmittag übernimmt ein Anrufsammeltaxi den innerörtlichen Verkehr inkl. Rembrücken. Seit dem 13. Dezember 2009 verkehrt nachts zusätzlich noch die Frankfurter Nachtbuslinie n66 (nachtbus frankfurt rheinmain) zwischen Offenbach, Heusenstamm, Dietzenbach und Rödermark Ober-Roden.

Nach der Stadt ist ein Intercity-Express benannt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Haupteinkaufsstraße Frankfurter Straße

Die meisten der in Heusenstamm ansässigen Firmen und Unternehmen sind im „Gewerbeverein Heusenstamm e.V.“ und in der "Werbegemeinschaft Frankfurter Straße e.V." organisiert. Die Einkaufsmöglichkeiten konzentrieren sich auf die Frankfurter Straße in der Stadtmitte, auf das Einkaufszentrum „Alte Linde“ und auf ALDI und toom in der Werner-von-Siemens-Straße im Industriegebiet.

Größter Arbeitgeber in der Stadt Heusenstamm ist mit mehreren hundert Arbeitsplätzen der Konzern Deutsche Telekom AG. Die Konzerntochter T-Systems Business Services GmbH und die Festnetzsparte unterhalten in der Stadt Heusenstamm große Liegenschaften. Neben den vielen klein- und mittelständischen Betrieben haben die drei großen internationalen Firmen Levi Strauss & Co., Kenwood Electronics und Konica Minolta Business Solutions hier ihre Deutschlandvertretungen. Außerdem hat die Betriebskrankenkasse Mobil Oil durch ihre Fusion 2008 mit der ehemaligen KEH Ersatzkasse hier einen Sitz. Die Corpus Sireo Asset Management GmbH ist ebenfalls in Heusenstamm ansässig. Außerdem hat das mittelständische Familienunternehmen Herth+Buss Fahrzeugteile GmbH & Co.KG seinen Sitz in Heusenstamm.

Medien[Bearbeiten]

Die Offenbach-Post, deren Verlagshaus seinen Sitz in Offenbach am Main hat, berichtet regelmäßig im Regionalteil über Heusenstamm. Aus dem gleichen Verlagshaus kommt auch die Stadt-Post Heusenstamm. Darüber hinaus sendet Deutschlandradio Kultur in Heusenstamm und Umgebung mit einem eigenen Sender auf 99,8 MHz.[9]

Schulen und Kindergärten[Bearbeiten]

Kindergärten[Bearbeiten]

In Heusenstamm gibt es vier kirchliche (3 kath.,1 ev.) Kindertagesstätten und drei weitere in kommunaler Trägerschaft. Darüber hinaus gibt es zwei Kinderbetreuungs-Vereine.

Schulen[Bearbeiten]

Heusenstamm ist ein bedeutender Schulstandort im Landkreis Offenbach. Zurzeit gibt es drei Grundschulen, die Adalbert-Stifter-Schule (seit 1957), die Otto-Hahn-Schule (seit 1962) und die Matthias-Claudius-Schule. Weiterführende Lehranstalten sind die Adolf-Reichwein-Schule (Haupt- und Realschule) (kurz: ARS) und das Adolf-Reichwein-Gymnasium (kurz: ARG). 2004 wurde die Schule am Goldberg eröffnet, eine Förderschule des Landkreises Offenbach für Praktisch Bildbare mit Abteilung für körperbehinderte Praktisch Bildbare Schüler. Die Erwachsenenbildung gewährleistet die Volkshochschule Heusenstamm.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1961: Wilhelm Arnoul, Regierungspräsident
  • 1966: Franz Rau, kath. Pfarrer
  • 1971: Rudolf Braas, Unternehmer
  • 1976: Hans Eckstein
  • 1977: Hans Hemberger, Bürgermeister
  • 1984: Franz Rebell, Erster Stadtrat
  • 1984: Johann Subtil, Bürgermeister Rembrücken
  • 1986: Richard Hofmeister, kath. Pfarrer
  • 1987: Günter Wilkens, ev. Pfarrer
  • 2002: Helmut Kilian, 50 Jahre Stadtverordnetenversammlung
  • 2003: Josef Eckstein, Bürgermeister
  • 2007: Prof. Thomas Engel, Unternehmer
  • 2012: Karin Härle, ev. Pfarrerin[10]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten die mit der Stadt verbunden sind[Bearbeiten]

Namensträger[Bearbeiten]

  • Seit 2011 trägt anlässlich der 800-Jahr-Feier eine S-Bahn den Namen Heusenstamm.[11] Ebenfalls taufte die Deutsche Bahn am 20. März 2009 den InterCityExpress mit der Kennung Tz 171 auf den Namen „Heusenstamm“, nachdem die Gemeinde zuvor die Patenschaft über den Zug übernommen hatte.[12].

Literatur / Medien[Bearbeiten]

  • German Pictures: DVD "25 Jahre Kultur- und Sportzentrum Martinsee - Die Dokumentation" (Laufzeit:34 min., deutsch), (Sprecher: Werner Reinke), 2008 (lokal erhältlich)
  • German Pictures: DVD "Bahnhofsfest 2006" - Die schönsten Impressionen vom 1. Bahnhofsfest in Heusenstamm (Laufzeit: 8 min., deutsch), 2006 (lokal erhältlich)
  • H. Margraf, R. Spohn: Heusenstamm - Schätze aus Familienalben in der Reihe Archivbilder. 2005, ISBN 3-89702-871-9
  • Heimatverein Heusenstamm (Hrsg.): Heusenstamm - Lebendige Stadt im Bild (3 sprachig). 1971
  • R. Wimmer: Heusenstammer Kalender, Hrsg. Stadt Heusenstamm. 1979
  • Heusenstammer Hefte (Hrsg. Magistrat der Stadt Heusenstamm in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein)
    • A. Dittrich: Von der Hochgraeflich Schönbornzunft in Heusenstamm zum Ortsgewerbeverein Heusenstamm (1747 - 1909). 1989
    • A. Dittrich: Aus der Geschichte der jüdischen Kultusgemeinde in Heusenstamm. 1989
    • A. Dittrich: 350 Jahre Schule in Heusenstamm. 1990
  • F. Stein: Katholische Priester aus Heusenstamm, 2006
  • Heimatverein Heusenstamm (Hrsg.): 750 Jahre Heusenstamm, 1961
  • Die Geschichte der Genossenschaften in Heusenstamm
    • F. Stein: Teil I - Die Kreditgenossenschaften, 2003
    • F. Stein und G. Förg: Teil II - Die Landwirtschaftlichen Genossenschaften, Konsumvereine und Baugenossenschaften, 2012

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Stadt-Heusenstamm: Zahlen und Fakten - Bevölkerung
  3. Festnahme führender RAF-Mitglieder bei Heusenstamm im Landkreis Offenbach; in: Zeitgeschichte in Hessen vom 11. November 1982.
  4. Heute vor 30 Jahren: Wer ließ die RAF in Heusenstamm wirklich hochgehen?; in: extratipp Rhein-Main vom 11. November 2012.
  5. Spur zu den meistgesuchten Verbrechern der Republik; in: Focus Online vom 30. August 2008.
  6. Stadt-Heusenstamm: Rembrücken: mehr als ein Stadtteil
  7. StAnz 1952, Nr. 46, S. 847
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. Abgerufen am 22. April 2011.
  9. Pressemitteilung des Deutschlandradios vom 21. Oktober 2011
  10. Eine besondere Pfarrerin, abgerufen am 31. August 2012
  11. 800 Jahre: RMV tauft S-Bahn-Zug "Heusenstamm", abgerufen am 24. Juli 2012
  12. Offenbach-Post: ICE "Heusenstamm" getauft. Meldung vom 20. März 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heusenstamm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien