Seeberg BE

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BE ist das Kürzel für den Kanton Bern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Seebergf zu vermeiden.
Seeberg
Wappen von Seeberg
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Oberaargauw
BFS-Nr.: 0988i1f3f4
Postleitzahl: 3365
Koordinaten: 617146 / 22269547.1550017.664726495Koordinaten: 47° 9′ 18″ N, 7° 39′ 53″ O; CH1903: 617146 / 222695
Höhe: 495 m ü. M.
Fläche: 15.8 km²
Einwohner: 1423 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 90 Einw. pro km²
Website: www.seeberg.ch
Reformierte Kirche Seeberg

Reformierte Kirche Seeberg

Karte
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Seeberg ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Oberaargau des Kantons Bern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Seeberg liegt auf 495 m ü. M., 5 km südwestlich von Herzogenbuchsee und 11 km nördlich der Stadt Burgdorf (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich in der breiten Talmulde des Dorfbachs eingebettet zwischen den Höhen von Chräjenberg und Berg, am Rand des Molassehügellandes östlich der Schwemmebene der Emme, im Oberaargau.

Die Fläche des 15.8 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Berner Mittellandes mit einer grossen landschaftlichen Vielfalt. Das Gebiet befand sich während des Hochstadiums der Würmeiszeit im Randbereich des Rhonegletschers. Der grössere westliche Gemeindeteil ist charakterisiert durch die abgerundeten Molassehügel von Grossholz (603 m ü. M.), Steinenberg (634 m ü. M.), Höhe von Steinhof (bis 595 m ü. M.) und Berg (543 m ü. M.). Diese Höhen sind durch 200 bis 600 m breite, flache Talsenken ohne eigentliche Fliessgewässer voneinander getrennt. Besonders im Wald des Steinenbergs zeugen zahlreiche Findlinge aus Gneis, wie er in den Walliser Alpen vorkommt, vom langen Transportweg während der Eiszeit. Der nordwestlichste Gemeindeteil umfasst die Ebene bei Seeberg, welche bis zum Burgäschisee reicht, dessen südlicher Teil ebenfalls zu Seeberg gehört.

Das Tal der Önz, die das Gemeindegebiet von Süden nach Norden durchquert, mit dem bis zu 500 m breiten flachen Talboden bildete während der Würmeiszeit über lange Zeit eine Schmelzwasserrinne am Rand des Rhonegletschers. Der kleinere südöstliche Gemeindeteil liegt im stärker reliefierten Hügelland der Buchsiberge (zwischen Önz und Langete) mit steilen, meist bewaldeten Hängen und Kerbtälern, charakteristische Landschaftsformen für Gebiete, die während der letzten Eiszeit nicht eisbedeckt waren. In einem schmalen Zipfel erstreckt sich der Gemeindeboden nach Südosten und umfasst die östliche Flanke des Mutzbachtals mit den kurzen Seitentälchen und den Höhen von Heidetewald (662 m ü. M.), Lindenberg (mit 810 m ü. M. die höchste Erhebung von Seeberg) und Eggstutzwald (808 m ü. M.). Von der Gemeindefläche entfielen 1997 7 % auf Siedlungen, 34 % auf Wald und Gehölze, 58 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.

Zu Seeberg gehören zahlreiche Weiler, Hofsiedlungen und Einzelhöfe. Zu den wichtigen davon zählen:

  • Grasswil, bestehend aus Niedergrasswil (511 m ü. M.) und Obergrasswil (515 m ü. M.) in der Talsenke zwischen Grossholz und Steinenberg
  • Spiegelberg (511 m ü. M.) in der Talsenke zwischen Grossholz und Steinenberg
  • Bittwil (544 m ü. M.) in einem Tälchen am Ostabhang des Grossholzes
  • Regenhalden (501 m ü. M.) in der Talsenke zwischen der Höhe von Steinhof und dem Steinenberg
  • Riedtwil (498 m ü. M.) im Önztal an der Mündung des Mutzbachs in die Önz zwischen Steinenberg und Guldisbergwald
  • Oschwand (626 m ü. M.) auf einem Sattel in den Buchsibergen östlich des Heidetewaldes; nur die westlich der Dorfstrasse gelegenen Häuser gehören zu Seeberg
  • Loch (613 m ü. M.) in den Buchsibergen auf einer Terrasse östlich des Mutzbachtals
  • Juchten (687 m ü. M.) am Westhang des Lindenbergs über dem Mutzbachtal

Nachbargemeinden von Seeberg sind Herzogenbuchsee, Hermiswil, Ochlenberg, Wynigen, Alchenstorf und Hellsau im Kanton Bern sowie Drei Höfe und Aeschi (SO) und Steinhof im Kanton Solothurn.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 1423 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) gehört Seeberg zu den kleineren Gemeinden des Kantons Bern. Von den Bewohnern sind 97.5 % deutschsprachig, 0.7 % türkischsprachig und 0.5 % sprechen Französisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Seeberg belief sich 1850 auf 1954 Einwohner, 1900 noch auf 1722 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerungszahl durch starke Abwanderung bis 1980 um weitere 30 % auf 1224 Personen ab. Seither wurde wieder eine leichte Bevölkerungszunahme verzeichnet.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Seeberg war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau und Obstbau sowie die Viehzucht und Milchwirtschaft einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In Seeberg sind heute Betriebe des Baugewerbes, der Elektrobranche, des Gartenbaus, der Holzverarbeitung, der Informatik, des Maschinenbaus sowie Garagen und mechanische Werkstätten vertreten. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf durch den Bau neuer Quartiere vor allem im Bereich von Seeberg und Grasswil zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in den Regionen Langenthal-Herzogenbuchsee, Burgdorf und Solothurn arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist verkehrsmässig recht gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse 1 von Bern nach Zürich. Durch eine Buslinie, welche die Strecke von Herzogenbuchsee nach Wynigen bedient, sind Seeberg, Grasswil und Riedtwil an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden. Die durch das Önztal führende, am 12. Juni 1857 eingeweihte Bahnlinie von Herzogenbuchsee nach Bern besass eine Haltestelle in Riedtwil, welche jedoch 1998 aufgehoben wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Seeberg war schon während der Römerzeit besiedelt, was durch Ausgrabungen von römischen Mauerfundamenten auf dem Kirchhügel nachgewiesen werden konnte. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1076 bereits unter dem heutigen Namen. Später erschienen die Bezeichnungen Seberch (1264) und Zeberch (1301). Der Ortsname geht auf das althochdeutsche Wort seo (See) zurück. Er bedeutet Berg am See, denn der Burgäschisee reichte früher bis zum Weiler Mösli.

Seit dem Mittelalter unterstand Seeberg mit Grasswil und Riedtwil der Herrschaft der Kyburger. Grasswil wurde 1370 an eine Solothurner Familie verkauft, ging aber auf Druck von Bern 1395 an die Stadt Burgdorf über, welche in Grasswil einen Vogt einsetzte. Auch Seeberg und Riedtwil gerieten 1406 unter die Oberhoheit der Stadt Bern und wurden der Vogtei Wangen zugeordnet. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Seeberg während der Helvetik zum Distrikt Wangen und ab 1803 zum Oberamt Wangen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bereits zur Römerzeit war der Kirchhügel besiedelt. Im Jahre 2000 wurden Mauerreste eines römischen Gutshofs gefunden. Später entstand an der Stelle ein Friedhof, auf dem zuerst ein kleiner, noch hölzerner Kirchenbau errichtet wurde. Dies erklärt die Lage der Kirche ausserhalb des Dorfes, auf dem sogenannten "Berg". Verschiedene Kirchenbauten aus Stein lösten sich ab, bis 1516 die heutige spätgotische Kirche Sankt Martin mit Turm entstand. Ein bereits im 11. Jahrhundert erwähntes Gotteshaus ist vermutlich eine Tochterkirche der Propstei Herzogenbuchsee. Das Pfarrhaus im Landhausstil stammt von 1781.

In Seeberg sowie in den verschiedenen Weilern sind zahlreiche charakteristische Bauernhäuser im bernischen Landstil aus dem 17. bis 19. Jahrhundert erhalten.

Zu den Natursehenswürdigkeiten auf dem Gemeindegebiet zählen der Burgäschisee, die Erratischen Blöcke auf dem Steinenberg und der Wasserfall des Mutzbachs.

Bilder[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Cuno Amiet (1868-1961), Schweizer Maler, wohnte während 60 Jahren im Weiler Oschwand der Gemeinde Seeberg.
  • Lina Bögli (1858-1941), Schriftstellerin
  • Ludwig Schläfli (1814-1895), Schweizer Mathematiker

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)