Selenogradsk
| Stadt
Selenogradsk/Cranz
Зеленоградск
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Selenogradsk (russisch: Зеленоградск (
anhören?/i), übersetzbar in etwa mit Grüne Stadt, litauisch Krantas, bis 1946 deutsch: Cranz) ist ein bekannter Badeort an der Samlandküste in der Oblast Kaliningrad, Russland, im ehemaligen Ostpreußen. Der Ort hat 12.266 Einwohner (2006) und ist Sitz einer Rajonsverwaltung. Die Stadt hat vor allem Bedeutung für den Wochenendtourismus von Kaliningrad aus. Hier befinden sich viele Ferienlager für russische Jugendorganisationen. In den letzten Jahren hat sich eine rege Bautätigkeit entwickelt. Es entstehen viele Privathäuser für reiche Moskauer und Tourismuseinrichtungen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Ursprünglich war der Ort an der Küste (kurisch kranta, krant: Strand, Ufer altpreußisch/ prußisch: krantas: Strand, Rand, Ufer, Küste; vgl. dänisch: skrænt) ein Fischerdorf. Gegründet wurde der Badeort 1816 auf Betreiben des Königsberger Arztes Friedrich Christian Kessel (1765-1844). Zu den zwei Badebuden kam 1817 ein Warmbad. Der 1836 gegründete Kesselsche Verschönerungsverein schuf Gartenanlagen und stellte bis Anfang des 20. Jahrhunderts Ruhebänke auf.[1] Die Promenade war 1.400 m lang. In der Kaiserzeit entwickelte sich Cranz zum bedeutendsten Badeort der ostpreußischen Küste. Nach dem Bau der Königsberg-Cranzer Eisenbahn war Cranz ab 31. Dezember 1885 von Königsberg aus bequem zu erreichen. Die Fischerei blieb jedoch neben dem Tourismus ein bedeutender Erwerbszweig. Die Cranzer Räucherflundern galten als besondere Delikatesse. Obwohl der Ort zu Beginn des Zweiten Weltkrieges fast 6.000 Einwohner hatte, bekam er keine Stadtrechte. Cranz gehörte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zum Landkreis Samland und blieb fast unzerstört. Nach der Flucht der deutschen Einwohner 1945 und Besiedlung durch Sowjetbürger hat Cranz trotz der wiedererlangten Bedeutung als Badeort durch fortschreitende Vernachlässigung gelitten und seine Vorrangstellung an Swetlogorsk (Rauschen) abtreten müssen. Seit 2005 gibt es eine Partnerschaft mit der Stadt Ostseebad Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern.
Forscher vermuten etwa drei Kilometer südlich der Stadt den Handelsplatz aus der Zeit der Wikinger Wiskiauten, heute Mochowoje.[2]
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 1933 | 4.667 * |
| 1939 | 5.089 * |
| 1959 | 6.900 ** |
| 1979 | 9.800 ** |
| 1989 | 10.786 * |
| 2002 | 12.509 * |
| 2006 | 12.266 |
Anmerkung: * Volkszählung ** Volkszählung (gerundet)
[Bearbeiten] Söhne und Töchter des Ortes
- Abel Ehrlich, Komponist
- Volker Lechtenbrink, Schauspieler
- Mary Saran, Publizistin
- Sem Chaimowitsch Simkin, russischer Hochseefischer und Dichter; liebte Selenogradsk und ist dort beerdigt
- Wolf-Dieter Stubel, Hörfunkmoderator
- Beate Uhse, Unternehmerin
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Würzburg 2002, ISBN 3-88189-441-1
- ↑ Wikingerzeitlicher Fundplatz Wiskiauten
[Bearbeiten] Weblinks
Verwaltungszentrum: Kaliningrad
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