Mamonowo

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Stadt
Mamonowo / Heiligenbeil
Мамоново
Wappen
Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Stadtkreis Mamonowo
Gegründet 1272
Frühere Namen Heiligenbeil (bis 1947)
Stadt seit 1301
Fläche 20 km²
Bevölkerung 7761 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 388 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 15 m
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40156
Postleitzahl 238450
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 203 510
Geographische Lage
Koordinaten 54° 28′ N, 19° 56′ O54.46666666666719.93333333333315Koordinaten: 54° 28′ 0″ N, 19° 56′ 0″ O
Mamonowo (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Mamonowo (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎
Liste der Städte in Russland
Heiligenbeil in der Nähe des Ostufers des Frischen Haffs, nordöstlich von Elbing und südwestlich von Königsberg i. Pr. auf einer Landkarte von 1910.

Mamonowo (russisch Мамоново, deutsch Heiligenbeil, polnisch Świętomiejsce oder Święta Siekierka, litauisch Šventapilė) ist eine Stadt in der russischen Oblast Kaliningrad. Sie hat 7761 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Die Stadt ist Verwaltungssitz des Stadtkreises Mamonowo.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im äußersten Südwesten des Kaliningrader Gebiets am Fluss Jarft (russisch Wituschka) im historischen Ostpreußen an der polnischen Grenze, etwa 50 Kilometer südwestlich von Kaliningrad (Königsberg). Etwa 13 Kilometer südwestlich der Stadt liegt auf polnischer Seite die Stadt Braniewo (Braunsberg).

Ortsname[Bearbeiten]

Dem Wortteil „Beil“ im deutschen Ortsnamen Heiligenbeil liegt das prußische Wort bila: Sprache zugrunde und nicht, wie das Wappen vermuten lässt, der Begriff bile, byle: Beil. Der litauische Ortsname Šventapilė, der das litauische Wort pile: Burg enthält, ließe die Interpretation ‚heilige Burg‘ zu, doch ist eine solche nicht nachgewiesen.

Geschichte[Bearbeiten]

Von 1819 bis 1945 war Heiligenbeil Kreisstadt und hatte 1939 12.100 Einwohner. Die Innenstadt wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört.

Bis 1272 befand sich hier eine Ansiedlung der Prussen namens Swento mest (prußisch swentas, swints: heilig/ mestan: Stadt), deren Name als „heilige Stadt“ und heidnische Verkündigungsstätte (prußisch bila: Sprache) gedeutet werden kann. Nach 1272 unterstand die Gegend dem Deutschen Orden.

Altes Stadtwappen

Die Stadt wurde 1301 unter dem Namen Heiligenstadt vom Deutschen Ritterorden mit kulmischem Recht in der Nähe der prußischen Kultstätte Swentomest gegründet. 1344 wurde der Name in Heiligenbil umgewandelt und 1349 eine Kirche eingeweiht. Die Endung „Beil“ stammt vom altpreußischen Begriff „bila“: Sprache, Predigt.

Die ersten Ordensritter waren per Schiff über das Frische Haff bereits 1238 am Ufer bei Balga gelandet. Heiligenbeil selbst lag nicht am Frischen Haff, doch entwickelte sich hier unterhalb der Stadt der Hafenplatz Rosenberg.

Historische Ansicht von Heiligenbeil

Bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 erreichte die NSDAP und die mit ihr verbundene DNVP im Landkreis Heiligenbeil einen Anteil von 70 % (Reichsdurchschnitt 52 %).[2] Von 1936 bis 1945 befand sich östlich von Heiligenbeil der Fliegerhorst Heiligenbeil.

Im Februar und März 1945 wurde das Kreisgebiet Kriegsschauplatz. Die nationalsozialistische Gauleitung unter Gauleiter Erich Koch unterließ die rechtzeitige Evakuierung der Bevölkerung und stellte selbständige Fluchtbewegungen unter schwere Strafe.[3] Ähnlich wie Soldaten „bis zum letzten Mann“ in sinnlosen Stellungs- und Kesselschlachten verheizt wurden, anstatt sich geordnet zurückziehen zu dürfen, machten sich die Machthaber somit direkt mitschuldig am Tod von unzähligen deutschen Zivilisten, die hätten gerettet werden können. In den Winterwochen zuvor flüchteten Hunderttausende völlig ungeordnet (unter anderem behindert durch die Wehrmacht) aus allen Teilen Ostpreußens - darunter auch der größte Teil der Bevölkerung des Kreises Heiligenbeil - über das Eis des Haffs auf die Frische Nehrung und von dort auf die rettenden Schiffe in Pillau oder auf dem Landweg der Nehrung nach Danzig.[4] Bei den Kriegshandlungen bildete sich der Heiligenbeiler Kessel. Nach wochenlangen Abwehrkämpfen der deutschen 4. Armee gegen mehrere sowjetische Armeen fiel Heiligenbeil. Am 29. März 1945 schifften sich die letzten deutschen Soldaten vom Haffufer unterhalb der Burgruine Balga in Richtung Pillau ein.

Von den rund 53.000 Bewohnern des Kreises Heiligenbeil verloren ca. 20 Prozent ihr Leben durch Krieg, Flucht, Vertreibung, Deportation, Vergewaltigungen, Hunger, Krankheiten oder unmenschliche Behandlungen in sowjetischen Zwangslagern. Nach der Besetzung durch sowjetische Truppen und dem Kriegsende wurde Ostpreußen formell am 17. Oktober 1945 aufgeteilt. Die Demarkationslinie, wie man die Grenze zwischen der Sowjetunion und Polen nannte, verlief auch durch den Kreis. Der kleinere Teil, südlich einer horizontalen Linie von Leisuhnen, Heiligenbeil, Deutsch Thierau, Hermsdorf-Pellen, Zinten, Schwengels und Robitten, wurde Polen zugeteilt. Alles, was nördlich davon lag, kam unter sowjetische Verwaltung. Die Besiedlung durch Russen beziehungsweise Polen begann langsam, aber stetig. Die letzten noch im sowjetischen Teil verbliebenen Deutschen wurden 1948 ausgewiesen. Zahlreiche Dörfer wurden gänzlich aufgelöst, Häuser und Straßen sind verschwunden.

Die Stadt Heiligenbeil mit ihrer fast symmetrisch angelegten Altstadt wurde wie auch viele Nachbarorte 1945 fast vollständig zerstört. Nur Heiligenbeil selbst, das seit 1947 nach dem sowjetischen Oberstleutnant Nikolai Wassiljewitsch Mamonow (1919–26. Oktober 1944 in der Nähe von Pułtusk) Mamonowo heißt, hat wieder eine gewisse Größe erreicht und wird heute von ca. 8000 Menschen bewohnt. Die neue Stadt liegt nordwestlich der alten im Bereich der allerdings nicht erhaltenen früheren katholischen Kirche, während die Altstadt Brachgelände ist. Fundamente und Straßenzüge sind noch zu erkennen, Teile der evangelischen Kirche ragen neben einem Spielplatz hoch, ein paar 60er-/70er-Jahre Wohnblocks wurden auf dem Gelände der Altstadt gebaut. Andere Kommunen in der Nachbarschaft von Mamonowo sind völlig unbedeutend geworden. Wegen seiner strategischen Bedeutung wurde der Ort ebenso wie Laduschkin vom Flottenstützpunkt Baltijsk aus verwaltet.

Im Süden des alten Stadtgebiets befindet sich ein deutscher Soldatenfriedhof, der vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wiederhergestellt und 2002 eingeweiht worden ist. Auf ihm liegen 4700 Gefallene (Stand 2002) v. a. der Kämpfe um den Kessel von Heiligenbeil.

Dorfsowjet/Stadtsowjet Mamonowski / Administration der Stadt Mamonowo 1947–2004[Bearbeiten]

Der Dorfsowjet Mamonowski (ru. Мамоновский сельский Совет, Mamonowski selski Sowet) wurde im Sommer 1947 im Rajon Laduschkin eingerichtet. Mit der (erneuten) Verleihung der Stadtrechte an Mamonowo im Jahr 1951 wurde daraus ein Stadtsowjet (ru. Мамоновский городской Совет, Mamonowski gorodskoi Sowet).[5] Nach der Auflösung des Rajons Laduschkin im Jahr 1962 gelangte der Stadtsowjet in den Rajon Bagrationowsk. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde der Stadtsowjet aufgelöst und im Jahr 1992 eine städtische Administration eingerichtet (ru. Администрация города Мамоново, Administrazija goroda Mamonowo). Im Jahr 2004 wurde der Bereich der Administration der Stadt Mamonowo in den Stadtkreis Mamonowo umgewandelt.

Zugehörige Orte:

Ortsname Name bis 1947/50 Bemerkungen
Baltijskoje (Балтийское) Deutsch Bahnau[6] Der Ort wurde 1950 umbenannt und verlor (offenbar) 2004 seine Eigenständigkeit.
Bogdanowka (Богдановка) Gnadenthal und Jürkendorf[7] Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Pjatidoroschny eingeordnet.
Krasnodonskoje (Краснодонское) Auerswalde und Keimkallen Der Ort wurde 1950 umbenannt und vermutlich um 1980 verlassen.
Krasnoflotskoje (Краснофлотское) Rosenberg Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1976 in die Stadt Mamonowo eingemeindet.
Lipowka (Липовка) Gallingen, Grünwalde und Rosocken Die Orte wurden 1950 umbenannt.
Mamonowo (Мамоново) Heiligenbeil Verwaltungssitz
Pokrowskoje (Покровское) Steindorf Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1976 verlassen.
Potjomkino (Потёмкино) Schirten Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1976 verlassen.
Prigorkino (Пригоркино) Karben Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1976 verlassen
Sapadny (Западный) Schettnienen Russische Ortsbezeichnung gemäß einer Karte von 1972. Der Ort wurde spätestens in den 1980er jahren verlassen.
Schtschukino (Щукино) Leisuhnen Der Ort wurde 1947 umbenannt und vermutlich spätestens in den 1980er Jahren verlassen.
Selenodolskoje (Зеленодольское) Preußisch Bahnau Der Ort wurde 1947 umbenannt.
Wawilowo (Вавилово) Bregden Der Ort wurde 1950 umbenannt.

Die drei im Jahr 1947 umbenannten Orte Losowoje (Kahlholz), Rybakowo (Follendorf) und Wessjoloje (Balga) wurden zunächst ebenfalls in den Dorfsowjet Mamonowski eingeordnet, kamen dann (vor 1976) aber zum Dorfsowjet Pjatidoroschny.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Bemerkungen
1782 1.800 in 335 Haushaltungen, ohne die aus einem Bataillon Infanterie bestehende Garnison[8]
1875 3.354[9]
1880 3.430[9]
1890 3.760 davon 162 Katholiken und 30 Juden[9]
1910 4.821
1925 5.180 meist Evangelische, 240 Katholiken[10]
1933 6.356[9]
1939 10.631 davon 9.135 Evangelische, 1.113 Katholiken, 79 sonstige Christen und keine Juden[9]
1959 5.459
1970 7.275
1979 8.001
1989 7.816
2002 7.393
2010 7.761

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Kirche[Bearbeiten]

Kirchengebäude[Bearbeiten]

Die Kirche in Heiligenbeil wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört.

Russisch-Orthodoxe Kirche[Bearbeiten]

Die meisten heutigen Einwohner in der Region sind heute, sofern konfessionell gebunden, Angehörige der russisch-orthodoxen Kirche. Mamonowo liegt auf dem Territorium der Diözese Kaliningrad und Baltijsk.

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Bereits in vorreformatorischer Zeit war Heiligenbeil Pfarrsitz eines Kirchspiels. Bei überwiegend evangelischer Einwohnerschaft war das Kirchspiel Heiligenbeil vor 1945 eines von 15 Kirchspielen im Kirchenkreis Heiligenbeil. In dem mehr als 7000 Gemeindeglieder zählenden Kirchspiel waren zwei Pfarrer tätig.

Heute in Heiligenbeil lebende evangelische Kirchenglieder, meist Russlanddeutsche, bilden in Mamonowo wieder eine Gemeinde und sind der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg (Preußen)) zugeordnet. Sie gehört zur Propstei Kaliningrad innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Kirchspielorte[Bearbeiten]

Zum Kirchspiel Heiligenbeil gehörten vor 1945 die Orte (* = Schulort):

  • Auerswalde (russisch: Krasnodonskoje)
  • Bregden (Wawilowo)
  • Büsterwalde
  • Freihusen
  • *Deutsch Bahnau
    (bis 1920 Polnisch Bahnau, heute Baltijskoje)
  • Gabditten
  • Gedilgen
  • Gnadenthal (Bogdanowka)
  • Grünhöfchen
  • *Grünwalde (Lipowka)
  • *Heiligenbeil (Mamonowo)
  • Heinrichshof
  • Karben (Prigorkino)
  • *Keimkallen (Krasnodonskoje)
  • *Leysuhnen (1938–45 Leisuhnen, heute Schtschukino)
  • Lindenhof
  • Perschein
  • *Preußisch Bahnau (Selenodolskoje)
  • Raade
  • Reinschendorf
  • *Rosenberg (Krasnoflotskoje)
  • Schettnienen (Schtschukino)
  • *Schirten (Potjomkino)
  • *Steindorf (Pokrowskoje)
  • *Thomsdorf
  • Wangnicken (Lesnoi)
  • *Wermten

Pfarrer 1538–1945[Bearbeiten]

Von der Reformation bis zur Vertreibung amtierten in Heiligenbeil als evangelische Geistliche:

  • Peter Hoffmann, 1538–1546
  • Georg Ottingshausen, ab 1550
  • Burchard Mülner, 1552
  • Johann Enckhausen, 1554
  • Christoph Langeus, 1560–1584
  • Friedrich Hoffmann, bis 1561
  • Peter Meisner, 1568–1570
  • David Eberhardus, 1571/1579
  • Johann Cocus, 1584–1612
  • Nicolaus Richart, 1599–1602
  • Christian Reimann, 1606
  • Balthasar Heusselerus, 1610
  • Andreas Threnius, 1612–1629
  • Joachim Artopäus, 1614/1651
  • Georg Martini, 1629–1663
  • Christoph Schultz, 1651–1673
  • Matthäus Preucke, ab 1663
  • Johann von Sander, 1673–1706
  • Christoph Siegfried, 1678–1702
  • Heinrich Porsch, 1702–1730
  • Johann Ludolph Lock, 1706–1735
  • Gottlob Phil. J. Troschel, 1730–1744
  • Johann Schwartz, 1735–1753
  • Georg Gottlieb Fuhrmann, 1744–1765
  • Johann Jacob Rumpe, 1753–1764
  • Johann Emanuel Volmer, 1764–1774
  • Anton Daniel Weber, 1765–1786
  • August Ernst Friesen, 1774–1812
  • Christoph Gottlieb Pottien, 1786–1805
  • Johann Wilhelm Broscheit, 1806–1823
  • Christoph G.W. Brasche, ab 1809
  • Johann Gottfried Schröder, 1823–1834
  • Albert Leopold Julius Ohlert, 1835–1839
  • Johann F.L. Adalbert Wisselinck, 1839–1872
  • Julius Eduard Schröder, 1840–1868
  • Wilhelm August Otto Berger, 1868–1894
  • Johann Friedrich Richter, 1872–1874
  • Hugo August Gottfried Eysenblätter, 1873–1893
  • Carl Friedrich Gustav Zimmermann, 1893–1906
  • Eduard Michel Paul Schalnas, 1894–1904
  • Hans Boretius, 1904–1913
  • Friedrich Grünhagen, 1906–1923
  • Otto Meyhöfer, 1913–1916
  • Adolf Guddas, 1917–1920
  • Paul Just, 1920–1921
  • Walter von Knebel, 1922–1927
  • Bruno Julius Robert Lenz, 1923–1935
  • Walter Vonthein, 1927–1934
  • Paul Bernecker, 1935–1945
  • Hans Krumm, 1935–1945

Kirchenkreis Heiligenbeil[Bearbeiten]

Die Stadt an der Jarft war bis 1945 auch Sitz des Kirchenkreises Heiligenbeil, an dessen Spitze ein Superintendent stand. Der Kirchenkreis Heiligenbeil gehörte zur Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Kirchenkreis-Kirchspielorte[Bearbeiten]

Zum Kirchenkreis Heiligenbeil gehörten 15 Kirchspiele, die heute durch die russisch (RUS)-polnische (PL) Grenze voneinander getrennt sind:

Römisch-katholische Kirche bis 1945[Bearbeiten]

Die katholischen Kirchenglieder gehörten zum Bistum Ermland.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Schienen[Bearbeiten]

Mamonowo ist Grenzbahnhof der Bahnstrecke Malbork (Marienburg)Braniewo (Braunsberg)Kaliningrad (Königsberg (Preußen)), der ehemaligen Preußischen Ostbahn. Von Berlin aus ist Mamonowo b.a.w. wieder täglich per Direktverbindung im Schlafwagen zu erreichen (weiter nach Kaliningrad).

In Heiligenbeil zweigte vor 1945 eine Nebenbahn nach Osten über Rehfeld (heute polnisch: Grzechotki) und Deutsch Thierau (heute russisch: Iwanzowo) nach Zinten (Kornewo) ab, wo sie an die Bahnstrecke Königsberg (Preußen) (Kaliningrad) – Allenstein (Olsztyn) anschloss und auch eine Verbindung nach Preußisch Eylau (Bagrationowsk) hatte. Die Strecke jedoch führte nach 1945 durch das russisch-polnische Grenzgebiet und wurde nicht reaktiviert.

Straßen[Bearbeiten]

Durch die Stadt Mamonowo verläuft die russische Fernstraße A 194 (ehemalige deutsche Reichsstraße 1, heute auch Europastraße 28) mit Anschluss an die polnische Landesstraße 54 (Grenzübergang Mamonowo I/Gronowo (Grunau)).

Die früher als „Reichsautobahn Berlin–Königsberg“ geplante Reichsautobahn von Elbląg (Elbing) nach Kaliningrad (Königsberg) führt als russische Fernstraße P 516 (auf polnischer Seite Schnellstraße 22, Grenzübergang Mamonowo II/Grzechotki (Rehfeld)) in einer Entfernung von zehn Kilometern an der Stadt vorbei, es besteht auch eine eigene Ausfahrt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Besonderes[Bearbeiten]

Durch die fast vollständige Zerstörung 1945 blieben nur die Fundamente des Stadtgrundrisses erhalten. Selbst von der alten Kirche steht nur noch ein Mauerfragment. Bis 1945 war die regelmäßig angelegte Stadt recht gut erhalten. Als Hafenplatz diente der Vorort Rosenberg, das bis 1935 ein selbständiges Fischerdorf war.

Eine Spezialität war die Heiligenbeiler Spielzeugbüchse, ein kleines Holzfass, das mit gedrechselten Puppenhausmöbeln gefüllt war. Das Drechslerhandwerk spielte noch bis ins 20. Jahrhundert eine besondere Rolle in der Stadt.

Das Archiv der 4. Armee, die 1945 Heiligenbeil verteidigte, wurde 2004 in einem Wald in der Nähe der Stadt aufgefunden.[11]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Emil Johannes Guttzeit: Heiligenbeil und sein Bürgerbuch von 1770 bis 1918. Königsberg 1939.
  • Emil Johannes Guttzeit: 100 Jahre Kreissparkasse Heiligenbeil. Geschichtlicher Rückblick auf Gründung und Entwicklung der Sparkasse des Kreises Heiligenbeil. Heiligenbeil 1942.
  • Emil Johannes Guttzeit: Das Bürgerbuch der Stadt Heiligenbeil von 1770 bis 1918. Hamburg 1969.
  • Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945. Hamburg 1968.
  • Wulf D. Wagner: Die Güter im Kreis Heiligenbeil in Ostpreußen. Leer 2005 ISBN 3-7921-0640-X.
  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen. Marienwerder 1785, S. 15–16 (Volltext, Google)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mamonowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. http://www.verwaltungsgeschichte.de/heiligenbeil.html Wahlergebnis der Reichstagswahl 1933
  3. Ostpreussen
  4. http://images.zeit.de/text/2005/03/A-Flucht_45 "Schickt Schiffe" ZEIT-Online 3/2005
  5. Man findet allerdings die Bezeichnung Dorfsowjet auch noch in späteren Jahren.
  6. bis 1920 Polnisch Bahnau
  7. umbenannt wurde nur Jürkendorf
  8. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen. Marienwerder 1785, S. 15–16.
  9. a b c d e Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Ostpreußen: Landkreis Heiligenbeil (2006)
  10. Der Große Brockhaus. 15. Auflage, Band 8, Leipzig 1931, S. 308.
  11. Koenigsberger Express Das Niemandsland gibt ein Geheimnis preis. Koenigsberger Express, Ausg. 7, 2004