Slowenische Demokratische Partei

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Dieser Artikel befasst sich mit der SDS, der ehemaligen „Sozialdemokratischen Partei Sloweniens“, nicht zu verwechseln mit den „Sozialdemokraten Sloweniens“ (Socialni demokrati).
Slovenska demokratska stranka
Slowenische Demokratische Partei
Logo der SDS
Janez Janša cropped.jpg
Partei­vorsitzender Janez Janša
Gründung 16. Februar 1989
Haupt­sitz Ljubljana
Aus­richtung Konservatismus, Christdemokratie, Nationalkonservatismus
Farbe(n) Gelb, Blau
Parlamentsmandate 26 von 90 (Državni zbor, 2011)
Europapartei Europäische Volkspartei (EVP)
EP-Fraktion Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten)
Website www.sds.si

Die Slowenische Demokratische Partei (slowenisch Slovenska demokratska stranka, Abkürzung SDS) ist eine politische Partei in Slowenien. Sie ist Mitglied der Europäischen Volkspartei. Ihr Vorsitzender ist seit 1993 Janez Janša.

Geschichte[Bearbeiten]

Die SDS wurde am 16. Februar 1989 als Sozialdemokratischer Bund Sloweniens (Socialdemokratska zveza Slovenije SDZS) gegründet. Ihr erster Vorsitzender war Führer der oppositionellen Gewerkschaft Neodvisnost, France Tomšič, dem im November 1989 Jože Pučnik folgte.

Zu den ersten Mehrparteienwahlen in Slowenien am 8. April 1990 bildete die SDZS mit anderen Oppositionsparteien – dem Slowenischen demokratischen Bund (Slovenska demokratična zveza SDZ), den Slowenischen Christdemokraten (Slovenski krščanski demokrati SKD), dem Slowenischen Bauernbund (Slovenska kmečka zveza), der Slowenischen Handwerkerpartei (Slovenska obrtniška stranka) und den Grünen Sloweniens (Zeleni Slovenije) das Wahlbündnis DEMOS, das diese Wahlen mit 52 % der Stimmen gewann und unter dem Christdemokraten Lojze Peterle eine Regierung bildete.

1992 benannte sich die SDZS in Sozialdemokratische Partei Sloweniens (Socialdemokratska stranka Slovenije SDSS) um. Auf dem dritten Parteitag im Mai 1993 wurde Janez Janša Parteivorsitzender, wiedergewählt auf den Parteitagen 1995, 1999, 2001 und 2005.

Viele heutige Mitglieder der SDS entstammen dem Slowenischen demokratischen Bund (Slovenska demokratična zveza SDZ) und dem Slowenischen Sozialdemokratischen Bund (Socialdemokratska zveza Slovenije SDZS).

Im Jahr 2000 ging die SDS ein Bündnis mit der Partei Neues Slowenien ein. 2004 erfolgte die Umbenennung in Slowenische Demokratische Partei.

Am 3. Oktober 2004 erlangte die SDS bei den slowenischen Parlamentswahlen 29,1 % der Stimmen und wurde so stärkste Kraft im slowenischen Parlament. Seitdem stellte sie mit Janez Janša den Ministerpräsidenten Sloweniens.

Bei der Parlamentswahl am 21. September 2008 erreichte die SDS 29,3 %; aufgrund von Verlusten ihrer bisherigen Koalitionspartner kann sie aber keine Regierung mehr stellen.

Bei vorgezogenen Parlamentswahlen am 4. Dezember 2011 wurde die SDS zweitstärkste politische Kraft nach der neu gegründeten Partei Pozitivna Slovenija. Nach Verhandlungen mit vier kleineren Parteien bildete die SDS eine Mitte-Rechts-Koalition; Janez Janša wurde am 28. Januar 2012 als Nachfolger Borut Pahors zum neuen slowenischen Ministerpräsidenten gewählt.[1]

Parteitradition[Bearbeiten]

Die SDS betrachtet sich als Nachfolgerin der am 15. und 16. August 1896 in Ljubljana gegründeten Jugoslawischen sozialdemokratischen Partei (Jugoslovanska socialdemokratska stranka JSDS), die sich als Arbeiterpartei aller südslawischen Gebiete Österreich-Ungarns verstand, 1941 und erneut 1945 verboten wurde.

Parteijugend[Bearbeiten]

Die im Oktober 1989 gegründete Jugendorganisation SDM (Slovenska demokratska mladina) ist der älteste und derzeit größte Parteijugendverband Sloweniens. Ihr erster Vorsitzender war Matej Makarovič, derzeit ist es Nikolaj Oblak.

Literatur[Bearbeiten]

  • Arno Weckbecker und Frank Hoffmeister, Die Entwicklung der politischen Parteien im ehemaligen Jugoslawien, 1997 (ISBN 3-486-56336-X), S. 239

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Standard: Janez Jansa zum neuen Premier gewählt, 28. Jänner 2012.