Solms

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der hessischen Stadt Solms. Für andere Bedeutungen, siehe Solms (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Solms
Solms
Deutschlandkarte, Position der Stadt Solms hervorgehoben
50.5252777777788.4097222222222153Koordinaten: 50° 32′ N, 8° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 153 m ü. NHN
Fläche: 34,05 km²
Einwohner: 13.250 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 389 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35606
Vorwahlen: 06441, 06442
Kfz-Kennzeichen: LDK, DIL
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 021
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Oberndorferstraße 20
35606 Solms
Webpräsenz: www.solms.de
Bürgermeister: Frank Inderthal (SPD)
Lage der Stadt Solms im Lahn-Dill-Kreis
Dietzhölztal Haiger Eschenburg Siegbach Dillenburg Breitscheid (Hessen) Driedorf Greifenstein (Hessen) Bischoffen Herborn Sinn (Hessen) Mittenaar Hohenahr Ehringshausen Aßlar Lahnau Wetzlar Hüttenberg (Hessen) Solms Leun Braunfels Schöffengrund Waldsolms Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Gießen Wetteraukreis Hochtaunuskreis Landkreis Limburg-WeilburgKarte
Über dieses Bild
Solmser Stadtteile

Solms ist eine Stadt westlich von Wetzlar im Lahn-Dill-Kreis, Hessen.

In Burgsolms stand die Stammburg des Grafen- und Fürstengeschlechts Solms mit den Hauptlinien Solms-Braunfels mit Sitz in Braunfels und Solms-Hohensolms-Lich mit Sitz in Lich.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Solms liegt direkt im Lahntal und ist eingebettet zwischen den Mittelgebirgsausläufern Taunus und Westerwald mit Höhen zwischen 140 und 400 Meter über NN. Da die Lahn die geographische Grenze zwischen Taunus und Westerwald bildet, liegen Teile von Solms im Taunus, andere Teile im Westerwald.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Solms grenzt im Norden an die Gemeinde Ehringshausen und die Stadt Aßlar, im Osten an die Stadt Wetzlar, im Süden an die Gemeinde Schöffengrund und die Stadt Braunfels, sowie im Westen an die Stadt Leun (alle im Lahn-Dill-Kreis).

Gliederung[Bearbeiten]

Sie besteht aus folgenden Stadtteilen:

Geschichte[Bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 788 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch. Die Dörfer, die heute die Stadt Solms bilden, gehörten über Jahrhunderte zur Grafschaft Solms bis zu deren Auflösung im Jahre 1806. Nach einem kurzen nassauischen Zwischenspiel kamen sie 1815 zu Preußen.

In Zuge der hessischen Gebietsreform schlossen sich am 1. Juli 1971 die Gemeinden Albshausen und Oberbiel freiwillig zu Bielhausen sowie Burgsolms und Oberndorf zu Solms zusammen. Durch Landesgesetz wurden diese beiden neuen Gemeinden mit Niederbiel am 1. Januar 1977 zur neuen Gesamtgemeinde Solms vereinigt, die am 11. April 1978 das Stadtrecht verliehen bekam.[2]

1803 wurde das Kloster Altenberg säkularisiert, d.h. verweltlicht und den Fürsten zu Solms-Braunfels als Entschädigung zugesprochen. Die Klosterkirche wurde von nun an unter fürstlichem Patronat von der evangelischen Kirchengemeinde Oberbiel genutzt. Solms-Braunfels verlor seine Besitzungen in Elsass-Lothringen an Frankreich.

1806 kam das Fürstentum Solms-Braunfels mit den Ämtern Braunfels und Greifenstein an das Herzogtum Nassau. Bereits 1815 wiederum an das Königreich Preußen. Der Fürst behielt allerdings einige seiner standesgemäßen Rechte. Zusammen mit der ehemaligen Reichsstadt Wetzlar bildete man eine Enklave der Preußischen Rheinprovinz. (Dies spiegelt sich unter anderem heute noch darin wider, dass der Altkreis Wetzlar zur Rheinischen Landeskirche gehört.)

Nach einer wirtschaftlichen Blütezeit seit den 1860ern, führte in den 1920er-Jahren eine schwere Wirtschaftskrise zum Untergang mehrerer Bergwerke und Unternehmen. Unter anderem wurde die erst knappe 20 Jahre zuvor in Betrieb genommene Georgshütte in Burgsolms wieder abgerissen.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[3]

Gemeindewahl in Solms 2011
Wahlbeteiligung 42,9 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,3 %
23,4 %
23,0 %
10,7 %
2,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+9,5 %p
-12,2 %p
+1,0 %p
+4,1 %p
-2,4 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,3 15 30,8 11
FWG Freie Wählergemeinschaft Solms 23,4 9 35,6 13
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,0 8 22,0 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 10,7 4 6,6 3
FDP Freie Demokratische Partei 2,6 1 5,0 2
gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 42,9 39,7

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister Frank Inderthal (SPD) ist seit dem 1. August 2010 im Amt. Er wurde am 28. Februar 2010 zum Bürgermeister der Stadt Solms gewählt. Er erhielt 64,6 Prozent der Stimmen, auf den Amtsinhaber Jörg Ludwig (FWG) entfielen 35,4 Prozent der Stimmen. Ludwig war seit 1992 im Amt.[4]

Jugendrat der Stadt Solms[Bearbeiten]

Seit 2002 besteht der Jugendrat der Stadt Solms als offizielles Gremium der Stadt. Er vertritt die Interessen und Belange der Solmser Jugendlichen vor den Politikern. Er wird alle 2 Jahre, von den Kindern und Jugendlichen die in Solms wohnen oder die Gesamtschule in Solms besuchen, gewählt.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Solms unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein mit sieben blauen Schindeln bestreuter, blauer, rotbewehrter und -bezungter Löwe, belegt mit einem Herzschild, darin in Silber ein rotes Schlägel und Eisen.“

Der blaue Löwe auf goldenem Grund ist das Wappen der Grafen von Solms. Schlägel und Eisen symbolisieren die alte Bergmannstradition der Stadtteile. Hierbei stehen die Farben Rot und Silber für das Kloster Lorch, in dessen Besitz die Gemeinde Oberndorf im 8. Jahrhundert gewesen ist. Das Stadtwappen ist ursprünglich das Wappen der Gemeinde Oberndorf.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnhof Albshausen
ehemaliger Bahnhof Braunfels-Oberndorf

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Vor allem im Solmser Gewerbepark haben Firmen aus der Metallverarbeitung, dem Maschinenbau, Baugewerbe sowie Handel ihren Sitz. Der Geschäftsbereich Umwelt, Energie und Abfallwirtschaft des griechischen Konzerns Ellaktor hat seinen Sitz in Solms.

In Solms gibt es eine Anzahl von Bootsvermietern sowie einen naturbelassenen Zeltplatz direkt an der Lahn.

Verkehr[Bearbeiten]

Solms ist über die Bundesstraße 49 zu erreichen. Es existiert sowohl eine Anschlussstelle in Oberbiel, als auch eine für die restliche Stadt.

An den Schienenverkehr ist die Stadt mit einem Bahnhof in Albshausen und einem Haltepunkt in Burgsolms (beide Lahntalbahn) angeschlossen.

Früher zweigte hinter dem Bahnhof Albshausen die Solmsbachtalbahn in Richtung Grävenwiesbach ab. An ihr lagen auf Solmser Gemarkung der Haltepunkt Burgsolms-Oberndorf und der Bahnhof Braunfels-Oberndorf. Die Strecke wurde für den Personenverkehr bereits 1985 stillgelegt. 1988 wurde dann auch der Güterverkehr eingestellt. Die Bahnstrecke wurde weitestgehend abgebaut. Der Bahndamm ist immer noch gut erkennbar.

Medien[Bearbeiten]

Die Tageszeitung für Solms ist die Solms-Braunfelser der Zeitungsgruppe Lahn-Dill. Sie ist die Regionalausgabe der Wetzlarer Neuen Zeitung.

Zudem lässt die Stadt Solms wöchentlich die Solmser Nachrichten durch den Linus Wittich Verlag ausgeben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Jüdischer Friedhof
Heimatmuseum
  • Kloster Altenberg, Grablege der seligen Gertrud, Tochter der Hl. Elisabeth (Stadtteil Oberbiel)
  • Besucherbergwerk „Grube Fortuna“ (Stadtteil Oberbiel) mit Feld- und Grubenbahnmuseum
  • 1000 jährige Eichen, Unter den Eichen (Stadtteil Albshausen)
  • Jüdischer Friedhof (Stadtteil Burgsolms)
  • Richtstätte (Galgen) an der Straße zwischen Oberndorf und Albshausen von 1750, seltenes hessisches Rechtsmal
  • Volkssternwarte (Stadtteil Burgsolms)

Industrie- und Heimatmuseum Solms[Bearbeiten]

Das im Solmser Stadtteil Burgsolms (Bahnhofsallee) befindliche Museum besteht aus zwei Teilen. Im Heimatmuseum wird das Leben der Solmser um 1900 dargestellt. Verschiedene Ausstellungen und Vorträge zu lokalhistorischen bzw. vereinsgeschichtlichen Themen runden das Angebot ab. Das Heimatmuseum ist im Büro der ehemaligen Hollmann-Werke untergebracht. Besonderes Stück: Eine steinerne Kanonenkugel, die vermutlich von der Belagerung und Zerstörung der Burg Solms im Jahre 1384 stammt. In der Hollmann-Halle befindet sich das Industriemuseum. Neben den landwirtschaftlichen Geräten, die die Fa. Hollmann hier seit den 1880ern herstellte, werden z. T. funktionierende Dampf- und Drahtziehmaschinen gezeigt. Ebenso geht man auf die Eisenverhüttung sowie auf die Verarbeitung von Feldfrüchten ein. Besonderes Stück: Eine funktionierende Mühle aus dem Siebenmühlental sowie eine Nagelstanze aus der Oberndorfer Hütte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 380, 381 und 383.
  3. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Solms, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 11. April 2011.
  4. mittelhessen.de: Inderthal ist neuer Bürgermeister, abgerufen am 28. Februar 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Solms – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien