Braunfels

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Braunfels (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Braunfels
Braunfels
Deutschlandkarte, Position der Stadt Braunfels hervorgehoben
50.51758.3888888888889236Koordinaten: 50° 31′ N, 8° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 236 m ü. NHN
Fläche: 47,29 km²
Einwohner: 10.741 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 227 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35619
Vorwahlen: 06442,
06445 (Neukirchen),
06472 (Altenkirchen),
06473 (Tiefenbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LDK
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 003
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hüttenweg 3
35619 Braunfels
Webpräsenz: www.braunfels.de
Bürgermeister: Wolfgang Keller (parteilos)
Lage der Stadt Braunfels im Lahn-Dill-Kreis
Dietzhölztal Haiger Eschenburg Siegbach Dillenburg Breitscheid (Hessen) Driedorf Greifenstein (Hessen) Bischoffen Herborn Sinn (Hessen) Mittenaar Hohenahr Ehringshausen Aßlar Lahnau Wetzlar Hüttenberg (Hessen) Solms Leun Braunfels Schöffengrund Waldsolms Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Gießen Wetteraukreis Hochtaunuskreis Landkreis Limburg-WeilburgKarte
Über dieses Bild
Braunfelser Stadtteile
Luftaufnahme 2007
Schloss Braunfels – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Braunfels ist ein Luftkurort[2] und eine Stadt im Lahn-Dill-Kreis in Hessen (Deutschland).

Bekannt ist Braunfels für sein Schloss, das seit dem 13. Jahrhundert Sitz der Grafen von Solms ist.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Braunfels liegt im östlichen Hintertaunus auf einer Höhe von etwa 240 Metern, 2 km südlich dem Lahntal, 10 km westlich der Kreisstadt Wetzlar.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 752 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 52 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 3 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Braunfels grenzt im Nordwesten an die Stadt Leun, im Norden an die Stadt Solms, im Osten an die Gemeinde Schöffengrund, im Südosten an die Gemeinde Waldsolms (alle im Lahn-Dill-Kreis), im Süden an die Gemeinde Weilmünster sowie im Westen an die Stadt Weilburg und die Gemeinde Löhnberg (alle drei im Landkreis Limburg-Weilburg).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Braunfels gliedert sich in sechs Stadtteile. Neben der Kernstadt (6016) sind dies nordwestlich Tiefenbach (1116) sowie Bonbaden (1511) und Neukirchen (606) südöstlich. Im Süden liegen Philippstein (994) und Altenkirchen (788) (Einwohnerzahlen jeweils in Klammern, Stand 31. Dezember 2009).[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Stadt und Schloss Braunfels wurden 1246 erstmals erwähnt. Möglicherweise auch 1245, dies ist auf dem Original der Urkunde nicht eindeutig zu erkennen.

Schloss Braunfels, aus einer im 13. Jahrhundert gegen die Grafen von Nassau errichteten Trutzburg hervorgegangen, diente ab ca. 1260 als Wohnburg der Braunfelser Linie der Herren zu Solms. Nach der Zerstörung der Burg Solms durch den Rheinischen Städtebund 1384 wurde die Burg Braunfels neuer Stammsitz der Grafen von Solms. In der mehr als 750-jährigen Baugeschichte der ehemaligen Burg fanden zahlreiche Umbauten statt. Im Stadtwappen ist das Wappentier der Grafen von Solms – steigender Löwe in den Farben Blau und Gelb – erhalten.

Unterhalb der Burg entstanden im 13. und 14. Jahrhundert drei Talsiedlungen, die sich, wehrhaft befestigt, als eine Art Vorburg um die Kernburg herum gruppierten. Tal und Vordertal lagen im Süden innerhalb der Stadtmauern, Hintertal im Norden und Osten außerhalb der Mauern.

Neuzeit[Bearbeiten]

Reformation bis zum Dreißigjährigen Krieg[Bearbeiten]

Stadtrecht besitzt Braunfels seit 1607. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Braunfels fünfmal von feindlichen Truppen besetzt. Die Bevölkerung dezimierte sich durch Hungersnöte und Pest um 50 %. Am Ende setzte die Reformation sich in Braunfels wie in der gesamten Lahn- und Dillgegend durch.

Dreißigjähriger Krieg bis zum Ende des 18. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Der Flächenbrand von 1679 vernichtete große Teile der Stadt und der zum Barockschloss ausgebauten Burg. Das Schloss wurde danach unter Verwendung der noch bestehenden Bausubstanz wieder aufgebaut und erweitert; der Stadt wurde der vor den Stadtmauern liegende und bis heute erhaltene regelmäßige Marktplatz mit seinen umliegenden Straßenzügen hinzugefügt. Zahlreiche Fachwerkhäuser entstanden im Zuge des Wiederaufbaus Ende des 17. sowie im 18. Jahrhundert.

Vom Ausbau des Schlosses zur fürstlichen Residenz im 18. Jahrhundert profitierte auch die Stadt. Zünfte wurden gebildet, und es kam zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.

19. Jahrhundert bis zum Ende des Ersten Weltkriegs[Bearbeiten]

Der Reichsdeputationshauptschluss 1803 beendete die territoriale Selbstständigkeit der Fürsten von Solms. Die Besitzungen fielen an das Herzogtum Nassau und mit dem Wiener Kongress 1815 an das Königreich Preußen, dessen Geschichte Braunfels des Weiteren teilte.

Während der Märzrevolution 1848 führten am 18. März tausende revolutionär gesinnte Bürger aus den umliegenden Ortschaften einen Sturm auf Braunfels durch, der jedoch am 15. April mit Hilfe des Preußischen Militärs niedergeschlagen wurde.[4] Dennoch wurden die Gerichte in Braunfels und Ehringshausen am 26. April dem Kreisgericht unterstellt und der Wetzlarer Landrat Keßler übernahm am 6. Mai die Regierung in Braunfels.[5]

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Braunfels zur Kurstadt ausgebaut. Aus einer Milchkur-Anstalt und einem Kneipp-Bad entstanden Zug um Zug die heute noch bestehenden Kuranlagen.

Weimarer Republik und Nationalsozialismus[Bearbeiten]

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts teilt Braunfels die Probleme der globalen wirtschaftlichen und politischen Entwicklung (Inflation und Arbeitslosigkeit in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus propagandistisch gestützte Beschäftigungsprogramme, im Zweiten Weltkrieg Einweisung von evakuierten und ausgebombten Familien in Notquartiere).

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs[Bearbeiten]

Nach 1950 setzte der Wiederaufbau ein. 1957 beging die Stadt, die sich seit 1961 Luftkurort nennt, ihre 700-Jahres-Feier, die 1946 nachkriegsbedingt verschoben werden musste. Neue infrastrukturelle Einrichtungen, Wohnviertel und Sportanlagen entstanden in den 1960er und 1970er Jahren.

1981 wurde die Stadt Braunfels mit dem Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. Weitere Prädikate für Naturschutz und Familienfreundlichkeit folgten. Seit 1994, zwei Jahre vor der 750-Jahres-Feier, gibt es die mittelalterlichen Festspiele Spektakulum als überregional beworbene Touristenattraktion.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Mit der Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis die Stadt Braunfels und die Gemeinden Bonbaden, Neukirchen sowie Tiefenbach zur Stadt Braunfels zusammen.[6] Am 1. Juli 1974 wurden die Gemeinden Philippstein und Altenkirchen im Rahmen der Auflösung des Oberlahnkreises nach Braunfels eingegliedert.[7]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[8]

Gemeindewahl in Braunfels 2011
 %
40
30
20
10
0
34,8 %
30,7 %
17,6 %
11,0 %
5,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,7 %p
-1,9 %p
+8,5 %p
-1,3 %p
-2,5 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,8 13 37,5 14
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,7 11 32,6 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 17,6 7 9,1 3
FWG Freie Wählergemeinschaft Braunfels 11,0 4 12,3 5
FDP Freie Demokratische Partei 5,9 2 8,4 3
gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 43,5 45,9

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 7. Oktober 2012 fand die Bürgermeisterwahl statt. Wolfgang Keller setzte sich im ersten Wahlgang mit 53,4% der Stimmen durch. Damit wurde er im Amt bestätigt und tritt seine zweite Amtszeit an. Amtliches Endergebnis:[9]

Bewerber Partei  % Stimmen
Keller, Wolfgang parteilos 53,2 1.840
Lückel, Detlev unabhängig 46,8 1.621

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In von Gold und Blau geteiltem Schild ein rot-gezungter Löwe in verwechselten Farben.“

Das am 10. August 1937 durch den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau verliehene Wappen übernimmt nach einem persönlichen Entwurf des Oberpräsidenten Philipp von Hessen den Schild des fürstlich-solmsischen Stammwappens und wandelt ihn, da das Fürstengeschlecht noch blüht, durch Schildteilung und Farbwechsel ab. Im Schutz der solmsischen Burg ist ein Ort entstanden, dem der Graf 1607 einen Freibrief ausstellte, und das Stammschloss ist heute noch Sitz des Fürstenhauses Solms-Braunfels. Die mit der Wappenverleihung genehmigte Stadtfahne zeigt in einem von Blau und Gold geteilten Feld das Stadtwappen in der Weise, dass das goldene Feld vom blauen Streifen und das blaue Feld vom goldenen Streifen aufgenommen wird.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Braunfels unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

FrankreichFrankreich Bagnols-sur-Cèze in Frankreich,
BelgienBelgien Eeklo in Belgien,
ItalienItalien Feltre in Italien,
UngarnUngarn Kiskunfélegyháza in Ungarn,
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten New Braunfels in Texas, Vereinigte Staaten,
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Newbury (Berkshire), Großbritannien,
OsterreichÖsterreich Rohrmoos-Untertal in Österreich, seit 1961.

Die Partnerstadt New Braunfels in Texas (Vereinigte Staaten) wurde von Auswanderern aus Braunfels gegründet. Die Kleinstadt zwischen Austin, TX und San Antonio, TX ist heute eine Touristenattraktion, die sich auf ihre deutschen Wurzeln beruft und in der bis heute deutschsprachige Geschäfte und Restaurants anzutreffen sind. Ein großer Vergnügungs- und Aquapark („Schlitterbahn“), die einschlägige Gastronomie („Schnitzelhaus“, „Omas Haus“ ...) sowie ein „genuine Oktoberfest“ sollen bei Besuchern aus Deutschland auch schon einmal gegen Heimweh geholfen haben.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Optik[Bearbeiten]

Braunfels hatte erheblichen Anteil an der Entwicklung der optischen Industrie im Lahn-Dill-Gebiet. 1846 legte dort Carl Kellner in einer Werkstatt seines elterlichen Hauses, sein Vater war fürstlicher Hüttenverwalter, den Grundstein für sein optisches Institut. 1848/49 kam es zur ersten kurzen Zusammenarbeit mit Moritz Hensoldt in Braunfels. 1849 kam es schließlich zum endgültigen Umzug und zur Gründung des optischen Instituts in Wetzlar, woraus das Unternehmen Leitz entstand. Mit Unterstützung des Fürsten Ferdinand zu Solms-Braunfels gründeten 1861 der Cousin und Nachfolger Kellners, Louis Engelbert, gemeinsam mit Moritz Hensoldt eine Werkstatt für Mikroskope, die 1865 in das verkehrsgünstigere Wetzlar umzog. Damit endete die Geschichte der optischen Industrie in Braunfels.[10]

Verkehr[Bearbeiten]

Ehemaliger Bahnhof Braunfels-Oberndorf

Bis 1985 wurde im Ortsteil Oberndorf ein Bahnhof an der Solmsbachtalbahn unterhalten. Heute ist der Bahnhof Leun/Braunfels an der Lahntalbahn die nächstgelegene Bahnstation.

Ebenfalls in Leun wird mit der Bundesstraße 49 die nächstgelegene Fernverkehrsstraße erreicht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Braunfels
Fachwerkhäuser Auf der Schütt
Fachwerkhäuser am Marktplatz
Solmser Hof, Unterstes Burgtor und Blick zum Schloss
Schlossstraße mit dem Palais Hartleben ganz hinten quer

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Schloss Braunfels: Der letzte, die heutige Erscheinung des Schlosses bestimmende Umbau der im Kern mittelalterlichen, im 17. Jahrhundert barock umgestalteten Anlage fand ab 1880 nach Plänen des neugotischen Baumeisters Edwin Oppler statt. Im Schloss befinden sich zahlreiche Kunstwerke der Familie Solms-Braunfels, u. a. Gemälde niederländischer Meister (van Eyck), der hessischen Malerfamilie Tischbein, der kunsthistorisch bedeutende Altenberger Altar, von dem sich Teile im Frankfurter Städel sowie im Bayerischen Nationalmuseum in München befinden, sowie der legendäre Ring der hl. Elisabeth von Thüringen. Zu besichtigende Bereiche umfassen den Schlosshof, Rittersaal, Gesellschaftsräume und Gemäldegalerie, sakrale Ausstellungsstücke aus dem Kloster Altenberg, die Galerie mir Jagdgemälden von Johannes Deiker sowie den Kanonenplatz. Außerdem sind das fürstliche Familienmuseum und die Schlosskirche mit baugeschichtlicher Ausstellung zugänglich.
  • Altstadt: Die Innere Altstadt mit ausgeprägten Verteidigungsanlagen ist als vorburgartige Erweiterung rund um die Burg zu verstehen, welche die drei Talsiedlungen Tal, Vordertal und Hintertal schützten. Dem Weg durch das Hintertal entspricht der heutige Burgweg mit einfachen Fachwerkhäusern und zwei Toren (Klepper-, Ritter- oder Teufelstor im Norden, Hintertäler Tor mit Hochzeitslinde im Südosten).
  • Der Marktplatz in seiner heutigen Gestalt entstand nach dem Stadtbrand von 1679. Zu seinen restaurierten Fachwerkhäusern zählen u. a. der Solmser Hof (vormals Gemeindebackhaus und Reitstall, heute Restaurant), das Haus am ehemaligen Zwinger von 1691 (heute Hotel) sowie die historische Metzgerei (später Postamt) von 1708. Der Marktbrunnen stammt von 1727.
  • Weitere Fachwerkhäuser aus dem späten 17. und 18. Jahrhundert stehen Auf der Schütt oberhalb des Marktplatzes. Hier handelt es sich um eine bebaute Aufschüttung von Asche, Schutt und Erde nach dem Stadtbrand von 1679. In der Schlossstraße haben sich mit dem Meanderhaus (erbaut 1700, seit 1806 Rentkammer) und dem Palais Hartleben (erbaut1681) ebenfalls sehenswerte Fachwerkhäuser erhalten.[11]
  • Das ehemalige fürstliche Brauhaus östlich der Stadt ist das Geburtshaus von Friederike Münster, der späteren Ehefrau des Pfarrers Theodor Fliedner.
  • Die Burgruine Philippstein liegt auf einem Hang und ist durch einen Halsgraben, welcher heute teilweise verfüllt ist, vom Berg abgetrennt. Erhalten geblieben sind von der Burg der runde Bergfried, Reste des Kellers sowie Teile der Umfassungsmauer.

Parks[Bearbeiten]

  • Der große Kurpark mit Lindenallee wurde im Kern um 1700 angelegt und im 19. Jahrhundert durch verschiedene Bauten im neogotischen Stil erweitert. Ein prominenter Besucher war 1887 der spätere 99-Tage-Kaiser Friedrich III. Zum historischen Baumbestand des Parks zählen auch Mammutbäume. Die Wandelhalle wurde 1990 umgebaut und modernisiert.
  • Der zeitgleich mit dem Kurpark unter Graf Wilhelm Moritz angelegte Tiergarten war das ehemalige gräfliche Jagdrevier. In dem ca. 55 ha großen Wald leben Rehe und Damhirsche, Europäische Mufflons und Wildschweine. Das Gasthaus ist das historische gräfliche Forsthaus. Rundwanderwege führen in die nahe Parklandschaft, und die organisierten Wildfütterungen sind für die Kinder eine Attraktion.

Museen[Bearbeiten]

  • Das skurrile Dr. Kanngießer’sche Waldmuseum (eingerichtet 1916) ist eine Mineralien-, Pflanzen- und Fossiliensammlung des Naturforschers, Arztes und Toxikologen Friedrich Kanngießer.
  • Das Stadtmuseum Obermühle, ein heimatgeschichtliches Museum, ist in einer ehemaligen Kornmühle (1450 erwähnt) eingerichtet, die auf den Fundamenten eines Wehrturms (erwähnt 1250) steht. Sie ist damit das älteste bekannte Gebäude im Tal unterhalb des Burgbergs. Das Museum existiert seit 1972 und enthält Exponate aus dem lokalen Alltag der Handwerker und Bauern.
  • Nicht zu verwechseln mit dem Stadtmuseum Obermühle ist das Brauhaus Obermühle (Brauhaus der 1868 von Philip Wahl gegründeten Schlossbrauerei Braunfels, die 1996 die Produktion einstellte; diese wiederum nicht zu verwechseln mit der älteren fürstlichen Brauerei); sie ist ein Gasthof, in dem seit 2003 auch wieder eigenes Bier gebraut wird.

Sport[Bearbeiten]

Der FSV Braunfels spielt in der Saison 2009/2010 in der Fußball-Verbandsliga Mitte.

Der TuS Philippstein spielt seit 2006 wieder aktiv Fußball in der Kreisliga B Wetzlar Süd.

Die Luftsportgemeinschaft Braunfels e.V. unterhält nördlich der Stadt ein Fluggelände mit Segel-, Ultraleicht- und Motorseglerbetrieb. Webseite des Vereins

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die mittelalterlichen Ritterspiele Spektakulum gibt es alle zwei Jahre an einem Sommerwochenende seit 1994 (mit Unterbrechungen); sie werden vom lokalen Aktionsring Braunfels e. V. organisiert und fanden 2007 zum 8. Mal statt. Organisierte Kampfspiele, Darbietungen von Gauklern und Akrobaten, Schaustellern und sonstigem „fahrenden Volk“ und Festumzüge in historischen Kostümen ziehen an den beiden Tagen zahlreiche Touristen an. Dabei verwandelt sich der gesamte Kurpark in ein großes Ritterlager.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Heinrich Jockel, Fürstlicher Kammerrat a. D., erhielt 1951 die Ehrenbürgerwürde
  • Fürst Georg Friedrich (1890–1970) und Fürstin Beatrice zu Solms-Braunfels, erhielten 1963 die gemeinsame Ernennung zur Ehrenbürgerwürde
  • Rolf Ahrens, Direktor a. D. der Neurologischen Klinik, wurde 1980 zum Ehrenbürger ernannt
  • Graf Hans-Georg (1920–2003) und Gräfin Marie Gabrielle (1918-2003) von Oppersdorff Solms-Braunfels wurde 1986 die Ehrenbürgerwürde verliehen

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Mary Roos (* 1949), deutsche Schlagersängerin
  • Ulrich Sporleder (1911–1944), evangelischer Theologe, Pfarrer der Bekennenden Kirche in Marienburg und Marienwerder, Offizier der deutschen Wehrmacht und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  78. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 15. November 2012. In: Staatszeiger für das Land Hessen. Nr. 7, 2013, ISSN 0724-7885, S. 309.
  3. Stadt Braunfels: Braunfels in Zahlen – Einwohnerstatistik, abgerufen am 3. Februar 2010
  4. W. Cornelius: Sturm auf Braunfels – Der Aufruhr im Solmser Land im April 1848. WNZ – Heimat an Lahn und Dill, Nr. 211 (1988).
  5. F. Wieber: Niederbiel – Heimatschrift zur Schuleinweihung am 10. Dezember 1960. Verlagsdruckerei Wetzlar, 1960.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 380.
  7. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 284
  8. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Braunfels Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 4. April 2011.
  9. Wahlergebnis der Bürgermeisterwahl 2012
  10. Kurzer Abriss der Geschichte Kellners und Hensoldts in Braunfels mit Bildern eines Braunfelser Mikroskops
  11. Michael Losse: Die Lahn: Burgen und Schlösser, S. 74, 75

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Braunfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Braunfels – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen