Rosbach vor der Höhe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rosbach v. d. Höhe
Rosbach vor der Höhe
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rosbach v. d. Höhe hervorgehoben
50.2986111111118.7005555555556159Koordinaten: 50° 18′ N, 8° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 159 m ü. NHN
Fläche: 45,33 km²
Einwohner: 12.066 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 266 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61191
Vorwahlen: 06003 (Ober- und Nieder-Rosbach),
06007 (Rodheim)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 023
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Homburger Straße 64
61191 Rosbach v. d. Höhe
Webpräsenz: www.rosbach-hessen.de
Bürgermeister: Thomas Alber (parteilos)
Lage der Stadt Rosbach v. d. Höhe im Wetteraukreis
Butzbach Münzenberg Rockenberg Ober-Mörlen Bad Nauheim Friedberg (Hessen) Rosbach v.d. Höhe Wöllstadt Karben Bad Vilbel Wölfersheim Reichelsheim (Wetterau) Niddatal Florstadt Echzell Reichelsheim (Wetterau) Nidda Hirzenhain Gedern Ranstadt Glauburg Altenstadt (Hessen) Limeshain Ortenberg (Hessen) Kefenrod Büdingen Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen Vogelsbergkreis Hochtaunuskreis Frankfurt am Main Main-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Rosbach vor der Höhe (amtlich Rosbach v. d. Höhe) ist eine hessische Stadt am Rande des Taunus südwestlich von Friedberg im Wetteraukreis.

Geografie[Bearbeiten]

Ober - Rosbach am Winterstein

Nachbargemeinden und -kreise[Bearbeiten]

Rosbach grenzt im Norden an die Stadt Friedberg, im Osten an die Gemeinde Wöllstadt, im Süden an die Stadt Karben (alle im Wetteraukreis) sowie im Westen an die Städte Bad Homburg und Friedrichsdorf und die Gemeinde Wehrheim (alle drei im Hochtaunuskreis).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Rosbach besteht aus den Stadtteilen Nieder-Rosbach, 2.551 Einwohner (31. Dezember 2004), Ober-Rosbach, 4.965 Einwohner (31. Dezember 2004) und Rodheim vor der Höhe, 4.780 Einwohner (31. Dezember 2004)

Geschichte[Bearbeiten]

Rosbach wurde im Jahre 884 erstmals urkundlich erwähnt, der ursprünglich selbständige Stadtteil Rodheim wurde bereits 805 im Lorscher Codex dokumentiert.

Bodenfunde reichen bis in die bandkeramische und keltischer Zeit zurück. Die Namensherkunft steht nicht eindeutig fest, als wahrscheinlichste Erklärung gilt aber die Ableitung aus dem mittelhochdeutschen Wort „roezen“ oder „rozen“ (rösten), welches einen Aufschlußvorgang bei der Flachsverarbeitung bezeichnete.

Im Jahre 884 ging Ober-Rosbach als Kaiserlichen Schenkung an das Kloster Fulda. Später ging der Ort in den Besitz der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, des Grafen von Nassau und dem Kurfürsten und Erzbischof von Trier über. 1663 erhielt die Gemeinde die Stadtrechte. Der Stadtteil Rodheim v.d. Höhe war von etwa 1600 bis 1821 „Kreisstadt“ des Amtes Rodheim.

Von 1850 bis 1926 wurde in 80 Grubenbauen Manganerzbergbau betrieben. 1901 wurden Nieder-Rosbach und Rodheim durch die Eisenbahnstrecke Friedberg–Homburg an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. 1912 wurde die bis dahin gemeinsamen Gemarkung in Nieder- und Ober-Rosbach getrennt.

Der Brandanschlag in Rosbach 1988 durch Sympathisanten der Action Directe wurde bundesweit berichtet.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Nieder-Rosbach in die Stadt Ober-Rosbach eingegliedert. Die Stadt Ober-Rosbach wurde amtlich in Rosbach umbenannt. Am 1. August 1972 kam Rodheim vor der Höhe im Rahmen der hessischen Gemeindegebietsreform hinzu und ist seitdem ihr Stadtteil.[2]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die letzten Kommunalwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
[3]
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,1 9 34,8 11 40,6 15
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 24,5 8 23,0 7 29,8 11
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,6 4 6,7 2
FDP Freie Demokratische Partei 5,6 2 6,7 2 5,2 2
FWG Freie Wählergemeinschaft Rosbach/Rodheim 13,6 4 16,7 5 15,8 6
puR parteiunabhängige Rosbacher 10,2 3 7,7 3 8,7 3
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 3,4 1
Linke.WASG Die Linke.WASG 4,4 1
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 46,9 45,8 53,3

Der Stadtverordnete von Die Linke.WASG wurde durch einen Parteiaustritt 2009 zuerst parteilos und im Juni 2010 wurde er Mitglied bei der Piratenpartei.[4]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2012(1) Thomas Alber 56,3
Henrik Schnabel CDU 43,7
Wahlbeteiligung in % 50,7
2008 Detlef Brechtel 73,1
Wahlbeteiligung in % 32,7
2002 Detlef Brechtel 71,9
Dieter Launhardt 28,1
Wahlbeteiligung in % 54,0
Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
1996(1) Reinhold Medebach SPD 49,2
Detlef Brechtel 50,8
Wahlbeteiligung in % 65,6
1996 Reinhold Medebach SPD 45,7
Ernst Georg Hannes GRÜNE 6,5
Detlef Brechtel 47,8
Wahlbeteiligung in % 66,0

(1)Stichwahl

Der parteilose Bürgermeister Detlef Brechtel wurde am 24. August 2008 mit 73,1 % der Stimmen im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung betrug 32,7 %. Am 7. Oktober 2012 wurde der parteilose Thomas Alber mit 56,30% der Stimmen im zweiten Wahlgang zum Nachfolger von Detlef Brechtel gewählt. Der Gegenkandidat Henrik Schnabel erhielt 43,70% der Stimmen, die Wahlbeteiligung lag bei 50.68 %

Wappen[Bearbeiten]

Wappen

Blasonierung: In Gold ein roter Sparren, oben begleitet von einem blauen Turm und einer stilisierten blauen Schäferschippe, unten von einer roten Rose mit goldenem Butzen und grünen Kelchblättern.
Bedeutung: Die Schäferschippe steht für das ehemals selbstständige Nieder-Rosbach, der Turm für den vier Kilometer vom eigentlichen Rosbach entfernt gelegenen alten selbständigen Ort Rodheim vor der Höhe, der 1972 als neuer Stadtteil zu Rosbach hinzugekommen ist, die Rose, das Symbol Ober-Rosbachs, steht für Rosbach als ganzes.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstädte von Rosbach sind Netzschkau im thüringischen Vogtland (seit 1990) sowie seit 1995 Ciechanowiec in Polen und Saint-Germain-lès-Corbeil in Frankreich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Zentrallager der Rewe - hier in der alten Farbgebung (rot-grün)

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Stadtteil Nieder-Rosbach ist der Traditionsbetrieb der Rosbacher Mineralwasserquelle ansässig, die seit 2001 zu den Hassia Mineralquellen gehört. Weiterhin befindet sich im Stadtteil Nieder-Rosbach ein großes, weithin sichtbares Zentrallager und Verwaltungsgebäude der Rewe Deutscher Supermarkt KGaA. Im selben großen Gewerbegebiet mit Einzel- und Großhandelsunternehmen finden sich zwei Fastfoodrestaurants, Supermärkte und Tankstellen. Seit 2009 befindet sich dort ebenfalls die Deutschlandzentrale der Triumph Motorcycles Limited. Im angrenzenden Waldgebiet finden sich Quarzitsteinbrüche.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Anschluss zur naheliegenden Autobahn A5 Frankfurt – Kassel und einen Bahnanschluss an der Bahnstrecke Friedberg–Friedrichsdorf. Der Bahnhof Rosbach v d Höhe wurde im Jahr 1901 eröffnet, das Empfangsgebäude steht heute unter Denkmalschutz. Am 1. Dezember 2010 wurde der erste Spatenstich zur seit zehn Jahren geplanten Südumgehung Nieder-Rosbach gesetzt. Sie soll in drei Bauabschnitten über rund 3 Kilometer eine bessere Anbindung des Stadtteils ausgehend von der östlichen K11 über die L3352 an die B455 zur Autobahn herstellen. Der erste Abschnitt (B455 bis Dieselstraße) wurde im März 2012 freigegeben, der zweite Abschnitt (bis zum neuen Rondell an der L3352 über eine neue Eisenbahnbrücke) wurde am 20. Dezember 2012 freigegeben. Der dritte Abschnitt (vom Rondell bis zur K11 alt, ca. 1 Kilometer)wurde Anfang 2013 begonnen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Kapersburgschule: Grundschule (Ober- und Nieder-Rosbach)
  • Erich Kästner-Schule: Grund-, Haupt- und Realschule (Rodheim)
  • Kinderstube „Die Kleinen Posträuber“ e. V. (Ober-Rosbach)
  • Kindertagesstätte Alte Schule (Rodheim vor der Höhe)
  • Kindertagesstätte „Regenbogenhaus“ (Rodheim vor der Höhe)
  • Kindertagesstätte „Kleine-Rasselbande“
  • Kindertagesstätte „Luna“ – Taunusblick (Nieder-Rosbach)
  • Kindertagesstätte „Brüder Grimm“ (Ober-Rosbach)
  • Kindertagesstätte „Villa Konfetti“ (Nieder-Rosbach)
  • Kindertagesstätte „Kinderhaus Bergstraße“ (Ober-Rosbach)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Panorama

Im Stadtteil Nieder-Rosbach befindet sich die alte Wasserburg. Gut drei Kilometer westlich des Ortsteils Ober-Rosbach befindet sich das römische Kastell Kapersburg, das als eine der besterhaltenen Anlagen des Obergermanisch-Raetischen Limes gilt. Anlässlich der Anerkennung des Limes als UNESCO-Weltkulturerbe wurde das bereits um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ausgegrabene und konservierte Kastell erneut vollständig restauriert und das gesamte Gelände in einen archäologischen Park umgewandelt.

Kulturdenkmäler in Rosbach vor der Höhe[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

In der Gemeinde finden sich folgende Kirchen:

evangelisch[Bearbeiten]

  • Stadtkirchengemeinde Ober-Rosbach
  • Burgkirchengemeinde Nieder-Rosbach
  • Kirchengemeinde Rodheim vor der Höhe

katholisch[Bearbeiten]

  • St. Michael, Stadtteile Ober-Rosbach und Nieder-Rosbach
  • St. Johannes Evangelist, Stadtteil Rodheim
Orgeln in Rosbacher Kirchen[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 360.
  3. http://wahl.hr-online.de/e/G440023.html , abgerufen 15. April 2011
  4. Pressemitteilung der Piratenpartei zum Parteiübertritt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rosbach vor der Höhe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien