Steinbach (Taunus)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Steinbach (Taunus)
Steinbach (Taunus)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Steinbach (Taunus) hervorgehoben
50.1677777777788.571875166Koordinaten: 50° 10′ N, 8° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 166 m ü. NHN
Fläche: 4,4 km²
Einwohner: 10.186 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 2315 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61449
Vorwahl: 06171
Kfz-Kennzeichen: HG, USI
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 010
Adresse der
Stadtverwaltung:
Gartenstraße 20
61449 Steinbach (Taunus)
Webpräsenz: www.stadt-steinbach.de
Bürgermeister: Stefan Naas (FDP)
Lage der Stadt Steinbach (Taunus) im Hochtaunuskreis
Frankfurt am Main Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Rheingau-Taunus-Kreis Wetteraukreis Wiesbaden Bad Homburg vor der Höhe Friedrichsdorf Glashütten (Taunus) Grävenwiesbach Königstein im Taunus Kronberg im Taunus Neu-Anspach Oberursel (Taunus) Schmitten (Hochtaunus) Steinbach (Taunus) Usingen Weilrod WehrheimKarte
Über dieses Bild
Bütt und Pijnackerplatz
Gasthaus „Zum goldenen Stern“

Steinbach (Taunus) ist eine Stadt des Hochtaunuskreises, im Rhein-Main-Gebiet des Landes Hessen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Steinbach liegt auf einer Höhe von 166 m ü. NN im Vordertaunus, am Fußrand des Naturparks Taunus, etwa 7 Kilometer von der Frankfurter Stadtgrenze und 7,5 km südwestlich von Bad Homburg vor der Höhe entfernt. In Sichtweite befinden sich in Richtung Nordwesten der Altkönig und der Große Feldberg, im Südwesten ist bei klaren Sichtverhältnissen der Odenwald zu erkennen. Südlich erhebt sich die Frankfurter Skyline und bei sonnigem Wetter ist der Blick bis zum Staudinger-Kraftwerk in Großkrotzenburg bei Hanau möglich.

Die Stadt ist umgeben von weiten Feldfluren. Im Südosten liegt das Tal des Steinbachs, der in Praunheim in die Nidda mündet, landschaftsprägend als geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen. Heute schlängelt sich der Bach durch das Wiesental und bildet vor der Eisenbahnbrücke (Viadukt) ein Sumpfgebiet. Er hat dem Dorf seinen Namen gegeben und war wohl schon in vorgeschichtlicher Zeit eine der Voraussetzungen dafür, dass hier Menschen siedelten.

Der westliche Gemarkungsteil mit verstreut liegenden Streuobstwiesen und Feldhecken ist Teil eines großflächigen Vorranggebietes für Natur und Landschaft. Richtung Nordwesten liegt der Steinbacher Heidewald.

In vorgeschichtlicher Zeit befand sich im Norden von Steinbach ein durch einen natürlichen Erdwall aufgestauter See. Er reichte zur heutigen „Bornhohl“ hinunter. Der See ist schon vor Jahrhunderten ausgetrocknet. Vorhanden sind nur noch die beiden eingefassten Steinbachquellen auf Privatgrundstücken und die Parkanlage „Am alten See“.

Dorfanlage[Bearbeiten]

Das älteste Dorf war ein Runddorf, dessen Häuser sich in einem Umkreis von 100 Metern um den alten Laufbrunnen am heutigen Pijnackerplatz gruppierten. Der dortige Brunnen („Bütt“) lieferte den Einwohnern Frischwasser. Wasserleitungen wurden, wie die Gasleitungen, erst 1954 gelegt, nachdem Steinbach Gemeinde im Obertaunuskreis geworden war. Vom Platz aus führen noch heute Unter- und Kirchgasse sowie Bornhohl – in der Verlängerung die Obergasse – ab.

Die heutige Flächennutzung des Stadtgebietes stellt sich folgendermaßen dar:

Art der Nutzung Fläche (Hektar)
Gemarkungsgebiet 440
Bebaut 146,5
Ackerland/Wiese 218,5
Waldgebiet 75

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, grenzt Steinbach an die Städte Oberursel (Taunus) mit dem Stadtteil Stierstadt, Frankfurt am Main (mit den Stadtteilen Niederursel, Praunheim und Rödelheim), Eschborn (mit dem Stadtteil Niederhöchstadt) und Kronberg im Taunus.

Geschichte[Bearbeiten]

Urgeschichte[Bearbeiten]

Das Wasser des Steinbachs und der fruchtbare Lössboden im Taunusvorland veranlassten Menschen im Neolithikum hier zu siedeln und Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Diese ersten Siedler wurden am nördlichen Ufer des angestauten Sees sesshaft (heutige „Rombergstraße“). Westlich der heutigen Waldstraße belegen Funde eine Siedlung der Bandkeramischen Kultur, in der 250 bis 300 Personen lebten. Weitere entsprechende archäologische Fundstellen in der Flur 7 am Viehweg auf dem Gelände der Gewerkschaftsschule belegen das ebenfalls. Eine Fundstelle der Hallstattzeit (800–450 v. Chr.) kam bei Bauarbeiten am Wohngebiet Süd zum Vorschein.

Im September 1988 stieß eine archäologische Ausgrabung im Nordwesten Steinbachs bei auf mehrere römische Steinfundamente, zum Teil Reste von Gebäuden. Vermutlich wurde ein kleiner Ausschnitt eines Gebäudekomplexes ergraben.

Mittelalter[Bearbeiten]

Steinbachs älteste erhaltene Erwähnung stammt aus dem Jahr 789 in der Abschrift einer Urkunde im Lorscher Kodex.[2] Weitere Erwähnungen aus karolingischer Zeit finden sich in dem Kodex: Ein gewisser Alaholf beurkundet, dass er dem Kloster Lorsch am 14. September 789 dreißig Tagwerk Ackerland schenkte. Weitere Schenkungen stammen von Ilisa, die am 21. November 800 alles, was sie in Steinbach, aber auch in Eschborn und Oberursel besaß, als Seelgerät dem Kloster Lorsch vermachte. Ein Theothgoz übergab den Nachlass eines Wachar, den dieser bei seinem Ableben in der Steinbacher Mark besaß am 10. Juni 818 dem Kloster Lorsch.

Die evangelische St.-Georgskirche Steinbach gehörte zum Erzbistum Mainz und wurde um 1270 errichtet, die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung aber stammt aus dem Jahr 1371, als der Ritter Frank von Kronberg in seinem Testament 40 Gulden für deren Bauunterhalt vermacht.[3] Ab ca. 1367 gehörte Steinbach zur Pfarrei Eschborn. Kirchliche Mittelbehörden war das Archidiakonat des Propstes von St. Peter in Mainz.

Bis 1418 gehörte Steinbach zur Herrschaft der Grafen von Falkenstein, die es 1350 an die Herren von Kronberg verkaufen. Anschließend gehört es im ausgehenden Mittelalter zur Herrschaft der Herren von Eppstein.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Nach dem Aussterben der Herren von Eppstein gelangte Steinbach 1535 an die Grafen von Stolberg, die auch die Reformation nach lutherischer Konfession durchführten. 1578 wurde Steinbach von den Grafen von Stolberg mit drei weiteren Dörfern an Graf Philipp Ludwig I. von Hanau-Münzenberg verpfändet und schließlich 1595 ganz an Hanau verkauft. Der damals in der Grafschaft Hanau-Münzenberg regierende Graf Philipp Ludwig II. war streng reformiert und setzte nach dem Grundsatz „Cuius regio, eius religio“ in seiner gesamten Grafschaft die reformierte Konfession weitestgehend durch.

Die Grafschaft Hanau-Münzenberg – und damit Steinbach – fiel nach dem Tod des letzten Grafen von Hanau, Johann Reinhard III., 1736, aufgrund eines Erbvertrages an die Landgrafschaft Hessen-Kassel.

Schultheißen[Bearbeiten]

  • 1582: Johann Ruppel
  • 1592: Philipp Michel
  • 1594: Hans Bender
  • 1600–1618: Jakob Ansbach
  • 1669: Johann Sulzbacher
  • 1681: Hans Michel
  • 1710: Joh. Helwes Heinrich
  • 1733: Kaspar Michel
  • 1737–1796: Christoph Lorey
  • 1764: Peter Bechtel
  • 1773–1796: Adam Philipp Hill
  • 1809: Straßheimer
  • 1812: Kaspar Epp
  • 1817: Heinrich Gissel

Neuzeit[Bearbeiten]

1806 bis 1810 war Steinbach französisch besetzt, gehörte zum Fürstentum Hanau und wurde danach dem Großherzogtum Hessen zugeschlagen, bei dem es auch nach dem Wiener Kongress verblieb.[4] Hier und bei den Rechtsnachfolgern des Großherzogtums gehörte es folgenden Verwaltungseinheiten an:

Von 1866 bis 1945 bildete Steinbach eine hessische Exklave – gemeinsam mit dem Berg „Altkönig“ – im ansonsten preußischen Vordertaunus. Ab 1918 gehörte es zum Volksstaat Hessen.

1909 wird die Freiwillige Feuerwehr Steinbach gegründet.

Im Ersten Weltkrieg wurden 184 Steinbacher zum Wehrdienst einberufen, was einem Fünftel der Bevölkerung Steinbachs entsprach. 29 Steinbacher Soldaten starben in diesem Krieg. 1919 bis 1924 war Steinbach durch französische Truppen besetzt. Eine versuchte Eingemeindung nach Frankfurt scheiterte damals.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges kamen vor allem junge Polinnen und Sowjetbürgerinnen nach Steinbach, wo sie überwiegend im Haushalt beschäftigt waren. Dann folgten französische Kriegsgefangene, deren Arbeitskraft in landwirtschaftlichen Betrieben gebraucht wurde. 1944 schließlich wurden zwei Massenlager im Ort eingerichtet: ein italienisches Kommando in der Turnhalle und ein russisches Kommando auf dem alten Sportplatz im Steinbacher Wald in vier Baracken. Die Italiener zogen Mitte Januar 1944 zu Fuß vom Bahnhof frierend Richtung Obergasse, wo die dortige Turnhalle mit Strohsäcken notdürftig als Lager vorbereitet war. Einzelne Gruppen der Italiener wurden von der Deutschen Reichsbahn zum Arbeitseinsatz abgeholt. Die dagebliebenen wurden von den Einheimischen gelegentlich beschäftigt, hatten viel Freizeit und fühlten sich schon heimisch. Als am 29. März 1945 amerikanische Truppen in Steinbach einmarschierten, traten die Italiener die Heimreise an. Auch die „Russen“ wurden bei der Deutschen Reichsbahn eingesetzt.

Ein Munitionslager lag im Steinbacher Wald, auf dessen Betonfundamenten die heutige Oberhöchstädter „Waldsiedlung“ steht.

In der Nacht vom 24. auf den 25. August 1942 wurde Steinbach mit Spreng- und Brandbomben angegriffen. Zahlreiche Brände entstanden, die Schule in der Gartenstraße (heute das Rathaus) brannte nieder. Bei einem Bombenangriff 1944 gibt es 13 Tote.

Bei einem weiteren Angriff in der Nacht vom 27. auf den 28. August 1943 sprang ein britischer Oberst in Steinbachs Gemarkung ab, um die Flugabwehrkanonen, die immer wieder britische Bomber abschossen, auszuspionieren. Der britische Spion landete bei seinem Absprung so unglücklich in einem Apfelbaum, dass er sich seinen Fuß verstauchte und sein Vorhaben aufgeben musste. Während er die heutige Eschborner Straße Richtung Ortsmitte entlang humpelte, bildeten die Einwohner einen Lynchmob. Diese Szene beobachtete Heinrich Wäsch, ein Obergefreiter. Er stürmte mit entsicherter Pistole auf den Mob zu und schüchterte die Menschen ein. Der Colonel kam nach dem Krieg wohlbehalten nach Großbritannien zurück und übermittelte Grüße, als die Tochter seines Retters später in Steinbach heiratete.

Steinbach hatte im Zweiten Weltkrieg 58 vermisste und gefallene Soldaten zu beklagen.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Die Verbindung mit der Kreisstadt Offenbach war in den ersten Nachkriegswochen vollständig unterbrochen. Die Gemeindeverwaltung unterstellte sich deshalb der Verwaltung des Obertaunuskreises. Bald darauf wurde die Exklave Steinbach zunächst kommissarisch und von 1947 ab durch Gesetz dem Obertaunuskreis zugeordnet.

Kurz nach dem Amtsantritt von Walter Herbst als Bürgermeister 1962 zählte es 1900 Einwohner. Die gewachsene soziale Struktur hatte sich bis dahin wenig verändert.

Expansion[Bearbeiten]

Blick Richtung Altkönig
Steinbach-Luftbild

Das kleine Dörfchen Steinbach hatte aber nun große Ziele: Im Süden wie im Norden entstanden weitläufige Baugebiete, in denen Mehrfamilien- und Hochhäuser errichtet wurden. In einem 30 Hektar großen Siedlungsgebiet entstanden 628 Wohnungen. Das Projekt war mit 20 Millionen DM veranschlagt. Hauptsächlich junge Familien zogen damals nach Steinbach. 1960 betrug die Einwohnerzahl Steinbachs 1713, zehn Jahre später 7255 Einwohner, und 1980 lebten 10.550 Menschen in Steinbach. Steinbach entwickelte sich so vom Taunusdorf zur Wohnstadt. Die Bevölkerung stieg von 1956 bis 1968 um fast 270 Prozent, während sie im gesamten Obertaunuskreis um „nur“ 32 Prozent anwuchs. Ein weiteres Resultat dieser Entwicklung war, dass Steinbach am 22. September 1972 die Stadtrechte im Rahmen der Gebietsreform 1972 verliehen bekam. Zuvor war auch der Zusammenschluss mit Nachbargemeinden erwogen worden. Steinbach hat gleichwohl den ländlichen Charakter bis heute bewahrt und wird als Wohnstadt weiter geschätzt, obwohl es nach Frankfurt und Offenbach die dritthöchste Bevölkerungsdichte in Hessen besitzt. Seit dem Anfang der 1990er Jahre stagnierte diese Entwicklung, was hauptsächlich an der ungünstigen Verkehrslage Steinbachs liegt.

Der regionale Flächennutzungsplan sieht für Steinbach Baugebietserweiterungen über 26 Hektar vor. Die Gewerbegebiete sollen um sechs Hektar erweitert werden:

  • „Am Eschborner Weg“, am südwestlichen Ende Steinbachs in Richtung Eschborn. 4,2 Hektar werden aktuell bebaut. Hier entstehen Wohnungen, Reihenhäuser sowie 15 Bauplätze.
  • „Taubenzehnter“ (3,8 Hektar), gegenüber dem Baugebiet „Am Eschborner Weg“. Da mit einem Bürgerentscheid der Bau eines geplanten Supermarktes abgelehnt wurde und die Reithalle verlagert werden muss, ist der Baubeginn unklar.
  • „Alter Cronberger Weg“ (4,9 Hektar), am Ortsausgang Richtung Niederhöchstadt, auf dem Gebiet einer ehemaligen römischen Villa.
  • „Süd 4a“ (2,3 Hektar), am südlichen Ortsrand an der S-Bahn-Strecke gelegen.
  • Entwicklungsflächen am südwestlichen Ortsausgang sind geplant.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl
1535 31 1885 680 1961 1713
1750 220 1895 711 1965 4089
1754 312 1905 853 1967 4959
1834 454 1910 993 1970 6566
1840 556 1925 1050 1975 10642
1852 603 1939 1147 1985 10440
1858 565 1945 1492 2007 10005
1864 584 1946 1400 2010 10097
1871 604 1950 1461 2012 10138
1875 678 1956 1513

Religion[Bearbeiten]

St.-Georgskirche Innenraum mit Altar und Kanzel

Infolge der geschichtlichen Entwicklung war Steinbach ein überwiegend evangelisches Dorf. Es erhielt aber erst 1859 seinen eigenen Pfarrer. In der Zeit von 1959 bis 1966 betreute der Steinbacher evangelische Pfarrer zusätzlich noch die Filialgemeinde in Stierstadt/Weißkirchen, heute Versöhnungsgemeinde. Dort waren nach dem Zweiten Weltkrieg in die früher rein römisch-katholischen Gemeinden sehr viele evangelische Neubürger zu gezogen. Umgekehrt war durch den Zuzug von Neubürgern 1964 der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Steinbach auf etwa ein Viertel gestiegen. So betreute die römisch-katholische Gemeinde St. Sebastian Stierstadt zunächst die Katholiken in Steinbach. Hier wurde dann 1964 die römisch-katholische St.-Bonifatius-Kirche erbaut.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1821: Philipp Straßheimer (erstmals Bürgermeister)
  • 1883–1887: Franz Heck
  • 1887–1898: Kaspar Matthäus
  • 1898–1919: Heinrich Heinrich
  • 1919−1932: Karl Molitor (MSPD)
  • 1946–1956: Kaspar Braunroth (SPD)
  • 1956–1961: Heinz Molitor (FWG)
  • 1962–1992: Walter Herbst (SPD) (heute Ehrenbürgermeister)
  • 1992–1998: Edgar Parnet (SPD)
  • 1998–2009: Peter Frosch (CDU)
  • 2009– : Stefan Naas (FDP)

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
30
20
10
0
29,4 %
26,5 %
22,3 %
21,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-18
-17,3 %p
-3,2 %p
+8,2 %p
+12,3 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,4 9 46,7 15
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 26,5 8 29,7 9
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 22,3 7 14,1 4
FDP Freie Demokratische Partei 21,8 7 9,5 3
Gesamt 100 31 100 31
Wahlbeteiligung in % 51,4 48,2

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Steinbachs (das Original steht auf dem Pijnacker Platz)
Der Steinbacher Brunnen auf dem Pijnacker Platz

Am 28. Februar 1964 wurde der Gemeinde Steinbach im damaligen Obertaunuskreis, Regierungsbezirk Wiesbaden, ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Blau ein bedachter goldener Brunnen mit Holzbütte, in die aus zwei Röhren ein silberner Wasserstrahl fließt.[5]

Bedeutung

Das Wappen stellt das Wahrzeichen Steinbachs dar, den Brunnen auf dem Pijnackerplatz, der sich im Laufe der Zeit äußerlich verändert hat. Während er gegenwärtig nur einen Auslauf aufweist, entsprach er früher der im Wappen dargestellten Ausführung mit zwei Wasserstrahlen. Der Brunnen auf dem Pijnacker Platz (früher: der freie Platz, im Volksmund „Dalles“) wird noch heute bei der sogenannten Bachrechtstaufe als Aufnahme von Neubürgern genutzt und aus seinem Wasser die Neubürger „getauft“.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Gewerbe[Bearbeiten]

Steinbach verfügt über ein 14 Hektar großes Gewerbegebiet. Ein weiteres Gewerbegebiet von sechs Hektar soll zusammen mit der Nachbarstadt Oberursel erschlossen werden. Der aktuelle Gewerbesteuerhebesatz liegt bei 320 Prozent. 2007 betrugen die Gewerbesteuereinnahmen 1,9 Millionen Euro.

In Steinbach werden 23 Unternehmen dem High-Tech-Bereich zugeordnet. Dies ist mit rund acht Prozent aller Arbeitsstätten ein relativ hoher Anteil. Ein Drittel dieser Unternehmen produzieren vor Ort, zwei Drittel führen ausschließlich Vertriebs- und Beratertätigkeiten aus. Der Schwerpunkt (14 Unternehmen) liegt im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik. Hier werden unter anderem Computer, EDV-Zubehör, elektronische Geräte sowie Software hergestellt und vertrieben. Der Bereich Sensorik, Mess- und Regelungstechnik steht mit sechs Unternehmen an zweiter Stelle. Die Technikfelder Medizintechnik, Mikroelektronik sowie Produktions- und Verfahrenstechnik sind mit jeweils ein bis zwei Unternehmen vertreten.

Nahversorgung[Bearbeiten]

Steinbach liegt in der Nähe des Main-Taunus-Zentrums Sulzbach (Taunus) und des Frankfurter Nordwestzentrums. Oberursel, Bad Homburg vor der Höhe, Eschborn und Frankfurt selbst sind mit ihren umfangreichem Angebot gut erreichbar. Aber auch in Steinbach sind in der Bahnstraße einige Geschäfte und Supermärkte vorhanden. Die Pläne, im geplanten Baugebiet „Taubenzehnten“ einen neuen Markt mit einer Nutzfläche von 1500 Quadratmetern zu errichten, sind aufgrund eines Bürgerentscheides am 25. November 2007 revidiert worden.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Vor langer Zeit wurde in Steinbach sogar Wein angebaut. Die Bezeichnung „Wingerte“ am Verlauf des Steinbachs weist noch darauf hin.

In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann der feldmäßige Anbau von Erdbeeren mit großem Erfolg. Die Sorten wechselten häufig, einzelne Arten haben sich durch Jahrzehnte behauptet. Auch mit dem Anbau von Spezialobst ging es langsam aber stetig aufwärts. Nachdem Steinbach bei drei großen Gartenbauausstellungen die höchste Bundesauszeichnung für feinstes Tafelobst (Cox Orange) erhalten hatte, setzte sich der Obstanbau in Steinbach endgültig durch. Früher wurde das Obst überwiegend in der – heute nicht mehr existierenden – Kronberger Markthalle genossenschaftlich verkauft. Die Sammelstelle befand sich in der Eschborner Straße, wo sich heute die Gaststätte „Ile de Re“ befindet. Das Obst wurde unter anderem unter dem Begriff „Kronberger Erdbeeren“ bundesweit vermarktet. Heute, nach dem Bauboom der 1960er Jahre, fehlen der Landwirtschaft die Anbauflächen und der Obstanbau hat nur noch geringe Bedeutung. Bis etwa in die 1970er Jahre hin wurde aus Steinbacher Äpfeln in verschiedenen Gaststätten, etwa „Zum Schwanen“ und im „Goldener Stern“, in Lohnmosterei Saft gekeltert und zu Apfelwein vergoren.

Verkehr[Bearbeiten]

Flughafen[Bearbeiten]

Der Flughafen Frankfurt am Main ist 15 Kilometer entfernt.

Überörtliche Straßenanbindung[Bearbeiten]

Steinbach liegt wenige Kilometer von Anschlussstellen zu den Bundesautobahnen 5 und 66 entfernt. Es gibt keine direkte Straßenverbindung nach Frankfurt. Entsprechende Pläne scheiterten. Die Landstraße 3006 mit sehr hohem Verkehrsaufkommen führt mitten durch den Ortskern. Seit mehr als 40 Jahren wird deshalb eine Südumgehung geplant.

Das Netz der Rad- und Wanderwege beträgt rund 20 Kilometer.

Straßennamen im Wandel der Zeit[Bearbeiten]

Vor 1900 gab es noch keine Straßennamen in Steinbach. Die Häuser waren mit einer Durchlaufnummerierung versehen. Diese begann mit „1“ in der Untergasse und verlief im Uhrzeigersinn um den heutigen Pijnacker Platz herum, um an der Eschborner Straße mit der Nummer 107 abzuschließen. Bezeichnungen für die Straßen und Wege gab es offiziell erst ab 1910, wobei sich im Ort Bezeichnungen eingebürgert hatten, die noch heute Gültigkeit besitzen. Beispiele dafür sind die Ober- und Untergasse, die auf die Hanglage des Ortes Bezug nehmen. Im Frühjahr 1904 wurde aus Bad Nauheim (Wetterau) der großherzogliche Geodät Hofmann nach Steinbach entsandt, der eine Vermessung der Steinbacher Gemarkung vornahm. Sein Kartenwerk, das bis heute Grundlage bauamtlicher Berechnungen bildet, enthielt erstmals Straßenbezeichnungen wie „Kirchgasse“, „Borngasse“, „Eschborner Straße“ oder „Gartenstraße“. Ab 1910 wurde mit der Bebauung der Gartenstraße begonnen. 1925 beschloss die Gemeindevertretung deren Umbenennung in Friedrich-Ebert-Straße, 1933 wurde sie in „Gartenstraße“ rückbenannt. Zur Zeit des Nationalsozialismus hieß der Pijnacker Platz Adolf-Hitler-Platz, die Eschborner Straße wurde in Hindenburgstraße umbenannt und die Bahnstraße hieß fortan Hermann-Göring-Straße.

Schienenverkehr und öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Oberursel-Weißkirchen/Steinbach

Über den Haltepunkt Oberursel-Weißkirchen/Steinbach an der Homburger Bahn ist Steinbach an das S-Bahn-Netz des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) angeschlossen. Mit der Linie S5 können Oberursel, Bad Homburg vor der Höhe und Frankfurt am Main direkt erreicht werden. Die S-Bahnen verkehren zur Hauptverkehrszeit (5 bis 18 Uhr) im Viertelstundentakt.

Das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs Steinbach stand direkt an der Gemarkungsgrenze zu Weißkirchen und Stierstadt (heute Stadtteile von Oberursel) und wurde aufgrund des Brückenneubaus über die Bahn 1976 abgerissen.

Erstmals 1950 verkehrt eine Bahnbuslinie über Steinbach nach Frankfurt und Oberursel. Heute fahren Linienbusse in jede Nachbarstadt:

  • Steinbach–Oberursel, fünf Kilometer
  • Steinbach–Bad Homburg, neun Kilometer
  • Steinbach–Frankfurt, vierzehn Kilometer
  • Steinbach–Eschborn, drei Kilometer

Seit Anfang 2013 lässt das Frankfurter Verkehrsdezernat eine mögliche Verlängerung der U-Bahn Linie 6 nach Eschborn prüfen. Der Frankfurter Verkehrsdezernent hat sogar schon eine entsprechend konkrete Untersuchung des Projekts in Auftrag gegeben. Dabei geht es um die Verlängerung der U-Bahn-Linie 6, die derzeit noch an der Heerstraße in Praunheim endet. Auch eine Haltestelle im Gewerbegebiet Helfmann-Park ist unter Umständen möglich. Diese würde laut dem Bürgermeister von Eschborn „den Standort Eschborn noch weiter aufwerten“. Einen genauen Zeitplan für das Projekt gebe es noch nicht. In absehbarer Zeit soll es ein Treffen mit Vertretern aus Eschborn, Frankfurt und Oberursel zum U-Bahn-Thema geben. Die Grünen im Hochtaunuskreis haben sich jüngst für einen Ausbau der U6 über Eschborn hinaus mit Haltestellen in Steinbach und Kronberg ausgesprochen. Die Stadt Oberursel im Hochtaunuskreis ist schon bereits vor langer Zeit über die U-Bahn-Linie 3 an das Frankfurter U-Bahn-Netz angeschlossen worden.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswertes[Bearbeiten]

St. Georgskirche
Backhaus in der Kirchgasse

Die evangelische St. Georgskirche wurde um 1270 in romanischer und frühgotischer Zeit erbaut. In ihrem kleinen, spitzen Türmchen hängen zwei Glocken. Die älteste, die St. Georgenglocke aus dem Jahr 1622 (also noch aus dem Dreißigjährigen Krieg) hat ein Gewicht von 125 Kilo und ist auf den Ton „dis“ gestimmt. Ihre Inschrift lautet „1622 Goß mich Johannes Schneidewindt in Frankfurdt“. Die zweite, die Johannesglocke. Sie wurde am 2. Dezember 1956 von der Glockengießerei Rinker in Sinn gegossen, wiegt 110 Kilo und ist auf den Ton „fis“ gestimmt. Ihre Inschrift lautet „Lasset euch versöhnen mit Gott“, der Leitspruch des 7. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Frankfurter 1956.

Auf dem Pijnacker Platz steht das Wahrzeichen, die „Bütt“, ein Laufbrunnen, der direkt aus dem Steinbach gespeist wird. Eingerahmt wird dieses Zentrum von den beiden Gasthöfen „Zum Goldenen Stern“ und „Zum Schwanen“ mit ihren markanten Fachwerkfassaden, Kulturdenkmäler nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz. Beide Lokale haben eine lange Tradition. Der älteste Gasthof Steinbachs „Zum Taunus“ in der Bornhohl existiert nicht mehr.

In der Kirchgasse befindet sich das betriebsfähige Backhaus. Die Räume des Backhauses werden auch für Ausstellungen und Vorlesungen genutzt. Hier befindet sich auch ein Trauzimmer.

In Steinbach gibt es weitere historische Gebäude, an denen Bronzetafeln über das Baujahr und deren Geschichte informieren, wie beispielsweise das Haus Untergasse 2, in dem von 1782 bis 1856 Johann Christoph Diehl lebte, der Lehrer des Frankfurt Mundartdichters Friedrich Stoltze. Ein bronzenes Schild erinnert an den ehemaligen Steinbacher.

Interessant und historisch wertvoll ist auch das alte Schultheißenhaus in der Bornhohl, das 1549 erstmals urkundlich als Haus des Schultheißen erwähnt wurde. Es ist das nach der Kirche älteste erhaltene Gebäude Steinbachs. Der damalige Schultheiß trug den Namen Neustat, auch von Neuenstein genannt. Er bewohnte 1549 bis 1553 mit seiner Ehefrau die unteren Räume des Gebäudes. Der erste Stock diente zur Aufbewahrung von Getreide und Hülsenfrüchten aller Ortsbewohner. Erst für den 16. September 1765 ist eine weitere Erwähnung des Hauses überliefert. Nach Einführung der Gemeindeordnung im Großherzogtum Hessen 1821 wurden die Schultheißen durch gewählte Bürgermeister ersetzt. Von diesem Zeitpunkt an verrichteten Steinbachs ehrenamtliche Bürgermeister, zumeist wohlhabende Landwirte, ihre Amtsgeschäfte in heimischen Wohnzimmern.

Bildung[Bearbeiten]

Im ersten Teil des 20. Jahrhunderts nahm die Steinbacher Bevölkerung durch hohe Geburtenzahlen stark zu. Im alten Schulhaus (heute Jugendhaus) an der Eschborner Straße platzten die beiden Klassen der zweiklassigen Volksschule aus allen Nähten. Eine dritte Klasse musste deshalb 1907 im Sitzungszimmer des Rathauses untergebracht werden. Doch schon zwei Jahre später 1909 waren auch diese drei Klassen hoffnungslos überfüllt, so dass eine neue Schule errichtet werden musste. Anfang 1909 begannen die Bauarbeiten, für die die Gemeinde ein Darlehen in Höhe von 50.000 Mark aufnahm. Am 13. Oktober wurde das neue Schulhaus seiner Bestimmung übergeben. Auf dem Schulhof wurden kleine Lindenbäume gepflanzt, von denen einige heute noch erhalten sind, inzwischen aber die Schule, die heute als Rathaus dient, überragen. Ab den 1950er Jahren wurde die Volksschule erst dreiklassig, später vierklassig geführt.

Aufgrund des Baubooms gab es zunächst einen zusätzlichen Pavillon mit zwei Klassenzimmern in der Gartenstraße (heute Café) und Schichtunterricht. Daraufhin wurde die Geschwister-Scholl-Schule gebaut und 1966 die Geschwister-Scholl-Schule (Grundschule) eröffnet. Sie besuchen rund 450 Schüler. Nach dem Besuch der Grundschule müssen die Kinder in Schulen benachbarter Gemeinden wechseln, etwa in die Integrierte Gesamtschule Oberursel-Stierstadt oder an die Gymnasien in Kronberg oder Oberursel. Außerdem existiert seit 2009 eine Schule von Phorms Management. Sie ist privat und bilingual und derzeit lediglich für Grundschüler ausgelegt. Ab 2017 soll dort Unterricht bis zum Abitur angeboten werden.

Steinbach verfügt über drei Kindergärten, eine Kindertagesstätte, einen Kinderhort und der eine große Anzahl Spielplätze.

Die Bildungsstätte Steinbach ist die zentrale, überregionale Bildungseinrichtung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Dort werden unter anderem Betriebsräte aus dem Baugewerbe, der Gebäudereinigung und weiteren Branchen geschult. In der Bildungsstätte finden außerdem zahlreiche Kulturveranstaltungen statt.

Grünflächen[Bearbeiten]

Einen größeren Stadtpark sucht man in Steinbach vergeblich. Beim Bau der Wohnblocks in den 1960er Jahren entstanden dazwischen jedoch großzügige Freiflächen. Hier gibt es ausgeprägten Baumbestand. Am südwestlichen Ende Steinbachs gibt es einen Weiher (eigentlich ein Löschwasserteich).

Der Steinbacher Stadt- und Heidewald ist Ausgangspunkt für Wanderungen in den Taunus. Die Hessische Apfelwein- und Obstwiesenroute führt durch die Steinbacher Gemarkung.

Bühnenprogramm[Bearbeiten]

Bürgerhaus im Jahr 2010

Mehrmals im Jahr bietet die Stadt auf der Bürgerhausbühne im 1969 erbauten und 1981 erweiterten Bürgerhaus am St. Avertin-Platz Theaterstücke mit bekannten Schauspielern, sowie Kabarett und Kinderprogramm. In der Nacht vom 7. auf den 8. Februar 2013 brennt das Steinbacher Bürgerhaus nach einer Fastnachtsveranstaltung nieder. Das Großfeuer war im Bühnenbereich ausgebrochen und führte zum Totalschaden des Bürgerhauses, das nicht mehr zu retten ist.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Juni jeden Jahres – jeweils am Wochenende nach Fronleichnam – findet das Steinbacher Stadtfest statt, veranstaltet vom Gewerbeverein auf der Bahnstraße. Am ersten Sommerferienwochenende ist sonntags Bürgerschoppen auf dem Pijnacker Platz. Zum letzten Sonntag der Sommerferien gibt es Rathauskonzert und Flohmarkt, am zweiten Wochenende im Oktober ist Steinbacher Kerb auf dem St.-Avertin-Platz und am ersten Adventswochenende Weihnachtsmarkt rund um Pijnacker Platz und Kirchgasse.

Von 1992 bis 2006 fand jedes Jahr der Steinbacher „Kultursommer“ auf dem Gelände der Bildungsstätte IG BAU statt. Hier traten Soul-, Jazz- und Salsagruppen auf.

Museum und Bücherei[Bearbeiten]

In Steinbach existiert ein Heimatmuseum. Dieses befindet sich im Keller des Backhauses (Kirchgasse) und ist am Wochenende geöffnet.

Es gibt eine Bücherei.

Medien[Bearbeiten]

Die Taunus-Zeitung, eine Regionalausgabe der Frankfurter Neuen Presse, die Regionalausgabe der Frankfurter Rundschau und die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichten ausführlich über das Geschehen im Hochtaunuskreis. Die Steinbacher Informationen werden vom Steinbacher Gewerbeverein herausgegeben und kostenlos an alle Haushalte verteilt. Seit dem 13. September 2010 veröffentlicht zudem die Gorma Medien GmbH den „Oberurseler Stadtkurier“, eine kostenfreie, lokale Zeitung, die seit dem 28. Februar 2011 auch in Steinbach erscheint.

Im Gewerbegebiet ist das auf Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien zugeschnittene Suton Radio ansässig, das im Rhein-Main-Gebiet etwa 270.000 Hörer erreicht und ein 24-Stunden-Programm aus Musik, Information und aktuellem Service sendet.

Das Große Hessenquiz wurde in einer Lagerhalle im Steinbacher Gewerbegebiet aufgezeichnet.

Anfang Februar 2008 gab der Hessische Rundfunk bekannt, künftig in Steinbach das Hessenquiz mit Moderator Jörg Bombach drehen zu wollen. Als Kulisse diente eine leerstehende Lagerhalle im Steinbacher Gewerbegebiet. Nach einem Monat waren die Folgen für die kommende Staffel abgedreht.

Sport[Bearbeiten]

Steinbach verfügt über drei Sporthallen – Altkönighalle, Friedrich-Hill-Halle und Schulturnhalle, ein Sportzentrum – mit einem Rasenplatz mit 400 Meter Laufbahn sowie zwei Hartplätze –, Tennisplätze, Tennis- und Reithalle. Das Schwimmbad wurde in den 1990er Jahren geschlossen und steht zum Verkauf. Pläne, auf dem brachliegenden Gelände einen großen Schwimmteich zu errichten, sind nicht weiter verfolgt worden.

Der Radsportverein Wanderlust 1905 hat mit den Bereichen Kunstradfahren und Rollschuhkunstlaufen mehrfach deutsche und europäische Meisterschaften errungen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Josef Schwarzschild[Bearbeiten]

Am 21. November 1908 wurde Josef Schwarzschild geboren. Sein jüdischer Vater Abraham war Bahnwärter der Preußischen Staatseisenbahnen und zog mit seiner Familie in das Bahnwärterhaus am Viadukt im Süden Steinbachs, das sich auf Eschborner Gemarkung befindet. So wurden die Schwarzschilds Eschborner Bürger. Zur Schule ging Josef ab 1915 nach Steinbach.

Er wurde Maurer und aktives Gewerkschaftsmitglied, Mitglied des Fußballclubs „Germania“ und wirkte bis Mitte der 1930er Jahre als Wasserfahrer der Steinbacher Pflichtfeuerwehr mit. 1931 heiratete Josef Schwarzschild seine Jugendliebe Anna Maria und zog mit ihr in die Schwanengasse in Steinbach. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten war Josef Schwarzschild als Jude gefährdet. Als er einmal den Judenstern nicht trug, wurde er von der Gestapo verhaftet. Von April bis September 1943 wurde er in den Arbeitserziehungslagern Heddernheim und Köppern drangsaliert und schließlich ermordet.

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hessisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen. Bd. 1: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967. Wiesbaden : 1968.
  • Manfred Hundt: Querbeet 1. Ein Lesebuch nicht nur für echte Steinbacher. Steinbach 2002.
  • Manfred Hundt: Steinbacher Geschichte. Teil 1. = Steinbacher Hefte, Nr. 21. Hrsg.: Geschichtskreis der Stadt Steinbach. Steinbach 1987.
  • Manfred Hundt: Steinbacher Geschichte. Teil 2. = Steinbacher Hefte, Nr. 23. Hrsg.: Geschichtskreis der Stadt Steinbach. Steinbach 1991.
  • Erich Keyser (Hrsg.): Hessisches Städtebuch = Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte 4. Januar 1957.
  • Fritz Krause: 1200 Jahre Steinbach. Hrsg.: Magistrat der Stadt Steinbach. Steinbach 1989.
  • Fritz Krause u. Manfred Hundt: Steinbach (Taunus) als es Dorf war. Horb am Neckar 1998. ISBN 3-89570-495-4.
  • Hermann Pauli: Steinbach am Taunus. Ein Heimatbuch. Hrsg.: Gemeindevorstand. Steinbach 1970 (Neuauflage der Ausgabe von 1966).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steinbach (Taunus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Urkunde 3316 aus dem Lorscher Kodex: „Die ‚Marca Steinbach‘ geht als Schenkung an das Benediktinerkloster Lorsch“.
  3. „Item saßte Hrhr Viertzig gld. die Kirchen zu Steinbach wieder zu machen“.
  4. Ernst J. Zimmermann: Hanau, Stadt und Land. Kulturgeschichte und Chronik einer fränkisch-wetterauischen Stadt und ehemal. Grafschaft. Mit besonderer Berücksichtigung der älteren Zeit. Vermehrte Auflage, Selbstverlag, Hanau 1919 (Unveränderter Nachdruck. Peters, Hanau 1978, ISBN 3-87627-243-2), S. 767, 772.
  5. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 28. Februar 1964 (StAnz. S. 346) Seite 2 der tif-Datei 3,5 MB
  6. Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 24. Januar 2013: "ÖPNV - U-Bahn nach Eschborn"