Wenden (Sauerland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wenden
Wenden (Sauerland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wenden hervorgehoben
50.9666666666677.8666666666667411Koordinaten: 50° 58′ N, 7° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Olpe
Höhe: 411 m ü. NHN
Fläche: 72,56 km²
Einwohner: 19.528 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 269 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57482
Vorwahl: 02762
Kfz-Kennzeichen: OE
Gemeindeschlüssel: 05 9 66 028
Gemeindegliederung: 30 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 75
57482 Wenden
Webpräsenz: www.wenden.de
Bürgermeister: Peter Brüser (parteilos)
Lage der Gemeinde Wenden im Kreis Olpe
Rheinland-Pfalz Hochsauerlandkreis Kreis Siegen-Wittgenstein Märkischer Kreis Oberbergischer Kreis Attendorn Drolshagen Finnentrop Kirchhundem Lennestadt Olpe Wenden (Sauerland)Karte
Über dieses Bild

Wenden ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, und gehört zum Kreis Olpe im Sauerland. Es ist die südlichste Gemeinde des Sauerlandes.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Wenden liegt im Südteil des Kreises Olpe innerhalb des Naturparks Ebbegebirge. Es wird vom Bigge-Zufluss Wende durchflossen, in den innerhalb der Ortschaft der Bach Albe (von Norden) mündet. Ein paar Kilometer nordwestlich befindet sich das Autobahnkreuz „Olpe-Süd“, wo sich die A 4 und A 45 kreuzen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet wurde in folgende Ortschaften eingeteilt [2]:

  • Altenhof-Girkhausen,
  • Bebbingen-Büchen-Schwarzbruch-Huppen,
  • Brün-Hoffnung,
  • Elben-Scheiderwald,
  • Gerlingen,
  • Heid-Trömbach,
  • Hillmicke,
  • Hünsborn-Löffelberg,
  • Möllmicke,
  • Ottfingen-Wilhelmstal,
  • Römershagen-Döingen,
  • Dörnscheid,
  • Rothemühle-Rothenborn,
  • Schönau-Altenwenden,
  • Vahlberg,
  • Wenden,
  • Wendenerhütte

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Lage Wendens (grün) an der Uerdinger Linie, der Sprachgrenze zu Siegerland, Wildenburg und Bergischem Land. Laut der Wenker-Karte befindet sich die Gemeinde Wenden (außer Römershagen) nördlich der Benrather Linie, einige Ortsteile liegen jedoch südlich der Uerdinger Linie.

Urkundlich erwähnt wurde Wenden erstmals 1151 als Wendenne in einem Abgabeverzeichnis des Stift auf dem Berge in Herford. Dieses besaß bei Wenden mehrere Besitzungen.[3] Seit einiger Zeit gibt es die These, dass Wenden bereits 1011 in der Gründungsurkunde des Stifts genannt wurde. Dies wird von anderer Seite bestritten und argumentiert, dass es sich bei dem dort genannten Wendener Höfen um Besitzungen nahe dem heutigen Bad Oeynhausen handeln würde.[4]

Die Pfarrkirche von Wenden war ursprünglich eine Filialkirche von Olpe. Das Alter des Kirchturms verweist darauf, dass das ursprüngliche Kirchengebäude im 12. Jahrhundert entstanden ist. Noch 1313 wird es als Kapelle bezeichnet. Das Patrozinium wechselte im Laufe der Zeit vom Heiligen Johannes dem Täufer auf den Heiligen Severin, weil das Besetzungsrecht beim Severinsstift in Köln lag. Wenden gehörte zum Amt Waldenburg, das der Herrschaft der Erzbischöfe von Köln unterworfen war. Diese setzten einen Richter in Wenden ein.[5]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Zum Gericht Wenden gehörten im Jahr 1536 neben dem Dorf Wenden die Orte Elben, Schönau, Girkhausen, Altenhof, Gerlingen, Römershagen, Hünsborn, Ottfingen, Brün, Hillmicke, Heid, Rothenborn und Dörnscheid.[6]

Wenden gehörte im 16. Jahrhundert zum Herrschaftsbereich der Familie von Fürstenberg, die die Verwaltung verschiedener kurfürstlicher Ämter inne hatten. Insbesondere zur Zeit von Kaspar von Fürstenberg fanden eine Reihe von Hexenprozessen statt. Allerdings macht die bescheidene Quellenlage genauere Aussagen zur Zeit nicht möglich. Es werden für die Höhepunkte der Hexenverfolgung (1628-1631) etwa 20 Fälle angenommen. Im benachbarten Olpe hingerichtet wurde beispielsweise Anna Margaretha Schmidt.[7]

Grenzlage[Bearbeiten]

Wenden war von seiner Grenzlage geprägt. Dies galt zunächst in territorialer Hinsicht. Bei Wenden grenzten das kölnische Sauerland und das nassauischen Siegerland aneinander. Am Dreiherrenstein bei Römershagen stießen in der frühen Neuzeit das kurkölnische Herzogtum Westfalen, Nassau-Siegen und die Herrschaft Wildenburg aneinander. Im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit wurde die Grenze von Nassauer Seite gegen das kurkölnischen Herzogzum Westfalen durch Landwehren und ähnliche Befestigungswerke geschützt. Teile des Kölschen Hecks lagen im Gemeindegebiet. Hier verlief auch eine alte sächsisch-fränkische Stammes- und Sprachgrenze. Es stoßen hier das niederdeutsche und oberdeutsche Sprachgebiet aneinander. Nach der Reformation verlief hier auch eine Konfessionsgrenze zwischen katholisch gebliebenen und protestantischen Gebieten.[8]

Montangeschichte[Bearbeiten]

Im Bereich der heutigen Gemeinde Wenden gab es an verschiedener Stelle bergbauliche Tätigkeiten. Über den frühen Bergbau ist allerdings wenig bekannt. Das es diesen gegeben haben muss, belegen verschiedene Fundstätten von Rennfeueröfen. Schwerpunkte lagen östlich von Gerlingen, bei Hünsborn, bei Huppen und Büchen sowie entlang der Wende bis Altenhof. Die Untersuchung des Rennfeuerplatzes Wilsmicke bei Elben ergab eine Datierung in die Zeit zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert. Auch im Bereich Gerlingen dürfte der Bergbau bis ins hohe Mittelalter zurück gehen. Im Bereich Hünsborn ergab die chemische Untersuchung, dass dort allerdings Erze aus dem Siegerland verhüttet wurden. Auch aus späterer Zeit finden sich Spuren von Schmieden und Hütten.

Hammerwerk der Wendener Hütte

Mit einer Ausnahme beginnen schriftliche Nachrichten für den Bergbau erst in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Später lassen sich mehrere kleine Reviere im Gemeindegebiet unterscheiden. Die größte Zahl von Gruben lag zwischen Thieringhausen und Elben im Bereich des Altenbergs. Das Kleinrevier reichte bis in das Gebiet von Olpe hinein. Der Altenbergerzug erstreckte sich über eine Länge von etwa 3,2 km Länge zwischen Gerlingen und Elben. Man fand dort vor allem Braun- und Spateisenstein. Erste Nachrichten stammen aus dem Jahr 1668. Teile der Gruben war im Besitz des Hauses Fürstenberg später in dem der von Brabecks. Auch die Familie Remy als Besitzerin der Wendener Hütte und andere bürgerliche Gewerke hatten dort Grubenbesitz. Mit Unterbrechungen wurde der Bergbau dort bis 1920 betrieben.

Ein weiteres Revier lag südlich der Straße zwischen Möllmicke und Wenden. Der Kern war der Junkernbergerzug. Dieser hat eine Länge von 1,8 km. Im Jahr 1734 wurde Johannes Ermert, der Gründer der Wendener Hütte, mit der Grube Schmidtseifen belehnt. Im 19. Jahrhundert erlebte die Suche nach Erz dort einen kurzen Boom. Der Bergbau wurde aber bereits 1868 eingestellt. Ein drittes Revier lag bei Ottfingen mit dem Vahlberger Zug. Bereits im 15. Jahrhundert soll es dort Bergbau gegeben haben, allerdings fehlen dazu die Belege. Berichte existieren erst seit dem 18. Jahrhundert. Auch hier war die Familie Remy aktiv. Das Kloster Drolshagen investierte Ende des 18. Jahrhunderts hier bis zu 40.000 Reichstaler um in großen Stil Eisenerz für die Verhüttung abzubauen. Dies scheiterte aber an Wasserhaltungsproblemen. Der Konkurs des Klosterprojekts hatte noch jahrzehntelange Rechtsstreitigkeiten zur Folge. Die Grube Vahlberg wie auch die Verhüttung wurden wenn auch unregelmäßig weiter betrieben. Der Abbau ging bis zum Ersten Weltkrieg weiter. Schriftlich belegt ist seit 1668 eine Eisenhütte bei Elben, die bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts Bestand hatte. Die bedeutendste Hütte war die Wendener Hütte, die 1728 gegründet wurde und bis 1866 Bestand hatte.[9]

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde versucht Platin abzubauen. Dazu wurde der Stollen Schlegelsberg (vormals Stollen Burmester) angelegt. Nach ein paar Jahren des unergiebigen Abbaus wurde die Gewinnung eingestellt. Heute ist der Stollen ein Schaubergwerk.[10]

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Bis 1802 war Wenden Teil des Herzogtums Westfalen. Danach waren die Hessen 14 Jahre Landesherren, bis sie 1816 von den Preußen abgelöst wurden. Während der Hessenzeit kam das Gericht Wenden an das Amt Olpe.[11]

Seit 1817 gehört Wenden zum Kreis Olpe, der aus dem Kreis Bilstein hervorging. 1843/1844 wurde das Amt Wenden aus den Gemeinden Wenden und Römershagen gebildet. Die neue Gemeinde Wenden entstand aus dem Zusammenschluss von Wenden und Römershagen am 1. Juli 1969. Sie umfasst seitdem genau das ehemalige Amt Wenden, das gleichzeitig aufgelöst wurde.[12]

Die montangewerblichen Ansätze änderten nichts daran, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebte, zumal nach dem Ende der Wendener Hütte eine nennenswerte industrielle Entwicklung ausblieb. Auf Grund der schlechten Bodenverhältnisse und der verbreiteten Realteilung konnten sich viele Familien nur schwer von der Landwirtschaft ernähren.[13]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wenden entstand am 1. Juli 1969 im Zuge der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen. Sie ist flächengleich mit dem vormaligen Amt Wenden, das aus den Gemeinden Wenden und Römershagen bestand.[14]

Möllmicke ↔ Wenden (Zentrum)

Religion[Bearbeiten]

St. Severinus in Wenden

Die Bewohner der Gemeinde Wenden gehören mit großer Mehrheit der römisch-katholischen Konfession an. Mit Ausnahme von Möllmicke und Rothemühle verfügt jede größere Ortschaft über eine römisch-katholische Kirche oder Kapelle. In Hünsborn ist es die Pfarrkirche St. Kunibert. In Wenden und Rothemühle existieren evangelische Kirchen, in Gerlingen außer der römisch-katholischen Kirche auch ein neuapostolisches Gotteshaus. Ein regional bedeutender Wallfahrtsort für römisch-katholische Christen ist die Dörnschlade, zwischen den Ortsteilen Hünsborn, Wenden und Altenhof mitten im Wald gelegen. Der Legende nach wurde dort eine aus der Wendener Kirche gestohlene Marienstatue gefunden. Die Kapelle wird von vielen Gläubigen zum Gebet genutzt. Unter anderem nutzt auch die regionale KAB die Dörnschlade für die jährliche Wallfahrt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen zahlreiche Flüchtlinge aus den ehemaligen reichsdeutschen Ostgebieten in das damalige Amt Wenden und siedelten sich überwiegend in den Ortsteilen Vahlberg und Rothemühle an. So entstand in den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts die evangelische Kapelle Rothemühle. In den 80er-Jahren kam das evangelische Gemeindezentrum im Zentralort Wenden hinzu, das der Kapelle in Rothemühle rasch den Rang ablief. 2006 wurde vom Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Olpe, zu der Wenden gehört, der Beschluss gefällt, die Kirche in Rothemühle aufzugeben. Der Kapellenbauverein Rothemühle übernahm daraufhin die finanzielle Verantwortung für die Kirche, so dass ihr Bestand vorerst garantiert ist.

Seit den 1960er Jahren leben zahlreiche Muslime und Griechisch-Orthodoxe in der Gemeinde Wenden. Im Zentralort wird seit einigen Jahren eine Moschee unterhalten.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Rathaus

Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 kam es bei einer Wahlbeteiligung von 51,9 % (− 8,2) zu folgendem Ergebnis:[15]

Partei / Liste Stimmen +/− Sitze +/−
CDU 55,5 % + 0,4 19 ± 0
SPD 23,8 % − 2,7 8 − 1
Grüne 10,0 % + 1,0 3 ± 0
UWG* 10,7 % + 1,3 4 + 1

* Unabhängige Wählergemeinschaft

Bürgermeister[Bearbeiten]

Peter Brüser, CDU-Mitglied und früher auch von der CDU aufgestellt, setzte sich bei der Kommunalwahl 2004 als unabhängiger Bewerber mit großem Vorsprung gegen den von der CDU nominierten Antonius Halbe durch. Zur Kommunalwahl 2009 trat Brüser erneut, trotz eines Angebots der CDU ihn offiziell zu nominieren, als unabhängiger Kandidat an und gewann die Wahl deutlich mit 78,5 % der Stimmen. Die CDU verzichtete zugunsten Brüsers auf die Nominierung eines eigenen Bewerbers.

Brüser war vor der Abschaffung der Doppelspitze bereits seit 1992 Gemeindedirektor und wurde 1994 zunächst vom Rat, dann in Urwahl zum Bürgermeister gewählt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Eine Partnerschaft entstand im Zuge der deutschen Einheit mit Dingelstädt in Thüringen. Die Partnerschaft wurde zunächst sehr aktiv betrieben, etwa durch Austausch von Verwaltungsmitarbeitern, und läuft heute auf niedrigem, aber konstantem Niveau. Beispielsweise ist der Bürgermeister aus Dingelstädt regelmäßiger Gast bei der jährlichen Großveranstaltung „Wendener Kirmes“.

Derzeit laufen die Vorbereitungen, um eine Partnerschaft mit der ungarischen Stadt Lepseny aufzubauen. Die Verpackungsfirma „SiBO“ unterhält sowohl in Wenden als auch in Lepseny Betriebszweige, Inhaber Bernd Hesse bahnte die beginnende Partnerschaft an.

Wappen und Banner[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Der Gemeinde ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Arnsberg vom 6. April 1970 das Recht zur Führung eines Wappens verliehen worden.

Blasonierung: „Auf rotem Grund in Halbfigur der heilige Johannes der Täufer in natürlichen Farben, ein goldenes (gelbes) Lamm auf einem goldenen (gelben) Buch in der Rechten tragend und einen in ein Kreuz auslaufenden goldenen (gelben) Stab in der Linken haltend, mit goldenem (gelben) Heiligenschein, Bart und Haupthaar, oben ein goldenes (gelbes) Fell übergeworfen, unten mit einem silbernen (weißen) Leinen gewandet, das den vor ihm stehenden kleinen silbernen (weißen) Schild mit einem durchgehenden schwarzen Kreuz umschließt.“

Das Wappen zeigt den Schutzpatron der Gemeinde, Johannes der Täufer vor dem Wappen des Kurfürstentums Köln, zu dem Wenden lange gehörte. Die Gemeinde Wenden hat dieses Wappen nach der kommunalen Gebietsreform vom Amt Wenden übernommen.[16]

[Bearbeiten]

Der Gemeinde Wenden ist ferner mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Arnsberg vom 11. Juni 1970 das Recht zur Führung einer Flagge verliehen worden.

Beschreibung des Banners: „Rot-Weiß-Rot im Verhältnis 1:3:1 längsgestreift, mit dem Gemeindewappen in der Mitte der oberen Hälfte.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Sauerland-Theater Hillmicke: erfolgreiches Laientheater; führt immer im November in der Aula des Schulzentrums Wenden auf. Theaterverein Hünsborn: aufstrebendes Laientheater mit Kinder- und Jugendtheatergruppe; Aufführungen im März und April. Theaterfrauen Möllmicke; Ebenfalls erfolgreiches Laientheater, Aufführungen alle zwei Jahre in der Aula der Konrad-Adenauer-Schule Wenden sowie jährlich zum Karneval in der Dorf Gemeinschaftshalle in Möllmicke.

Museen[Bearbeiten]

Museum Wendener Hütte

Die Wendener Hütte ist ein technisches Kulturdenkmal und eine der ältesten noch erhaltenen Holzkohle-Hochofenanlagen im deutschsprachigen Raum. Sie kann zu den Öffnungszeiten kostenlos besichtigt werden.

Musik[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wenden ist bekannt für die Vielzahl an Musikvereinen (Altenhof, Gerlingen, Heid, Hillmicke, Hünsborn, Ottfingen), Spielmannszügen (Ottfingen, Wenden) und fast 40 Chören. Fast jeder größere Ortsteil verfügt über ein Blasorchester und mehrere Chöre.

Chöre[Bearbeiten]

Rund 30 Musik- und Gesangvereine, darunter zahlreiche Meisterchöre, prägen auch heute noch durch Konzerte und sonstige Darbietungen das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Gemeinde.

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Wenden

Denkmalgeschütztes Wohnhaus Bergstraße 8 (erbaut 1757)

Die Wallfahrtskapelle Dörnschlade ist 1864 durch den Architekten Vincenz Statz als Ersatz eines älteren und wesentlich kleineren Vorgängerbaues errichtet worden. Die Kapelle befindet sich in der Nähe des Ortes Altenhof und ist über die Verbindungsstraße zwischen Hünsborn und Wenden leicht zu erreichen. An den Sonntagen nach dem Fest Mariä Heimsuchung (2. Juli) und Mariä Geburt (8. September) finden Prozessionen von Altenhof und Wenden zur Dörnschlade statt, die anschließend mit Gottesdiensten an der Dörnschlade beendet werden.

Die Pfarrkirche St. Severinus wurde um 1750 bis 1752 von Franz Beyer gebaut. Die Altäre und die meisten Heiligenfiguren schmückten schon die Vorgängerkirche, von der auch noch der wuchtige Turm stammt. (Die neue Kirche wurde über der alten errichtet, die dann erst bei fortgeschrittenen Bauarbeiten abgebrochen wurde.) Die Kanzel, die Strahlenmadonna und die Orgel sind um 1755 neu in die Kirche hineingenommen worden. Vorbild für die Namensgebung dürfte die Kirche St. Severin in Köln gewesen sein. Die letzte umfassende Renovierung fand von 1986 bis 1988 statt. Dabei wurde die Kirche weitestgehend so ausgestaltet, wie sie im 18. Jahrhundert erbaut wurde. Das Mansarddach der fünfjochigen Hallenkirche für den Kirchenbau ist in Westfalen unüblich.

Die Holzkohle-Hochofenanlage Wendener Hütte ist ein frühindustrielles Kulturdenkmal und wird als Museum präsentiert.

Die Pfarrkirche St. Antonius Einsiedler im Ortsteil Gerlingen wurde 1897 eingeweiht.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Biggequelle

Die Biggequelle liegt nahe dem Ortsteil Römershagen. Ein Bachlauf nimmt das aus der Quelle kommende, noch recht geringe Wasser auf und füllt nach 16 Kilometern einen der größten Stauseen Deutschlands, den Biggesee.

Sport[Bearbeiten]

Eine Aula mit ca. 600 Sitzplätzen und ansprechender Bühnenanlage, eine große Sporthalle mit Spielfeld und Tribüne sowie zahlreiche neuwertige Sportplatzanlagen und eine Schwimmhalle geben Vereinen, Einwohnern und Besuchern vielfältige Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung.[17]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Wendsche Kärmetze (Kirmes) am dritten Dienstag im August sowie am Samstag und Sonntag zuvor. Am Dienstag findet eine Tierschau mit Prämierung der Tiere in verschiedenen Klassen statt. Von anderen Kirmesveranstaltungen unterscheidet sich die Wendsche Kärmetze dadurch, dass während der ganzen Zeit ein Markt stattfindet, auf dem die unterschiedlichsten Artikel angeboten werden. Außer den vielen Markthändlern kommen viele Betreiber von Fahrgeschäften mit ihren Karussells und anderen Attraktionen. Die Wendener Kirmes gilt als das größte Volksfest in Südwestfalen und wird von offizieller Seite entsprechend beworben.
  • Schönauer Karneval Eine Karnevalshochburg Südwestfalens feiert neben der Prinzenproklamation, die immer am ersten Samstag nach dem 11.11. stattfindet, mit Altweiber, Prunksitzung und Rosenmontagszug drei weitere große Zeltveranstaltungen. Aufwendig hergestellte Motivwagen und zahlreiche Fußgruppen lassen Rosenmontag einen kilometerlangen Lindwurm entstehen, der sich unter den Augen von bis zu 15.000 Besuchern durch die Straßen des 1400-Seelen-Ortes Schönau schlängelt. Der Schlachtruf der Schönauer Karnevalisten lautet: Schönau Helau. Das Vereinslied beginnt mit den Zeilen „Von Schönau bis Bockenbach – da wird geschunkelt und gelacht“ (Bockenbach ist der Nachbarort im Siegerland). In über 40 Jahren hat sich der Karnevalsverein Schönau-Altenwenden zu einer festen Größe im südwestfälischen Karnevalsgeschehen etabliert. Seine beiden Tanzgarden, Rote sowie Blaue Funken, repräsentieren den Verein auf zahlreichen regionalen wie überregionalen Veranstaltungen.
  • Südsauerlandlauf Meistens am ersten November-Wochenende wird dieser Traditionslauf (2005: 30. Ausgabe) durch die SG Wenden veranstaltet. In den vergangenen Jahren wurden immer auch erfolgreiche nationale Laufasse begrüßt (z. B. 2005: Sabrina Mockenhaupt) Bambinilauf (500 m), Schülerläufe (2 km), Volkslauf (5 km), Hauptlauf (10 km) und Nordic Walking (9 km) ziehen bis zu 800 Teilnehmer an. Somit größter Lauf in Südwestfalen. Integriert als Lauf im Ausdauer-Cup.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Feuerwehrhaus beim Floriansfest 2009

Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg lebte der größte Teil der Einwohner von der Land- und Forstwirtschaft. Durch die Umstrukturierung in der Landwirtschaft gaben zahlreiche Landwirte ihre Betriebe auf. Die Zahl der Auspendler stieg deutlich an. Dies änderte sich erst mit dem Bau der Autobahnen A 4 und der A 45. Dadurch verbesserte sich die verkehrsgeographische Lage beträchtlich. Dadurch wurde die Gemeinde als Wirtschaftsstandort attraktiver. In Hünsborn und Gerlingen entstanden Industrie- und Gewerbegebiete zur Ansiedlung von Betrieben.[18][19]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wenden wird von zwei Bundesautobahnen erschlossen:

  • der A 4 (E 40) Aachen–Görlitz Anschlussstelle: Wenden (im Autobahnkreuz Olpe-Süd) und
  • der A 45 (Sauerlandlinie) (E 41) Dortmund–Aschaffenburg. Anschlussstelle: Wenden (im Autobahnkreuz Olpe-Süd).

Dennoch führt keine Bundesstraße durch die Gemeinde. Hauptverkehrswege sind die Landstraßen L342, L512, L564, L714 und L905.

Bus- und Schienenverkehr[Bearbeiten]

Im Straßenpersonennahverkehr verkehren zahlreiche Buslinien, die Wenden auch mit seinen Nachbargemeinden und -städten verbinden. Betreiber sind die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) mit Sitz in Siegen, eine Tochter der Stadtwerke Bonn, und die Bahn-Tochter Busverkehr Ruhr-Sieg (BRS). Die Linien R50 und R51 sind die wichtigsten Buslinien, die von Siegen und Olpe nach Wenden führen.

Heute gibt es auf dem Gemeindegebiet keinen eigenen Schienenverkehr mehr. Früher bestand eine Schienenanbindung an die heutige Biggetalbahn. Der Abschnitt FreudenbergRothemühle wurde 1987, der Streckenteil Rothemühle–Olpe im Jahre 2000 stillgelegt und 2005 abgebaut.

Bildung[Bearbeiten]

Wenden verfügt über mehrere Grundschulen und zwei weiterführende Schulen, jedoch kein eigenes Gymnasium. Ende 2011 ist bereits ein deutlicher Umbruch im Sekundarschulbereich absehbar. Die Gemeinde hat ein Gremium einberufen, welches sich mit der weiteren Schulentwicklung befasst. Zwei Alternativen stehen zur Auswahl, die Errichtung einer Gesamtschule oder einer Sekundarschule. Mit der Einrichtung der neuen Schulform ist frühestens für das Schuljahr 2013/14 zu rechnen.

Schulen und Bildungseinrichtungen in Wenden:

  • Grundschulen
    • Katholische Grundschule Gerlingen
    • Katholische Grundschule Hünsborn
    • Katholische Grundschule Ottfingen als Teilstandort der Westerberggrundschule Wenden
    • Biggetal-Grundschule Rothemühle
    • Westerberg-Schule Katholische Grundschule Wenden
  • Weiterführende Schulen
    • Hauptschule: Konrad-Adenauer-Schule Gemeinschaftshauptschule
    • Realschule: Realschule Wenden
  • Förderschulen
    • Geschwister-Scholl-Schule, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Elsbeth Rickers (* 20. April 1916 in Essen, † 18. September 2014 in Drolshagen) war eine deutsche Politikerin der CDU.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Wiemers: Heimatbuch des Amtes Wenden. Hrsg. von der Amtsverwaltung Wenden i. Westf. Olpe o.J. (1951). (Ergänzter Neudruck hrsg. in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wenden, mit einer Einleitung von Raimund Quiter, Kreuztal 2004, ISBN 3-925498-80-X)
  • Berthold Keseberg: Gemeinde Wenden. Spiegel der Zeit in Wort und Bild. Meinerzhagen 1986, ISBN 3-88913-104-2. (Der Umschlag trägt die Bandbezeichnung I, mehr Bände, die noch im Vorwort angekündigt werden, sind allerdings nicht erschienen.)
  • Karl Heinz Kaufmann: Wenden. Wo die Wendschen wohnen. Ein heimatgeschichtliches und volkskundliches Lesebuch. Hrsg. im Auftrag der Gemeinde Wenden. Kreuztal 2001, ISBN 3-925498-69-9.
  • Albert Stahl: Hünsborn ehrt St. Kunibertus – 100 Jahre im Leben der Kirchengemeinde Hünsborn 2006
  • Norbert Scheele: Gerlingen in Vergangenheit und Gegenwart. (Wenden-) Gerlingen 1959.
  • Heinrich Solbach: Ottfingen. Hrsg vom Arbeitskreis Ortsgeschichte. Schmallenberg-Fredeburg o.J. (ca. 1995).
  • Tonis Brüser u.a.: Dörnscheid – ein Dorf in dem wir leben. Hrsg. von der Dorfgemeinschaft Dörnscheid. o.J. (ca. 1990).
  • Margret Kirschey u.a.: Römershagen 1144–1994. Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft „850 Jahre Römershagen“. Elben/ Ww. 1994.
  • Karl Jung: Rund um den Elbener Kreuzberg. Ein Dorf erzählt aus seiner Geschichte. Olpe 2000.
  • Wolf-Dieter Grün (Red.): Die Heider Schulchronik. Was der Lehrer aufschrieb über Heid, Rothemühle, Trömbach, die Binz und Vahlberg, ergänzt um einige Zeitdokumente. Hrsg. vom Förderverein Heid und dem Heimatverein Rothemühle e.V., Wenden 2007.
  • Karljosef Böhler: Der Traum vom weißen Gold. Die Geschichte des einzigen Platinbergwerks in Deutschland in Wenden. Kreuztal 2004, ISBN 3-925498-84-2.
  • Karl Jung: Zwischen Armut und Aufbruch. Das Wendener Land in den Pfarrakten im 18. und 19. Jahrhundert. Nümbrecht-Elsenroth 2001, ISBN 3-931251-78-0.
  • Friedhelm Krause (Red.): Wenden – Einblicke in die Geschichte. Hrsg. im Auftrag der Gemeinde Wenden. 3 Bände. Wenden 2012ff. (Bd. 1: Naturkundliches und die Geschichte bis 1803; Bd. 2: Geschichte 1803 bis 1945 und Bd. 3: Geschichte 1945 bis heute.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wenden – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Wenden.de: Hauptsatzung der Gemeinde Wenden, § 3 Einteilung des Gemeindegebietes in Ortschaften abgerufen am 17.Mai 2015
  3. Winfried Metzenmacher: Gemeinde Wenden: Gestern - heute und Morgen. In: Sauerland 2/1978 S.26
  4. Peter Kracht: Sauerland, Siegerland und Wittgensteiner Land. Münster 2005 S.223
  5. Albert Hömberg: Kirchliche und weltliche Landesorganisation (Pfarrsystem und Gerichtsverfassung) in den Urpfarrgebieten des südlichen Westfalen. Münster 1967, S. 29f und 34.
  6. Reinhard Oberschelp (Hrsg.): Die Schatzungsregister des 16. Jahrhunderts für das Herzogtum Westfalen. Teil 1: die Register von 1536 und 1565. Münster 1971, S. 211–217.
  7. Tanja Gawlich: Der Hexenkommissar Heinrich von Schultheiß und die Hexenverfolgungen im Herzogtum Westfalen. In: Harm Klueting (Hrsg.): Das kurkölnische Herzogtum Westfalen von den Anfängen der kölnischen Herrschaft im südlichen Westfalen bis zur Säkularisation 1803. Münster 2009 S.307f.
  8. Winfried Metzenmacher: Gemeinde Wenden: Gestern - heute und Morgen. In: Sauerland 2/1978 S.26
  9. Wilfried Reininghaus, Reinhard Köhne: Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Münster 2008 S.405-413
  10. Peter Kracht: Sauerland, Siegerland und Wittgensteiner Land. Münster 2005 S.224
  11. Manfred Schöne: Das Herzogtum Westfalen unter hessen-darmstädtischer Herrschaft 1802–1816. Olpe 1966.
  12. Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen. Kurkölnisches Sauerland. Arnsberg 1986, S. 96f, 175, 194.
  13. Peter Kracht: Sauerland, Siegerland und Wittgensteiner Land. Münster 2005
  14.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 90.
  15. Site der Landeswahlleiterin Nordrhein-Westfalen
  16. Hauptsatzung der Gemeinde Wenden, § 2. Abgerufen am 30. Januar 2013.
  17. Homepage der Gemeinde Wenden
  18. Peter Kracht: Sauerland, Siegerland und Wittgensteiner Land. Münster 2005 S.225
  19. Industrie & Verkehr auf wenden.de