Drolshagen

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Drolshagen im Sauerland. Für die deutsche Übersetzerin und Publizistin siehe Ebba D. Drolshagen.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Drolshagen
Drolshagen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Drolshagen hervorgehoben
51.0333333333337.7666666666667353Koordinaten: 51° 2′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Olpe
Höhe: 353 m ü. NN
Fläche: 67,12 km²
Einwohner: 12 244 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 182 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57489
Vorwahlen: 02761, 02763
Kfz-Kennzeichen: OE
Gemeindeschlüssel: 05 9 66 008
Stadtgliederung: 58 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Hagener Straße 9
57489 Drolshagen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Theo Hilchenbach (CDU)
Lage der Stadt Drolshagen im Kreis Olpe
Kreis Olpe Nordrhein-Westfalen Märkischer Kreis Hochsauerlandkreis Oberbergischer Kreis Rheinland-Pfalz Kreis Siegen-Wittgenstein Olpe Finnentrop Attendorn Lennestadt Drolshagen Kirchhundem WendenKarte
Über dieses Bild

Drolshagen ist eine kreisangehörige Stadt des Kreises Olpe im Regierungsbezirk Arnsberg in Nordrhein-Westfalen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Drolshagen liegt im waldreichen Naturpark Ebbegebirge im Sauerland. Über 40 Prozent des Stadtgebiets ist bewaldet.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Drolshagen grenzt im Uhrzeigersinn beginnend im Nordwesten an folgende Städte und Gemeinden:
Gummersbach, Meinerzhagen, Attendorn, Olpe, Wenden, Reichshof und Bergneustadt.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Das heutige Gemeindegebiet der Stadt Drolshagen umfasst 58 Ortschaften unterschiedlichster Größe.

  • Über 1.000 Einwohner leben in den folgenden Orten:
    • die eigentliche Stadt Drolshagen (4.807 Einwohner) – Hützemert (1.092)
  • Zwischen 500 und 1.000 Einwohner sind in diesen Ortsteilen beheimatet:
    • Iseringhausen – Schreibershof
  • Zwischen 250 und 500 Menschen wohnen in den Ortschaften:
    • Benolpe – Berlinghausen – Bleche – Dumicke – Frenkhausen – Germinghausen – Herpel – Wegeringhausen
  • Weniger als 250 Einwohner haben:
    • Alperscheid – Beul – Brachtpe – Buchhagen – Bühren – Dirkingen – Eichen – Eichenermühle – Eltge – Essinghausen – Fahrenschotten – Feldmannshof – Gelslingen – Gipperich – Grünenthal – Halbhusten – Heiderhof – Heimicke – Hespecke – Husten – Junkernhöh – Kalberschnacke – Köbbinghausen – Kram – Lüdespert – Neuenhaus – Öhringhausen – Scheda – Schlade – Schlenke – Schürholz – Sendschotten – Siebringhausen – Stupperhof – Wenkhausen – Wintersohl

[Bearbeiten] Geschichte

Kloster und Kirche

Ab 1470 sind Ritter in Drolshagen urkundlich erwähnt. Das Stadtrecht erhielt Drolshagen vom Kölner Erzbischof Ruprecht am 2. März 1477. Dies wurde 1485 nicht nur bestätigt, sondern auch verstärkt. Schon vor 1477 war der Einflussbereich der „Freiheit“ innerhalb des Sauerlandes recht groß. Das 1235 gestiftete Zisterzienserinnen-Kloster und die Stadt stritten ab 1550 jahrelang um das Anrecht an der St.-Clemens-Kirche, der selbst zu einem Prozess in Rom führte. 1604 war Drolshagen Mitglied der Hanse. 1838 wurde Drolshagen durch ein Feuer nahezu vollständig zerstört. Beim Wiederaufbau wurde auf ein rechtwinkliges Straßensystem geachtet. 1969, im Rahmen der kommunalen Neuordnung in Nordrhein-Westfalen, wurden die Ämter Drolshagen-Stadt und -Land zur neuen Stadt Drolshagen zusammengesetzt.

Über die Entwicklung des Namens gibt es verschiedene Theorien. Die wahrscheinlichste wird in der Chronica Drolshagensis beschrieben, nach der ein Ritter namens Drogilo im heutigen Gebiet Drolshagens einen Hag anlegte, den er Drogileshagino nannte. Daraus soll sich im Laufe der Jahrhunderte Drolshagen entwickelt haben.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Im Zuge der kommunalen Neugliederung im Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 1969 wurden die beiden im Amt Drolshagen zusammengefassten Gemeinden Drolshagen-Stadt und Drolshagen-Land aufgelöst und bilden seit dem die heutige Stadt Drolshagen. Im Zuge einer Grenzbegradigung wurden 1974 zwei Ortschaften der Stadt Meinerzhagen angegliedert.

[Bearbeiten] Politik

Rathaus

[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung

  • CDU 14 Sitze
  • SPD 3 Sitze
  • Unabhängige Christliche Wählergemeinschaft (UCW) 6 Sitze
  • Unabhängige Drolshagener Wählergemeinschaft (UDW) 3 Sitze

[Bearbeiten] Bürgermeister

Bei der Bürgermeisterwahl am 26. September 2004 entfielen über drei Viertel der Stimmen auf den CDU-Politiker Theo Hilchenbach, der keinen Gegenkandidaten hatte. 1999 setzte er sich mit fast ebenso hoher Quote (72,72 %) gegen den SPD-Kandidaten Thomas Gosmann und Reinbert Schmidt von den Grünen durch.

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen der Stadt Drolshagen enthält im ersten und vierten Feld das Wappen der früheren Gemeinde Drolshagen-Land und im zweiten und dritten Feld das Wappen der früheren Gemeinde Drolshagen-Stadt. Die einzelnen Felder sind voneinander durch das sogenannte "Kölner Kreuz" getrennt. Dieses Symbol soll die jahrhundertelange kurkölnische Landeshoheit, die bis 1803 bestand, darstellen. Die blauen Rauten auf goldfarbenem Grund im ersten und vierten Feld zeigen das Wappen der inzwischen ausgestorbenen Herren von Drolshagen. Dieses ehemals ansehnliche Geschlecht hatte bereits im 15. Jahrhundert Grundbesitz im Kirchspiel Drolshagen. Schon vorher erschienen die Herren von Drolshagen als Zeugen und Siegler in Urkunden, die Rechtsgeschäfte aus dem Kirchspiel Drolshagen betreffen. Die gestürzten schwarzen Anker auf silberfarbenem Grund im zweiten und dritten Feld sind das Symbol des heiligen Clemens, der als Papst im Jahre 97 den Märtyrertod erlitt. Auf den erlittenen Märtyrertod weist der Pfeil in der Mitte des gestürzten Ankers hin. Der heilige Clemens ist Patron der Pfarrgemeinde Drolshagen. Durch die Darstellung der Symbole des heiligen Clemens im Stadtwappen soll die besondere Verbundenheit zwischen Kirche und Kommune dokumentiert werden.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Nach ersten Kontakten zwischen Bürgerinnen und Bürgern der niederländischen Stadt Joure, Gemeinde Haskerland, und Drolshagen nahmen Rat und Verwaltung der Stadt Drolshagen im Oktober 1967 erstmals offiziellen Kontakt mit der Gemeinde Haskerland auf. Am 26. Juni 1969 wurde in Drolshagen die Partnerschaftsurkunde zwischen der Stadt Drolshagen und der Gemeinde Haskerland, (heute Gemeinde Joure/Skarsterlân) unterzeichnet [2]. Zudem besteht eine Freundschaft mit Helmsdorf in Thüringen.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Clemens
Eichener Mühle
Haus Schürholz

[Bearbeiten] Bauwerke

  • St.-Clemens-Pfarrkirche:
Der Turm dieses katholischen Gotteshauses romanischer Bauart stammt aus dem Jahre 1491 und beherbergt ein siebenstimmiges Geläut in der Disposition g0–a0–c1–d1–e1–g1–a1. Die große Christ-König-Glocke ist die größte Gussstahlglocke des Erzbistums Paderborn, die anderen Glocken sind – kunstvoll verziert – aus Glockenbronze im Jahre 1993 gegossen worden; das Geläut hat ein ungefähres Gesamtgewicht von 18.000 kg und zählt zu den musikalisch bedeutendsten Geläuten Westfalens. Das Taufbecken wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Es ist überliefert, dass der Erzbischof Anno von Köln die Kirche zwischen 1050 und 1075 einweihte.
Zu den Klöstern, die Mechthild Mechthild von Sayn mit ihrem Mann Heinrich III. von Sayn stiftete, gehört auch das Zisterzienserinnenkloster Drolshagen, welches sie 1235 gründete. Nach dem Wortlaut der Stiftungsurkunde aus dem Jahre 1235 handelte es sich nicht um eine Gründungsurkunde, sondern um eine Schenkungsurkunde mit dem Charakter einer Sühnestiftung. Das Kloster der Zisterzienserinnen wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst zwischen 1975 und 1987 komplett renoviert. Heute bringt es das städtische Bauamt und die Musikschule sowie Räume für besondere kulturelle Veranstaltungen unter.
  • Eichener Mühle
Die erste urkundliche Erwähnung der ehemaligen Getreidemühle „Im Kreuzohl“ datiert aus dem Jahre 1512. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude nutzt ein privater Eigentümer heute als Wohnhaus.
  • Waldkapelle Hünkesohl
Die Marienkapelle wird alljährlich schon zur Mai-Andacht genutzt und ist ein beliebter Wallfahrtsort im Drolshagener Land. Im Marianischen Jahr 1954 wurde die Kapelle in Holzblockweise erbaut.

[Bearbeiten] Sport

Im Drolshagener Land gibt es zahlreiche Sportvereine. Die größten sind:

  • TuS 09 Drolshagen e. V.
  • Hützemerter Sportverein 1951 e. V.
  • SC Drolshagen 1962 e. V.
  • SpVg 1982 Iseringhausen e. V.

Das Ernte- und Tierschaufest im September lockt alljährlich viele Besucher. Im Karneval gibt es am Altweibertag einen Festzug, bei dem man viele Zuschauer zählen kann. Auch das Schützenfest wird jedes Jahr gefeiert.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Marktplatz
Cafe am Markt und St.-Clemens-Kirchturm

Die Wirtschaft ist wie fast im ganzen Sauerland durch den Mittelstand geprägt. Hauptsektoren der Drolshagener Wirtschaft sind der Maschinenbau, die metallverarbeitende und die Elektro-Industrie, die Papierverarbeitung, Steinwerke, der Werkzeugbau, die Automobilzulieferung, die Bauindustrie und das Handwerk.

[Bearbeiten] Verkehr

Die Stadt Drolshagen liegt verkehrsgünstig im Winkel des Autobahnkreuzes Olpe an den Autobahnen A 45 (Sauerlandlinie) und A 4. Auf der A 45 gibt es auf Drolshagener Stadtgebiet die Autobahnabfahrt Drolshagen (17), kurz hinter der Stadtgrenze liegt die Abfahrt Olpe. Auf der der A 4 aus Richtung Köln ist Drolshagen über die Ausfahrt Eckenhagen/Drolshagen erreichbar. Außerdem verlaufen die Bundesstraßen 54 und 55 durch Drolshagen.

Die 144 Bushaltestellen werden von den Verkehrsbetrieben Westfalen-Süd (VWS) und der Oberbergischen Verkehrsgesellschaft (OVAG) bedient.

Früher hatte die Bahnstrecke Dieringhausen–Olpe (Teilstück der Aggertalbahn) auf Drolshagener Gebiet drei Bahnhöfe: Hützemert, Drolshagen und Eichen. Der Personenverkehr wurde 1979 eingestellt, 1997 die Gesamtstrecke stillgelegt. Heute existiert nur noch das Empfangsgebäude in Hützemert als Privatgebäude unter Denkmalschutz. Das Empfangsgebäude in Eichen wurde schon Jahre vor der Einstellung des Personenverkehrs, das Empfangsgebäude in Drolshagen 1986 abgerissen. 2005/2006 gab es auf Drolshagener Gebiet eine Freischnittaktion von Bahnfreunden, worauf eine letzte Draisinenfahrt folgte. Danach wurden in Drolshagen die Gleise abgerissen. Ende 2008 wurde das markante Stadtviadukt in Drolshagen beseitigt, das jahrzehntelang das Ortsbild prägte.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Literatur

  • Josef Hesse: Geschichte des Kirchspiels und Klosters Drolshagen. Stadt Drolshagen (Hrsg.), F. X. Ruegenberg, Olpe 1971.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Drolshagen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Website der Stadt Drolshagen
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