Südwestfalen

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Südwestfalen ist eine Region im südlichen Teil Westfalens. Diese Region bildete bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts kein einheitliches Gebiet. Der Name wird heute für den südlichen Teil der ehemaligen preußischen Provinz Westfalen verwendet.

Gebiet[Bearbeiten]

Die Region Südwestfalen ist nicht genau abgegrenzt. Zu dieser Region gehören das Sauerland, das Siegerland, das Wittgensteiner Land und die Hellwegbörden ohne den Kreis Unna. Damit umfasst sie den größten Teil des Regierungsbezirks Arnsberg, jedoch ohne das Ruhrgebiet. Der Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen werden nur manchmal hinzugezählt, da sie stärker in die Gebietseinteilung des Ruhrgebiets einbezogen werden. Dies gilt jedoch nicht zwingend für das Zugehörigkeitsgefühl der Einwohner. Zu nennen sind hier insbesondere Breckerfeld oder Hagen-Dahl.

Die Region Südwestfalen unter dem Dach der Südwestfalen Agentur ist exakt abgegrenzt. Die fünf Kreise Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Olpe, Soest und Siegen-Wittgenstein haben sich zusammengeschlossen. Gemeinsame Aktionen sollen das Gemeinschaftsgefühl in Südwestfalen stärken und für die Erhöhung des Bekanntheitsgrades sorgen. Unter dem Dach der Südwestfalen Agentur wird die Regionale ausgerichtet.[1]

Aber auch außerhalb der eigentlichen Region wird der Begriff Südwestfalen genutzt: Die Fachhochschule Südwestfalen mit Sitz in Iserlohn hat weitere Standorte in Hagen, Meschede, Soest und Lüdenscheid.[2] Der Einzelhandelsverband Südwestfalen ist außerdem für den Ennepe-Ruhr-Kreis zuständig. Dagegen ist die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer nur für Hagen, den Märkischen Kreis und einen Teil des Ennepe-Ruhr-Kreises zuständig.

Geographie[Bearbeiten]

Der größte Teil Südwestfalens ist durch eine Mittelgebirgslandschaft geprägt. An Nordrand liegen die Hellwegbörden. Wichtige Flüsse sind Ruhr, Sieg, Lenne, Bigge und Möhne. Die einwohnerstärksten Städte Südwestfalens sind Hagen, Siegen, Iserlohn, Lüdenscheid und Arnsberg. Knapp 1,5 Mio. Menschen (acht Prozent der nordrhein-westfälischen Bevölkerung) leben in 59 Städten und Gemeinden. Die gesamte Fläche der Region beträgt 6.200 km². Damit stellt Südwestfalen 20 Prozent der Fläche Nordrhein-Westfalens.

Südwestfalen verfügt über einen außerordentlichen Waldreichtum, der sich in dieser Dominanz in keiner anderen Region Deutschlands findet. Fast 60 Prozent der südwestfälischen Fläche ist bewaldet. Mit dem Kreis Siegen-Wittgenstein beheimatet Südwestfalen den waldreichsten Kreis Deutschlands (66 Prozent Waldfläche). 65 Prozent des südwestfälischen Waldes sind im privaten Besitz – ebenfalls eine bundesweite Ausnahmestellung.

Südwestfalen hat die größten Talsperren Nordrhein-Westfalens. Die Möhne-, die Henne-, die Sorpe-, die Bigge-, die Verse- und die Fürwiggetalsperre speichern in abflussreichen Zeiten Wasser, das in Zeiten geringer natürlicher Wasserführung als Zuschusswasser an die Ruhr abgegeben wird. Die Talsperren dienen damit einerseits dem Hochwasserschutz und andererseits der Niedrigwasseranreicherung der Ruhr in Trockenzeiten.

Die Naturparke Arnsberger Wald, Ebbegebirge, Homert und Rothaargebirge erstrecken sich über eine Fläche von insgesamt rund 3.500 km². Topographisch gesehen ist Südwestfalen die Region der Extreme. Der Kreis Soest liegt größtenteils in der Tiefebene, hat an der Lippeniederung mit 65 m ü. NN den tiefsten Punkt Südwestfalens. Richtung Süden geht es steil bergauf, bis zum höchsten Punkt der Region im Hochsauerlandkreis, dem Langenberg. Er ist mit 843 m ü. NN der höchste Berg Nordrhein-Westfalens und steht an der Spitze der 50 höchsten Berge des Bundeslandes - die übrigens allesamt in Südwestfalen liegen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches zerfiel die Region in mehrere Herrschaftsgebiete. Hierzu zählten im Wesentlichen das kurkölnische Herzogtum Westfalen, die Grafschaft Mark, das Fürstentum Nassau-Siegen und die Wittgensteiner Grafschaften.

Im Wiener Kongress wurde die Region dem Königreich Preußen zugeteilt und bildete einen Teil der neu gegründeten Provinz Westfalen. Die Stadt Arnsberg wurde Sitz des Regierungspräsidenten und damit eines der drei politischen Zentren dieser Provinz. Seit 1946 ist Südwestfalen ein Teil des Landes Nordrhein-Westfalen.

Regionale[Bearbeiten]

Vom Institut für Demoskopie Allensbach wurde im Auftrag des Kreises Soest, des Hochsauerlandkreises, des Märkischen Kreises, des Kreises Olpe sowie des Kreises Siegen-Wittgenstein die Südwestfalen-Studie 2007 erstellt, in der die Menschen über Lebensqualität und Regionalbewusstsein befragt wurden. Diese Kreise treten gemeinsam unter dem Dach Südwestfalen auf und haben sich 2006 um die Ausrichtung des NRW-Strukturförderprogramms Regionale 2013/2016 erfolgreich beworben.

Die Region Südwestfalen mit den zuvor genannten Kreisen richtet die Regionale 2013 aus.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Regionale 2013: Vorbereitung und Organisation
  2. Standorte der Fachhochschule Südwestfalen. Abgerufen am 11. Dezember 2011.
  3. Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen

Weblinks[Bearbeiten]