Wirtschaft Irlands

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Irland
Flag of Ireland.svg
Währung Euro (EUR)
Handelsorganisationen EU, WTO, OECD
Kennzahlen
Bruttoinlandsprodukt (BIP) € 174,8 Mrd. (nominal) (2013)[1]
€ 151,2 Mrd. (PPP) (2012)[2]
BIP pro Kopf € 41.366 (nominal) (2012)[3]
€ 31.900 (PPP) (2012)[4]
BIP nach Wirtschaftssektor Landwirtschaft: 1,0 % (2010)[5]

Industrie und Energie: 25,9 % (2010)[6]
Bauwirtschaft: 5,5 % (2010)[7]
Handel Transport, Kommunikation: 16,9 % (2010)[8]
Finanzdienstleistungen: 26,8 % (2010)[9]
Sonstige Dienstleistungen: 22,4 % (2010)[10]

Wirtschaftswachstum + 0,9 % (2012)[11]
Inflationsrate 1,7 % (2012)[12]
Erwerbstätige 1,84 Mio. (2012)[13]
Erwerbstätige nach Wirtschaftssektor Landwirtschaft: 4,7 % (2012)
Industrie: 12,6 % (2012)
Finanzdienstleistungen: 5,4 %
Bauwirtschaft: 5,4 %
Handel, Transport, Kommunikation: 24,0 %(2012)[14]
Erwerbsquote 40,1 % (real, 2012)
Arbeitslose 323.000 (2012)[14]
Arbeitslosenquote 14,7 % (2012)[15]
Außenhandel
Export € 90,9 Mrd. (2012)[16]
Exportgüter Maschinen und Ausrüstungsgegenstände, Computer, Chemikalien, Medizinprodukte, Medikamente, landwirtschaftliche Produkte
Exportpartner USA 23,2%, GB 15,4%, Belgien 14,3%, Deutschland 8,1%, Frankreich 5%, Schweiz 4% (2010)
Import € 48,7 Mrd. (2012)[17]
Importgüter Computerzubehör, Maschinen und -ausrüstungsgegenstände, Chemikalien, Erdölprodukte, Textilien, Kleidung
Importpartner GB 32,1%, USA 14,1%, Deutschland 7,7%, China 6,4%, Niederlande 4,9% (2010)
Außenhandelsbilanz € 42,4 Mrd. (2012)[18]
Öffentliche Finanzen
Öffentliche Schulden 106,4 % des BIP (2011)[19]
Staatseinnahmen 34,9 % des BIP (2011)[20]
Staatsausgaben 48,1 % des BIP (2011)[21]
Haushaltssaldo -13,4 % des BIP (2011)[22]

Die Wirtschaft Irlands ist stark exportabhängig, wichtige Handelspartner sind die USA und das Vereinigte Königreich. Bis zur Finanzkrise gab es in Irland ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, doch seit 2008/09 verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation dramatisch.

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten]

Finanzindustrie[Bearbeiten]

Das Finanzsystem wird dominiert durch die Bankengruppe Allied Irish Banks, die Bank of Ireland, die Ulster Bank (Tochterunternehmen der Royal Bank of Scotland Group) und die National Irish Bank (Tochterunternehmen der Danske Bank). Die Irish Life and Permanent ist nicht nur im Bankgeschäft, sondern auch im Versicherungsgeschäft bedeutend. Dublin ist Sitz einer Wertpapierbörse, der Irish Stock Exchange, an der rund 50 Unternehmen gelistet sind.

Luftfahrt[Bearbeiten]

In Irland beheimatete Fluggesellschaften sind beispielsweise Ryanair, Aer Lingus, Aer Arann, Air Contractors und das Tochterunternehmen City Jet der Air France. Insbesondere die 1985 gegründete Ryanair stieg mit zunehmender Deregulierung der Zivilen Luftfahrt innerhalb der EU – etwa im Zuge des Open-Skies-Abkommens – zur führenden Billigfluggesellschaft Europas auf.[23]

Agrarindustrie[Bearbeiten]

Rindfleisch und Milchprodukte sind mit etwa 60 % die wichtigsten landwirtschaftlichen Exportprodukte. Im Jahr 2002 wurden 445.000 Tonnen Rindfleisch im Wert von €1.185 Millionen exportiert, weshalb Irland der größte Exporteur von Rindfleisch in der EU und einer der größten in der Welt war.[24]

Das 1961 gegründete Irish Dairy Board, die Marketing-Organisation der irischen Milchwirtschaft, bewirbt unter der Bezeichnung „Kerrygold“ irische Milchprodukte weltweit.

Das Unternehmen Kerry Group ist das wichtigste irische Unternehmen in der Nahrungsmittelindustrie. Es ist der Weltmarktführer für Nahrungsmittelzusatzstoffe und Aromen, aber auch ein wichtiger Hersteller von Markenprodukten für den irischen und britischen Markt.

Bergbau und Gasförderung[Bearbeiten]

In Irland befinden sich wichtige europäische Bergwerke in denen Zink und Blei gefördert werden (Galmoy, Lisheen und Tara). Wichtige Erdgasfelder sind das Corrib-Gasfeld und das schon einige Jahre länger ausgebeutete Kinsale-Erdgasfeld. In der Keltischen See wurde 2012 das Gas/Erdölfeld Barryroe gefunden, dass in der Nähe des ausgebeuteten Kinsale-Erdgasfeld liegt. Ob dort jemals gefördert wird, ist ungewiss. Außerdem haben einige kleinere, international operierende Rohstoffunternehmen Sitz und Börsennotierung in Irland.

Pharmazeutische Industrie[Bearbeiten]

Die Pharmazeutische Industrie ist für über die Hälfte der Exporte Irlands verantwortlich.

Irische Unternehmen[Bearbeiten]

Wirtschaftsdaten[Bearbeiten]

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
in % gegenüber dem Vorjahr (real) (Feb. 2014)
Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
BIP 6,1 5,5 5,0 −2,2 −6,4 −1,1 2,2 0,2
BIP pro Kopf 3,7 2,8 1,9 −4,2 −7,3 −1,5 1,8 -0,1
Quelle: BIP[25]und BIP pro Kopf[26]

Wirtschaftsgeschichte[Bearbeiten]

Der autarke Staat[Bearbeiten]

Mit dem Anglo-Irischen Vertrag vom Dezember 1921 entstand der Irische Freistaat, dem 1937 die heutige Republik Irland folgte. William Thomas Cosgrave (von 1922 bis 1932) verfolgte noch eine relative Freihandelspolitik, aber die nachfolgenden Regierungen waren mehr auf die wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit des Landes bedacht. So führte sein Nachfolger als Taoiseach, Éamon de Valera, hohe Importzölle im Verlauf des Anglo-Irischen Handelskrieges (1932 bis 1938) ein, was der Agrarindustrie massiv schadete. Die durchschnittlichen Zollabgaben stiegen von 9 Prozent 1931 auf 45 Prozent 1936.[27] Anderseits profitierte die städtische Bevölkerung von diesen Maßnahmen, die Industrieproduktion stieg zwischen 1931 und 1938 um 46,1 Prozent[27]. Allerdings verlangte das 1932 erlassene Gesetz, Control of Manufactures Act, dass die Kapitalmehrheit an Unternehmen in irischer Hand liegen müsse. Auch wurden bis in die 1970er Jahre Unternehmen vom Staat aufgekauft und weiter geführt oder es wurde eine staatliche Beteiligung erworben. Dazu gehörten beispielsweise die Agrarbank ACCBank (1927), Irish Sugar (1933) Aer Lingus (1936), der Lebensversicherer Irish Life (1939), Irish Steel (1947) und das Erdgasunternehmen Bord Gáis (1975). Die Wirtschaftspolitik, der sich mehrmals abwechselnden Ministerpräsidenten Éamon de Valera und John A. Costello (von 1932 bis 1959), war wirtschaftlich wenig erfolgreich. In den Jahren von 1948 bis 1952 erhielt Irland durch den Marshallplan technische Hilfe, Kredite und Zuschüsse im Wert von insgesamt 146,2 Millionen US-Dollar.

Die irische Wirtschaft im Wandel[Bearbeiten]

Die Regierung von Seán Lemass (von 1959 bis 1966) förderte die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Ausland, da 1959 noch 75 Prozent[28] aller Exporte in das Vereinigte Königreich gingen. Irland trat 1960 dem Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT) bei und das Anglo-Irish Free Trade Agreement wurde am 15. Dezember 1965 unterzeichnet. In den 1960er Jahren wurde mit staatlicher Unterstützung eine Exportindustrie aufgebaut. Voraussetzung war die Abwandlung des bis 1958 gültigen Control of Manufactures Act in der Hinsicht, dass exportorientierte Industrieunternehmen mehrheitlich nicht mehr unter irischer Kontrolle stehen mussten.

Der erste Aufnahmeantrag vom 31. Juli 1961 der Europäischen Gemeinschaft beizutreten scheiterte. Das Beitrittsgesuch zur Europäischen Gemeinschaft vom 10. Mai 1967 war dagegen erfolgreich und so konnten im Juni 1970 die Vertragsverhandlungen beginnen. Am 22. Januar 1972 wurde der Vertrag mit der EG unterzeichnet und in einem Referendum bestätigt. Der Beitritt erfolgte am 1. Januar 1973.[28]

Das feste Umtauschverhältnis zwischen dem irischen Pfund und dem britischen Pfund von eins zu eins (seit 1928) wurde mit der Mitgliedschaft Irlands im Europäischen Währungssystem am 30. März 1979 aufgehoben. Für Irland war das problematisch, da 1978 noch etwa 50 Prozent aller Exporte und Importe auf das Vereinigte Königreich entfielen.[29]

In den späten 1970er und den frühen 1980er Jahren führte die zweite Ölkrise (1979/80) zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums. In den Jahren 1977 und 1978 war die Wirtschaft noch um über 7 Prozent gestiegen, fiel dann aber bis 1982 auf 2 Prozent bis 3 Prozent zurück, um 1983 sogar mit −0,24 Prozent negativ zu werden[30]. Die Inflation kletterte von etwas über 10 Prozent 1979 auf etwa 20 Prozent, wo sie bis 1983 verweilte und erst ab 1985 unter 5 Prozent fiel.[29] Durch die schlechte wirtschaftliche Entwicklung, ineffektive Ausgaben und die Abschaffung der Vermögensteuer 1978 stieg die Staatsverschuldung unter der Regierung von Jack Lynch und ihren Nachfolgern stark an. Als Reaktion auf die Krise begannen seine Nachfolger Charles J. Haughey und Garret FitzGerald die Ausgaben zu kürzen und die Steuersätze für die Einkommen von Angestellten deutlich zu erhöhen. Der geringste Einkommensteuertarif wurde abgeschafft, wodurch sich bereits Geringverdiener in einer Steuerklasse von 35 Prozent befanden.[31] Durch die Steuereinnahmen wurden allerdings auch größere Bildungsprogramme finanziert, besonders auf dem später wirtschaftlich bedeutenden Sektor der Kommunikationstechnologie.

Keltischer Tiger[Bearbeiten]

(Quelle: Eurostat)

Zwischen 1995 und 2007 wuchs das BIP Irlands um durchschnittlich 6 Prozent pro Jahr, weshalb Irland oft als „keltischer Tiger“ bezeichnet wurde. Die Entwicklung des BIP wurde stark durch ausländische Direktinvestitionen in Irland geprägt. Insbesondere aus den USA kam es auf der Suche nach einem Standort für den Export in den europäischen Wirtschaftsraum zu Investitionen in Irland. Ab 1989 investierten Unternehmen wie Dell, Intel und Microsoft in Irland und es bildeten sich ab den frühen 1990er Jahren Cluster der Kommunikationstechnologie-Branche. Der irischen Regierung gelang es durch die neuen Einnahmen auch die Staatsverschuldung zu verringern. Sie sank von über 90 Prozent 1993 auf unter 50 Prozent 1999. In den 1990ern wurde zur Anwerbung ausländischer Firmen auch die Unternehmenssteuer deutlich gesenkt. Der Standardtarif sank von 40 Prozent (1995) bis auf 12,5 Prozent im Jahr 2003. Es wurde zudem ein ermäßigter Tarif für Produktionsstätten von 10 Prozent eingeführt (heute auf 12,5 Prozent vereinheitlicht, was immer noch einen der geringsten Werte innerhalb der EU bedeutet).[31]

Allerdings war das BIP künstlich erhöht, da Gewinne von den Unternehmen aufgrund der geringen Steuersätze teils nur buchhalterisch nach Irland verschoben werden und nicht wirklich ins Land fließen.[32] Das inflationsbereinigte Pro-Kopf-BIP stieg auf einen der höchsten Werte in der EU. Das Bruttonationaleinkommen stieg weniger stark an, unter anderem die Arbeitslosigkeit nahm jedoch tatsächlich ab (2000–2007 betrug sie rund 5 Prozent[33]). Durch den 2000 eingeführten gesetzlichen Mindestlohn liegt das monatliche Einkommen bei erwachsenen Vollzeitangestellten nicht unter 1.183 Euro.

Es kam ab den späten 1990ern zu größerer Immigration nach Irland. Viele Iren gingen zurück nach Irland und insbesondere nach der EU-Osterweiterung kamen aus Osteuropa viele Einwanderer. Die Bevölkerung stieg von 3,789 Mio. Einwohnern im Jahr 2000 auf 4,339 Mio. Einwohner im Jahr 2007.[30]

Bedingt durch anhaltend niedrige Zinsen und geringe Regulierung der Banken wurde ab Mitte der 1990er Jahre zunehmend in kreditfinanzierte Immobilien investiert. Die darauffolgende Expansion der Finanz- und Bauwirtschaft führte zu einer Immobilienblase. Die Zahl der jährlich neu erbauten Wohnhäuser stieg von 33.600 (1996) auf über 93.000 (2006). Gleichzeitig stiegen die Preise im Landesdurchschnitt beinahe auf das Vierfache. Irland wurde zu einem der Länder mit der höchsten Wohneigentumsquote der Welt.[34][35]

Wirtschaftskrise von 2007 bis 2013[Bearbeiten]

Bewertung Irlands durch Ratingagenturen
Datum Fitch S & P's Moody's Quelle
29. April 2010
AA
[36]
2. Juli 2010
Aa1
[37]
19. Juli 2010
AA-
AA
Aa2
[38]
10. Oktober 2010
A+
[39]
24. November 2010
A
[40]
10. Dezember 2010
BBB+
[41]
17. Dezember 2010
Baa1
[42]
1. Februar 2011
A-
[43]
1. April 2011
BBB+
[44]
15. April 2011
Baa3
[45]
13. Juli 2011
Ba1
[46]
Die Renditen für langfristige irische Staatsanleihen gehen seit Mitte 2011 wieder deutlich zurück.

Irland ist von der Weltfinanzkrise und der darauf folgenden Euro-Krise besonders hart betroffen, weil die lange Zeit erfolgreiche Immobilienwirtschaft und die Abhängigkeit von ausländischen Direktinvestitionen zu Belastungsfaktoren wurden. Durch die fallenden Immobilienpreise (2009: −20,7 Prozent auf 242.033 Euro[47]) sind viele irische Haushalte überschuldet.

Die Summe der ausstehenden Kredite, Derivate und Hypothekendarlehen der kaum regulierten irischen Banken übersteigt das Bruttoinlandsprodukt beinahe um das Vierfache.[48] Ende 2009 wurde die staatliche National Asset Management Agency (NAMA) als Bad Bank gegründet und übernahm bisher (Juni 2010) von den fünf teilnehmenden Unternehmen (Allied Irish Banks, Anglo Irish Bank, Bank of Ireland, Irish Nationwide Building Society und EBS Building Society) Verbindlichkeiten im Wert von 81 Milliarden Euro.[49] Einige Unternehmen bekamen staatliche Garantien, andere Unternehmen staatliche Kapitalhilfen und im Gegenzug übernahm der Staat Aktien von ihnen. Die Anglo Irish Bank wurde sogar komplett verstaatlicht. Da der irische Staat sehr viel Geld zur finanziellen Stützung der irischen Banken und Bausparkassen aufwandte, stieg die Staatsverschuldung stark. Von 43,9 Prozent zum Jahresende 2008 stieg die Staatsverschuldung auf 64,0 Prozent zum Jahresende 2009 und soll voraussichtlich zum Jahresende 2010 etwa 83,9 Prozent betragen.[47]

Die konservative irische Regierung unter Brian Cowen beschloss, gegen die massiv ansteigenden Staatsschulden eine Austeritätspolitik durchzuführen. Seit dem ersten Quartal 2008 befand sich Irland in einer Rezession, 2009 schrumpfte das BIP um 7,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag Ende 2008 bei über 8 Prozent und stieg im Jahr 2010 auf über 13 Prozent, und die Zahl der Langzeitarbeitslosen (= länger als 1 Jahr ohne Arbeit) hat sich auf 5,3 Prozent mehr als verdoppelt.[50] Außerdem befand sich Irland in einer Deflation. Im Oktober 2009 fielen die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,4 Prozent.[51]

Seit Anfang 2010 stufen die Ratingagenturen Irland nach und nach immer weiter herab. Die Schuldenlast Irlands belief sich Ende Juni 2010 auf insgesamt 731,2 Mrd. US$, davon 508,6 Mrd. US$ bei europäischen Gläubigern.[52] Im vierten Quartal des Jahres 2010 kamen Gerüchte über eine drohende Zahlungsunfähigkeit Irlands und einen bevorstehenden Antrag auf EU-Hilfe auf, die von der irischen Regierung zunächst kategorisch zurückgewiesen wurden.[53][54] Aufgrund der irischen Finanz- und Bankenkrise (insbesondere der Anglo Irish Bank) bat Ministerpräsident Brian Cowen am 21. November 2010 jedoch die Europäische Union und den Internationalen Währungsfonds um Hilfe. Die EU-Finanzminister beschlossen am 28. November 2010 ein dreijähriges Hilfspaket von 85 Milliarden Euro aus dem Europäischen Stabilisierungsmechanismus, wovon Irland 12,5 Milliarden Euro aus den Reserven der staatlichen Rentenversicherung und 5 Milliarden aus Barreserven selber aufbringt. Das Vereinigte Königreich (8 Mrd. EUR), Schweden (1 Mrd. EUR) und Dänemark bieten bilaterale Finanzhilfen an. Es sollen sofort 10 Milliarden Euro zur Erhöhung des Eigenkapitals der Banken ausgegeben werden, weitere 25 Milliarden Euro stehen bereit. Die anderen 50 Milliarden sind für den Staatshaushalt vorgesehen, falls sie benötigt werden. Die irische Regierung beschloss auch weitere einschneidende Sparmaßnahmen: die Anhebung der Mehrwertsteuer, Kürzung von Sozialleistungen, Einsparungen im Öffentlichen Dienst und die Erhöhung von diversen Gebühren.[55][56]

Im Verlauf der Eurokrise wurde der von Irland für die EU-Hilfen zu zahlende Zinssatz von anfangs 5,83 Prozent pro Jahr auf etwa 3,5 Prozent gesenkt und die Laufzeit der Anleihen auf 15 Jahre verlängert.[57]

Nachdem Irland zuletzt im September 2010 am Kapitalmarkt aktiv war, hat Irland am 5. Juli 2012 erstmals wieder eine Anleihe über 500 Millionen Euro mit einer Laufzeit von 3 Monaten verkauft. Der durchschnittliche Zinssatz lag bei etwa 1,8 Prozent, etwas günstiger als vergleichbare spanische Anleihen.[58]

Die irische Regierung von Enda Kenny gibt als Termin für den Ausstieg aus dem Euro-Rettungsschirm den 15. Dezember 2013 an. Ab diesem Zeitpunkt soll Irland sich wieder komplett selbst über den Kapitalmarkt finanzieren.[59]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEuro-Zone: Vergleich von Bruttoinlandsprodukt (BIP) und Staatsverschuldung in ausgewählten Mitgliedsstaaten im Jahr 2013. Eurostat, abgerufen am 23. Oktober 2014.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen Zu jeweiligen Preisen Millionen Euro (ab 1.1.1999)/Millionen Ecu (bis zum 31.12.1998). Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBruttoinlandsprodukt, jeweilige Preise Mio. EUR - saisonbereinigt. Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen Zu jeweiligen Preisen Kaufkraftstandard je Einwohner. Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBruttowertschöpfung - Land- und Forstwirtschaft, Fischerei % des Gesamtwerts aller Wirtschaftszweige. Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBruttowertschöpfung - Rohstoffindustrie, Herstellung von Waren, Energie, Wasser % des Gesamtwerts aller Wirtschaftszweige. Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBruttowertschöpfung - Bau % des Gesamtwerts aller Wirtschaftszweige. Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBruttowertschöpfung - Handel, Transport und Nachrichtenübermittlung % des Gesamtwerts aller Wirtschaftszweige. Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBruttowertschöpfung - Unternehmensbezogene und Finanzdienstleistungen % des Gesamtwerts aller Wirtschaftszweige. Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBruttowertschöpfung - Sonstige Dienstleistungen % des Gesamtwerts aller Wirtschaftszweige. Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWachstumsrate des realen BIP - Volumen: Veränderung gegenüber dem Vorjahr (%). Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatInflation Ireland 2012. inflation.eu, abgerufen am 30. März 2013 (englisch).
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBeschäftigung, Inlandskonzept - Insgesamt 1 000 Personen. Eurostat, abgerufen am 20. März 2013.
  14. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEmployment and Unemployment (ILO) '000s. Central Statistics Office of the Republic of Ireland, abgerufen am 30. März 2013 (englisch).
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHarmonisierte Arbeitslosenquote % (saisonbereinigt). Eurostat, abgerufen am 20. März 2013.
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatInternationaler Handel, nach dem deklarierenden Land, Gesamtprodukt, Millionen EUR, Ausfuhren in Millionen ECU/EURO. Eurostat, abgerufen am 5. April 2013.
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatInternationaler Handel, nach dem deklarierenden Land, Gesamtprodukt, Millionen EUR, Einfuhren in Millionen ECU/EURO. Eurostat, abgerufen am 5. April 2013.
  18. Eurostat - Außenhandelsbilanz Abgerufen am 17. Oktober 2010
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatÖffentlicher Schuldenstand (Maastricht-Schuldenstand) in % des BIP - jährliche Daten. Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  20. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGesamteinnahmen des Staates % des BIP. Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  21. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGesamtausgaben des Staates % des BIP. Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDefizit (-) / Überschuß (+) des Staates - jährliche Daten. Eurostat, abgerufen am 30. März 2013.
  23. Sean D. Barrett: Exporting Deregulation – Alfred Kahn and the Celtic Tiger
  24. teagasc.ie: Agriculture in Ireland
  25. Eurostat: Wachstumsrate des BIP-Volumens - prozentuale Veränderung relativ zum Vorjahr
  26. Eurostat: Wachstumsrate des realen BIP pro Kopf – tsdec100
  27. a b Irish Historical Studies: Protection, economic war and structural change – the 1930er in Ireland
  28. a b eumatters.ie: Why did we want to join?
  29. a b centralbank.ie: The Irish Pound: From Origins to EMU von John Kelly
  30. a b OECD: Statistik zu Irland
  31. a b Hardiman, Niamh: Taxing the Poor: The Politics of Income Taxation in Ireland. Policy Studies Journal, Vol. 28-4 (2000); S. 826; 828–829
  32. Irland, der „keltische Tiger“: Vorbild oder Warnung für ein wachsendes Europa? – Michael Dauderstädt: Ifo Schnelldienst, 2001, vol. 54, issue 06, pages 34–41.
  33. Quarterly National Household Surveys, Central Statistics Office
  34. House Price Index 2007 Review. Permanent TSB Group Holdings plc, 2008, abgerufen am 29. Juni 2013.
  35. cso.ie: Construction and Housing in Ireland – 2008 Edition
  36. n-tv.de
  37. n-tv.de
  38. boersen-zeitung.de
  39. Ratingagentur stuft Irlands Kreditwürdigkeit herab, tagesschau.de, Meldung vom 10. Oktober 2010
  40. [1]
  41. Rating: Ireland Credit Rating
  42. Ratingagentur Moody's senkt Bonitätsnote: Irland verliert weiter an Kreditwürdigkeit, tagesschau.de, Meldung vom 17. Dezember 2010
  43. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatIrland – S&P senkt erneut Kreditrating. derStandard.at, 2. Februar 2011, abgerufen am 22. Februar 2011.
  44. n-tv.de
  45. nzz.ch
  46. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAusblick "negativ": Moody's stuft Irland auf Ramsch-Status herab. Welt online, 13. Juli 2011, abgerufen am 13. Juli 2011.
  47. a b finance.gov.ie: Monthly Economic Bulletin – Juni 2010 (PDF; 903 kB)
  48. Zeit.de: Arbeitslos und abgebrannt in Dublin
  49. NAMA: NAMA business plan – 30. Juni 2010
  50. NYTimes: In Ireland, a Picture of the High Cost of Austerity, 28. Juni 2010
  51. DLF – Europa heute Die Wut kocht
  52. Die Schuldenlast der grünen Insel – Bei wem Irland in der Kreide steht, tagesschau.de, Meldung vom 17. November 2010
  53. Irland weist Gerüchte über Antrag auf EU-Hilfe zurück, NZZ Online, 12. November 2010
  54. Spekulationen über Antrag auf EU-Finanzhilfen: Wird Irland das nächste Griechenland?, tagesschau.de, Meldung vom 13. November 2010
  55. Irland stellt Sparplan vor: Milliarden-Mix aus mehr Steuern und Kürzungen, tagesschau.de, Meldung vom 24. November 2010
  56. n-tv: Rentenkasse wird geplündert – Irland rettet sich selbst mit
  57. IrishCentral: Ireland gets more time for bailout repayment and interest rate cut
  58. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatErfolgreiche Auktion: Irland ist zurück am Kapitalmarkt. Spiegel Online, 5. Juli 2012, abgerufen am 13. März 2013.
  59. Zeit.de: Irland verlässt Euro-Rettungsschirm Mitte Dezember, 13. Oktober 2013

Weblinks[Bearbeiten]