Aschau am Inn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aschau a.Inn
Aschau am Inn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aschau a.Inn hervorgehoben
Koordinaten: 48° 12′ N, 12° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Mühldorf am Inn
Höhe: 457 m ü. NHN
Fläche: 20,76 km2
Einwohner: 3231 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 156 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84544
Vorwahl: 08638
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 1 83 113
Gemeindegliederung: 37 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 4
84544 Aschau a.Inn
Webpräsenz: www.aschau-a-inn.de
Bürgermeister: Alois Salzeder (Aschauer Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Aschau a.Inn im Landkreis Mühldorf am Inn
Mühldorfer Hart Zangberg Waldkraiburg Unterreit Taufkirchen (Landkreis Mühldorf am Inn) Schwindegg Schönberg (Oberbayern) Reichertsheim Rechtmehring Rattenkirchen Polling (bei Mühldorf am Inn) Obertaufkirchen Oberneukirchen (Oberbayern) Oberbergkirchen Niedertaufkirchen Niederbergkirchen Neumarkt-Sankt Veit Mühldorf am Inn Mettenheim (Bayern) Maitenbeth Lohkirchen Kraiburg am Inn Kirchdorf (bei Haag in Oberbayern) Jettenbach (Oberbayern) Heldenstein Haag in Oberbayern Gars am Inn Erharting Egglkofen Buchbach (Oberbayern) Aschau am Inn Ampfing Landkreis Landshut Landkreis Rottal-Inn Landkreis Rosenheim Landkreis Ebersberg Landkreis Altötting Landkreis Erding Landkreis TraunsteinKarte
Über dieses Bild

Aschau am Inn (amtlich: Aschau a.Inn) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aschau am Inn liegt in der Region Südostoberbayern im Alpenvorland in der Talniederung des Inn rund 65 km östlich der Landeshauptstadt München, 17 km westlich von Mühldorf, 30 km nördlich von Wasserburg und 4 km von Waldkraiburg entfernt, wo sich die nächstgelegene Bahnstation an der Bahnstrecke Rosenheim–Mühldorf, betrieben von der Südostbayernbahn, befindet. Aschau am Inn ist naturräumlich im Norden und Westen von einer reich bewaldeten Altmoräne eingefasst, im Gegensatz dazu bildet im Südosten der weitläufige Talraum des Inn mit seinen nacheiszeitlichen Inn-Schotterterrassen und Auwäldern die Gemeindegrenze.

Allgemeine Daten zum Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ortsteile: 37
  • Gemeindestraßen: 46 km
  • Vereine: 25
  • Gewerbebetriebe: ca. 200
  • Gaststätten: 8
  • Kirchen und Kapellen: 12
  • Kindergartenplätze: 80

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aschau am Inn hat 37 Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Aschau am Inn und Fraham.

Aschau am Inn im Winterlicht

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 788 in den Notitia Arnonis. Aschau am Inn gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Neumarkt des Kurfürstentums Bayern. Die Grafen Toerring zu Jettenbach besaßen hier eine offene Hofmark. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1939 lebten in Aschau 1300 Einwohner. Seit diesem Zeitpunkt ist eine stetige Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen. Während des Zweiten Weltkrieges war im heutigen Industriegebiet eine der größten deutschen Sprengstofffabriken. Ein Einwohnerzuwachs war vor allem nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges durch die Ansiedlung zahlreicher Heimatvertriebener festzustellen. Am 1. April 1950 trat die Gemeinde Gebietsteile an die neugebildete Gemeinde Waldkraiburg ab.[3]

Am 23. Oktober 1977 wurde der Name der Gemeinde Aschau bei Kraiburg amtlich in Aschau am Inn geändert.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der ehemaligen Gemeinde Fraham wurden am 1. Juli 1976 die Ortsteile Bergham, Fraham, Klugham, Buchtal, Reit und Urfahrn mit insgesamt 158 Einwohnern eingegliedert.[4]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt[5]:

Stand Einwohner
1960 2203
1970 2553
1980 3079
1990 2891
1995 2842
2000 2922
2005 2862
Stand Einwohner
2006 2863
2007 2836
2008 2816
2009 2758
2010 2757
2011 3010
2012 3089
Stand Einwohner
2013 3131
2014 3168
2015 3231

Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 644 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 24,89 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren nahm sie um 12,85 (7,34) Prozent zu.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Alois Salzeder (AWG).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aschau liegt an der Strecke des Radpilgerweges Benediktweg, der im August 2005 eröffnet wurde.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Sportzentrum bietet Gelegenheit zu sportlicher Betätigung. 25 Vereine und Vereinigungen zeigen die rege Vereinstätigkeit und den Gemeinschaftssinn der Bevölkerung.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrie, Handel und Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem 170 ha großen Industriegebiet sind hauptsächlich chemische und metallverarbeitende Betriebe ansässig. Daneben befinden sich in Aschau am Inn viele andere Handwerksbetriebe und alle notwendigen Einrichtungen der Grundversorgung. Insgesamt finden im Gemeindegebiet 2300 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Das Industriegebiet liegt völlig abgeschirmt südlich des Ortszentrums in einem Waldgebiet auf der tiefer gelegenen sogenannten zweiten Inntrasse. Aschau konnte daher bis heute seinen ländlichen Charakter erhalten.

Der Hauptsitz der Bayern-Chemie Gesellschaft für flugchemische Antriebe mbH befindet sich in Aschau am Inn.

Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Fläche von ca. 1400 ha wird bewirtschaftet. Bestanden im Jahr 1999 noch 56 landwirtschaftliche Betriebe, ging deren Zahl bis 2010 auf 46 zurück.

Betriebsgrößenstruktur in der Landwirtschaft[6]
Betriebsgröße in ha Anzahl der Betriebe
1999 2010
unter 5 6 1
5 bis unter 10 9 7
10 bis unter 20 14 16
20 bis unter 50 22 16
50 oder mehr 5 6
Gesamt 56 46

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den modern eingerichteten Werkstätten des Berufsbildungswerkes Waldwinkel der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos werden 330 meist körperbehinderte Jugendliche in verschiedenen Berufen ausgebildet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Muschol (1949–1981), Todesopfer an der Berliner Mauer
  • Papst Benedikt XVI. verbrachte unter seinem bürgerlichen Namen Joseph Alois Ratzinger seine Grundschulzeit von 1932 bis 1937 in Aschau am Inn und feierte am 15. März 1936 seine Erstkommunion hier. 2009 erhielt die Grundschule nach der Zustimmung der Regierung von Oberbayern den Namen Papst Benedikt XVI. Grundschule
  • Kathi Stimmer-Salzeder (* 1957), deutsche Liedermacherin und Verlegerin ihrer eigenen Werke

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Muschol: Aschau am Inn. Ein Heimatbuch. Gemeinde Aschau am Inn, Aschau am Inn 1985.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aschau am Inn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Aschau am Inn in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. Juni 2017
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 525
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 583.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik: 12111-101z Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinde, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell), Stichtage. Online auf www.statistikdaten.bayern.de, abgerufen am 3. März 2017.
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2015 – Gemeinde Aschau a.Inn 09 183 113 - Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. PDF, online auf www.statistik.bayern.de, abgerufen am 4. Januar 2017.