Kirchdorf (bei Haag in Oberbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchdorf
Kirchdorf (bei Haag in Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchdorf hervorgehoben
Koordinaten: 48° 11′ N, 12° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Mühldorf am Inn
Verwaltungs­gemeinschaft: Reichertsheim
Höhe: 551 m ü. NHN
Fläche: 21,03 km²
Einwohner: 1335 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83527
Vorwahl: 08072
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 1 83 123
Gemeindegliederung: 50 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Kirchdorf
Bräustr. 11
84437 Reichertsheim
Webpräsenz: www.kirchdorf-online.de
Bürgermeister: Alfons Linner (Freie Wählergem. Berg)
Lage der Gemeinde Kirchdorf im Landkreis Mühldorf am Inn
Mühldorfer Hart Zangberg Waldkraiburg Unterreit Taufkirchen (Landkreis Mühldorf am Inn) Schwindegg Schönberg (Oberbayern) Reichertsheim Rechtmehring Rattenkirchen Polling (bei Mühldorf am Inn) Obertaufkirchen Oberneukirchen (Oberbayern) Oberbergkirchen Niedertaufkirchen Niederbergkirchen Neumarkt-Sankt Veit Mühldorf am Inn Mettenheim (Bayern) Maitenbeth Lohkirchen Kraiburg am Inn Kirchdorf (bei Haag in Oberbayern) Jettenbach (Oberbayern) Heldenstein Haag in Oberbayern Gars am Inn Erharting Egglkofen Buchbach (Oberbayern) Aschau am Inn Ampfing Landkreis Landshut Landkreis Rottal-Inn Landkreis Rosenheim Landkreis Ebersberg Landkreis Altötting Landkreis Erding Landkreis TraunsteinKarte
Über dieses Bild
Kirchdorf im Februar 2010
Mariä Himmelfahrt, Kirchdorf

Kirchdorf ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Reichertsheim.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchdorf befindet sich in der Region Südostoberbayern im Alpenvorland auf einer Anhöhe mit Blick über den Nachbarort Haag hinweg auf die Kette der Bayerischen Alpen. Der im Norden des Gemeindegebiets entspringende Ornaubach gilt als südliche Grenze des Gattergebirges. Kirchdorf liegt am Schnittpunkt der Bundesstraßen 15 und 12 rund 20 Kilometer westlich von Waldkraiburg, 17 Kilometer nördlich von Wasserburg, 51 Kilometer östlich der Landeshauptstadt München, 15 Kilometer südlich von Dorfen und 30 Kilometer von der Kreisstadt Mühldorf am Inn entfernt. Die beiden nächstgelegenen Bahnstationen befinden sich in Soyen und Gars am Inn, welche regelmäßig von der Südostbayernbahn bedient werden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchdorf hat 50 Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Au, Berg, Fürholzen und Kirchdorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchdorf „Pohchurdorf“ wird im Jahre 790 erstmals schriftlich erwähnt. Das in Kirchdorf ansässige Ortsadelsgeschlecht der Gurren von Kirchdorf wird 1140 bis 1245 erwähnt und gründete um 1200 die Freie Grafschaft Haag, zu deren Herrschaftsgebiet Kirchdorf bis 1804 gehörte. Kirchdorf war der kulturelle und religiöse Mittelpunkt der Freien Grafschaft Haag, welche von 1200 bis 1804 bestand. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt von Kirchdorf, der (im Jahre 1315) 14 Filialkirchen unterstanden, wurde um 1200 von den Gurren im romanischen Stil erbaut, im Jahre 1472 von Graf Hans VI. von Haag im gotischen Stil neu errichtet und um 1690 barockisiert. Die Krypta von Kirchdorf (Unterkirche) ist die Erbbegräbnisstätte der Reichsgrafen von Haag. Das größte Grabdenkmal dieser Grafen, der Sarkophag des Grafen Ladislaus zu Hag steht heute im Bayerischen Nationalmuseum in der Eingangshalle. Die Kirche von Kirchdorf beherbergt die Gebeine der Seligen Kasta aus den Katakomben von Rom in einem gläsernen Schrein im linken Seitenaltar. Kirchdorf gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Haag des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Berg und Fürholzen eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: 1082 Einwohner
  • 1987: 1162 Einwohner
  • 2000: 1260 Einwohner
  • 2011: 1347 Einwohner
  • 2014: 1335 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Alfons Linner sen. (Freie Wählergem. Berg).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 513.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 86.000 Euro.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 6, im Produzierenden Gewerbe 87 und im Bereich Handel und Verkehr 11 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 16 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 384. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine Betriebe, im Bauhauptgewerbe 5 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 76 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1297 ha. Davon waren 638 ha Ackerfläche und 658 ha Dauergrünfläche.

Größter Arbeitgeber in der Gemeinde ist die Schletter GmbH.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Solarkraftwerke mit jeweils 100 kW Leistung stehen seit 2003 auf einer nahegelegenen Fläche zwischen Öd, Wella, Au.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten: 50 Kindergartenplätze mit 44 Kindern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20120104/130243&attr=OBJ&val=402
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 589.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchdorf (bei Haag in Oberbayern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien