Bahnstrecke Leipzig–Probstzella

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Leipzig-Leutzsch–Probstzella
Strecke der Bahnstrecke Leipzig–Probstzella
Streckennummer (DB): 6383
Kursbuchstrecke (DB): 550 (Leipzig–Gera)

555 (Gera–Saalfeld)
557 (Saalfeld–Hockeroda)
558 (Gera–Weida)

840 (Saalfeld–Probstzella)
Streckenlänge: 159,97 km
Stromsystem: Leipzig-Leutzsch–Leipzig-Plagwitz,
Saalfeld–Probstzella: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Zugsicherungssysteme: PZB, ZUB262(nur ab/bis Saalfeld)
Zweigleisigkeit: Leipzig-Leutzsch–Zeitz
Gera Hbf–Gera-Debschwitz (Abzw)
Unterwellenborn–Probstzella
Strecke – geradeaus
von Leipzig Hbf
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Leipzig-Wahren
Bahnhof, Station
6,69 Leipzig-Leutzsch
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Großkorbetha
   
8,2 Leipzig-Industriegelände West (bis 2011)
Haltepunkt, Haltestelle
10,1 Leipzig-Lindenau
   
von Leipzig-Connewitz
Bahnhof, Station
10,8 Leipzig-Plagwitz
   
Lindenau Ldst–Leipzig-Plagwitz Industriebf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Leipzig-Miltitzer Allee
   
nach Pörsten
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Markkleeberg-Gaschwitz
Bahnhof ohne Personenverkehr
13,7 Leipzig-Großzschocher (Personenbf bis 2010)
Bahnhof, Station
16,4 Leipzig-Knauthain
BSicon BS2+l.svgBSicon eBS2+r.svg
Neutrassierung wegen des Tagebaus Zwenkau
BSicon HST.svgBSicon exSTR.svg
21,0 Knautnaundorf
BSicon STR.svgBSicon exBHF.svg
21,8 Eythra
BSicon KMW.svgBSicon exSTR.svg
22,233
21,200
Kilometersprung +1,033 km
BSicon BS2l.svgBSicon eBS2r.svg
Haltepunkt, Haltestelle
24,66 Groß Dalzig
   
27,90 Abzw Zauschwitz
   
nach Neukieritzsch
Bahnhof, Station
29,9 Pegau
   
Landesgrenze Sachsen / Sachsen-Anhalt
Bahnhof, Station
34,4 Profen
Bahnhof ohne Personenverkehr
37,3 Reuden (Kr Zeitz) (Personenbf bis 2010)
   
39,5 Bornitz (b Zeitz) (bis 2010)
   
von Tröglitz
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Weißenfels
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Altenburg
Bahnhof, Station
44,6 Zeitz
   
nach Camburg
Bahnhof ohne Personenverkehr
50,6 Haynsburg (Personenbf bis 2010)
Bahnhof, Station
55,0 Wetterzeube
   
Landesgrenze Sachsen-Anhalt / Thüringen
Haltepunkt, Haltestelle
60,0 Crossen an der Elster Ort
Bahnhof, Station
60,9 Crossen an der Elster
   
nach Porstendorf
Brücke über Wasserlauf (groß)
Weiße Elster
Bahnhof, Station
66,3 Bad Köstritz
Haltepunkt, Haltestelle
68,5 Gera-Langenberg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Weimar
Bahnhof, Station
72,9 Gera Hbf
Haltepunkt, Haltestelle
74,6 Gera Süd
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
Abzw Gera-Debschwitz
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Weischlitz und nach Gößnitz
Haltepunkt, Haltestelle
76,9 Gera-Zwötzen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Weiße Elster
   
79,79 Wolfsgefärth (bis 2000)
   
nach Weischlitz (1875–1892)
Haltepunkt, Haltestelle
Wolfsgefärth
   
von Werdau
Bahnhof, Station
85,1 Weida
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Mehltheuer
   
von Münchenbernsdorf
Bahnhof, Station
93,6 Niederpöllnitz
Bahnhof, Station
100,5 Triptis
   
nach Marxgrün
Brücke über Wasserlauf (groß)
Orla
   
104,4 Traun (bis 2011)
Bahnhof, Station
108,9 Neustadt (Orla)
Haltepunkt, Haltestelle
112,2 Neunhofen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Orla
Brücke über Wasserlauf (groß)
Orla
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Harrasmühlentunnel (117 m)
Bahnhof, Station
117,5 Oppurg
   
nach Orlamünde
Bahnhof, Station
122,4 Pößneck ob Bf
Haltepunkt, Haltestelle
126,2 Krölpa-Ranis
Bahnhof, Station
130,6 Könitz (Thür)
Bahnhof, Station
134,5 Unterwellenborn
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Großheringen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Arnstadt
Bahnhof, Station
140,01 Saalfeld (Saale) 211 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Saalebrücke Breternitz (114 m)
Haltepunkt, Haltestelle
145,81 Breternitz 216 m
Haltepunkt, Haltestelle
149,85 Kaulsdorf (Saale) (ehem. Bf) 229 m
Strecke – geradeaus
bis 1954 Eichicht
Haltepunkt, Haltestelle
152,08 Hp Abzw Hockeroda (ehem. Bf) 258 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Unterlemnitz
Haltepunkt, Haltestelle
155,76 Unterloquitz 280 m
   
160,96 Marktgölitz (bis 2010) 310 m
   
nach Sonneberg (Verbindungskurve)
   
von Sonneberg
Bahnhof, Station
164,99 Probstzella 365 m
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166,66 Landesgrenze Thüringen / Bayern
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Strecke – geradeaus
nach Hochstadt-Marktzeuln

Die Bahnstrecke Leipzig–Probstzella ist eine Hauptbahn in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die ursprünglich in Form einer preußischen Staatseisenbahn und als Teil einer Fernverbindung zwischen Berlin und München erbaut und betrieben wurde. Sie verläuft von Leipzig durch das Tal der Weißen Elster über Zeitz, Gera, Triptis durch die Orlasenke und Saalfeld nach Probstzella. Ihren nominalen Endpunkt hat sie an der thüringisch-bayerischen Landesgrenze bei Ludwigsstadt. Da sie parallel zur Bahnstrecke Großheringen–Saalfeld, aber höher als diese verläuft, wird sie auch „Obere Bahn“ genannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1859 – 1885, Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die hier betrachtete Bahnstrecke besteht aus mehreren Teilabschnitten mit unterschiedlicher Entstehungsgeschichte. Das zweite Viertel der Bahnstrecke wurde bereits 1859 eröffnet. Damals wurde eine Strecke von Weißenfels (dort Anschluss an die 1846 erbaute Thüringer Bahn) über Zeitz nach Gera errichtet. Sie war die erste Strecke, die die damals etwa 14.000 Einwohner zählende Hauptstadt des Fürstentums Reuß jüngerer Linie, Gera, erreichte. Der nördliche Teil zwischen Zeitz und Leipzig konnte 1873 dem Verkehr übergeben werden.

Die Kernabschnitte, die Bahnstrecke Gera–Eichicht (Gera-Eichichter Bahn) wurde am 20. Dezember 1871 eröffnet, zunächst als Aktiengesellschaft. Für die anliegenden Orte war sie von großer Bedeutung. Durch sie konnte die Textilindustrie und Lederindustrie in der Orlasenke, ganz besonders in Pößneck, vor dem Ersten Weltkrieg rasant wachsen. Pößneck wurde dadurch neben Apolda und Greiz zum Zentrum der thüringischen Textilindustrie, allerdings begrenzte die ungüstige topografische Lage der Bahn später das Wachstum der Industrie. Da keine Anschlussgleise direkt in die Betriebe gebaut werden konnten, blieb Pößneck in der industriellen Entwicklung letztlich hinter Zeitz oder Gera zurück. Von Bedeutung war und ist dieser Abschnitt auch für die Maxhütte (Unterwellenborn) bzw. das heutige Stahlwerk Thüringen. Als die Strecke 1871 erbaut wurde, führte sie durch folgende Staaten (ab Gera): Reuß jüngerer Linie, Sachsen-Weimar-Eisenach, Preußen, Sachsen-Meiningen, Preußen, Schwarzburg-Rudolstadt, Sachsen-Meiningen. Der vorläufige Endpunkt in Eichicht wurde gewählt, da die Weiterführung und der Anschluss nach Bayern noch ungeklärt waren. 1882 erfolgte die Verstaatlichung[1] und die Verbindung wurde in die preußischen Staaseisenbahnen eingegliedert. 1885 wurde schließlich mit der Fertigstellung der Verbindung zur Frankenwaldbahn bei Probstzella die Gesamtstrecke fertiggestellt. Bis zur Fertigstellung der Verbindungskurve zwischen der Bahnstrecke Halle–Bebra und der Bahnstrecke Großheringen–Saalfeld bei Großheringen im Jahr 1900 war sie neben der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn die wichtigste Verbindung zwischen Preußen und Bayern. Obwohl sich die 25 km kürzere Bahnstrecke Großheringen–Saalfeld zur bedeutenderen Nord-Süd-Verbindung entwickelte, blieb sie weiterhin eine Fernverkehrsstrecke von Leipzig im Norden nach Nürnberg im Süden.

1885 – 1945, Aufschwung und Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1900 wurden erhebliche Investitionen in die Strecke vorgenommen,[2] mehrere Bahnhöfe wurden ausgebaut (u.a. Crossen (Elster) mit Bahnsteigdach und Unterführung, Gera Hbf - dort entstand 1911 die Bahnhofshalle). 1920 ging die preußische Staatsbahn in der Deutschen Reichsbahn auf, welche fortan die Strecke betrieb. Weitherhin erfolgte der zweigleisige Ausbau, im Ergebnis war vor dem Zweiten Weltkrieg die gesamte Strecke zweigleisig ausgebaut. Für den Abschnitt zwischen Saalfeld und Probstzella erfolgte bis 1939 die Elektrifizierung. Schwer zerstört wurde wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkrieges der Bahnhof Saalfeld (Saale).[1] Im Rahmen der Reparationsleistungen durch die Sowjetunion wurden sämtliche Bestandteile für den elektrischen Betrieb und zusätzlich das zweite Gleis der gesamten Strecke demontiert.

1945 – 1993, Zeit der Deutschen Reichsbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Teilung Deutschlands verlor der Streckenabschnitt südlich von Saalfeld in den folgenden vier Jahrzehnten stark an Bedeutung, allerdings verkehrten hier mehrere D-Züge als Transitzüge zwischen beiden Teilen des geteilten Deutschlands. Hohe Bedeutung besaß der Güterverkehr. Die bei Profen gewonnene Rohbraunkohle wurde in Veredlungswerke im Raum Leipzig – Zeitz gefahren, in der DDR von hoher Bedeutung, da Braunkohle der wichtigste Energieträger war.[3] Wegen eines Braunkohletagebaus wurde die Strecke zu DDR-Zeiten im Bereich Knautnaundorf auch neu trassiert, das zweite Gleis wurde vor 1990 zwischen Leipzig Hbf und Zeitz, zwischen Gera Hbf und Gera Süd sowie zwischen Unterwellenborn und Saalfeld wiederhergestellt.

Aufgrund der hierarchisch-zentralisitischen Struktur der DDR bestand ein großer Bedarf im Personenverkehr zwischen dem ab 1952 als Bezirksstadt fungierenden Gera und der Hauptstadt Berlin. Mit Einführung des Städteschnellverkehrs[4] 1968 (D-Züge) und des Städteexpress "Elstertal" 1976[4] gab es im Teilabschnitt Gera – Leipzig zwei hochwertige Schnellverbindungen mit Speisewagen direkt nach Berlin. An höherwertigen Zügen befuhren die Gesamtstrecke z.B. 1984 ein D-Zug nach Nürnberg, und vier Eilzüge (ein Durchlauf nach Sonneberg).[5] Für den Berufsverkehr zur Maxhütte Unterwellenborn verkehrten täglich mehrere (öffentliche) Züge zwischen Pößneck / Oppurg und Saalfeld.

Ab 1956 war für eine Inbetriebnahme 1967 die Elektrifizierung zwischen Leipzig und Gera geplant, der Plan 1959 jedoch wieder fallengelassen.[6]

1993 bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Deutschen Wiedervereinigung wurde der Abschnitt zwischen Saalfeld und Probstzella wieder zweigleisig ausgebaut, elektrifiziert und für den Einsatz von aktiver Neigetechnik ertüchtigt.

Auch die Elektrifizierung Leipzig-Gera-Saalfeld war noch 1990 erneut konkret geplant, die Eröffnung sollte zwischen 1996 und 1999 erfolgen, spätestens nach Übernahme durch die Deutsche Bahn AG wurde dieses Vohaben nicht mehr weiter verfolgt.[6] Noch unter der Regie der Deutschen Reichsbahn erfolgte die Umstellung auf einen Taktfahrplan, womit sich das Zugangebot deutlich verbesserte, auch wenn die D-Züge und Expresszüge entfielen. Auf der bedeutenderen Hauptstrecke zwischen München / Nürnberg und Leipzig über Jena verkehrten auch im Abschnitt Saalfeld-Probstzella bereits 1990 die ersten Interregio-Züge auf dem Gebiet der Deutschen Reichsbahn,[7] ab 1992 wurde hier eine Intercity-Linie eingerichtet. In den 1990er Jahren gab es zeitweise auch internationalen Verkehr nach Warschau und Zagreb.

Der Bahnhof Gera Hbf wurde nach 2000 aufwändig umgebaut und an die Straßenbahn Gera angebunden, daneben wurden die Gleisanlagen in Gera weitgehend erneuert. Sowohl in Gera-Süd als auch Gera-Zwötzen schuf man zeitgemäße Verknüpfungsstellen zwischen Straßenbahn und Eisenbahn. Von 2002 bis 2007 fuhr zwischen Gera und Leipzig der Interconnex als privater Fernzug.

2010/11 wurden die Haltepunkte Leipzig-Großzschocher, Reuden (Kr. Zeitz), Bornitz (b. Zeitz), Haynsburg und Marktgölitz[8] aufgelassen. Zum Fahrplanwechsel 2011/2012 wurde auch der Haltepunkt Traun gestrichen. Andererseits entstanden auch neue Haltepunkte: Wolfsgefärth, Crossen (Elster) Ort.

Baumaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Realisierung des City-Tunnels Leipzig wurden auch auf dieser Strecke netzergänzende Maßnahmen umgesetzt. Hierbei wurde der City-Tunnel in das bestehende Netz eingebunden, außerdem wurden die Voraussetzungen für das neue Netz der S-Bahn Mitteldeutschland geschaffen.[9]

So wurden auf dieser Strecke im Zeitraum April 2010 bis Mitte 2012 die Bahnhöfe Leipzig-Leutzsch, Leipzig-Lindenau und Leipzig-Plagwitz in veränderter Lage neu errichtet. 20 Kilometer neues Gleis mit Oberleitung, 45 Weichen und zwei Kilometer Lärmschutzwand wurden zugebaut und nicht mehr benötigte Gleisanlagen zurückgebaut. Mehrere Eisenbahnüberführungen mussten erneuert werden.[10] Elektronische Stellwerke (ESTW-A) in Leutzsch (Ersatz von acht Altstellwerken) und Plagwitz (Ersatz von sieben Altstellwerken) steuern nun die Streckenabschnitte und sind an das zentrale ESTW im Leipziger Hauptbahnhof angeschlossen.

Während des reduzierten Zugverkehrs in Folge der Sperrung des Streckenabschnitts zwischen Bamberg und Lichtenfels, vom 11. Januar bis 4. September 2016, sollen die Gleisanlagen zwischen Saalfeld und Probstzella (40 km) erneuert, der Bahnhof Jena-Göschwitz neue Bahnsteiggleise erhalten und in Kahla ein neuer Bahnübergang gebaut werden.[11]

Mit Bundes- und Landesmitteln ist in den nächsten Jahren eine Modernisierung inkl. barrierefreiem Ausbau der Station Profen geplant.[12]

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke beginnt in Leipzig-Leutzsch und führt von dort südlich aus der Stadt, anschließend durch die flache Leipziger Tieflandsbucht entlang der Elster durch das ehemalige Mitteldeutsche Braunkohlerevier. In diesem Bereich diente sie früher zum Abtransport der Braunkohle in die umliegenden Kraftwerke. Dieser Güterverkehr ist jedoch stark zurückgegangen.

Am südlichen Rand der Tieflandsbucht wird Zeitz erreicht. Hier trifft die Bahnstrecke auf andere Strecken, die jedoch seit 1990 teilweise stillgelegt wurden. Die Hügel zu beiden Seiten der Weißen Elster werden hinter Zeitz steiler und bei Ahlendorf (Verwaltungsgemeinschaft Heideland-Elstertal-Schkölen) wird die Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen passiert. Nun führt die Bahnstrecke in einem Bogen des Elstertals vorbei an den Gemeinden Crossen an der Elster (Saale-Holzland-Kreis) und der Brauereistadt Bad Köstritz (Landkreis Greiz) zum nördlichen Stadtrand von Gera. Vom Bahnhof Crossen an der Elster zweigte bis 1998 die Nebenbahn (Bahnstrecke Crossen–Porstendorf) über Eisenberg (Thüringen) und Bürgel (Thüringen) nach Porstendorf (nördlich von Jena) ab. Bei Gera-Langenberg wird die Bundesautobahn 4 unterquert, bevor von Westen her in engem Bogen die Strecke von Weimar hinzukommt.

Gera Hauptbahnhof

Gera Hauptbahnhof verlässt die Strecke in südlicher Richtung. In der Stadt führt sie am Ufer der Weißen Elster entlang und trennt sich von den Strecken nach Gößnitz und Weischlitz, bevor sie dem Tal der Weida folgt. Dieses wird in der gleichnamigen Stadt in westlicher Richtung verlassen, um auf den Scheitelpunkt zuzulaufen, der bei Triptis in etwa 375 Metern Höhe über NN überschritten wird. Nun führt die Bahnstrecke in die Orlasenke hinab und weiter schnurgerade in südwestlicher Richtung durch die Stadt Neustadt an der Orla, weiter an Oppurg vorbei, wo die Orlabahn in Richtung Pößneck unterer Bahnhof (bis 1946 – Orlamünde) abzweigt, dann durch Pößneck nach Saalfeld, wo sie nach einem langgestreckten Bogen auf die Bahnstrecke Großheringen–Saalfeld und die Bahnstrecke Arnstadt–Saalfeld trifft. Südlich von Saalfeld folgt die Strecke bis Eichicht dem Lauf der Saale und bis Probstzella dem der Loquitz. In Hockeroda zweigt die Nebenbahn nach Unterlemnitz ab, bevor hinter dem Bahnhof Probstzella die Strecke an der Landesgrenze zum Freistaat Bayern in die Frankenwaldbahn übergeht.

Heutiger Zugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Personenverkehr befahren die Regional-Express-Linie EBx 12 Leipzig–Gera–Saalfeld sowie die Regionalbahn-Linie EB 22 Leipzig–Gera–Saalfeld die Strecke bis Saalfeld. Die Regionalbahnen verkehren zweistündlich im Wechsel mit dem RE, der ebenfalls zweistündlich unterwegs ist. Zwischen Gera und Weida wird die Verkehrsbedienung durch die Linie EBx/EB 13 über Zeulenroda nach Hof ergänzt. Bis zum Sommer 2012 kamen meist Triebwagen der Baureihen 612 und 642 zum Einsatz. Seit dem Betreiberwechsel im Juni werden ausschließlich Triebwagen der Baureihe 650 von der Erfurter Bahn eingesetzt.[13] Die Triebwagen verkehren weiterhin im Stundentakt, wobei kleinere Haltepunkte nur alle zwei Stunden bedient werden. Mit dem Betreiberwechsel entfielen die letzten direkten Regional-Express-Verbindungen von Gera und Weida über Hof hinaus bis Regensburg. Bis 2011 verkehrte in der Sommersaison samstags außerdem ein Zugpaar als Regionalexpress von Leipzig über Gera und Saalfeld nach Blankenstein („Schiefergebirgs-Express“) und Katzhütte („Schwarzatalexpress“). Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 werden wieder durchgehende Regional-Express-Verbindungen von Leipzig nach Hof und Blankenstein angeboten.

Der Bahnhof in Saalfeld, Fernverkehrshalt für ICE-Züge

Südlich von Saalfeld verkehren im Fernverkehr ICE T (Baureihe 411) ungefähr stündlich als ICE-Züge der Linie (Hamburg –) Berlin – Leipzig – Nürnberg – München. In Saalfeld gehalten wird jedoch nur alle zwei Stunden. Im Nahverkehr verkehren zweistündlich mit der Baureihe 442 bediente Regional-Express-Züge der Relation Jena – Saalfeld – Lichtenfels – Bamberg – Nürnberg, die sich mit ebenfalls zweistündlich verkehrenden Regionalbahnen bestehend aus Talent 2-Triebzügen der Relation Saalfeld – Bamberg abwechseln. Im Abschnitt Saalfeld – Hockeroda verkehren darüber hinaus noch im Zwei-Stunden-Takt Regionalbahnen von Saalfeld nach Blankenstein. Dabei kommen immer Triebwagen der Baureihe 650 zum Einsatz. Diese Züge sind seit Dezember 2011 die einzigen, die noch in Hockeroda halten, während die Regionalbahnen nach Probstzella hier durchfahren.[8] Die Teilstrecke zwischen Leipzig-Leutzsch und Leipzig-Plagwitz wurde bis 2011 auch von der Linie S 1 der S-Bahn Leipzig bedient, ab 15. Dezember 2013 von der Linie S1 der S-Bahn Mitteldeutschland.

Zwischen Engelsdorf, Zeitz und Gera gibt es noch mehrmals werktäglich Güterzüge. Derzeit fahren zusätzlich noch voraussichtlich bis zur Schließung des Mumsdorfer Kohlekraftwerkes Ende Juni 2013 zwei bis dreimal täglich Kohlependel von Profen nach Meuselwitz. Diese Züge wurden bis Juni 2008[14] mit Baureihe 232 und in Mehrfachtraktion durch Nachschieben bespannt, inzwischen kommen Class 66 von R4C oder Vossloh G 2000 BB zum Einsatz.[15] Da die Güterbahn über den Zeitzer Güterbahnhof und den Abzweig Zangenberg nicht mehr in Betrieb ist, müssen die Kohlenzüge für den nötigen Fahrtrichtungswechsel zum Personenbahnhof und teilweise weiter bis Haynsburg geführt werden. Ab Weida verkehrt seit 2008 werktags ein Zugpaar aus Richtung Tschechien zu den Stahlwerken Unterwellenborn, gezogen von der Baureihe 203, der dieselhydraulischen Lokomotive Vossloh G 1700 oder der dieselelektrischen Lokomotive Siemens ER20 des EVU Stahlwerk Unterwellenborn.[16] Zwischen Könitz, Unterwellenborn und Saalfeld findet mehrmals täglich Güterverkehr zur Bedienung des Stahlwerkes statt. Der Güterverkehr südlich von Saalfeld wird von Durchgangsgüterzügen bestimmt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Leipzig–Probstzella – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Werner Drescher: Die Saalbahn. Eisenbahn-Kurier-Verlag, Freiburg 2004, ISBN 3-88255-586-6, S. 23, 48.
  2. private Homepage: klauserbeck.de. Abgerufen am 16. Juli 2016 (deutsch, Ein dort veröffentlichtes Foto aus dem Jahr 2004 zeigt ein Informationsschild vor dem Tunnel bei Neustadt (Orla), danach ist der zweigleisige Ausbau 1913 erfolgt.).
  3. Ingo Sens: Geschichte der Energieversorgung in Mecklenburg und Vorpommern. Hrsg.: Hanseatische Energierversorgung AG Rostock. Neuer Hochschulschriftenverlag, Rostock 1997, S. 283 (Zitat: "Noch 1990 wurden 87,8 % der gewonnenen Elektroenergie ... in der DDR ... aus Braunkohle erzeugt.").
  4. a b Erich Preuß: Der Städte-Express der Deutschen Reichsbahn. Transpress, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-71222-9, S. 19, 59.
  5. Deutsche Reichsbahn (Hrsg.): Kursbuch der DR. 1984, S. Fahrplantabelle 530.
  6. a b P. Glanert, Th. Scherrans, Th. Borbe, R. Lüderitz: Wechselstrom-Zugbetrieb in Deutschland. Band 3. Oldenbourg Industrieverlag, München 2012, ISBN 978-3-8356-3353-7, S. 30 ff., 225.
  7. Deutsche Reichsbahn (Hrsg.): Kursbuch. Winter 1990/91, S. Fahrplantabelle 566.
  8. a b Die Bahnhöfe der Frankenwaldbahn; ehemalige Bahnhöfe. Private Homepage zur Eisenbahnlinie Lichtenfels–Kronach–Saalfeld, abgerufen am 29. Januar 2012.
  9. Wichtiger Meilenstein: Neue Stellwerkstechnik in Leipzig-Leutzsch, Leipzig-Plagwitz und Großlehna in Betrieb. Deutsche Bahn AG. 15. Dezember 2011. Abgerufen am 22. Januar 2012.
  10. Projektkomplex Leipzig-Leutzsch / Leipzig-Plagwitz. Jaeger Gruppe Bernburg, abgerufen am 13. Juli 2013.
  11. Sperrpause der VDE 8 nutzen. In: DB Welt, Regionalteil Südost. Nr. 1, 2016, S. 17.
  12. Modernisierungsschub für kleine Bahnstationen (inkl. Maßnahmenliste). Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 16. Juni 2016, abgerufen am 17. Juni 2016.
  13. Erfurter Bahn wird Ostthüringer Dieselnetz betreiben. Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen mbH. 30. August 2010. Abgerufen am 28. Januar 2012.
  14. Die Kohlebahn (»Kammerforstbahn«) Meuselwitz–Haselbach–Regis-Breitingen. In: Lokrundschau 238. 18. Juni 2008, abgerufen am 9. September 2012.
  15. Heinz-Ulrich Löwe: Kohlependel vom Tagebau Profen zum Kraftwerk Mumsdorf. In: Bahnbilder Niederwiesa. Abgerufen am 9. September 2012.
  16. KBS 546 Fotos. In: Bahnbilder.de. Abgerufen am 9. September 2012.