Grugapark

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Blick über einen zentralen Teil des Parks zum Grugaturm
Logo des Grugaparks, 1929 vom Essener Maler und Grafiker Jo Pieper entworfen

Der Grugapark ist ein Park in Essen, der aus der ersten GRUGA (Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung) aus dem Jahr 1929 hervorgeht und als erste Gartenausstellung Deutschlands als ein dem Gemeinwohl dienender Volkspark wiedereröffnet wurde. Die Anlage liegt südlich der Innenstadt zwischen den Stadtteilen Rüttenscheid, Holsterhausen und Margarethenhöhe. Er erstreckt sich auf knapp 65 Hektar über den Flanken der Hügel im Tal des Borbecker Mühlenbachs. Zum Gruga-Komplex gehören zudem die Grugahalle, die Messe Essen und das Grugabad.

1938 war der Grugapark Austragungsort der Reichsgartenschau. Bei Flächenbombardements im Zweiten Weltkrieg wurde er zerstört. Nach Wiederaufbau und späterer Erweiterung wurden hier 1952 die zweite Gruga-Ausstellung und 1965 die Bundesgartenschau veranstaltet.

Heute dient der Park der Naherholung, als Spiel- und Sportstätte und als Veranstaltungsort für Konzerte und Feste.

Im Park befinden sich mehr als vierzig Skulpturen bedeutender Bildhauer, wie beispielsweise Alfred Hrdlicka, Auguste Rodin und Fritz Klimsch.

Hauptartikel: Skulpturen im Grugapark

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1909: Zeppelin LZ 6 landete auf späterem Grugaparkgelände

Der westliche Teil des heutigen Grugaparks, dem damaligen Stenshofgelände, lag im Mittelalter auf dem Gebiet der Abtei Werden. Das ursprüngliche Wort Stens wandelte sich über Stennes und Stenhus in Steinhaus.[1] Der unter Denkmalschutz stehende Stenshofturm wurde im 12. Jahrhundert aus Sandstein im romanischen Stil errichtet, weshalb er auch Romanisches Haus genannt wird. Bei den heutigen Mustergärten im Grugapark gelegen, gilt der Stenshofturm als einzig erhaltenes, ursprüngliches Gebäude der etwa tausendjährigen Geschichte des Rüttenscheider Bauerntums.

Nördlich nahe dem Stenshofturm stand, auf heutigem Parkgelände, die Edmund-Lührmann-Stiftung, eine 1905 errichtete Kranken- und Heilanstalt, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Das Stiftungsvermögen ging in der neurologischen Abteilung der Städtischen Krankenanstalten, dem heutigen Universitätsklinikum Essen, auf. Heute erinnert die Lührmannstraße (zuvor ab 1897 Paulstraße, 1906 bis 1907 Reinhardstraße),[2] die den Grugapark in Ost-West-Richtung teilt, an die ehemalige Stiftung.

Das Gebiet des neueren, südlichen Grugaparkteils gehörte zum Hof Kamman, in dessen Ziegel-Fachwerk-Bau sich noch bis 1964 die Kruppsche Hügel-Gärtnerei befand. Dieses Hofgebäude lag zwischen dem 1964 errichteten Grugabad und dem zur gleichen Zeit angelegten Margarethensee. Dieser wird von dem natürlichen Gewässer Borbecker Mühlenbach gespeist, an dessen Ufer dort um 1600 eine Mühle erwähnt wird.[3] Der Mühlenbach fließt innerhalb des Grugaparkgeländes weiter nach Norden durch den später angelegten Waldsee. Westlich des heutigen Waldsees befanden sich die Gebäude des Hofes Schulte-Silberkuhl, der 1355 erwähnt und nach 1600 Schulte im Hofe genannt wird.[4] Im weiteren Verlauf des Mühlenbaches nach Norden, beim heutigen Hundertwasserhaus, gab es eine weitere vom Bach angetriebene Mühle.

Bereits um 1900 gab es erste Pläne zur Anlage eines Grüngürtels in Essen, die jedoch verworfen werden mussten, da die Familie Krupp ab 1906 auf dem dafür vorgesehenen Gelände die Siedlung Margarethenhöhe errichten ließ.

Am 20. September 1909 landete auf dem Feld, das zwischen dem heutigen Grugaturm und der heutigen Grugahalle lag, der Zeppelin LZ 6. Es war die erste Landung eines Zeppelins auf Essener Gebiet. Zu diesem damals besonderen Großereignis gab es schul- und arbeitsfrei. Bei Ankunft des Luftschiffes läuteten alle Kirchenglocken und auf dem Kruppschen Schießplatz schoss man mit Kanonen Salut. 2009 gab es zu diesem Ereignis die Ausstellung Zeppelin trifft auf Grugaturm in der Orangerie der Gruga.[5]

Erste Gruga-Ausstellung 1929[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Botanische Garten, der mithilfe von Stiftern und engagierten Kommunalpolitikern entstand und ab 1925 durch ein Beschäftigungsprogramm von 500 Notstandsarbeitern errichtet wurde, eröffnete am 24. Mai 1927 und gilt als Keimzelle des Grugaparks. Seine Anlage als Lehr- und Versuchsgarten diente wissenschaftlichen Zwecken, aber auch bereits der Bevölkerung, der damit die Botanik inmitten der damaligen Industriestadt näher gebracht wurde. Beispielsweise wurden heimische Koniferen sowie weitere Nadelgehölze aus Asien und Amerika gepflanzt, um die Auswirkung der durch Industrien im Ruhrgebiet verschmutzten Luft auf die Pflanzen zu untersuchen. Da viele Exemplare trotz jahrzehntelanger Luftverschmutzung gut gediehen, wurden sie als rauchhart angesehen. Südlich davon kann man heute noch steinerne Hinweistafeln finden, die aus diesen Anfängen stammen. Kurz nach der Eröffnung des Botanischen Gartens für Besucher zu Ostern 1928, wurde die 15 Meter breite Geologische Wand aufgestellt. Sie ist heute in gutem Zustand erhalten, da sie während der Bombardements im Zweiten Weltkrieg unversehrt blieb. Die Wand am westlichen Ufer des Waldsees stellt im Querschnitt die geologischen Formationen des Groß-Essener Gebiets dar und ist daher ein Denkmal zur rund 500-jährigen Bergbaugeschichte in Essen, der einst zechenreichsten Stadt Europas.[6] In den 1980er Jahren wurde der Botanische Garten mit dem Grugapark vereinigt.

Der Ursprung für die weitere Entwicklung des Geländes bis zum heutigen Park liegt bei der damals nahezu bankrotten Gemeinnützigen Ausstellungs-Gesellschaft der Messe Essen, die in den 1920er Jahren mit einem Park die Attraktivität ihres Ausstellungsgeländes erhöhen wollte. 1922 veranstaltete der Gartenbauverband für den Stadt- und Landkreis Essen, der Vorgänger des heutigen Dachverbands der Kleingärtnervereine in Essen, eine Kleingartenbauausstellung in Halle 7 der Ausstellungshallen. 1926 folgte dort eine achttägige, öffentliche Herbstblumenschau. Diese Ausstellungen trugen das Ihre zur Entstehung des Grugaparks bei.[7] Zwischen dem damals zehn Hektar umfassenden Messegelände[8] und dem Botanischen Garten lagen Brachflächen, die teils als Lager der Friedrich Krupp AG, als landwirtschaftliche Fläche, aber auch als Müllkippe genutzt wurden. Der Gedanke, diese Flächen in einen Park umzugestalten, wurde unter anderem durch den damaligen Oberbürgermeister Franz Bracht und die Beigeordneten Meurer und Heinrich Reisner vorangetrieben.[9] Infolgedessen wurde das Gelände zwischen den Stadtteilen Rüttenscheid und Holsterhausen von der Stadt gekauft, um dort eine große Gartenschau in der von der Schwerindustrie geprägten Stadt Essen zu installieren. Zwischen Oktober 1927 und Juni 1929 erfolgte die Umsetzung mit Hilfe von etwa eintausend Arbeitslosen, die von der produktiven Erwerbslosenfürsorge finanziert wurden. Sie bauten in dem sumpfigen Brachland Terrassen, pflanzten unzählige Blumen und legten Teiche an. Die Dahlienarena entstand aus einer kreisrunden Sportstätte, die die Rüttenscheider Sportfreunde 07 (heutiger Name: VfL Sportfreunde 07 Essen e. V.) vor den endgültigen Planungen zum Bau des Grugaparkes errichteten.[9] Die Essener Alleen mussten junge Bäume an den neuen Park abtreten. Unter der Leitung des Gartenbau-Architekten Johannes Gabriel († 4. Januar 1929)[10] und des Gartendirektors Rudolf Korte[8] (ihm ist die Korte-Klippe gewidmet) entstand der sogenannte Blumengarten an der Ruhr, der Grugapark.

Eröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ursprünglich geplante Eröffnungstermin musste von Mai auf Ende Juni verschoben werden, da einerseits durch harten Frost im Winter 1928/1929, und andererseits durch Streiks der Notstandsarbeiter, sich die Arbeiten verzögerten. Schließlich wurde die nun GRUGA (Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung) genannte Ausstellung am 29. Juni 1929 durch den damaligen Minister für Volkswohlfahrt, Heinrich Hirtsiefer, bei sonnigem Wetter eröffnet. Den Feierlichkeiten wohnten neben der Stadtspitze auch der Schriftsteller Gerhart Hauptmann, die Kronprinzessin Cecilie und der Schauspieler Willy Fritsch bei.[11] Der Eintritt für Erwachsene kostete eine Reichsmark, für Kinder unter 14 Jahren und Schwerkriegsbeschädigte 50 Pfennige. Kinder unter drei Jahre hatten freien Eintritt. Zudem gab es Dauerkarten, für die Erwachsene 15 Mark zahlen mussten.[10]

Charakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung war eine geometrische Anlage von unterschiedlichen Abteilungen, die durch geradlinige Baumreihen, Hecken, Mauern und Treppen voneinander abgegrenzt waren. Das Konzept berücksichtigte den Ausstellungs- und Lehrcharakter genauso wie den Erholungsbedarf der Bevölkerung. Dazu sollte die Auswirkung der Industrie auf die Flora untersucht werden. So waren unter anderem in Einzelgärten der Bergbauregion rechnungstragende rauchempfindliche und rauchunempfindliche Pflanzen ausgestellt, sowie Kleingartenbau und Kleintierzucht dargestellt.

Die gesamte Gartenbau-Ausstellung war in 31 Abteilungen gegliedert. Hinter dem damaligen Haupteingang an der Lührmannstraße, südlich und auf Höhe des heutigen Blumenhofes, befand sich Abteilung 1. Hier war der Ehrenhof mit bepflanztem Wasserbecken und Fischzucht und eine Ausstellungshalle mit mehreren Bereichen. In einem stellte der Reichsverband des deutschen Gartenbaus seine Tätigkeiten zur Förderung und Verbesserung der Kultureinrichtungen des Erwerbsgartenbaus vor. Ein weiterer Bereich war die Industrieabteilung mit Ständen zu Düngemitteln, Kunst-Keramik, Steinzeug und Gartenbedarfsmitteln. In der von Heinrich Reisner geleiteten Wissenschaftsabteilung wurden die Themen wie beispielsweise Gartenbau und Volkswirtschaft, Klima, Pflanzengeografie, der Boden als Pflanzenstandort, Pflanzenschutz vor Krankheiten und Schädlingen, Ernährung und Düngung von Kulturpflanzen oder Elektrizität im Pflanzenbau behandelt. In der Ehrenhalle stand das 1927 von Joseph Enseling geschaffene Bildnis des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg in dunkelbraun patinierter Bronze.[10]

Abteilung 2 bestand aus einem Innenhof mit Stauden- und Dahlienbepflanzung, Lorbeerbäumen, Vogelfutter- und Wetterhäuschen. Die Abteilung 3 behandelte durch mehrere Aussteller die Themen Vogelschutz in Halle III sowie die Themen Natur- und Heimatschutz in der Hallen IV. Der Konzertplatz mit Rosen und Blumenkästen geschmückt bildete Abteilung 4. Er bot Bänke und die Plastik Kugler von Jakob Schmitt. Zudem war hier das Industrievorführgelände. Die Abteilung 5 bot Plan- und Modellschauen sowie Sonderschauen in der Halle V. Dabei gab es an festgelegten Terminen die folgenden sechs Sonderschauen: Warmhauspflanzen, Topfpflanzen, Blumenschmuckkunst – Rosen, Aquarien und Terrarien – Stauden, Topfpflanzen, Kakteen, Neuheiten, Frühobst und -Gemüse – Dahlien und Gladiolen – Markt-, Baumschul- und Handelspflanzen – Chrysanthemen, Obst, Gemüse und Produkte. Die Abteilung 6 bestand aus der Südseite der Halle V, in der einerseits Wintergärten und andererseits subtropische Pflanzen dargestellt wurden. Hinzu kamen zwei Pavillons, entworfen von Paul Portten, der auch den Grugaturm geplant hatte. Der römische Garten bildete die Abteilung 7. Er besaß eine Laube mit Bänken, Mosaiken, Plastiken und eine Malerei von Otto Westphal. Abteilung 8 war die Halle VI mit einer Vorbepflanzung aus Dahlien. Sie beherbergte eine Industrieabteilung, in der unter anderem Gartenmöbel, Gartenbekleidung, Baustoffe, Gartenmaschinen und -geräte, Blumenkübel sowie Blumenzwiebeln und -samen vorgestellt wurden. Die Abteilung 9 bestand aus zwei Sondergärten. Diese Wochenendgärten nannten sich Klein-Gruga und Elisabeth.[10]

Abteilung 10 umfasste ein Teehaus mit Wintergarten, ein bergisches Haus und die Halle VII mit einer weiteren, sogenannten Industrieabteilung, die unter anderem auch Gartenmöbel und Einrichtungsgegenstände, Gartengeräte, Werkzeuge und Sportgeräte vorstellte. Die Abteilung 11 bestand aus der Zugangsstraße mit Bepflanzung und Möblierung, entworfen vom Architekten des Grugaturms Paul Portten. Sie beherbergte eine Plastik von Joseph Enseling und eine von Hermann Tochtermann aus Berlin. Der Friedhof bildete die Abteilung 12 mit einem Kriegerehrenmal von Georg Metzendorf, Kriegsgrabmälern, einem Sarkophag aus Werkstein und Marmor von Edmund Körner, mehreren Plastiken, einem Urnensammelgrabmal sowie einem Teich mit Brunnen. Eine Geflügelfarm mit Zuchtstation und ein Bauerngarten gehörte zu Abteilung 13. Abteilung 14 bot die Sommerblumenterrassen, die heutigen Farbenterrassen, die aus vier Einzelterrassen bestanden. Es gab oberhalb einen Vorplatz mit einem Leuchtbrunnen und Goldfischen. Im Bereich der heutigen Orangerie befand sich Abteilung 15 mit den Gruga-Terrassen-Gaststätten und dem Musikpavillon. Sie waren vom Essener Architekten Curt Wasse entworfen worden. Die zugehörigen Wasserterrassen besaßen beleuchtete Fontänen. Sie waren mit Bepflanzungen und mehreren Plastiken geschmückt. Die Abteilung 16 war der mit Rosen und Stauden bepflanzte Pergolagarten. Dazu gab es eine Sonnenuhr und eine Wasserfläche mit Wasserpflanzen und Goldfischen. Der Bereich der Abteilung 17 bestand aus vier Wochenendgärten. Der Wochenendgarten von Ehren war vom Gartenarchitekten Johannes Gabriel (bereits im Januar 1929 verstorben) entworfen worden, der Wochenendgarten in der Heide von Rudolf Korte. Zudem gab es die zwei Gärten Meerkötter und Möller. In Abteilung 18 befanden sich vier Gärten des Provinzialverbandes Westfalen im Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands sowie weitere vier Gärten des Provinzialverbandes Rheinland. Hinzu kam ein Kinderspielplatz. Die Abteilung 19 war ein Waldweg mit einem Waldplatz, auf dem ein von Will Lammert entworfener Brunnen mit der Plastik Steinbock von Ernst Gorsemann platziert war.[10]

Eine Staudenlichtung entfiel auf die Abteilung 20. In Nummer 21 befand sich die heute noch in Teilen vorhandene Dahlienarena. In Nummer 22 gab es einen Spaliergarten mit Koniferen, Rankgewächsen, Stauden und Gehölzen sowie den Staudensondergarten Goos & Koenemann nach einem Entwurf von Johann Gabriel. Die Abteilung 23 bildete der Berufsschulgarten für männliche Jugendliche der Stadt Essen mit Turngeräten und Brunnen. In Nummer 24 waren die Forst- und Parkgehölze des Ruhrgebiets durch den Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk zusammengestellt. In Abteilung 25 gab es einen Frühgemüseanbau unter Glas in Gewächshäusern. Darauf folgte in Abteilung 26 ein durch den Botanischen Garten gestalteter mittelalterlicher Kräutergarten. Dazu gab es Freilandgemüseanbau und den Schulgarten der städtischen Mädchenberufsschule. Das Rosencafé mit Kaffeehausterrasse und Rosenanlage war durch den Essener Architekten Curt Wasse entworfen worden und bildete Abteilung 27, gefolgt von Nummer 28, dem Rosenneuheitenweg mit den Sondergärten Lohse, Barkhoff und dem Garten Timm, in dem sich die Plastik Die vier Jahreszeiten des Bildhauers Ernst Gorsemann befand. Der Begoniengarten mit Wasseranlage und kleinem Brunnen war die Abteilung 29.[10]

Abteilung 30 war der Radiogarten. Bis 1929 errichtete man den von Paul Portten entworfenen und heute unter Denkmalschutz stehenden Grugaturm, der damals als Radioturm für Musikübertragungen in den Radiogarten genutzt wurde. Hinzu kamen die zwei Pavillons der Milchgaststätte der Essener Milchversorgungs-GmbH, die ebenfalls von Paul Portten entworfen worden waren. Zur letzten Abteilung 31 gehörte der Sondergartenweg mit dem Hausgarten Roehse, einem Garten mit japanischen Motiven und fünf Sondergärten.[10]

Die Gartenbau-Ausstellung endete am 13. Oktober 1929 und wurde von rund 1,9 Millionen[9] Menschen besucht. Die aufwändige Gartenarchitektur war dabei eine bis dahin noch nicht gekannte Attraktion.[10] Erstmals hatte auch die einfache Bevölkerung der durch die Schwerindustrie gezeichneten Stadt Essen die Möglichkeit, eine Parkanlage in diesem Stil zu besuchen.

Ostern 1930 wurde der Grugapark mit dem Botanischen Garten als erste Gartenausstellung Deutschlands als ein dem Gemeinwohl dienender Volkspark wiedereröffnet.

Reichsgartenschau 1938[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichsgartenschau 1938, Keramikhof, im Hintergrund Blumenhof und Grugaturm
Bronzeskulptur "Trauer" von Joseph Enseling, heute auf dem Südwestfriedhof

Die Zweite Reichsausstellung des deutschen Gartenbaus wurde von der Stadt Essen in Zusammenarbeit mit dem Reichsnährstand veranstaltet. Der geschäftsführende Vorsitzende und Gartendirektor der Stadt Essen (1921–1938), Rudolf Korte, leitete die Erweiterung und Neugestaltung des Geländes, insbesondere der Kolonialpflanzenschau.[12] Nachdem das Areal von den Nationalsozialisten auf 47 Hektar verdoppelt und mit dem Keramik- und dem Blumenhof erweitert worden war, fand vom 26. April bis 12. Oktober 1938 die Gartenschau statt, die knapp 2,5 Millionen Besucher[9] anlockte. Den Charakter der Ausstellung machte die geradlinige Trennung mithilfe von Hecken, Pappeln, Mauern und Treppen in Themenbereiche aus, wobei die geometrische Struktur des Parks entlang von Achsen übernommen worden war. Täglich um sieben Uhr morgens fand der organisierte Frühsport statt. Die Nationalsozialisten nutzten die Gartenschau für ihre Propaganda und versahen sie unter anderem mit Hakenkreuzfahnen und Bänken mit der Aufschrift Nur für Arier.[13]

Damals befand sich der Haupteingang des Parks an der Lührmannstraße, südlich und auf Höhe des Blumenhofes. Die damalige Gaststätte im Blumenhof bot bis zu 800 Personen Platz, wobei hier auch Modenschauen, Tagungen, Konferenzen und Bankette stattfanden. Zwischen Haupteingang und Blumenhof war der Keramikhof angeordnet, der an seinen quadratischen Säulen farbige Keramikplatten mit Tiermotiven zeigte. So sind der ehemalige Haupteingang und der Keramikhof heute vom Messegelände überbaut. Anstelle der heutigen Orangerie befand sich die groß angelegte Terrassengaststätte, der die Wasserterrassen mit Fontäne vorgelagert waren. Hier fanden abendlich beleuchtete Wasserspiele statt. Südlich davon, dort wo heute die Kranichwiese liegt, folgten der Pergolagarten unterhalb des Radioturmes und der Rosengarten. Westlich des Pergolagartens, in dem die Bronzeskulptur Trauer von Joseph Enseling stand (heute auf dem Südwestfriedhof), lag die kreisrunde Dahlienarena, deren östliches Kreissegment noch heute existiert. Südlich der Dahlienarena gab es einen Kinderzoo. Ein Damwildgehege war ebenfalls angelegt. Östlich der Terrassengaststätte lagen die Sommerblumenterrassen, die heutigen Farbenterrassen, an deren oberen Ende sich der Leuchtbrunnen mit dem Reliefbild Schmied von Essen befand, der nach einem Entwurf des Bildhauers Ludwig Nick entstand. Das Relief war im Ursprung Teil eines am 25. Juli 1915 enthüllten Denkmals auf dem nördlichen Vorplatz des Hauptbahnhofes. Nach dem Ersten Weltkrieg gelangte es in den Stadtgarten und das Relief schließlich 1934 in den Grugapark, wo es im Zweiten Weltkrieg den Bomben zum Opfer fiel.[14]

Des Weiteren bot der Park einen Römischen Garten, einen Warmwasser-Seerosenteich, einen subtropischen und einen japanischen Garten. Letzterer war maßgeblich vom Essener Bildhauer W. John geschaffen worden. In fast jedem der im Park verteilten zehn Lokale und Schänken stand eine eigene Musikkapelle zur Verfügung. Mit der ersten noch dampfgetriebenen Liliputbahn (siehe Grugabahn) konnte der Park besichtigt werden.

Zweiter Weltkrieg und die Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein am Montagsloch

Mehr als 500 Bombentreffer der Alliierten im Zweiten Weltkrieg zerstörten den gesamten Grugapark in allen Teilen, wobei der schwerste Angriff am 11. März 1945 stattfand. Das Restaurant Blumenhof diente zuvor als Fremd- und Zwangsarbeiterheim, bis es durch Bombardements völlig zerstört worden war.[15]

In der Nähe des heutigen Damwildgeheges im Grugapark erinnert ein Gedenkstein an das damals dort befindliche Montagsloch, in dem 35 Zwangsarbeiter aus Osteuropa am 12. März 1945 auf Anordnung des Essener Gestapo-Leiters Nohle erschossen worden waren.[16] Später wurden sie auf dem Gelände von amerikanischen Truppen bestattet. Am 3. November 1949 fand die Überführung der Toten auf den Südwestfriedhof statt.

Nach dem Krieg wurde das Gelände des zerstörten Grugaparks bis zur Währungsreform 1948 als Gemüseanbaufläche für die hungernde Bevölkerung und die nördlich angrenzenden Städtischen Krankenanstalten, heute Universitätsklinikum Essen, genutzt. Nachdem im Frühjahr 1949 der Eingangsbereich des Grugaparks und der Blumenhof verändert wieder aufgebaut worden waren und der Park erneut Besucher angelockt hatte, zählte man ein Jahr später trotz fehlender Attraktionen wieder mehr als 1,2 Millionen Gäste.[10] Daraus folgte 1951 der Beschluss der Stadt Essen, den Grugapark wieder aufzubauen.

Zweite Gruga-Ausstellung 1952[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 10. Mai bis 19. Oktober 1952 fand die auf 60 Hektar erweiterte Zweite Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung statt, an der rund 2,7 Millionen[9] Menschen Interesse zeigten. Dafür wurde ein Plakat entworfen, das die stilisierte Tulpe von 1929 des Essener Malers und Grafikers Jo Pieper wiederverwendet, die den Grugaturm schmückt und noch heute verändert als Logo des Grugaparks verwendet wird. Auch diese zweite Ausstellung sollte den Essener Bürgern danach wieder einen neuen Volkspark bescheren. Jedoch fiel sie mangels Zeit und Finanzen und aufgrund einer neuen Auffassung von Natur und Garten anders aus. Die zerstörte, geradlinige Gartenarchitektur der Vorkriegszeit war einer großzügigen hügeligen Landschaft mit viel Rasen und Ausblicken gewichen. Im unteren Bereich der heutigen Kranichwiese wurde 1952 ein elegantes, zweistöckiges Gebäude im Stil der Zeit, die Milchbar, errichtet. Im Obergeschoss befand sich eine Terrasse. In den 1980er Jahren wurde es abgerissen. Ein Seehundbecken und das Aquarium mit dem künstlerisch gestalteten Fenster des Lehrers der Folkwang-Werkschule, Philipp Schardt, zählten zu den Neuheiten.

Der Rat der Stadt Essen beschloss Ende 1962, dass ab Saisonbeginn im April 1963 eine Eintrittsgebühr in den Grugapark von 30 Pfennigen erhoben wird. Angesichts der enormen Bautätigkeiten im Park war dieser Beschluss politisch umstritten, und der Antrag der CDU, den Ratsbeschluss zu kippen, kam zu spät, denn die nächste Ratssitzung fand am 14. Mai 1963 statt.[17]

Bundesgartenschau 1965[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 29. April bis 17. Oktober 1965 fand die 8. Bundesgartenschau in Essen statt, die 5,3 Millionen Besucher anzog. Bundespräsident Heinrich Lübke eröffnete sie vor 6000 geladenen Gästen, darunter auch der damalige Oberbürgermeister Wilhelm Nieswandt. Am Eröffnungstag Tag zählte man 30.000 Besucher bei regnerischem Wetter. Am darauffolgenden, sonnigen Maifeiertag kam es zum nicht wieder erreichten Besucherrekord von 180.000 Menschen an einem Tag.[18]

Voraus gingen enorme Bautätigkeiten der Stadt, für die der Park für zwei Jahre bis zur Eröffnung geschlossen wurde. Die Ansprüche an einen Volkspark waren andere als zuvor, was bedeutete, dass Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten insbesondere für Familien mit Kindern zusätzlich zur beschaulichen Gartenausstellung geschaffen werden mussten. Die Kosten für diese Umgestaltung wurden mit rund 57 Millionen DM beziffert.[19] So wurde das Areal, auch mit Hilfe von rund 100 Strafgefangen aus der nahegelegenen Justizvollzugsanstalt an der Krawehlstraße,[20] auf seine heutige Größe von rund 70 Hektar erweitert. Dazu waren unter anderem 600 Kleingärten, die Stadtgärtnerei und eine Straße zwischen Lührmann- und Norbertraße verlegt worden. Hier entstanden unter anderem Spielplätze, eine Ponyreitbahn und eine 2500 Quadratmeter große Minigolfanlage, die später vom Pächter des benachbarten Restaurants Landhaus bewirtschaftet wurde.[21] Dort, wo heute der Abenteuerspielplatz zu finden ist, war ein Gondelteich angelegt worden. Unweit entstand der Lesepavillon, der als letztes Gebäude aus der Zeit der Erweiterungen zur Bundesgartenschau 1965 fortbesteht, jedoch mehrere Jahre leerstand. Er wurde nach überwiegend ehrenamtlicher Sanierung als Lese- und Veranstaltungspavillon im April 2016 neu eröffnet.[22] Auf dem Gebiet der heutigen Vogelfreifluganlage gab es das sogenannte Schifflibecken, ein Wasserbecken für Modellschiffchen. Der Haupteingangsbereich südlich der Grugahalle erhielt vor dem Großen Blumenhof, dem größten Gastronomiebereich der Gruga, weit ausladende Wasserfontänen, deren lange Düsen Buntstifte zum Vorbild hatten. Anstelle des bewaldeten Tales zwischen dem eigentlichen Grugapark und Botanischem Garten trat die Anlage des Margarethensees, der nach der Unternehmerin und Stiftsgründerin Margarethe Krupp benannt wurde. Die Firma Krupp ließ als Leihgabe für die Bundesgartenschau einen Turm mit Gussstahlglocken am Osteingang aufstellen. Die kreisrunde Dahlienarena wurde westlich zum Tal hin geöffnet, um den Blick zum Alpinum im Botanischen Garten zu ermöglichen. Der nördlich benachbarte Musikpavillon mit Spitzdach wurde errichtet. Im Bereich der heutigen Orangerie errichtete man Pflanzenschauhäuser, die westlich von einem Terrarium und östlich von einem Aquarium flankiert waren. Östlich des Aquariums lag das Seehundbecken.[23] 1965 wurde im westlichen Park die 60x30 Meter große Rollschuhbahn eröffnet, zu der sich infolge der Roll- und Eissportverein Gruga Essen e. V. gründete, der sich die neue Bahn mit zwei weiteren Vereinen teilte.[24] Das Grugabad eröffnete bereits 1964.

Die Gartenschau konnte durch sechs Eingänge besucht werden. Im Uhrzeigersinn waren das der Haupteingang an der Grugahalle, der Osteingang an der Lührmannstraße sowie die Eingänge Grugabad, Rollschuhbahn, Hirschgarten/Botanischer Garten und Pelmannstraße.[23] Der Eintritt betrug während der Bundesgartenschau für Erwachsene 2,50 DM und für Kinder eine DM.[25]

Nachdem im Rahmen der Bautätigkeiten erstmals die Hauptwege befestigt wurden, konnte der bis dahin nur zwischen April und Oktober geöffnete Park erstmals ganzjährig besucht werden.[9]

Seit der Bundesgartenschau bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupteingangsbereich mit den Wasserfontänen, links die Grugahalle
Parkleuchten 2015

Der Grugapark besitzt seit der Bundesgartenschau im Groben seine heutige Struktur. Durch Sonderschauen wie Mobile Gärten (1968) und Wasser im Garten (1970) sowie neuen Veranstaltungsprogrammen sollte die Attraktivität des Parks gehalten werden.[9] In der Folgezeit gab es einige bauliche Veränderungen, die sich den Ansprüchen der sich ändernden Gesellschaft anpassten.

Am 1. April 1972 eröffnete das Restaurant Landhaus[26] an der Rollschuhbahn. Ab 1977 wurde der Park um einige Grillplätze ergänzt. Wegen baulicher Mängel musste die Rollschuhbahn 1979 grundsaniert werden.[24] 1983 musste das Seehundbecken geschlossen werden. Nachdem zwischen 1971 und 1974 mehrere Seehunde durch Virusinfektionen gestorben waren,[27] kam es mehrfach vor, dass durch ins Becken geworfene Münzen und andere Gegenstände Tiere verendeten. 1961 war hier die erste in Gefangenschaft gezeugte Robbe zur Welt gekommen.[28] 1986 folgte der Abriss des Seehundbeckens und des Aquariums.

Mitte der 1980er Jahre wurde angrenzend an den Blumenhof ein japanischer Garten unter der Anleitung japanischer Fachleute errichtet. Mit dem Umbau des Blumenhofs in Kur vor Ort im Jahr 2005 wurde der Bereich des japanischen Gartens zum Außenbereich der Sauna des Kurbetriebs.[29]

1982 wurden die Greifvogelvolieren eingerichtet, in denen unter anderem Weißkopfseeadler zu Hause waren und auch dort nachgezüchtet wurden. Aufgrund des verbesserungswürdigen Tierschutzes und der inzwischen baufälligen Volieren wurden die Greifvögel im April 2016 in das Wildgehege Hellenthal gebracht und die Volieren abgerissen.[30] Nachdem der Botanische Garten in den 1980er Jahren mit dem Grugapark vereinigt wurde, wichen seine alten Pflanzenschauhäuser 1985 den heutigen drei Glaspyramiden. Darin sind ein Regenwald, ein Bergnebelwald und die Sukkulenten untergebracht. 1987 kam als kulturelles Forum die heutige Orangerie anstelle der zuvor hier befindlichen Volieren hinzu. Sie schloss sich östlich an das damalige, 1986 niedergelegte Aquarium und Terrarium an. Unter der gläsernen Kuppel der Orangerie befinden sich ein Restaurant, das Gruga-Informationszentrum sowie Räumlichkeiten für Ausstellungen, Aufführungen und regelmäßige Pflanzenschauen. Zwei Jahre später eröffnete das Spiel- und Partyhaus für Kinder. 1995 folgte der Bau des Kleintiergartens im südwestlichen Parkteil sowie die Gründung der Schule Natur, die unter anderem Schulklassen naturwissenschaftlichen Anschauungsunterricht im Park bietet. Sie hat ihren Sitz dort wo sich einst Aquarium und das Terrarium befanden. Ebenfalls 1995 eröffnete die Modellanlage mit Modell-Trucks im Maßstab 1:16 bis 1:14 der Modell Truck Freunde Essen e. V. Die Vogelfreiflughalle entstand ein Jahr später. 1998 eröffnete südlich des Kleintierparks der Ponyhof mit Reitmöglichkeit.

Im Mai 1996 wurde der Freundeskreis Grugapark Essen e. V. gegründet, der sich für den Erhalt der Parksubstanz einsetzt und botanische sowie zoologische Parkführungen, Workshops und Vorträge anbietet.[31]

Zum 75-jährigen Bestehen der Gruga war, neben weiteren Veranstaltungen, vom 16. Juli bis zum 5. September 2004 die Sonderausstellung Tulpe, Turm und Tummelwiese. 75 Jahre Geschichten und Geschichte in der Orangerie zu sehen. In diesen 75 Jahren wurden rund 120 Millionen Besucher gezählt.[11]

Die exakten Umrisse des Grugaparks haben sich durch die Messeerweiterungen der östlich an den Park angrenzenden Hallen der Messe Essen verändert. Der Grugapark umfasst heute knapp 65 Hektar und hat sich Richtung Holsterhausen, Margarethenhöhe und Rüttenscheid mit neuen Eingangsbereichen geöffnet. Ein etwas in den Park hinein versetzter, neuer Haupteingang neben der Grugahalle wurde 2006 eröffnet. 2008 folgte ein neuer Parkeingang bei den 2006 angelegten Mustergärten, für die ein Verein verantwortlich ist.

Am 1. Juli 2005 wurde auf dem Grugaparkgelände, am Standort des dort zuvor befindlichen Restaurants Hirschgarten, von der McDonald’s Kinderhilfe das Ronald-McDonald-Haus durch Schirmherr Henry Maske eröffnet. Es ist eines von 22 McDonald-Häusern (Stand 2015),[32] wurde von Friedensreich Hundertwasser entworfen und dient den Familien schwer kranker Kinder als gemeinsame Unterkunft. Hundertwasser selbst nahm das Grundstück Ende der 1990er Jahre in Augenschein und passte das Haus entsprechend der Lage an. Nach Hundertwassers Tod im Jahre 2000 baute man einen Gebäudekomplex nach seinen Plänen um einen abgeschirmten Innenhof mit einem umlaufend begrünten Dach, das wie eine Rampe wirkt. Das Haus hat elf Apartments sowie einen Aufenthaltsraum, ein Esszimmer, ein Spielzimmer, einen Hobbyraum, einen Fernsehraum, eine Gemeinschaftsküche, eine Waschküche und einen Garten.[33]

Das Haus des Waldes wurde 2005 durch die Essener Kreisjägerschaft, die es von der Stadt gekauft hatte, eröffnet. Sie dient als Bildungseinrichtung, die der großstädtischen Bevölkerung den Wald und seine Bewohner näher bringen möchte und zudem Jäger aus- und weiterbildet.[34]

Biomasse-Heizwerk

Der Botanische Garten der Universität Duisburg-Essen zog 2010 südwestlich des Tropenhauses und westlich des im Sommer 2005 eröffneten Mediterraneums des botanischen Gartens des Grugaparks. Offizielle Eröffnung war im Mai 2012. Beide botanischen Gärten arbeiten intensiv zusammen, bleiben aber organisatorisch unabhängig voneinander. Dazu wurden ein Lehr- und ein Forschungsgewächshaus errichtet, das der Grundlagenforschung dient.[35]

Der 2010 ökologisch aufbereitete Margarethensee wird, wie auch der südliche Waldsee, vom Borbecker Mühlenbach gespeist, dem seitdem auch das Regenwasser der Dächer der angrenzenden Messehallen zugeführt wird. Ebenfalls 2010 eröffnete das Gaseum, eine Ausstellung der E.ON Ruhrgas im Gebäude des ehemaligen Grugabad-Restaurants, die im Mai 2013 wieder geschlossen wurde. Ende 2012 wurde die am westlichen Rand des Parks gelegene, bereits baufällige Minigolfanlage geschlossen.

Seit 2010 findet jährlich im Februar und März das Parkleuchten statt, das durch ein privates Unternehmen aus Unna veranstaltet wird. Neben der Beleuchtung einiger Skulpturen und Illumination von nur für dieses Event dargestellten Objekten wird auch die Natur des Grugaparks lichttechnisch in Szene gesetzt.

Im Sommer 2011 begannen die Arbeiten zur Errichtung von Essens erstem Biomasse-Heizwerk, das Mitte 2012 in Betrieb ging. Es befindet sich westlich des Margarethensees und dabei außerhalb des Grugaparks, direkt an der Lührmannstraße. Von dort versorgt es die Orangerie, die Pflanzenschauhäuser, die Grugaparkverwaltung, die Therme im Blumenhof und das Grugabad über drei Nahwärmeleitungen mit Wärme.[36]

Im Dezember 2012 wurde der Stiftungsverein Grugapark unter dem Vorsitz des ehemaligen Essener Kulturdezernenten Oliver Scheytt gegründet. Seine Mitglieder setzen sich aus Privatpersonen und Unternehmen zusammen. Ziel ist unter anderem die finanzielle Unterstützung zur Weiterentwicklung des Grugaparks.[37]

Eröffnungsfeier zur Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017

Im August 2014 war eine Umrüstung von genau 287 Lampen der gesamten Parkbeleuchtung auf energiesparende LEDs vollzogen. Das Licht der Lampen lässt sich bezüglich Intensität und Lichtfarbe an die Situation im Park anpassen.[38]

Die offizielle Eröffnungsfeier zur Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 fand am 21. Januar 2017 im Grugapark statt. Beim Festakt im Musikpavillon mit 1200 geladenen Gästen sprachen der EU-Kommissar für Umwelt Karmenu Vella, die Bundesministerin für Umwelt Barbara Hendricks, der NRW-Umweltminister Johannes Remmel und der Oberbürgermeister Thomas Kufen. Es folgte ein zweitägiges Kultur- und Familienfest mit Aufführungen und Lichtinstallationen.

Vorübergehende Parkschließung durch Sturmschäden 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Juni 2014 richtete die Gewitterfront Ela schwere Schäden durch Starkregen mit Orkanböen im Grugapark an. Rund 350 Bäume, teils über hundert Jahre alt, wurden durch den Gewittersturm entwurzelt oder mussten wegen schwerer Sturmschäden gefällt werden. Betroffen sind auch die Mammutbäume nahe dem Botanischen Garten. Der Park selbst, außer der Orangerie, dem Kurhaus und der Rollschuhbahn, war aus Sicherheitsgründen geschlossen, und sämtliche Veranstaltungen waren abgesagt worden. Der Stiftungsverein Grugapark rief zu Spenden auf. Am 5. Juli wurde der Park wieder geöffnet. Bis Ende 2015 wurden 175 Bäume durch neue ersetzt. 700.000 Euro gingen an Spenden ein, mit deren Hilfe zudem auch Gebäude und Wege wieder instand gesetzt wurden. Die Stiftung Gut für Essen der Sparkasse Essen unterstützte die Sturmschädenbeseitigung mit weiteren 490.000 Euro.[39]

Attraktionen heute (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alpinum mit Wasserfall
  • Haus der Bienen mit Bienenweidegarten (ersetzt seit 2013 den Bienen-Lehrstand aus den 1960er Jahren)
  • Blumenhof (ehemaliges Tanzlokal), 2002 neu eröffnet als Kurhaus mit Fitness-Einrichtungen und (2013 geschlossenem) Restaurant
  • Botanischer Garten mit Mediterraneum und Tropenhäusern in Pyramidenform, ersetzen seit 1985 alte Pflanzenschauhäuser
  • Dahlienarena
  • Damwildgehege, 2002 umgebaut zum Kontaktgehege, seit 2011 von privater Hand unterhalten
  • Eulenvolieren
  • Farbenterrassen
  • Feuchtbiotop
  • Garten der Sinne
  • Geologische Wand; nach der Gründung des Botanischen Gartens 1928 errichtet, hat sie den Krieg unbeschadet überstanden.
  • Gradierwerk ("Saline"), 2004 errichtet, Länge 30 m, Höhe 10 m, Soleinhalt 120 m³
  • fünf Grillplätze
  • Grugabahn
  • Grugapark-Therme, 2006 eröffnet
  • Grugaturm, 29 Meter hoch, 1929 als Radioturm errichtet, unter Denkmalschutz
  • Grüne Brücke
  • Haus des Waldes, Bildungseinrichtung der Kreisjägerschaft, 2005 eröffnet
  • Irrgarten, im Mai 2010 eröffnet
  • Kleintiergarten, 1995 eröffnet
  • Kletter- und Schlinggehölze
  • Kranichwiese (Festwiese), gegenüber der Orangerie
  • Kräutergarten
  • Lese-Pavillon an der Tummelwiese, um 1965 errichtet, 2015 saniert
  • Margarethensee, im Sommer 2008 saniert und umgestaltet
  • Mediterranium, bis 2005 Mittelmeergarten genannt
  • Modell-Anlage mit Modell-Trucks des Maßstabs 1:16 - 1:14 (Modell Truck Freunde Essen e. V.)
  • Musikpavillon für etwa 1000 Gäste, Neubau von 1991 ersetzt das Spitzdach von 1965.
  • Mustergärten, 2006 eröffnet
  • OKtoRail, Modelleisenbahnanlage als Miniaturzeitreise der Industrie in der Orangerie, eröffnet am 7. Juni 2014[40]
  • Orangerie, für Ausstellungen und Aufführungen 1987 erbaut (Aquarium und Terrarium auf dem heutigen Orangeriegelände wurden abgerissen)
  • Ponyhof mit Reitmöglichkeit, 1998 eröffnet
  • Restaurant-Café Landhaus, 1972 eröffnet, Ende 2015 geschlossen[20]
  • Rhododendrontal mit rund 500 Arten
  • Rollschuhbahn, 1965 eröffnet
  • Rosengarten, 1927 angelegt
  • Schule Natur, 1995 gegründet
  • Seerosenbecken
  • Skulpturen im Grugapark
  • Sonnenterrassen bei den Messehallen
  • Spiel- und Partyhaus für Kinder, 1989 eröffnet
  • Spielplatz am Irrgarten
  • Spielplatz an der Tummelwiese, 1997 eröffnet, 2013 umgebaut
  • Spielplatz Vogeldelle
  • Sport und Spiel (Tennis, Beach-Volleyball, Streetball, Schach etc.)
  • Staudenhang, 1964 angelegt
  • Stenshofturm (Romanisches Haus), Wohnturm aus dem 12. Jahrhundert, unter Denkmalschutz
  • Tessiner Garten
  • Tummelwiese
  • Verkehrsspielplatz
  • Vogelfreifluganlage, 1996 eröffnet
  • Waldsee
  • Wassergarten im Haupteingangsbereich, 2003 neu errichtet
  • Westfälischer Bauerngarten, 1927 angelegt

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haupteingang zum Grugapark liegt nahe der B 224 und unweit der Anschlussstelle (27) Essen-Haarzopf der A 52. Er bietet kostenpflichtige Parkmöglichkeiten. Die Nebeneingänge Orangerie, Mustergärten, Lührmannstraße und Rollschuhbahn (nur für Dauerkartenbesitzer) sind innerstädtisch erreichbar.

Im öffentlichen Personennahverkehr ist der Haupteingang des Grugaparks durch die Stadtbahnlinie U11 und die Buslinie 142 der Ruhrbahn sowie den Bürgerbus Haarzopf-Margarethenhöhe-Rüttenscheid zu erreichen. Die Eingänge Mustergärten und Rollschuhbahn sind von der Haltestelle Margarethenhöhe durch die Stadtbahnlinie U17 und die Buslinie 169 zu Fuß erreichbar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausstellungsleitung (Hrsg.): Amtlicher Führer durch die Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung Gruga. Essen 1929.
  • Ausstellungsleitung (Hrsg.): Reichsgartenschau Essen 1938, Amtlicher Führer. Essen 1938.
  • Gemeinnützige Ausstellungsgesellschaft m.b.H Essen (Hrsg.): Gruga – der Blumengarten an der Ruhr. W. Th. Webels, Essen 1953.
  • Amt für Wirtschafts- und Verkehrsförderung der Stadt Essen (Hrsg.): Gruga: Blumengarten an der Ruhr. W. Th. Webels, Essen 1966.
  • Festschrift: 40 Jahre Gruga Essen. Essen Juni 1969.
  • Astrid Schröer: Und Sonntags in die Gruga – Die Geschichte des Essener Volksparks. Hrsg.: Norbert Beleke. Nobel Verlag, Essen 1996, ISBN 3-922785-26-3.
  • Julia Ruether, Astrid Schröer-Mlodoch: Die große Schau – Gartenschauen im Essener Grugapark von 1929 bis 1965. Essen 2016, ISBN 978-3-00-051954-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grugapark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Skulpturen im Grugapark – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gedenktafel vor Ort
  2. Erwin Dickhoff: Essener Straßen. Hrsg.: Stadt Essen–Historischer Verein für Stadt und Stift Essen. Klartext-Verlag, Essen 2015, ISBN 978-3-8375-1231-1.
  3. Marlies Holle: Rüttenscheider Denkmalpfade – Wanderführer zu den historischen Stätten in Rüttenscheid. Bürger- und Verkehrsverein Rüttenscheid e. V., Essen 2004.
  4. Essener Landmatrikel von 1668 Teil V. – Die Bauerschaft Rüttenscheid. (Memento vom 1. Juli 2013 im Webarchiv archive.is) abgerufen am 22. Oktober 2015.
  5. Zeppelin trifft auf Grugaturm. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. (WAZ), 16. September 2009.
  6. Ch. Laschet, D. E. Meyer, K. Militzer (Hrsg.): Die Geologische Wand im Grugapark. Essen.
  7. Der Grüne Bote. Sonderausgabe 4/2009, Chronik 1919 bis 2009, 90 Jahre Stadtverband Essen der Kleingärtner e. V.
  8. a b 100 Jahre Landschaftsarchitektur.de; abgerufen am 24. Januar 2017.
  9. a b c d e f g Bürger- und Verkehrsverein Essen-Rüttenscheid e. V. (Hrsg.): 1000 Jahre Rüttenscheid. Essen 1970.
  10. a b c d e f g h i Ausstellungsleitung (Hrsg.): Amtlicher Führer durch die Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung Gruga. Essen 1929.
  11. a b Paradies in der Großstadt - Der Gruga Park in Essen wird 75. (Memento vom 30. April 2014 im Webarchiv archive.is) WDR west.art, Sendung vom 8. Juli 2004, abgerufen am 26. September 2014.
  12. Publikation des Stadtverbandes Essen der Kleingärtner e. V.: Der Grüne Boote. Ausgabe 4/2009, Chronik 1919 bis 2009, 90 Jahre Stadtverband Essen der Kleingärtner e. V.
  13. Vor 80 Jahren: Die Gruga in Essen wird eröffnet – Blumenwunder an der Ruhr. In: WDR Stichtag. 29. Juni 2009, abgerufen am 24. Januar 2017.
  14. Hugo Rieth: Essen in alten Ansichten. 7. Auflage. Band 2. Zaltbommel, Niederlande 1991, ISBN 90-288-3097-9.
  15. Jörg Friedrich: Der Brand – Deutschland im Bombenkrieg 1940–1945. 9. Auflage. Propyläen Verlag, 2002, ISBN 3-549-07165-5, S. 38.
  16. Volker Mohn: Zwangsarbeit in Deutschland während des Zweiten Weltkrieges. Grin Verlag, 2010, ISBN 978-3-640-56309-8, S. 30.
  17. Essen vor 50 Jahren - Umstrittener Eintritt für die Großbaustelle Gruga. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. WAZ, 27. April 2013.
  18. Wie Gartenbauer Essen mit der neuen Gruga glücklich machten. In: DerWesten.de. 6. Mai 2015, abgerufen am 24. Januar 2017.
  19. Das Jahr 1965 – Bundesgartenschau in Essener Gruga. (Memento vom 1. Juli 2013 im Webarchiv archive.is) abgerufen am 26. September 2014.
  20. a b Umzugspläne in der Gruga - "Kur vor Ort" möchte ins Landhaus. In: DerWesten.de. 8. Mai 2015, abgerufen am 24. Januar 2017.
  21. Alte Minigolf-Anlage in der Gruga soll Sportgeräten weichen. auf: DerWesten.de, 16. Dezember 2014, abgerufen am 24. Januar 2017.
  22. Bürger retten den alten Lesepavillon im Grugapark. auf: DerWesten.de, 29. März 2016, abgerufen am 24. Januar 2017.
  23. a b Parkplan der Gruga 1965.
  24. a b REV Gruga: Vereinsgeschichte; abgerufen am 24. Januar 2017.
  25. Westdeutsche Allgemeine Zeitung. WAZ vom 16. September 1965.
  26. Landhaus: Pächter bedauert das Aus. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. WAZ, 23. Mai 2015.
  27. Dritter Gruga-Seehund stirbt an einem Virus. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. WAZ, 8. März 1974.
  28. Robben-Tod: Friß oder stirb. In: Die Zeit. 27. Mai 1983 (Nr. 22), abgerufen am 24. Januar 2017.
  29. Ein kleines Stück Japan für Essen. auf: DerWesten, 17. Dezember 1985, abgerufen am 24. Januar 2017.
  30. Die Adler verlassen den Grugapark in Essen. auf: DerWesten.de, 7. April 2016, abgerufen am 24. Januar 2017.
  31. Freundeskreis Grugapark Essen e. V.; abgerufen am 24. Januar 2017.
  32. McDonald’s Kinderhilfe; abgerufen am 24. Januar 2017.
  33. Westdeutsche Allgemeine Zeitung. WAZ, 11. Oktober 2008, Regionalteil Essen
  34. Haus des Waldes im Grugapark – lernen ohne Bambi-Romantik. auf: DerWesten.de, 22. September 2009. abgerufen am 24. Januar 2017.
  35. Garten der Uni Duisburg-Essen im Grugapark eröffnet. In: Derwesten.de. 22. Mai 2012, abgerufen am 24. Januar 2017.
  36. Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH: Biomasse als Energiequelle - Betrieb eines klimaschonenden Biomasseheizwerks. (Memento vom 30. Juli 2014 im Webarchiv archive.is) abgerufen am 4. Juni 2013.
  37. Stiftungsverein Grugapark; abgerufen am 24. Januar 2017.
  38. Grugapark erstrahlt in neuer LED-Technik. In: Derwesten.de. 29. August 2014, abgerufen am 24. Januar 2017.
  39. 175 neue Bäume für den Essener Grugapark. auf: Derwesten.de, 8. Dezember 2015, abgerufen am 24. Januar 2017.
  40. Miniaturwelt Oktorail im Essener Grugapark öffnet am Samstag. In: DerWesten.de. 6. Juni 2014, abgerufen am 24. Januar 2017.

Weitere Quellen sind in den genannten Weblinks enthalten.

Koordinaten: 51° 25′ 41″ N, 6° 59′ 13″ O