Bundestrainer (DFB)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Joachim Löw und Steffi Jones, die derzeitigen Trainer der deutschen Männer- und Frauen-Nationalmannschaft Joachim Löw und Steffi Jones, die derzeitigen Trainer der deutschen Männer- und Frauen-Nationalmannschaft
Joachim Löw und Steffi Jones, die derzeitigen Trainer der deutschen Männer- und Frauen-Nationalmannschaft

Als Bundestrainer (vor 1945 Reichstrainer) bezeichnet der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die verantwortlichen Trainer der Fußballnationalmannschaft der Männer und der Fußballnationalmannschaft der Frauen.

Bevor der erste Reichstrainer, Otto Nerz, 1928 sein Amt antrat, bestimmte der Spielausschuss die Kaderzusammensetzung und der Mannschaftskapitän die Taktik.

Laut DFB-Statuten muss der Bundestrainer über eine Trainerlizenz als Fußballlehrer verfügen. Da Franz Beckenbauer und Rudi Völler als Verantwortliche für die Herren-Nationalmannschaft keine Trainerlizenz besaßen, wurde für sie die Bezeichnung Teamchef eingeführt. Ihre faktischen Assistenten (Horst Köppel und Holger Osieck bzw. Michael Skibbe) fungierten dann jeweils offiziell als Bundestrainer.

Der Bundestrainer muss nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Bis heute gab es allerdings noch keinen ausländischen Bundestrainer.[1]

Von den bisherigen Bundes- bzw. Reichstrainern waren nur Otto Nerz, Erich Ribbeck und Joachim Löw nicht Nationalspieler. Auf die höchste Zahl an Länderspielen als Spieler und Trainer kam Berti Vogts (198 Spiele).

Von den Trainern der Frauen-Nationalmannschaft waren nur Silvia Neid und Steffi Jones selbst in der Nationalelf tätig, ersterer gelang es als erster DFB-Trainerin, bei ihrer ersten Weltmeisterschaft den Titel zu erringen. Sie ist auch die erste, unter deren Regie 100 Spiele gewonnen wurden und die einzige Trainerin weltweit, deren Mannschaften Kontinentalmeister, Weltmeister und Olympiasieger wurden. Mit dem Olympiasieg endete ihre Amtszeit. Ihre Nachfolge trat Steffi Jones an.

Bei den Männern haben aktuell Joachim Löw und Berti Vogts die beste Quote – bei den Frauen die zuletzt amtierende Bundestrainerin Silvia Neid.

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name von1 bis1 Amt-

zeit in Tage

Sp S U N Tore Tord. Quote2 Pkt. Erfolge
kein Trainer 05. Apr. 1908 20. Juni 1926 058 016 012 030 0119:0146 027 1.03 60
1. Otto Nerz(Reichstrainer) 331. Okt. 19263 07. Aug. 19364 3569 070 042 010 018 0192:0113 +079 1.94 136 3. Platz WM 1934
2. Sepp Herberger(Reichstrainer) 413. Sep. 19364 22. Nov. 1942 2353 070 042 013 015 216:0104 +112 1.99 139
Sepp Herberger 22. Nov. 1950 07. Juni 1964 4946 097 052 014 031 219:0146 +073 1.75 170 Weltmeister 1954, 4. Platz WM 1958
Insgesamt nur von Sepp Herberger 13. Sep. 1936 7. Juni 1964 7299 167 094 027 046 435:0250 +185 309
3. Helmut Schön 04. Nov. 1964 21. Juni 1978 4977 139 087 031 021 292:0107 +185 2.10 292 Vizeweltmeister 1966, 3. Platz WM 1970, Europameister 1972, Weltmeister 1974, Vizeeuropameister 1976
4. Jupp Derwall 11. Okt. 1978 20. Juni 1984 2079 067 044 012 011 0144:060 +084 2.15 144 Europameister 1980, Vizeweltmeister 1982
5. Franz Beckenbauer (Teamchef)
Horst Köppel (1984–1987)
Holger Osieck (1987–1990) (Trainerlizenzträger)
12. Sep. 1984 08. Juli 1990 2125 066 034 020 012 0107:061 +046 1.85 122 Vizeweltmeister 1986, Weltmeister 1990
6. Berti Vogts 29. Aug. 1990 05. Sep. 1998 2929 102 066 024 012 0206:086 +120 2.18 222 Vizeeuropameister 1992, US-Pokalsieger 1993, Europameister 1996
7. Erich Ribbeck 10. Okt. 1998 20. Juni 2000 619 024 010 06 08 0042:031 +011 1.50 36
8. Rudi Völler (Teamchef)
Michael Skibbe (Trainerlizenzträger)
16. Aug. 2000 24. Juni 2004 1408 053 029 011 013 0109:057 +052 1.85 98 Vizeweltmeister 2002
9. Jürgen Klinsmann 26. Juli 2004 08. Juli 2006 712 034 020 08 06 0081:043 +038 2.00 68 3. Platz FIFA-Konföderationen-Pokal 2005, 3. Platz WM 2006
10. Joachim Löw 16. Aug. 2006 0 000000000003967.00000000003.967

(aktiv)

150 100 027 023 364:0140 +224 2.18 327 Vizeeuropameister 2008, 3. Platz WM 2010, Weltmeister 2014
Gesamt5 (Stand: 25. Juni 2017) 930 542 188 200 2091:1094 +997 1.95
davon Elfmeterschießen 006 002 038 : 031 75%

Anmerkungen:

1 Bei den Amtszeiten ist jeweils das Datum des ersten und des letzten Länderspiels angegeben.
2 Durchschnittliche Punktzahl pro Spiel; 3 Punkte pro Sieg, 1 Punkt pro Remis.
3 Otto Nerz war ab dem 1. Juli 1926 als „nebenamtlicher“ Trainer angestellt, dessen Tätigkeit sich aber zunächst darauf beschränkte, die vom Spielausschuss bestimmten Spieler „zu bewegen“. Die Aufstellung bestimmten weiterhin die Funktionäre. Nach und nach erhielt er weitere Kompetenzen. Daher wird der Beginn seiner Verantwortung unterschiedlich dokumentiert.
4 Auch der Übergang von Otto Nerz auf Sepp Herberger gestaltete sich fließend, so dass auch für die Reichstrainertätigkeit genannten Werte in verschiedenen Quellen anders lauten. Die hier für beide genannten Zahlen entsprechen den vom DFB[2] und in der Kicker-Edition 100 Jahre Länderspiele, S. 149, genannten Werten.
5 Spiele, die im Elfmeterschießen entschieden wurden, sind als Remis gewertet. Die im Elfmeterschießen erzielten Tore werden nicht mitgezählt.

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name von1 bis1 Amt-

zeit

Sp S U N Tore Tord. Quote2 Pkt. Erfolge
1. Gero Bisanz 10. Nov. 1982 25. Juli 1996 5006 Tage 127 83 17 27 343:122 +221 2.09 266 Europameister 1989, 1991 und 1995; Vizeweltmeister 1995
2. Tina Theune-Meyer 27. Aug. 1996 19. Juni 2005 3218 Tage 135 93 18 24 380:113 +267 2.20 297 Weltmeister 2003; Europameister 1997, 2001 und 2005; Bronzemedaille Olympische Spiele 2000 und 2004
3. Silvia Neid 01. Sep. 2005 20. Aug. 2016 4006 Tage 169 125 22 22 526:106 +420 2.35 397 Weltmeister 2007; Europameister 2009 und 2013; Goldmedaille Olympische Spiele 2016, Bronzemedaille Olympische Spiele 2008
4. Steffi Jones 16. Sep. 2016 000000000000283.0000000000283 Tage

(aktiv)

9 6 2 1 17:7 +10 2.22 20
Gesamt5 (Stand: 09. Apr. 2017) 440 307 59 74 1266:348 2.23
davon Elfmeterschießen 4 3 1 16:14 75%

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DFB: Absage an Louis van Gaal. In: tz.de. tz, 23. Juni 2010, abgerufen am 23. März 2013.
  2. Historie - Bundestrainer. In: dfb.de. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 28. August 2014.