Sandro Wagner

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Sandro Wagner
Sandro Wagner Training 2018-05-08 FC Bayern Muenchen-2.jpg
Sandro Wagner (2018)
Personalia
Geburtstag 29. November 1987
Geburtsort MünchenDeutschland
Größe 194 cm
Position Sturm
Junioren
Jahre Station
1990–1995 FC Hertha München
1995–2006 FC Bayern München
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2006–2008 FC Bayern München II 44 0(2)
2007–2008 FC Bayern München 4 0(0)
2008–2010 MSV Duisburg 36 (12)
2010–2012 Werder Bremen 30 0(5)
2010–2011 Werder Bremen II 18 0(7)
2012 → 1. FC Kaiserslautern (Leihe) 11 0(0)
2012–2015 Hertha BSC 71 0(7)
2013–2014 Hertha BSC II 3 0(1)
2015–2016 SV Darmstadt 98 32 (14)
2016–2017 TSG 1899 Hoffenheim 42 (15)
2018– FC Bayern München 14 0(8)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2008–2009 Deutschland U21 8 0(4)
2017–2018 Deutschland 8 0(5)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2017/18

2 Stand: Karriereende

Sandro Wagner (* 29. November 1987 in München) ist ein deutscher Fußballspieler. Nach elf Jahren in der Jugend des FC Bayern München war er knapp zehn Jahre bei sechs verschiedenen deutschen Vereinen tätig, wobei ihm beim SV Darmstadt 98 und bei der TSG 1899 Hoffenheim der Durchbruch in der Bundesliga gelang. Seit der Winterpause der Bundesliga-Saison 2017/18 spielt Wagner wieder beim FC Bayern München. Mit 29 Jahren kam er erstmals für die deutsche Nationalmannschaft zum Einsatz und bestritt acht Länderspiele.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge in München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wagner begann als Dreijähriger beim FC Hertha München mit dem Fußballspielen[1] und wechselte 1995 in die Jugendabteilung des FC Bayern München.[2] Dort durchlief er sämtliche Jugendmannschaften und rückte 2005 in die Regionalliga-Mannschaft auf, in der er am 27. Mai 2006 (34. Spieltag) – beim 1:1 im Heimspiel gegen Eintracht Trier – debütierte.

Er absolvierte die Vorbereitung auf die Saison 2007/08 mit der ersten Mannschaft. Nach Ausfällen von Jan Schlaudraff, Lukas Podolski und Luca Toni gab er am 21. Juli 2007 im Ligapokalspiel gegen Werder Bremen sein Pflichtspieldebüt in der Profimannschaft. Am 25. Juli 2007 erzielte er im Halbfinale des Wettbewerbs beim 2:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart, als er in der Startformation stand, sein erstes Tor als Profi.

Am 11. August 2007 (1. Spieltag) gab er beim 3:0-Sieg im Heimspiel gegen Hansa Rostock – in der 87. Minute für Miroslav Klose eingewechselt – sein Bundesligadebüt.

MSV Duisburg und Werder Bremen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Juni 2008 unterschrieb er einen Zweijahresvertrag beim Zweitligisten MSV Duisburg. Sein erstes Spiel für den MSV absolvierte er am 10. August 2008 in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den ASV Bergedorf 85, wobei ihm beim 5:1-Auswärtssieg zwei Tore sowie eine Torvorlage gelangen. Am 18. August 2008 debütierte er dann in der 2. Bundesliga gegen Hansa Rostock. Dort erzielte er erneut ein Tor und bereitete die zwischenzeitliche 2:1-Führung von Cédric Makiadi vor. In der Saison 2009/10 erzielte Wagner in den ersten vier Saisonspielen fünf Tore, zog sich jedoch am 18. September 2009 im Spiel gegen Arminia Bielefeld einen Kreuzbandriss zu.[3]

Am 31. Januar 2010, kurz vor Ende der Transferperiode, wechselte der noch immer verletze Wagner zum SV Werder Bremen. Er unterschrieb einen bis zum 30. Juni 2014 laufenden Vertrag. Im Gegenzug wurde Kevin Schindler bis zum Saisonende an den MSV verliehen.[4] Fast drei Jahren nach seinem letzten Einsatz in der Bundesliga (1:1 im Spiel Hamburger SV gegen Bayern München am 2. September 2007) bestritt er am 21. August 2010 bei der 1:4-Niederlage im Auswärtsspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim wieder eine Partie in der höchsten Spielklasse, als er in der 73. Minute für Tim Borowski eingewechselt wurde. Sein erstes Bundesligator erzielte er am 6. März 2011 beim 3:1-Sieg im Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg mit dem Tor zum 1:0. Am 19. März 2011 beim 3:1-Sieg im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Nürnberg verwandelte er zwei Elfmeter und traf damit erstmals zweifach in einem Erstliga-Spiel.

Am 19. Januar 2012 wechselte Wagner für eineinhalb Jahre auf Leihbasis zum Ligakonkurrenten 1. FC Kaiserslautern.[5] Am Wochenende nach seiner Verpflichtung spielte der FCK am 21. Januar 2012 gegen Werder Bremen. Für diese Begegnung wurde er jedoch nicht berücksichtigt, darauf hatten sich beide Vereine geeinigt.[6] So kam er erst am 28. Januar 2012 gegen den FC Augsburg zu seinem Debüt über 90 Minuten.

Wechsel zu Hertha BSC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abstieg der Roten Teufel aus der Bundesliga kehrte Wagner schon nach nur einem halben Jahr zu Werder Bremen zurück. Dort fand er im Kader der Profis allerdings keine Berücksichtigung mehr und trainierte fortan mit der zweiten Mannschaft.[7] Darüber hinaus wurde ihm nahegelegt, sich einen neuen Verein zu suchen.[8] Ende Juli 2012 wechselte Wagner schließlich zum Zweitligisten Hertha BSC. Er unterschrieb einen Vertrag für zwei Spielzeiten und erhielt im Kader von Trainer Jos Luhukay das Trikot mit der Rückennummer 33.[9] Sein erstes Spiel für Berlin absolvierte er am 3. August 2012 im Heimspiel gegen den SC Paderborn. Am 19. August 2012 debütierte er für den Hauptstadt-Klub im DFB-Pokal gegen Wormatia Worms, wobei er bei der 1:2-Niederlage das einzige Tor für die Hertha erzielte.[10]

SV Darmstadt 98[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach insgesamt 75 Spielen in drei Jahren für Berlin wechselte Wagner zur Saison 2015/16 zum Bundesligaaufsteiger SV Darmstadt 98. Dort erhielt er einen Zweijahresvertrag.[11] Sein erstes Spiel absolvierte der Mittelstürmer, als er am ersten Spieltag gegen Hannover 96 für Dominik Stroh-Engel eingewechselt wurde. Nach einem Doppelpack beim 2:1-Sieg gegen seinen Ex-Club Werder Bremen etablierte er sich als Stammspieler bei den Lilien.[12] Am 27. Oktober 2015 schoss Wagner den SV Darmstadt mit dem Tor zum 2:1 gegen Hannover 96 ins Achtelfinale des DFB-Pokals.[13] Mit insgesamt 14 Toren in 32 Punktspielen trug er maßgeblich zum Klassenerhalt Darmstadts bei. In einem Interview im April 2016 löste er mit der Aussage, dass „Fußballer teilweise zu wenig verdienen“, ein negatives Medienecho aus.[14]

Wechsel zur TSG Hoffenheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2016/17 wurde Wagner aufgrund seiner Leistungen im Vorjahr von der TSG 1899 Hoffenheim verpflichtet.[15] In der ersten Runde des DFB-Pokals erzielte Wagner am 21. August 2016 beim 6:0-Auswärtssieg gegen den 1. FC Germania Egestorf/Langreder sein erstes Tor für die TSG. Eine Woche später debütierte er für seinen neuen Verein erstmals in der Bundesliga, als er beim 2:2 gegen RB Leipzig über volle 90 Minuten spielte. Nach 12 Toren in 33 Pflichtspielen für Hoffenheim wurde im Juli 2017 sein Vertrag bis 2020 verlängert.[16] Mit Platz vier erreichte Hoffenheim die Champions-League-Qualifikation und traf dort auf den späteren Finalisten FC Liverpool. Beide Spiele wurden verloren und im Rückspiel an der Anfield Road erzielte er ein Tor. Aufgrund der Niederlagen spielte die TSG folglich in der Europa League. Dort erzielte Wagner in drei Spielen ein Tor und schied mit der Mannschaft bereits in der Vorrunde aus.

Rückkehr nach München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Rückrunde der Saison 2017/18 kehrte Wagner zum FC Bayern München zurück. Er erhielt einen bis zum 30. Juni 2020 laufenden Vertrag[17] und ist als Backup von Robert Lewandowski eingeplant.[18][19][20] Zehn Jahre nach seinem letzten Einsatz für seinen Jugendclub gab er am 12. Januar 2018 beim 3:1-Auswärtssieg gegen Bayer 04 Leverkusen sein Comeback, als er in der 78. Spielminute für Franck Ribéry eingewechselt wurde.[21] Ribéry ist der einzige Spieler im Kader, mit dem Wagner in der Saison 2007/08 noch zusammengespielt hatte.[22] Am 27. Januar 2018 erzielte er beim 5:2-Heimsieg gegen seinen ehemaligen Verein TSG Hoffenheim mit dem Treffer zum Endergebnis sein erstes Bundesligator für den FC Bayern.[23] Im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales erzielte Wagner beim 3:1-Auswärtssieg gegen Beşiktaş Istanbul sein erstes Tor in der Champions League.[24]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu seinem ersten Länderspieleinsatz kam Wagner für die U-21-Nationalmannschaft in der Duisburger MSV-Arena beim 0:0 gegen Israel am 9. September 2008, als er in der 68. Minute für Rouwen Hennings eingewechselt wurde. Nach weiteren vier Spielen wurde er von Trainer Horst Hrubesch für die U-21-Europameisterschaft 2009 in Schweden nominiert. Bis zum Finale musste er vornehmlich auf der Bank Platz nehmen. Im zweiten Vorrundenspiel gegen Finnland und im Halbfinale gegen Italien wurde er jeweils in der Schlussphase eingewechselt. Im Endspiel gegen England stand er dann für den gelbgesperrten Ashkan Dejagah von Beginn an auf dem Platz und erzielte die Tore zum 3:0 und 4:0. Sein Tor zum 4:0-Endstand wurde zum Tor des Monats Juni 2009 gewählt. Dies war auch sein letztes Spiel für die U21.

Joachim Löw nominierte Wagner in den Kader der A-Nationalmannschaft für das Turnier um den Konföderationen-Pokal 2017 in Russland, bei dem Löw fast auf den kompletten Kader der WM 2014 verzichtete.[25] In der Vorbereitung auf das Turnier gab Wagner am 6. Juni 2017 sein A-Länderspieldebüt beim 1:1 im Testspiel gegen die dänische Nationalmannschaft in Brøndby. Vier Tage später, am 10. Juni 2017, wurde er im WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino eingesetzt, in dem er drei Tore erzielte.[26] Beim Konföderationen-Pokal kam er beim 3:2-Sieg im ersten Gruppenspiel gegen Australien zum Einsatz und gewann mit der Mannschaft den Titel. Mit der Nationalelf qualifizierte er sich im selben Jahr für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland, wurde aber nicht für den vorläufigen Kader des DFB für die Endrunde nominiert.[27] Daraufhin trat er am 16. Mai 2018 mit sofortiger Wirkung aus der Nationalmannschaft zurück.[28][29] In seinen ersten fünf A-Länderspielen hatte Wagner fünf Treffer erzielt, was zuletzt Ronald Worm in den 1970er Jahren gelungen war. Insgesamt hat Wagner acht Länderspiele absolviert.

„Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse.“

Sandro Wagner zu seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft[30]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sandro Wagner – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neuer Stürmer im Zebrastall. In: derwesten.de, 10. November 2008
  2. Steckbrief. In: bayernbaeda.de
  3. RP ONLINE: MSV Duisburg: Kreuzbandriss bei Sandro Wagner. Abgerufen am 22. April 2018.
  4. MSV Duisburg - Presseabteilung: Sandro Wagner wechselt zu Werder Bremen. Abgerufen am 22. April 2018.
  5. Werder Bremen-Presseservice: Sandro Wagner wechselt auf Leihbasis nach Kaiserslautern. In: presseportal.de, 19. Januar 2012, abgerufen am 18. November 2017.
  6. Sandro Wagner wird ein Roter Teufel. In: fck.de, abgerufen am 18. November 2017.
  7. Werder Bremen-Presseservice: Sandro Wagner trainiert ab sofort bei der U 23. In: presseportal.de, 6. Juli 2012, abgerufen am 18. November 2017.
  8. Björn Knips: Keine Nummer mehr für Wagner, In: Kreiszeitung Syke, 4. Juli 2012
  9. Sandro Wagner ist Herthas neue Nummer 33. In: herthabsc.de, 27. Juli 2012, abgerufen am 18. November 2017.
  10. Hertha scheidet im DFB-Pokal gegen Außenseiter Worms aus. Abgerufen am 22. April 2018.
  11. Pressemitteilung (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive) auf der Homepage des SV Darmstadt 98
  12. Wagner trifft Doppelt gegen Werder – Heimsieg für Darmstadt. Abgerufen am 22. April 2018.
  13. Endlich Achtelfinale: Wagner trifft zum Sieg für Darmstadt. Abgerufen am 22. April 2018 (deutsch).
  14. Sandro Wagner: Fußballer verdienen teilweise zu wenig. In: sueddeutsche.de, abgerufen 23. April 2016
  15. Meldung auf kicker.de
  16. TSG verlängert mit Sandro Wagner. In: achtzehn99.de, 9. Juli 2017
  17. Pressemitteilung auf der Homepage des FC Bayern München
  18. Alles klar! Wagner wechselt zum FC Bayern, kicker.de, 21. Dezember 2017, abgerufen am 1. Januar 2018.
  19. Sandro Wagner verstärkt den FC Bayern - und Robert Lewandowski, bundesliga.de, 21. Dezember 2017, abgerufen am 1. Januar 2018.
  20. Sandro Wagner wechselt nach München, fr.de, 21. Dezember 2017, abgerufen am 1. Januar 2018.
  21. 3:1 in Leverksuen: FC Bayern feiert perfekten Rückrundenauftakt. In: fcbayern.de. 12. Januar 2018, abgerufen am 13. Januar 2018.
  22. Bayern München - Kader 2007/2008. Abgerufen am 13. Januar 2018 (deutsch).
  23. Statistiken - FC Bayern München vs. TSG 1899 Hoffenheim | Match Center. Abgerufen am 28. Januar 2018 (deutsch).
  24. FCB beschert Heynckes das Viertelfinale und einen Rekord: Besiktas Istanbul - Bayern München 1:3 (0:1). Abgerufen am 14. März 2018 (deutsch).
  25. Kader. Website des DFB, abgerufen am 17. Mai 2017
  26. 7:0 gegen San Marino: DFB-Team in Torlaune. In: dfb.de. Abgerufen am 10. Juni 2017.
  27. https://www.dfb.de/news/detail/loew-nie-gegen-einen-spieler-immer-im-sinne-des-teams-186770/
  28. Focus: Stürmer Sandro Wagner möchte nie wieder für DFB-Elf spielen, 16. Mai 2018
  29. Sandro Wagner tritt aus DFB-Elf zurück. In: laola1.at. LAOLA1 Multimedia GmbH, 16. Mai 2018, abgerufen am 17. Mai 2018.
  30. Wagner tritt aus der Nationalmannschaft zurück, kicker.de, 16. Mai 2018, abgerufen am 17. Mai 2018.
  31. Tor des Monats Juni 2009. In: Sportschau.de