Neukirch/Lausitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Neukirch/Lausitz führt kein Wappen
Neukirch/Lausitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neukirch/Lausitz hervorgehoben
Koordinaten: 51° 6′ N, 14° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 317 m ü. NHN
Fläche: 21,32 km²
Einwohner: 5066 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 238 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01904
Vorwahl: 035951
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 380
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 20
01904 Neukirch/Lausitz
Webpräsenz: www.neukirch-lausitz.de
Bürgermeister: Jens Zeiler (CDU)
Lage der Gemeinde Neukirch/Lausitz im Landkreis Bautzen
Tschechien Dresden Landkreis Görlitz Landkreis Meißen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Arnsdorf Bautzen Bernsdorf Bischofswerda Bretnig-Hauswalde Burkau Crostwitz Cunewalde Demitz-Thumitz Doberschau-Gaußig Elsterheide Elstra Frankenthal (Sachsen) Göda Großdubrau Großharthau Großnaundorf Großpostwitz Großröhrsdorf Malschwitz Haselbachtal Hochkirch Hoyerswerda Kamenz Königsbrück Königswartha Kubschütz Laußnitz Lauta Lichtenberg (Lausitz) Lohsa Malschwitz Nebelschütz Neschwitz Neukirch (bei Königsbrück) Neukirch/Lausitz Obergurig Ohorn Oßling Ottendorf-Okrilla Panschwitz-Kuckau Pulsnitz Puschwitz Radeberg Radibor Räckelwitz Ralbitz-Rosenthal Rammenau Schirgiswalde-Kirschau Schmölln-Putzkau Schönteichen Schwepnitz Sohland an der Spree Spreetal Steina (Sachsen) Steinigtwolmsdorf Wachau (Sachsen) Weißenberg Wilthen Wittichenau Brandenburg PolenKarte
Über dieses Bild
Blick auf Neukirch vom Valtenberg aus

Neukirch/Lausitz (sorbisch Wjazońca) ist ein Ort und die zugehörige Gemeinde im Südosten des Bundeslandes Sachsen. Es gehört zum Landkreis Bautzen und liegt eingebettet zwischen zwei Bergzügen des Oberlausitzer Berglandes am Fuße des reich bewaldeten 587 m hohen Valtenberges.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Valtenberg ist der Neukircher „Hausberg“. An ihm entspringt die durch Neukirch fließende Wesenitz. Größere Städte in der Umgebung sind Bautzen (15 km) und Bischofswerda (12 km).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Doberschau-Gaußig, Wilthen und Steinigtwolmsdorf mit den Ortsteilen Ringenhain und Weifa im Landkreis Bautzen, Neustadt in Sachsen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie Schmölln-Putzkau im Landkreis Bautzen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1200 legten herbeigerufene fränkische Siedler ein Waldhufendorf an und errichteten eine neue Kirche. 1222 wurde Neukirch als „Neinkirgen“ erstmals urkundlich erwähnt. Während sich der deutsche Name auf die damals neu erbaute Kirche im Ortsteil Niederneukirch bezieht, weist die sorbische Bezeichnung auf die geographische Lage an der Wesenitz hin.[2]

In der Nähe der Ortschaft fanden im Mai 1813 im Zusammenhang mit der Schlacht bei Bautzen Gefechte zwischen französischen und russischen Truppen statt.

In den 1850er Jahren gründeten Auswanderer in Victoria in Australien eine wendische Gemeinde, die sich auch Neukirch nannte und heute Byaduk heißt. Der erste Siedler war Johann Rentsch, der bis zu seinem Tod im Jahr 1915 dafür sorgte, dass dort Wendisch gesprochen wurde.[3]

Der Ort bestand bis 1923 aus vier selbständigen Gemeinden[4]

  • Niederneukirch,
  • Oberneukirch, Steinigtwolmsdorfer Anteil (Oberneukirch St. A.),
  • Oberneukirch, Oberlausitzer Seite (Oberneukirch L. S.) und
  • Oberneukirch, Amtsanteil (Stolpener Anteil; Oberneukirch A. A.).

Am 13. August 1924 wurde die Bezeichnung Neukirch/Lausitz gestattet. Der Zusammenschluss von Oberneukirch Steinigtwolmsdorfer Anteil und Oberneukirch Amtsanteil zu „Oberneukirch“ erfolgte am 1. Februar 1925. Am 1. Juli 1928 wurde dann die Gemeinde Oberneukirch in die Gemeinde Neukirch/Lausitz eingemeindet.

Neukirch ist neben der brandenburgischen Kreisstadt Forst (Lausitz) die einzig verbliebene Gemeinde mit dem Namenszusatz Lausitz, andere Gemeinden benennen in ihren Namenszusätzen den Teil der Lausitz explizit, beispielsweise Weißwasser/Oberlausitz, oder wurden mittlerweile eingemeindet wie der Bischofswerdaer Ortsteil Schönbrunn/Lausitz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl in Neukirch/Lausitz von 1925 bis 2013

Entwicklung der Einwohnerzahl:[5] (ab 2002 Stichtag: 31. Dezember, Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen)

Jahr Einwohner
1925 5382
1939 6778
1946 7563
1950 7648
Jahr Einwohner
1964 7368
1990 6294
2000 5844
2002 5680
Jahr Einwohner
2004 5540
2006 5434
2008 5323
2009 5287
Jahr Einwohner
2010 5236
2011 5153
2012 5099
2013 5074

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 54,3 %
 %
40
30
20
10
0
31,1 %
34,7 %
12,1 %
15,6 %
6,5 %
GBN
FWN
Zukunft
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Der Gemeinderat von Neukirch/Lausitz wurde zum letzten Mal am 25. Mai 2014 gewählt.

Sitzverteilung (insgesamt 18 Sitze):

  • Gemeinschaft der Bürger Neukirchs (GBN): 6 Sitze
  • CDU: 6 Sitze
  • Freie Wähler Neukirch: 2 Sitze
  • Neukirch braucht Zukunft: 3 Sitze
  • SPD: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1990 bis 2001 war Dietmar Belke Bürgermeister der Gemeinde.[7] Ihm folgte im August 2001 Gottfried Krause (seit 2009 CDU, vorher parteilos) nach, der bis zum 31. August 2015 amtierte. Seit dem 1. September 2015 ist Jens Zeiler (CDU) Bürgermeister der Gemeinde.

Zweckverband Wasserversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinden Neukirch/Lausitz und Steinigtwolmsdorf haben den Zweckverband Wasserversorgung „Obere Wesenitz“ gebildet, jede Gemeinde stellt vier Mitglieder in der Verbandsversammlung (Bürgermeister und drei Gemeinderäte).

Ortssignet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das wappenähnliche Ortssignet Neukirchs

Neukirch führt kein Wappen, sondern ein Ortssignet, das auf das Siegelbild Oberneukirchs (Amtsanteil Stolpen) zurückgeht. Das Siegel zeigt ein auf einem Felsen stehendes Schaf oder Lamm, das von einem rechts unterhalb des Felsens befindlichen Löwen bedroht wird. Ihm wurde später ein Wappenschild hinzugefügt. Das Ortssignet, dessen Gestaltung den Regeln der Heraldik widerspricht, ist nicht als Wappen verwendbar.[8]

Bereits 1801 und 1837 führte Oberneukirch A. A. zwei in dieser Art gestaltete Stempel. Zu dessen Bedeutung schrieb Walter Hoffmann: „Oberneukirch A. A. gehörte früher zum Stolpener Gerichtsamte. Stolpen auf dem Basaltfelsen war Festung. Das Schaf oder Kalb auf den aufgeschichteten Basaltblöcken stellt den Schützling dar, welcher durch die Festung vor seinem Verfolger, einem Löwen, einen gesicherten Platz einnimmt.“[9] Der Löwe könnte Sinnbild für die Familie Nostitz sein, die ihren Besitz durch Ankäufe zu jener Zeit erheblich mehrte und auch am Kauf des Gutes von Neukirch A. A. interessiert gewesen sein soll. Dessen Käufer, die freien Obereck-Bauern, wandten sich Schutz suchend an das Amt Stolpen, dem sie fortan unterstellt waren und welches ihnen das Recht brachte, ein eigenes Dienstsiegel zu führen.[8]

Das Siegelbild Oberneukirchs L. S. zeigte „einen großen Laubbaum (wohl Linde), neben dem rechts und links je ein kleinerer Nadelbaum stand.“ Oberneukirch St. A. hatte nur einen Namensstempel und führte kein Siegelbild. Das Siegel Niederneukirchs zeigte einen Anker mit der Umschrift „Gemeinderat zu Niederneukirch“.[8][10]

Am 15. November 1923 schlossen sich die Gemeinden Niederneukirch und Oberneukirch Oberlausitzer Seite unter dem Namen „Neukirch am Hohwald“ zusammen.[4] Oberneukirch führte zu dieser Zeit auf Empfehlung des Königlich-Sächsischen Ministeriums des Innern vom Juni 1913 „der Gleichförmigkeit wegen“ das Siegelbild von Oberneukirch Amtsanteil. Eine entsprechende Siegelumschrift diente der Unterscheidung. Auf der Suche nach einem gemeinsamen Siegel konnte für den Anker Niederneukirchs weder eine geschichtliche, geografische noch wirtschaftliche Bedeutung gefunden werden. Das Ministerium des Innern in Dresden empfahl die Beibehaltung des bisherigen Siegelbildes mit dem Lamm auf dem Felsen aus dem Jahr 1801 mit dem Hinweis, dass ein kombiniertes Siegel zu überladen wirke. Im Mai 1926 wurde einstimmig beschlossen, das Siegelbild mit dem Lamm und der Umschrift Gemeinde Neukirch (Lausitz), Amtsh. Bautzen, 1926 zu führen.[9] Die Bezeichnung Neukirch/Lausitz wurde der Gemeinde am 13. August 1924 gestattet. Zuvor führte der Ort Neukirch bei Kamenz diesen Namen.

Auch nach der Vereinigung von Oberneukirch A. A. und Oberneukirch St. S. zu Oberneukirch im Jahr 1925 und der Eingemeindung nach Neukirch/Lausitz im Jahr 1928 führte man das bewährte Siegelbild in einfacherer Form und mit anderer Umschrift weiter.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1992 ist Bönnigheim im Landkreis Ludwigsburg Partnerstadt von Neukirch/Lausitz.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Neukirch hat ein für die Oberlausitz relativ hohes Wirtschaftswachstum. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leistet der Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf, der mit 417 Arbeitsplätzen (Stand 2014) der größte Arbeitgeber im Ort ist.[11]

Neukirch ist zudem bekannt für seine Töpfereien. So haben hier die Karl Louis Lehmann GmbH, Heinke Keramik und die Saxonia-Feinsteinzeug-Manufaktur ihren Sitz.

Auch die Textilindustrie, die in der Oberlausitz vor allem zu DDR-Zeiten beheimatet war, spielte eine Rolle. So gab es Händlerfamilien, etwa Thräne oder Wendler, die auch über Neukirch hinaus Handel trieben.

Ernst Lehmann gründete im Jahr 1893 eine Kofferfabrik mit einem Produktionsstandort an der Hauptstraße. Diese wurde nach dem Zweiten Weltkrieg verstaatlicht und in den VEB Fortschritt Landmaschinen eingegliedert. Die Produktion wurde 1960 auf Zulieferteile für das Mähdrescherwerk Bischofswerda umgestellt. Um einen Mangel an Konsumgütern zu beheben, wurde 1974 die Produktion um Jugendfahrräder erweitert. Nach der Wiedervereinigung wurde der VEB Fortschritt von der Treuhandanstalt aufgeteilt und das Werk als Sachsen Zweirad GmbH an die Firma Biria verkauft. Im Jahr 2005 wurde dieses Werk an einen US-Fond verkauft, der die Produktion 2007 einstellte.[12]

Mit Little John Bikes hat das erste Franchisesystem für den Fahrradeinzelhandel seinen Hauptsitz in Neukirch. Die Firma wurde 1993 als Fahrradzulieferbetrieb gegründet und 1997 zu einem Einzelhandelsunternehmen umfirmiert und startete im März 2010 das Franchisesystem. Mittlerweile gehört das Unternehmen eigenen Angaben zufolge damit zu den zehn größten Fahrradfachmärkten in Deutschland.[13]

Wichtige Firmen in Neukirch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TRUMPF Sachsen GmbH
  • Käppler und Pausch GmbH
  • Magnetech GmbH (Magnesium-Druckgussteile für eine Vielzahl von Industriezweigen)
  • Zwiebackfabrik
  • EAN Elektroanlagenbau Neukirch GmbH

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Neukirch bis Zittau führt eine gut ausgeschilderte Radroute – der Oberlausitzer Umgebindehaus-Radweg. Es gibt eine Rettungswache, ein Rettungswagen ist in der Ortsmitte beim Kaufhaus Hofgericht gegenüber einer ehemaligen Autowerkstatt in der Hauptstraße stationiert. Der Probebetrieb der 2013 neu errichteten Rettungswache soll im Oktober 2013 beginnen.[14]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haltepunkt Neukirch (Lausitz) Ost

Für Bahnreisende stehen in Neukirch zwei Bahnhalte (Neukirch (Lausitz) Ost und Neukirch (Lausitz) West) mit durchgehenden Verbindungen nach Dresden und Tanvald zur Verfügung. Hier verkehren die Regionalverkehrslinien RE 2 und RB 61. Das baufällige Bahnhofsgebäude am Haltepunkt Neukirch (Lausitz) Ost steht leer und ist abgesperrt, der Zugverkehr wird über ein Gleis abgewickelt. Fahrkarten werden über einen Automaten verkauft.

In Neukirch West zweigt die Bahnstrecke Neukirch West–Bischofswerda von der Bahnstrecke Bahnstrecke Bautzen–Bad Schandau ab. Bis 12. Dezember 2004 wurde letztere durchgehend mit Regionalzügen bedient. Seitdem verkehren hier nur noch die oben genannten Regionalzüge zwischen Neukirch West und Wilthen auf dieser Strecke.

Bus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die regionale Buslinien 115, 117, 181 sind Bischofswerda, Bautzen, Oppach und Neustadt in Sachsen (mit Anschluss nach Bad Schandau und Pirna) erreichbar.

Wie die Regionalbahnlinien sind diese Buslinien in den Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) integriert.

Auto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neukirch liegt direkt an der B 98, die an der A 4-Anschlussstelle Burkau beginnt und in Oppach in die nach Zittau führende B 96 einmündet. Im Bereich Neukirch wurde diese 2010 von 7.200 Fahrzeugen täglich befahren. Der Schwerlastanteil betrug 6,1%.[15]

Die S 119 verbindet Neukirch mit Bautzen und die S 106 verbindet den Ort mit der ca. 13 km nördlich vorbeiführenden Autobahn A 4 an der Anschlussstelle Salzenforst.

Flugzeug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Dresden ist 40 Autominuten bzw. ca. 1 Stunde mit dem Zug entfernt.

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neukirch hat eine Grundschule, die Lessingschule, und eine Oberschule. Die frühere Pestalozzi-Grundschule wurde im Sommer 2010 aufgrund des Gemeinderatsbeschlusses vom 10. März 2010 geschlossen. Im Jahr 2016 wurde die Pestalozzischule verkauft und als Wohnobjekt umgebaut.

Daneben gibt es mit dem von der Volkssolidarität betriebenen Naturhaus „Querx Valentin“ und der vom DRK betriebenen Heimatkindertagesstätte „Zur kleinen Feuerwehr“ zwei Kinderbetreuungseinrichtungen. Der Valtenbergwichtel e. V. hat hier seinen Stammsitz und betreibt ein Kinder- und Jugendhaus.

Im Jahr 1926 wird im „Sächsischen Erzähler“ vom Kindererholungsheim Bethlehemstift geschrieben, das sich zur Zeit Pilks in seinen Anfängen befand. Die Einzigartigkeit des Gebäudeensembles wird erwähnt und gelobt.[16] In der Zeit der DDR wurde der Bethlehemstift als Wochenkrippe für Kinder genutzt, deren Eltern im Schichtbetrieb arbeiten mussten. Bis zum Jahr 2005 befand sich in den Gebäuden eine Förderschule für geistig behinderte Menschen.

Das Ortszentrum bildet das ehemalige Rittergut, dort befindet sich unter anderem die Festscheune, das Heimatmuseum sowie die Gemeindebibliothek.

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Fußball spielt die 1. Herrenmannschaft des örtlichen Fußballvereins TSV 90 Neukirch aktuell (Stand 2014/15) in der 1. Kreisklasse Staffel II des Westlausitzer Fußballverbandes.

Der SV Valtenberg spielte in der Saison 2013/14 mit seiner 1. Herrenmannschaft Volleyball in der Sachsenklasse.[17]

Daneben haben vor Ort die Motorsportfreunde „Valtental“ ihren Sitz.

Seit 1992 pflegt der Reit- und Fahrverein am Valtenberg vor Ort den Pferdesport.[18]

Der Alpin Skiclub Valtenberg betreibt am Nordhang des Berges eine 750 m lange Skipiste. Rund um den Valtenberg sind bei Schnee Langlaufloipen angelegt.

Am Rittergut existieren darüber hinaus seit Frühjahr 2014 eine Skaterbahn und seit Herbst 2014 eine Dirt-Bike-Strecke.

Seit 1989 findet in Neukirch jährlich das Töpferfest statt. Anfang Oktober versammeln sich auf Einladung der Töpferfamilie Lehmann um die 85 Aussteller und über 15.000 Besucher (Stand 7. Oktober 2008, Sächsische Zeitung). Höhepunkte sind das Gesellenschlagen und der „Töppellauf“, ein Wettlauf, bei dem Geschicklichkeit und Schnelligkeit der Töpfer auf die Probe gestellt werden.[19]

Zwischen 1953 und 2003 fand rund um die ehemalige Festhalle in der Nähe des Ostbahnhofes ein Volksfest statt. Mit deren Abriss endete diese Tradition. Im Jahr 2015 fand auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes erstmalig wieder ein Volksfest statt.

1924 bekam der Ort sein erstes Kino. Das noch heute existierende, aber mittlerweile leerstehende Kinogebäude an der Bautzner Straße wurde 1960 errichtet.[20]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den in Neukirch ansässigen Vereinen gehören:

  • Jugendverein Valtenbergwichtel e. V.
  • Naturschutzzentrum „Oberlausitzer Bergland“ e. V.
  • Kulturförderverein Neukircher Heimat e. V.
  • Glockenförderverein Neukirch Lausitz e. V.
  • Reit- und Fahrverein am Valtenberg e. V
  • Infokanal 12 Neukirch e. V.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2011 gehörten 1806 Gemeindebürger (35,1%) der evangelischen Kirche an, 156 (3,0%) gehörten der römisch-katholischen Kirche an. 3183 Bürger (61,9%) gehörten einer anderen oder keinen Religionsgemeinschaft an.[21]

Vor Ort besteht eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. Die Kirche geht auf einen Bau aus dem 12. Jahrhundert zurück. Das heutige Kirchenschiff wurde ab 1723 zunächst ohne Turm errichtet. Von 1749 bis 1753 erhielt sie mit der Fertigstellung des Turmes ihre heutige Gestalt.[22]

Das Gemeindegebiet gehört der römisch-katholischen Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Schirgiswalde an. Die nächstgelegene römisch-katholische Kirche ist die Kirche St. Barbara in Wilthen. Diese war bis 2007 eine eigenständige Pfarrgemeinde, die auch Neukirch umfasste und wurde in diesem Jahr mit Schirgiswalde zusammengelegt.[23]

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Neukirch wurden geboren:

Im Ort wirkten:

  • Jurij Pilk (1858–1926), sorbischer Historiker, Komponist, Pädagoge, Heimatforscher und Musiker

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heimatforscher Georg Pilk (sorbisch Jurij Pilk) hat drei Bücher über die Geschichte von Neukirch geschrieben. Die ersten beiden Bände „Neukirch am Hohwald in den Befreiungskriegen“ und „Neukirch im 18. Jahrhunderte“ wurden noch zu seinen Lebzeiten veröffentlicht. Den dritten Band „Kulturbilder und Annalen von Neukirch am Hohwald“ konnte er nur noch als Manuskript fertigstellen. Alle drei Bücher erschienen nach über 80 Jahren als Sammelband im Oberlausitzer Verlag unter dem Namen „Die Geschichte Neukirchs“:

Siegfried Heinrich hat drei Bände „Neukirch (Lausitz) in alten Ansichten“ veröffentlicht. Darin sind alte Fotografien und Postkarten aus der Zeit um 1900 enthalten. Zu jeder Abbildung gibt es interessante Informationen. Viele Fotos stammen von dem Neukircher Fotograf Julius Grunewald (1875–1922), in dessen Villa auch der Heimatforscher Georg Pilk einige Zeit gewohnt hat.

  • Siegfried Heinrich: Neukirch (Lausitz) in alten Ansichten – Band 1, Europäische Bibliothek Zaltbommel/Niederlande, ISBN 90-288-5625-0.
  • Siegfried Heinrich: Neukirch (Lausitz) in alten Ansichten – Band 2, Europäische Bibliothek Zaltbommel/Niederlande, ISBN 90-288-5897-0.
  • Siegfried Heinrich: Neukirch (Lausitz) in alten Ansichten – Band 3, Europäische Bibliothek Zaltbommel/Niederlande, ISBN 90-288-6247-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neukirch/Lausitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Neukirch/Lausitz – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Jan Meschgang: Die Ortsnamen der Oberlausitz. Domowina Verlag, Bautzen 1973; S. 97
  3. web.archive.org (Memento vom 6. August 2009 im Internet Archive): Early Byaduk Settlers, in englischer Sprache, abgerufen am 5. Oktober 2011
  4. a b Heimatmuseum (Hrsg.): Die Entwicklung der Schreibweise des Ortsnamens Neukirch, im September 2002
  5. Neukirch/Lausitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  6. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_s10_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR14&p_ebene=GE&p_ort=14625380
  7. Stadt Bönnigheim:„Nachruf zum Tode von Bürgermeister a.D. Dietmar Belke“ 14. Januar 2008
  8. a b c Daniel Pfletscher: Das Neukircher Ortssignet, mit einer Anmerkung von Marcel Richter, 2003, in: heimatmuseum.neukirch-lausitz.de
  9. a b Walter Hoffmann: Grenzland Oberlausitz Nr. 8
  10. Wappen. In: http://www.neukirch-lausitz.info-4you.de/. RooW, abgerufen am 16. April 2012.
  11. Sächsische Zeitung Lokalteil Bischofswerda: „Trumpf erobert die USA “, 25. Oktober 2014
  12. Heimatmuseum Neukirch: „Kofferfabrik Lehmann / Sachsen-Zweirad-GmbH“
  13. Little John Bikes GmbH (Hrsg.): Das Unternehmen, abgerufen am 30. Oktober 2014
  14. http://www.alles-lausitz.de/startseite/bischofswerda/8530276_Bau_der_Rettungswache_geht_voran.html
  15. B30 Oberschwaben:Verkehrszahlendatenbank, abgerufen 8. November 2014
  16. Gustav Sommerfeldt: Durch Dörfer und Kleinstädte im Bereich der Röder und Wesenitz: mit 4 literarischen Beilagen. Adler, Dresden 1926.
  17. SV Valtenberg: „Herren 1“, abgerufen am 8. November 2014
  18. Reit- und Fahrverein am Valtenberg (Hrsg.:) Über uns, abgerufen am 7. Februar 2015
  19. Töpferfest Töpferei Lehmann Neukirch/Lausitz. In: toepferfest.de. Karl Louis Lehmann GmbH, abgerufen am 16. April 2012.
  20. Alle Kinos.de:Neukirch Filmtheater, abgerufen am 8. November 2014
  21. Zensus 2011:Bevölkerung im regionalen Vergleich nach Religion, abgerufen am 1. November 2014
  22. Kirchengemeinde Neukirch/L.:Kirchengeschichte, abgerufen am 1. November 2014
  23. Katholische Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahr Schirgiswalde:Chronik, abgerufen am 1. November 2014