Donaustauf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Donaustauf
Donaustauf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Donaustauf hervorgehoben
Koordinaten: 49° 2′ N, 12° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Regensburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Donaustauf
Höhe: 358 m ü. NHN
Fläche: 9,72 km²
Einwohner: 3999 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 411 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93093
Vorwahl: 09403
Kfz-Kennzeichen: R
Gemeindeschlüssel: 09 3 75 130
Marktgliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Wörther Straße 5
93093 Donaustauf
Webpräsenz: www.donaustauf.de
Bürgermeister: Jürgen Sommer (SPD)
Lage des Marktes Donaustauf im Landkreis Regensburg
Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Cham Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Eichstätt Landkreis Kelheim Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Schwandorf Straubing Landkreis Straubing-Bogen Regensburg Forstmühler Forst Kreuther Forst Brunn (Oberpfalz) Alteglofsheim Altenthann Aufhausen Bach an der Donau Barbing Beratzhausen Bernhardswald Bernhardswald Brennberg Brunn (Oberpfalz) Deuerling Donaustauf Duggendorf Hagelstadt Hemau Holzheim am Forst Kallmünz Köfering Laaber Lappersdorf Mintraching Mötzing Neutraubling Nittendorf Obertraubling Pentling Pettendorf Pfakofen Pfatter Pielenhofen Riekofen Regenstauf Schierling (Oberpfalz) Sinzing Sünching Tegernheim Thalmassing Wenzenbach Wiesent (Gemeinde) Wörth an der Donau Wolfsegg (Oberpfalz) ZeitlarnKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Donaustauf ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Regensburg in Bayern und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Donaustauf.

Der Ort hatte bereits 1494 die Marktrechte und nimmt mit der Burgruine Donaustauf in der Donaulandschaft eine markante Stellung ein. Wahrzeichen des Marktes sind die Walhalla, die Burgruine sowie der Chinesische Turm.

Blick von der Burgruine Donaustauf zur Kirche St. Michael und zur Donau

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt liegt ca. 10 km östlich von Regensburg am Rande der Ausläufer des Bayerischen Waldes. Der Ort wird von einer Burgruine überragt. Östlich von Donaustauf liegt auf einem Hügel (Bräuberg) die Walhalla.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt sieben Ortsteile:[2]

Der früher bestehende Gemeindeteil Reiflding ist in den Ortsteil Donaustauf eingegliedert worden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fundstücke aus dem Bereich der Burgruine von 1961 gaben Anlass zur Vermutung, dass der Burgberg schon von Kelten besiedelt wurde, was bei Ausgrabungen von 1981/82 bestätigt wurde, bei der Grundmauern einer Befestigungsanlage von ca. 500 v. Chr. gefunden wurden.

Die mittelalterliche Burg (Castellum Stufo) wurde vermutlich zur Zeit der Ungarneinfälle zwischen 914 und 930 im Auftrag Bischofs Tuto auf einem Bergkegel (althochdeutsch stouf) im Forstbezirk um Sulzbach errichtet, nachdem dieser forestum iuxta sulcipah per Schenkung von König Konrad I. an das damalige Domkloster St. Emmeram in Regensburg ging. Nach der Trennung von Kloster und Hochstift durch den Abtbischof Wolfgang ging Donaustauf 1031 an das Hochstift.

Donaustauf, Stich von Matthäus Merian

Bis ins 13. Jahrhundert konnte Donaustauf im Besitz der Regensburger Bischöfe gehalten werden, obwohl es häufig in Machtkämpfe zwischen Bistum, König und Herzögen geriet. Im Jahr 1285 wird Donaustauf erstmals als comitia Thumstauf erwähnt. Im 14. Jahrhundert wechselt Donaustauf als Pfand häufig den Besitzer (u.a. Kaiser Karl IV., Herzog Otto V., Herzog Stephan II.). 1486 ging Donaustauf zusammen mit Regensburg an Herzog Albrecht IV., der 1494 Donaustauf die Marktrechte verlieh.

Während des Dreißigjährigen Kriegs kam es im Januar 1634 zur Belagerung der Burg durch schwedische Truppen, nachdem Ende 1633 die bayerische Besatzung der Burg eine 60 Wagenladungen umfassende Salzlieferung für das von den Schweden besetzte Regensburg abfing. Diese konnten unter Führung von Bernhard von Sachsen-Weimar die Burg im Februar 1634 unter großen Verlusten einnehmen und zerstörten sie daraufhin größtenteils. Die Burg Donaustauf ist seitdem eine Ruine.

1710 kam Donaustauf an das Hochstift Regensburg und 1803 wurde es dem neugebildeten Fürstentum von Dalberg eingegliedert. Mit dem Pariser Vertrag kam es 1810 an Bayern. 1812 trat Bayern die Herrschaft über Donaustauf an die Fürsten von Thurn und Taxis ab, die seit 1899 den erblichen Titel eines Herzogs zu Wörth und Donaustauf führten. Das 1843 erbaute Fürstenschloss fiel 1880 einem Großbrand zum Opfer, der auch ca. 60 % aller Wohngebäude des Marktes zerstörte. König Ludwig I. ließ in den Jahren zwischen 1830 und 1842 die so genannte Ruhmeshalle Walhalla erbauen.

1907/08 erfolgte der Bau der „Lungenheilstätte“, heute Klinik Donaustauf. Donaustauf ist heute Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Donaustauf, zu der auch die Gemeinden Altenthann und Bach an der Donau gehören.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in der gesamten Oberpfalz ist auch in Donaustauf der größte Teil der Bevölkerung römisch-katholisch. Die Katholiken gehören der Pfarrei Donaustauf und somit dem Dekanat Donaustauf, das dem Bistum Regensburg zugeordnet ist, an.

Die evangelischen Christen gehören der Evangelischen Kirchengemeinschaft St. Lukas in Regensburg an.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Rathaus von Donaustauf

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat, oder kurz Marktrat, besteht aus 16 ehrenamtlichen Marktgemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister.

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 brachte folgendes Ergebnis:

  • CSU: 7 Sitze
  • SPD: 7 Sitze
  • Unabhängige Liste/GRÜNE: 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Sommer (SPD) wurde bei den Kommunalwahlen 2008 in einer Stichwahl mit 61,93 % der Stimmen erstmals zum Bürgermeister gewählt. 2014 wurde er mit 60,26 % der Stimmen wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Donaustauf.svg

Blasonierung: Gespalten von Blau und Silber; belegt mit einem goldenen Dreiberg, aus dem ein Weinstock mit vier Trauben und zwei Blättern in verwechselten Farben wächst.

Bayernherzog Albrecht IV. stiftete das Wappen 1494. Die Farben Blau und Silber leiten sich vom Wappen der Wittelsbacher her. Der Wein steht für den Weinanbau um Donaustauf.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde ist reich an Sehenswürdigkeiten, die bei einer Rundwanderung durch den Ort besichtigt werden können.

St. Salvator
St. Michael
Chinesischer Turm
  • Burgruine Donaustauf:
    Zwischen 914 n. Chr. und 930 n. Chr. ließ hier Bischof Tuto von Regensburg eine Burg zur Abwehr der Ungarneinfälle errichten. In den Jahren 1132–1161 wurde sie viermal erobert und teilweise zerstört. Der Markt Donaustauf entwickelte sich im Mittelalter als bürgerliche Siedlung im Schutze der mächtigen Befestigungsanlagen der Burg. Während des Dreißigjährigen Krieges, im Januar 1634, wurde die Festung Donaustauf von den Schweden erobert, gesprengt und verbrannt. Danach notdürftig instand gesetzt, verfiel sie seit dem Ende des 17. Jahrhunderts. Seit 1986 gehört sie dem Markt Donaustauf.
  • Wallfahrtskirche St. Salvator:
    Im 15. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut. Im 18. Jahrhundert wurde sie barockisiert und im Jahre 1843 im Auftrag König Ludwig I. durch Leo von Klenze dem Baustil der Walhalla angepasst. Die Entstehung der Wallfahrt beruht auf einem Hostienraub im Jahre 1388 während einer Belagerung der Burg.
  • Pfarrkirche St. Michael:
    Chorturmkirche mit achteckigem Turm mit Zeltdach, 1724, Turm mittelalterlich, vor 1388; mit Ausstattung; Abschnitte der Friedhofsmauer, wohl 18. Jahrhundert.
  • Wehrkirche St. Martin im Ortsteil Sulzbach:
    Saalbau mit abgewalmtem Satteldach und verschindeltem Dachreiter mit Zwiebelhaube, frühgotisch, barock verändert; Friedhofsmauer aus Granitbruchstein, spätgotisch.
  • Chinesischer Turm:
    1842 erbaute Fürst Maximilian Karl von Thurn und Taxis in seinem Schlossgarten in Donaustauf den heute bekannten Chinesischen Turm. Der Neubau ersetzte damals einen ähnlichen Turm, der bereits unter Maximilian Karls Vater Karl Alexander von Thurn und Taxis entstanden war. Der Turm überstand den Großbrand von 1880 unbeschadet, wurde aber 1902 in den Garten der neuen Sommerresidenz der Thurn und Taxis Schloss Prüfening verbracht. Auf Betreiben des Fördervereins Chinesischer Turm e.V. kehrte der Turm 1999 an seinen ursprünglichen Standort zurück und wurde anschließend restauriert.[4]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donaustauf hat mit über 40 Vereinen ein reiches Vereinsangebot. Der Markt verfügt über einige Sportstätten vom Bolzplatz bis zur Mehrzweckhalle. Der größte und bekannteste Verein im Markt ist der SV Donaustauf.

Die Freiwillige Feuerwehr Donaustauf sowie die Freiwillige Feuerwehr Sulzbach sorgen für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe im Gemeindegebiet und darüber hinaus.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet gibt es viele Möglichkeiten für Wanderungen, Spaziergänge sowie Naturbeobachtungen an den Altwässern der Donau. Im Donaustaufer Forst, den Parks der Burgruine, des Fürstengartens und des Bräubergs an der Walhalla gibt es ebenfalls zahlreiche Wander- und Spazierwege.

Im Bürgerhaus und im Chinesischen Turm finden häufig Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Zudem können Kurse der Volkshochschule Regensburger Land belegt werden.

Beliebte Treffpunkte sind der überregional bekannte Flohmarkt (monatlich) sowie der Ostermarkt und der Weihnachtsmarkt in Donaustauf.

Panoramablick auf das Donauufer bei Donaustauf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Maxstraße: Hauptgeschäftsstraße

Donaustauf ist eine Wohngemeinde im östlichen Einzugsbereich von Regensburg mit zahlreichen Dienstleistungs-, Handels- und Handwerksbetrieben. Die Gemeinde verfügt über eine gute Verkehrsanbindung und mit der Anschlussstelle Neutraubling über einen unmittelbaren Anschluss an die Bundesautobahn 3.

Im Markt befinden sich zahlreiche Ärzte, eine Apotheke sowie ein Fachkrankenhaus und physiotherapeutische Einrichtungen, zudem eine ambulante Krankenpflege. Die Nahversorgungsmöglichkeiten sind gut, weitere infrastrukturelle Einrichtungen vorhanden.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den bedeutenden Touristenmagneten Walhalla ist die Marktgemeinde Donaustauf durch den Heimat- und Tourismusverein Donaustauf e.V und dessen Touristinfo gut eingestellt. Diese Info ist zentrale Anlaufstelle für Donaustauf und Tegernheim als Reisebüro.

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Donaustauf gedeiht der Baierwein, der bereits im 8. Jahrhundert in einer Urkunde erwähnt wurde; es gibt mehrere Weinlokale. Donaustauf liegt im zweitkleinsten Weinanbaugebiet Deutschlands an der Weinroute, die mit 20 Kilometern Länge die kürzeste deutsche Weinstraße ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Walhallabahn

In den Jahren 1888/89 wurde die Walhallabahn zwischen Stadtamhof und Donaustauf gebaut. 1903 wurde die Weiterführung nach Wörth an der Donau in Betrieb genommen. 1960 wurde der Personenverkehr eingestellt, am 31. Dezember 1968 verließ der letzte Güterzug den Bahnhof.

Schiffsanlegestelle

Schiffsverkehr bei Donaustauf

An der Donau, unterhalb der Walhalla, befindet sich eine Schiffsanlegestelle der Regensburger Personen-Schifffahrt. Von dort fahren regelmäßig Schiffe zur 10 Kilometer entfernten Stadt Regensburg.

Rad- und Wanderwege

Donaustauf liegt neben zahlreichen Radwanderwegen an der Fahrrad-Rundtour „Walhalla, Wein und Wellen“, die teilweise auf dem Donau-Radweg verläuft. Die Tour führt von Regensburg nach Donaustauf, Bach an der Donau, Wörth an der Donau (Schloss Wörth an der Donau) und zurück nach Regensburg.

Im südlichen Bereich entlang der Donau durchquert der Donauradwanderweg "Tour de Baroque" das Gemeindegebiet.

Verkehrsinfrastruktur

Donaustauf liegt an der Staatsstraße 2145 und 2125 und hat mit der Autobahnanschlussstelle Neutraubling, die 6 Kilometer entfernt liegt, den Anschluss an die Bundesautobahn 3.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde erscheint die Donau-Post, eine Lokalausgabe des Straubinger Tagblatts und die Mittelbayerische Zeitung sowie das Regensburger Wochenblatt, eine Ausgabe der Wochenblatt Verlagsgruppe. Im Gemeindegebiet können neben den überregionalen Programmen auch die Radiosender Radio Charivari, Radio Gong FM und der regionale Fernsehsender TVA empfangen werden.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgerhaus
  • Mehrzweckhalle
  • Wertstoffhof
  • Jugendtreff
  • Kindergarten
  • Kindertagesstätte
  • Kinderkrippe
  • Gemeindebücherei

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Eder, DFB-Physiotherapeut [5]

Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Hage: Donaustauf – Moderne Marktgemeinde mit großer Vergangenheit, Donaustauf 1994.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek: Gemeindeteile
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 658.
  4. Chinesischer Turm Donaustauf Informationen des Fördervereins Chinesischer Turm e.V., Donaustauf (PDF)
  5. Klaus Eder: Ehrenbürger von Donaustauf abgerufen am 21. November 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Donaustauf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien