Laaber

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Laaber
Laaber
Deutschlandkarte, Position des Marktes Laaber hervorgehoben

Koordinaten: 49° 4′ N, 11° 53′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Regensburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Laaber
Höhe: 402 m ü. NHN
Fläche: 29,66 km2
Einwohner: 5286 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner je km2
Postleitzahl: 93164
Vorwahl: 09498
Kfz-Kennzeichen: R
Gemeindeschlüssel: 09 3 75 162
Marktgliederung: 33 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Jakobstr. 9
93164 Laaber
Website: www.markt-laaber.de
Bürgermeister: Hans Schmid (CSU)
Lage des Marktes Laaber im Landkreis Regensburg
Landkreis Amberg-SulzbachLandkreis ChamLandkreis Dingolfing-LandauLandkreis EichstättLandkreis KelheimLandkreis LandshutLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis SchwandorfStraubingLandkreis Straubing-BogenRegensburgForstmühler ForstKreuther ForstBrunn (Oberpfalz)AlteglofsheimAltenthannAufhausenBach an der DonauBarbingBeratzhausenBernhardswaldBernhardswaldBrennbergBrunn (Oberpfalz)DeuerlingDonaustaufDuggendorfHagelstadtHemauHolzheim am ForstKallmünzKöferingLaaberLappersdorfMintrachingMötzingNeutraublingNittendorfObertraublingPentlingPettendorfPfakofenPfatterPielenhofenRiekofenRegenstaufSchierling (Oberpfalz)SinzingSünchingTegernheimThalmassingWenzenbachWiesent (Gemeinde)Wörth an der DonauWolfsegg (Oberpfalz)ZeitlarnKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Laaber ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Regensburg in Bayern und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Laaber.

Der Ort hat bereits seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert die Marktrechte und ist heute Standort von zahlreichen Gewerbebetrieben. Die Burgruine ist eine bekannte Landmarke im Labertal.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Marktplatz zur Burgruine Laaber

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt liegt westlich von Regensburg im Ostausläufer des Fränkischen Jura an der Schwarzen Laber.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 33 Ortsteile:[2] (in Klammern Einwohner, Stand 31. Dezember 2010)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markt Laber im 17. Jahrhundert
Pfarrkirche St. Jakobus

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Marktes Laaber wurde Jahrhunderte hindurch durch die Geschicke und Persönlichkeiten des gleichnamigen Adelsgeschlechts bestimmt. Heute sind die alten Überreste der Burg Laaber und einiger Urkunden noch Zeugen dieses berühmten Adelsgeschlechts.
siehe auch Burgstall Martinsberg, Burgstall Durchelenburg, Burgstall Eselsburg

In Verbindung mit der Gründung des Klosters Reichenbach werden die Herren von Laaber im Jahre 1118 erstmals in einer Urkunde genannt. Zuvor nannten sie sich nach Brunn und stammen sehr wahrscheinlich in direkter Linie vom Regensburger Burggrafen Babo ab. Somit sind sie mit den Riedenburgern verwandt. Mit den benachbarten Abensbergern sind sie seit Mitte des 12. Jahrhunderts mehrfach verschwägert.

Ihre Beteiligung am öffentlichen Leben in Reich und Land im 11., 12. und 13. Jahrhundert war bedeutend und ist in Urkunden und Archiven seit dem Jahre 1181 ununterbrochen belegt. In der Zeit von 1334 bis 1337 war beispielsweise ein Hadmar von Laaber der Bürgermeister von Regensburg, im Jahr 1366 amtierte Ulrich von Laaber als Bürgermeister von Nürnberg. Hadmar IV., dessen Grabstein in der Pfarrkirche zu Laaber niedergelegt wurde, befand sich im Jahr 1374 in Berlin bei Kaiser Karl IV. und war einige Jahre später ebenfalls Bürgermeister von Regensburg.

Auch auf dem Gebiet der Dichtkunst und des Minnegesangs hat sich das ritterliche Geschlecht derer von Laaber hervorgetan. Das wohl bekannteste Werk ist „Die Jagd“ von Minnesänger Hadmar III. Noch zu Anfang des 15. Jahrhunderts galt das Geschlecht derer von Laaber als sehr reich. Sie hatten in der ganzen Gegend von Nürnberg bis Regensburg Besitztümer. Doch mit dem Hinscheiden von Hadmar IV. im Jahre 1420, zu dessen Lebzeiten Laaber das Marktrecht verliehen worden war, begann der Umschwung, die Güterteilung, Verkauf und damit die Zertrümmerung des Besitztums.

Torturm in Laaber

Bis zum Jahr 1465 verblieb es noch in den Händen der Nachkommen, doch als dann zehn Jahre später der letzte aus dem Geschlecht derer von Laaber, Hadmar VII., starb, wurden die Rechte über Burg und Ort, die Herrschaft unter Herzöge und Amtsverwalter geteilt. Laaber kam dann in den Besitz des Herzogs von Bayern-Landshut, der hier ein Gericht und Pflegeamt errichten ließ. Als von 1503 bis 1505 aus dem Landanteil Georgs des Reichen von Bayern-Landshut ein eigenes Herzogtum Pfalz-Neuburg gebildet wurde, kam auch Laaber hinzu. In die 1530er Jahre fällt die Einführung des Luthertums durch Ottheinrich in Neuburg – also auch in Laaber. Bis 1618 waren die Pfarrer zu Laaber und Umgebung lutherisch. Laaber blieb auch in den folgenden Jahrhunderten ein Pflegeamt des Herzogtums Pfalz-Neuburg und teilte die Schicksale dieses Gebiets. 1778 wurde es zusammen mit den pfälzischen Landen nach Bayern zurückgeführt. Seine Marktrechte hat Laaber seit dem Jahre 1393 nach Erteilung eines Freibriefes. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Die Herren von Prunn, Laber, Breitenegg und ihre Herrschaft von 1080 bis 1475[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stammbaum der Herren von Laaber ist von Hund und Aventinus erstellt worden. Franz Xaver Scheuerer hat die Arbeit im Herbst 1980 als Neubearbeitung vorgelegt. Es tauchen auch beide Schreibweisen auf, Herren von Laaber und Laber. Sie waren streng katholisch.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Orte der heutigen Gemeinde gehörten vor der Gemeindegebietsreform zum Landkreis Parsberg. Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Endorf eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kamen Bergstetten und Großetzenberg hinzu.[3] Ein kleiner Teil der aufgelösten Gemeinde Haag mit weniger als zehn Einwohnern kam am 1. Mai 1978 hinzu.[4] Der Landkreis Parsberg wurde 1972 aufgelöst, Laaber kam zum Landkreis Regensburg. Zum 1. Januar 2014 wurde ein Teil des aufgelösten gemeindefreien Gebietes Pielenhofer Wald rechts der Naab eingemeindet.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 4.595 auf 5.222 um 627 Einwohner bzw. um 13,7 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgruine Laaber
Burgruine Laaber Tor

Burgen und Schlösser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kath. Pfarrkirche St. Jakobus
  • Katholische Nebenkirche Mariä Heimsuchung in Anger
  • Kath. Filialkirche St. Laurentius in Bergstetten
  • Kath. Filialkirche Mariä Geburt in Endorf
  • Kath. Filialkirche St. Johannes der Täufer in Großetzenberg
  • Kath. Nebenkirche St. Joseph in Weißenkirchen
  • Kirche Waldetzenberg

Alle Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderatswahl 2020[6]
(in %)
 %
40
30
20
10
0
35,87
25,63
16,06
11,53
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Freie Wähler einschließlich FWG Laaber

Der Gemeinderat hat 20 Mitglieder und setzt sich seit der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wie folgt zusammen:

Partei Sitze
CSU 7
FW/FWGL 5
SPD 3
Grüne 2
CWLU 2
FDP 1

Von den 4.279 stimmberechtigten Einwohnern im Markt Laaber, haben 3.040 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 71,04 Prozent lag.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Schmid (CSU) wurde bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 mit 53,80 % der Stimmen wiedergewählt.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des Marktes Laaber
Blasonierung: „In Schwarz ein gekrönter und rot gezungter goldener Löwenkopf, über dem nebeneinander drei stehende Rauten schweben, die mittlere blau, die seitlichen silber.“[8]

Wirtschaft- und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laaber hat eine Anschlussstelle an der A 3 NürnbergRegensburg und einen Bahnhof an der Bahnstrecke Regensburg–Nürnberg.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Laaber
  • Mittelschule Laaber

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz X. Bogner: Im Tal der Schwarzen Laber. Pustet, Regensburg 1999, ISBN 3-7917-1673-5.
  • Franz X. Bogner: Die Schwarze Laber aus der Luft. Stiftung Schwarze Laber, Parsberg 2014, ISBN 978-3-00-047433-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt Laaber in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 28. November 2017.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 546.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 658.
  5. www.regierung.oberpfalz.bayern.de
  6. https://wahlen.landkreis-regensburg.de/kommunal2020/20200315/09375162/html5/Gemeinderatswahl_Bayern_66_Gemeinde_Markt_Laaber.html
  7. https://wahlen.landkreis-regensburg.de/kommunal2020/20200315/09375162/html5/Buergermeisterwahl_Bayern_67_Gemeinde_Markt_Laaber.html
  8. Eintrag zum Wappen von Laaber in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 6. August 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Laaber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien