Walhalla

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Walhalla (Begriffsklärung) aufgeführt.
Blick auf die Gedenkstätte
Außenansicht von Süden (Donautal)
Außenansicht von Nordwesten
Innenansicht (zum Eingang hin)

In der Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf im bayerischen Landkreis Regensburg werden – ursprünglich auf Veranlassung des bayerischen Königs Ludwig I. – seit 1842 bedeutende Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ mit Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt. Benannt ist sie nach Walhall, der Halle der Gefallenen in der nordischen Mythologie.

Zur Eröffnung im Jahre 1842 wurden 160 Personen mit 96 Büsten und, in den Fällen fehlender authentischer Abbildungen oder bei Handlungen wie dem Rütlischwur, 64 Gedenktafeln geehrt. Gegenwärtig umfasst die Sammlung 130 Büsten und 65 Gedenktafeln, die an Personen, Taten und Gruppen erinnern. Zwölf der Geehrten sind Frauen. Jedermann kann eine zu ehrende Persönlichkeit aus der germanischen Sprachfamilie frühestens 20 Jahre nach deren Tod vorschlagen und trägt dann gegebenenfalls die Kosten für die Anfertigung und Aufstellung der Büste. Über die Neuaufnahmen entscheidet der Bayerische Ministerrat.[1]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politischer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zur Errichtung der Walhalla ist vor dem Hintergrund der politischen Situation zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu sehen. Nach Niederlagen gegen Napoleon zerbrach das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Viele deutsche Fürsten arbeiteten, notgedrungen oder auf eigenen Vorteil bedacht, im Rheinbund mit den Franzosen zusammen. Das Kurfürstentum Bayern war seit 1805 mit Frankreich verbündet, wurde von Napoleon zum Königreich erhoben, und im Vierten Koalitionskrieg 1806/1807 marschierte Kronprinz Ludwig I. an der Seite der Franzosen gegen Preußen kämpfend in Berlin ein.

Die politische Zersplitterung und Schwächung Deutschlands, die französische Besetzung und die Teilnahme vieler Deutscher an Napoleons verheerendem Russlandfeldzug 1812 wurden als tiefe Erniedrigung aufgefasst (siehe Johann Philipp Palm). Man begann zunehmend, eine gemeinsame nationale Identität in der Vergangenheit zu suchen, die sich an der gemeinsamen Muttersprache orientierte, und ging bis zurück zur Germanenzeit. Die Jahrzehnte später erfolgte Errichtung nationaler Denkmäler, wie etwa des Hermannsdenkmals im Teutoburger Wald, die zwar meist klassizistischen Stiles waren, jedoch germanische Themen aufgriffen, ist ein Resultat dieser Identitätssuche.

Angesichts von „Teutschlands tiefster Schmach“ im Jahr 1806, als das Heilige Römische Reich aufgelöst wurde, ein Großteil Deutschlands als Rheinbund unter dem direkten Einfluss Napoleons stand und die linke Rheinseite zu Frankreich gehörte, ließ der damalige Kronprinz Ludwig bereits 1807 eine Serie von Büsten „rühmlich ausgezeichneter Teutscher“ erschaffen. „Kein Stand nicht, auch das weibliche Geschlecht nicht, ist ausgeschlossen. Gleichheit besteht in der Walhalla; hebt doch der Tod jeden irdischen Unterschied auf.“ Nur „teutscher Zunge zu seyn, wird erfordert, um Walhallas Genosse werden zu können“, so Ludwig, denn die Sprache „ist das große Band, das verbindet, wäre jedes andere gleich zernichtet; in der Sprache währt geistiger Zusammenhang“. Zu den Teutschen zählte Ludwig auch historische Germanen wie z. B. Goten und Wandalen.

Baugeschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig hatte, wie in der ersten der drei Bodeninschriften vermerkt, schon im Januar 1807 den Beschluss gefasst, so bald wie möglich für fünfzig große Deutsche einen Ehrentempel zu errichten. Zusammen mit dem Schweizer Geschichtsschreiber Johannes von Müller, der auch den Namen Walhalla vorschlug, wählte er Persönlichkeiten aus, von Kaisern längst vergangener Zeiten über jüngst Verstorbene, wie Friedrich Schiller, bis zu Zeitgenossen wie Goethe und Joseph Haydn, und gab auf eigene Kosten deren Büsten in Auftrag, bei Bildhauern wie u. a. Johann Gottfried Schadow, dessen Sohn Rudolf Schadow, Joseph Maria Christen oder Christian Friedrich Tieck.

Während die ersten Büsten noch 1807 vollendet wurden, verzögerte sich die Planung und Fertigstellung eines angemessenen Gebäudes um Jahrzehnte. Erst nach der Niederlage Napoleons konnte 1814 ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben werden. Die Ausschreibung trug die Überschrift: „Ein Gebäude, dem Andenken großer Deutschen bestimmt.“[2] Ludwig dachte als Standort für den klassizistischen Prachtbau zunächst an den Englischen Garten in München, erst später verlegte er sich auf die Ausführung auf einem Berg und außerhalb der Residenzstadt.

Der Entwurf im Stile des Parthenons geht auf Zeichnungen des Architekten und frühen Archäologen Carl Haller von Hallerstein zurück, der mit einem Stipendium des bayerischen Königlichen Hofes 1810 Griechenland bereiste und Baustudien am Original durchführte.[3] Eine enge Korrespondenz mit Kronprinz Ludwig ist seit 1811 bezeugt. Sein Entwurf bestand aus 26 Zeichnungen, die heute in der Bayerischen Staatsbibliothek in München liegen, die er im November 1815 einreichte.[4] Nach seinem frühen Tode im Jahre 1817 erwarb der Architekt Leo von Klenze im Jahre 1819 ein umfangreiches Konvolut von 175 Blättern Hallers mit Studien zur Walhalla und zur ebenfalls von Klenze gebauten Glyptothek. Für die Walhalla übernahm er einige wesentliche Ideen Hallers.

Bei Ludwigs Regierungsantritt 1825 waren bereits 60 Büsten vollendet, aber noch kein Bauplatz gefunden. Zusammen mit Klenze wurde der Bräuberg oberhalb des Donautals bei Donaustauf ausgewählt.

Bau und Eröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einweihung der Walhalla 1842, Lithografie von Gustav Kraus
Eröffnungsfeier 1842, Darstellung aus der Illustrated London News

Die Grundsteinlegung für den „Ruhmestempel“ erfolgte am 18. Oktober 1830, dem 17. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig.[5] Klenze errichtete die Anlage in den Jahren 1831 bis 1842. Die Walhalla war mit Baukosten von vier Millionen Gulden Ludwigs teuerstes Projekt.[6]

Am 18. Oktober 1842, dem 29. Jahrestag der Völkerschlacht, eröffnete Ludwig I. den Bau[7] mit Worten, die auf einem Stein vor der Walhalla zu lesen sind:

„Möchte Walhalla förderlich sein der Erstarkung und der Vermehrung deutschen Sinnes! Möchten alle Deutschen, welchen Stammes sie auch seien, immer fühlen, dass sie ein gemeinsames Vaterland haben, ein Vaterland auf das sie stolz sein können, und jeder trage bei, soviel er vermag, zu dessen Verherrlichung.“

Weitere Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig veröffentlichte selbst eine Beschreibung von Walhallas Genossen. Heinrich Heine verspottete diese als „Walhall-Wisch“ und kritisierte das Fehlen von Luther, der bei der Einweihung noch nicht aufgenommen war. Erst 1847 wurde auch die schon 1831 fertiggestellte Büste des Reformators eingestellt, der mit seiner Bibelübersetzung die deutsche Schriftsprache geprägt hatte.

Auch bedingt durch seine Affäre mit Lola Montez dankte Ludwig im Revolutionsjahr 1848 zugunsten seines Sohnes Maximilian II. ab. Wie auch die Eröffnungsfeier eher sparsam gehalten war, so erfolgten die weiteren Neuaufnahmen in Anwesenheit von Ludwig in einer schlichten Weise, zuletzt 1866 auch die Aufnahme von Ludwig van Beethoven. In diesem Jahr, inzwischen war sein Enkel Ludwig II. auf dem Thron, musste der 80-jährige Ludwig noch miterleben, wie der Deutsche Bruderkrieg dem Deutschen Bund nach einem halben Jahrhundert ein Ende bereitete.

Statue von König Ludwig I. (1890, Nr. 68)

Ludwig starb 1868, also zwischen der Gründung des Norddeutschen Bundes und seiner Erweiterung zum Deutschen Reich. Schon 1862 hatte er testamentarisch die Walhalla „Deutschland, seinem großen Vaterlande“ vermacht und hinzugefügt, dass bei Auflösung des Deutschen Bundes Bayern den Besitz übernehme, mit der Einschränkung: „Würde später wieder ein Bund Deutschland vereinigen, würde Walhalla aufs neue Eigentum Deutschlands.“ Dies wurde jedoch nicht umgesetzt: Walhalla blieb Eigentum des Königreiches und späteren Freistaates Bayern.

Die erste Neuaufnahme von Skulpturen nach dem Tod des Gründers erfolgte erst 22 Jahre später und galt Ludwig I. selbst. „Das dankbare Volk“ ehrte „Ludwig, Koenig von Bayern“ 1890 mit einem großen Standbild.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Walhalla ist das älteste Beispiel einer Gruppe monumentaler Gedenkbauwerke Deutschlands, zusammen mit dem Niederwalddenkmal bei Rüdesheim am Rhein, dem Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig, dem Kyffhäuserdenkmal, dem Deutschen Eck in Koblenz, dem Hermannsdenkmal bei Detmold und der Berliner Siegessäule.

Der Architekt Leo von Klenze errichtete den als „Ruhmestempel“ gedachten Bau aus Kelheimer Kalkstein im Auftrag König Ludwigs von 1830 bis 1842 hoch über der Donau bei Regensburg. Die Gesamtanlage mit Unterbau ist 125 Meter lang und 55 Meter hoch.

Die Walhalla erhielt die Gestalt eines marmornen griechischen Tempels im Stil eines dorischen Peripteros nach dem Vorbild des Parthenon in Athen. Das Dach wird von einer für die damalige Zeit modernen Eisenkonstruktion getragen. Die Länge des klassizistischen Tempelbaus beträgt 66,7 Meter, die Breite 31,6 Meter, die Höhe 20 Meter. Innen ist die Walhalla 48,5 Meter lang, 14 Meter breit und 15,5 Meter hoch.

Das vollplastische Giebelfeld der Nordseite zeigt links die Germanen unter Arminius in der Schlacht im Teutoburger Wald gegen die von Westen (rechts) anstürmenden Römer. Das südliche Giebelfeld stellt Teutschlands Befreyung im Jahr 1814 dar: In der Mitte Germania, von links und rechts nähern sich huldigend die deutschen Teilstaaten und Bundesfestungen, im Zwickel sind die Grenzflüsse Rhein und Mosel symbolisiert.[8]

Der umlaufende Innenfries von Martin von Wagner stellt die Frühgeschichte der Germanen, ihren Aufbruch vom Kaukasus und ihre Einwanderung in Mitteleuropa dar. Die letzte Etappe bildet die Bekehrung zum christlichen Glauben durch den Heiligen Bonifatius.

Büsten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fünfte Büstengruppe (Nr. 90 bis 110) mit einer Göttin, die den „durch ungünstige Entwicklungen beim Feinde zufallenden Sieg“ verkörpert
Marmorbüsten Nr. 125–128, unten: Sophie Scholl

Bei der Eröffnung 1842 wurden 96 der seit 1807 angefertigten Büsten in der Reihenfolge des Todesdatums, also des Eingangs ins mythologische Walhall, aufgestellt, im Uhrzeigersinn ausgehend von der Eingangstür, in zwei Reihen übereinander:

  • Die ersten 70 Büsten, beginnend an der Pforte mit König Heinrich I. und mit Erzherzogin Maria Theresia auch wieder an der Pforte endend, wurden auf einzelnen Tragsteinen über Kopfhöhe an der Wand angebracht.
  • Die weiteren 26 Büsten jüngerer Geehrter wurden weniger prominent in einer unteren Reihe nebeneinander auf Podesten aufgestellt, beginnend an der Pforte mit Lessing und endend zunächst mit Goethe, dem 1832 verstorbenen jüngsten der Originalmitglieder.

Da die Halle in drei Abteile unterteilt ist, ergeben sich so an den Seitenwänden sechs Büstengruppen, die um jeweils eine Siegesgöttin herum aufgestellt wurden. Jede der von Christian Daniel Rauch geschaffenen Göttinnen verkörpert eine andere Entstehungsart eines Sieges.

Eine Ausnahme in der Reihenfolge und Ausführung bildet das große Standbild von König Ludwig, das 1890 freistehend an der Stirnseite der Halle vor dem Opisthodom errichtet wurde.

Fünf Jahre nach der Eröffnung, im Herbst 1847, wurde mit Luther der erste Neuzugang hinzugefügt, obwohl dessen Büste schon 1831 vollendet war. Daher steht Luther neben Goethe, und beide werden von Luthers Zeitgenossen Kopernikus überragt. Seit 1847 wurden insgesamt 33 Büsten hinzugefügt, im Schnitt ungefähr alle fünf Jahre eine. In jüngerer Zeit werden vermehrt Frauen gewürdigt: Seit 1998 kamen drei Frauenbüsten und vier Männerbüsten hinzu. Insgesamt sind sechs Büsten Frauen gewidmet.

2003 wurde die Büste der Sophie Scholl an den prominenten letzten Platz neben der Tür gestellt. Neben ihr soll keine weitere Büste aufgestellt werden. Eine Gedenktafel auf dem Sockel ihrer Büste ehrt den Widerstand gegen den Nationalsozialismus: Im Gedenken an alle, die gegen Unrecht, Gewalt und Terror des „Dritten Reichs“ mutig Widerstand leisteten.

Am 12. September 2007 wurde die Büste des Mathematikers Carl Friedrich Gauß in die Walhalla aufgenommen und am 25. Juni 2009 die Büste der heiliggesprochenen Edith Stein.[9] Zuletzt kam am 28. Juli 2010 eine Büste für den Schriftsteller und Walhalla-Kritiker Heinrich Heine hinzu.[10] Nach dem Aufstellungsplan sind noch vier weitere Plätze frei.

Die Büsten selbst sind von unterschiedlicher Qualität. Es finden sich darunter Höchstleistungen künstlerischer Ausdruckskraft, aber auch umstrittene Büsten wie die des Dichters Adalbert Stifter[11][12] und auch völlig missglückte Versuche, das Wesen des Dargestellten bildhaft umzusetzen, so z. B. die Büste des Komponisten Franz Schubert.

Bei einigen Personen, wie Zarin Katharina, wird darauf hingewiesen, dass nicht der Ort des Wirkens ausschlaggebend sei, sondern deutsche Abstammung.

Liste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nummern entsprechen denen im Begleitheft Walhalla – amtlicher Führer von 2008, der die Exponate beider Reihen im Uhrzeigersinn von 1 bis 128 durchnummeriert. Seither kamen die Nummern 129 und 130 dazu. Die Nummer dient in der Walhalla zum Auffinden des Standplatzes der Büste bzw. des Eintrags im Heft und zum Abruf im Sprachausgabegerät.

Obere Reihe
Nr. Artikel – Inschrift – Beschreibung (Bildhauer, Jahr)
001 Heinrich I.Heinrich der Finkler, König der Teutschen (Schadow, 1809)
002 Otto I.Otto der Große, Teutscher Kaiser (Schadow, 1809)
003 Konrad II.Konrad der Salier, Teutscher Kaiser (Schadow, 1809)
006 Friedrich I. Barbarossa – Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (L. Schwanthaler, 1838)
007 Heinrich der Löwe – Herzog von Sachsen und Bayern (Schadow, 1811)
008 Friedrich II. – Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (Tieck, 1814)
009 Rudolf I. von Habsburg – deutscher König (Tieck, 1832)
015 Erwin von Steinbach – Baumeister (Ohmacht, 1811)
016 Johannes Gutenberg – Erfinder des Buchdruckes mit beweglichen Lettern (Matthiä, 1835)
017 Jan van Eyck – flämischer Maler (Tieck, 1834)
018 Friedrich I. der Siegreiche – Kurfürst von der Pfalz (Lossow, 1842)
024 Regiomontanus (Johannes Müller) – Astronom und Mathematiker (Lossow, 1842)
025 Niklaus von Flüe – Schweizer Einsiedler, Asket und Mystiker (Tieck, 1812)
026 Eberhard I. – Herzog von Württemberg (Wagner, 1830)
027 Hans Memling – Maler (Woltreck, 1841)
028 Johann von Dalberg – Bischof von Worms, Kanzler der Universität Heidelberg (Modell: Halbig, Ausführung Lossow)
029 Hans von Hallwyl – Schweizer Offizier (Joseph Maria Christen, 1812)
035 Berthold von Henneberg – Fürstbischof von Mainz und Kurfürst (E. Mayer, 1824)
036 Maximilian I. – Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (P. Kaufmann, 1811)
037 Johannes von Reuchlin – Philosoph und Humanist (Heinrich Max Imhof, 1835)
038 Franz von Sickingen – Anführer der rheinischen und schwäbischen Ritterschaft (Ernst von Bandel, 1827)
039 Ulrich von Hutten – Reichsritter und Humanist (Joseph Kirchmayer, 1811)
040 Albrecht Dürer – Maler (Rauch, 1837)
041 Georg von Frundsberg – Landsknechtsführer (Widnmann, 1841)
047 Peter Vischer der Ältere – Erzgießer (F. Müller, 1839)
048 Johannes Aventinus (Johann Turmair) – Chronist (Horchler, 1841)
049 Walther von Plettenberg – Deutschordensmeister (L. Schwanthaler, 1832)
050 Erasmus von Rotterdam – Gelehrter und Humanist (Tieck, 1813)
051 Paracelsus (Theophrastus von Hohenheim) – Arzt (E. Wolff, 1827)
052 Nikolaus Kopernikus – Astronom (Schadow, 1807)
058 Hans Holbein der Jüngere – Maler (Lossow, 1840)
059 Karl V. – König von Spanien, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (F. X. Schwanthaler, 1842)
060 Christoph – Herzog von Württemberg (Bissen, 1831)
061 Aegidius Tschudi – Schweizer Historiker (Tieck, 1815)
067 Wilhelm I. von OranienNiederländischen Freistaates Stifter (Tieck, 1815)
069 August I.Churfürst von Sachsen (Rietschel, 1840)
070 Julius Echter von Mespelbrunn – Fürstbischof von Würzburg (Scholl, 1840)
071 Moritz von Oranien – Generalkapitän der Streitkräfte der Vereinigten Niederlande (Tieck, 1815)
072 Johannes Kepler – Mathematiker und Astronom (Schöpf, 1842)
073 Albrecht von Wallenstein – Herzog und General im Dreißigjährigen Krieg (Tieck, 1812)
079 Bernhard von Sachsen-Weimar – Heerführer im Dreißigjährigen Krieg (Tieck, 1812)
080 Peter Paul Rubens – flämischer Maler (Lamine, 1809)
081 Anton van Dyck – flämischer Maler (Rauch, 1812)
082 Hugo de Groot (Grotius) – niederländischer Rechtsgelehrter (Tieck, 1814)
088 Maximilian von und zu Trauttmansdorff – österreichischer Politiker (Schaller, 1824)
089 Maximilian I. – Kurfürst von Bayern (Imhof, 1832)
090 Amalie Elisabeth von Hanau-Münzenberg – Landgräfin von Hessen-Kassel (Tieck, 1817)
091 Maarten Tromp – niederländischer Admiral (Kessels, 1825)
092 Paris von Lodron – Fürstbischof von Salzburg (Eberhard, 1814)
093 Frans Snyders – flämischer Maler (Rauch, 1814)
099 Karl X. Gustav – König von Schweden (Tieck, 1816)
100 Johann Philipp von Schönborn – Fürstbischof von Mainz und Kurfürst (Tieck, 1818)
101 Ernst der Fromme – Herzog von Sachsen-Gotha (Tieck, 1815)
102 Michiel de Ruyter – niederländischer Admiral (Tieck, 1817)
103 Otto von Guericke – Naturwissenschaftler und Ingenieur (Rathgeber, 1811)
104 Friedrich Wilhelm von Brandenburg (der Große Kurfürst) – Kurfürst von Brandenburg (Wichmann, 1828)
105 Karl V. – Herzog von Lothringen (Tieck, 1817)
111 Wilhelm III. von Oranien – König von England (Haller, 1816)
112 Ludwig Wilhelm von Baden (Türkenlouis) – kaiserlicher Feldherr (Widnmann, 1842)
113 Gottfried Wilhelm Leibniz – Universalgelehrter (Schadow, 1808)
114 Herman Boerhaave – niederländischer Mediziner (Leeb, 1823)
115 Moritz Graf von Sachsen – Feldherr und Kriegstheoretiker (Tieck, 1813)
116 Georg Friedrich Händel – Komponist (R. Schadow, 1815)
121 Nikolaus Ludwig von Zinzendorf – Theologe und Liederdichter (Tieck, 1818)
122 Burkhard Christoph von Münnich – Ingenieur und Generalfeldmarschall in russischen Diensten (Lossow, 1841)
123 Johann Joachim Winckelmann – Archäologe und Kunstwissenschaftler (R. Schadow, 1814)
124 Wilhelm, Graf zu Schaumburg-Lippe – Heerführer im Siebenjährigen Krieg (Schadow, 1809)
125 Albrecht von Haller – Schweizer Naturforscher und Dichter (Schadow, 1809)
126 Anton Raphael Mengs – Maler (Rauch, 1808)
127 Maria Theresia – Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen (Eberhard, 1811)
Untere Reihe
Nr. Artikel – Inschrift – Beschreibung (Bildhauer, Jahr)
004 Gotthold Ephraim Lessing – Dichter (Tieck, 1813)
005 Friedrich II. von PreußenFridericus II. Rex (Schadow, 1807)
010 Christoph Willibald Gluck – Komponist (Dannecker, 1812)
011 Gideon Ernst von Laudon – österreichischer Feldmarschall (Kiesling, 1813)
012 Wolfgang Amadeus Mozart – Komponist (F. X. Schwanthaler, 1841)
013 Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig – preußischer Feldmarschall (Schadow, 1808)
014 Justus Möser – Jurist und Publizist (Schmidt von der Launitz, 1821)
019 Gottfried August Bürger – Dichter (Tieck, 1817)
020 Katharina II. die Große – Zarin in Russland (Wredow, 1831)
021 Friedrich Gottlieb Klopstock – Dichter (Schadow, 1808)
022 Wilhelm Heinse – Schriftsteller (Haller / Mayer, 1826)
023 Johann Gottfried Herder – Dichter und Philosoph (Tieck, 1815)
030 Immanuel Kant – Philosoph (Schadow, 1808)
031 Friedrich Schiller – Dichter (Dannecker, 1794)
032 Joseph Haydn – Komponist (Robatz, 1810)
033 Johannes von Müller – Schweizer Historiker (Schadow, 1808)
034 Christoph Martin Wieland – Dichter (Schadow, 1807)
042 Gerhard von Scharnhorst – preußischer General (Rauch, 1830)
043 Michael Andreas Barclay de Tolly – General in russischen Diensten (Widnmann, 1841)
044 Gebhard Leberecht von Blücher – preußischer Generalfeldmarschall (Rauch, 1817)
045 Karl Philipp zu Schwarzenberg – österreichischer Feldmarschall – (Schaller, 1821)
046 Wilhelm Herschel – Astronom (Eberhard, 1816)
053 Hans Karl von Diebitsch-Sabalkanski – Feldmarschall in russischen Diensten (Rauch, 1830)
054 Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein – preußischer Politiker (Leeb, 1825)
055 August Neidhardt von Gneisenau – preußischer Generalfeldmarschall (Tieck, 1842)
056 Johann Wolfgang von Goethe – Dichter (Tieck, 1808)
057 Martin Luther – Reformator (Rietschel, 1831, Aufnahme Herbst 1847)
062 Karl von Österreich-Teschen – österreichischer Feldherr (Zauner, Aufnahme 1853)
063 Josef Wenzel Radetzky von Radetz – österreichischer Heerführer (Halbig, 1858)
064 Friedrich Wilhelm Joseph Schelling – Philosoph (Modell: Tieck 1809, Ausführung Lossow 1859, Aufnahme 1860)
065 Ludwig van Beethoven – Komponist (Modell: Dietrich 1822, Ausführung: Lossow 1866)
066 Wilhelm I.Wilhelm der Siegreiche, Deutscher Kaiser u. König v. Preußen (Knoll, 22. März 1898)
068 Ludwig I. von BayernLudwig I., König von Bayern. Das dankbare Volk (Ferdinand v. Miller d. Jüngere, 25. August 1890)
074 Otto von Bismarck – deutscher Reichskanzler (Kurz, 18. Oktober 1908)
075 Helmuth Graf von Moltke – preußischer Generalfeldmarschall (Hahn, 10. Mai 1910)
076 Richard Wagner – Komponist (Bleeker, 29. Mai 1913)
077 Johann Sebastian Bach – Komponist (Behn, 11. Juli 1916)
078 Justus Freiherr von Liebig – Chemiker (Georgii, 9. Juni 1925)
083 Friedrich Ludwig Jahn – Turnvater (G. Müller, 14. Oktober 1928)
084 Franz Schubert – Komponist (Weckbecker, 25. November 1928)
085 Joseph Görres – Publizist (Mattes, 5. September 1931)
086 Anton Bruckner – Komponist (Rothenburger, 6. Juni 1937)
087 Max Reger – Komponist (G. Müller, 19. März 1948)
094 Adalbert Stifter – Schriftsteller (Hajek, 26. September 1954)
095 Joseph Freiherr von Eichendorff – Dichter (Knecht, 13. Oktober 1957)
096 Wilhelm Conrad Röntgen – Physiker (Rothenburger, 5. Juli 1959)
097 Max von Pettenkofer – Chemiker und Mediziner (Fiedler, 23. September 1962)
098 Jakob Fugger – Augsburger Kaufmann (Ladner, 7. Juli 1967)
106 Jean Paul – Schriftsteller (Sonnleitner, 14. Juli 1973)
107 Richard Strauss – Komponist (Mikorey, 14. Juli 1973)
108 Carl Maria von Weber – Komponist (Schorer, 12. Juni 1978)
109 Gregor Mendel – Naturforscher (Hafner, 23. September 1983)
110 Albert Einstein – Physiker (Uhlig, 23. Mai 1990)
117 Karolina Gerhardinger – Ordensschwester (Uhlig, 3. September 1998)
118 Konrad Adenauer – erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (Weiland, 15. September 1999)
119 Johannes Brahms – Komponist (Knobloch, 14. September 2000)
120 Carl Friedrich Gauss – Mathematiker und Astronom (Arfmann, 12. September 2007)
128 Sophie Scholl – Widerstandskämpferin (Eckert, 22. Februar 2003)[Anm. 1]
129 Edith Stein – Ordensfrau und Philosophin (Brunner, 25. Juni 2009)
130 Heinrich Heine – Dichter (Gerresheim, 28. Juli 2010)[13]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 64 Gedenktafeln für jene Personen und Handlungen, für die keine Vorlagen zur Anfertigung einer Büste überliefert worden sind, wurden schon zur Eröffnung 1842 angebracht, in großer Höhe unter der Decke, in zwei Reihen übereinander.

Auch die Tafeln wurden chronologisch nach dem Sterbejahr im Uhrzeigersinn angeordnet, die obere Reihe beginnend über dem Eingangstor mit Hermann, endend mit Einhard, die untere Reihe beginnend mit Rabanus Maurus und endend mit Peter Henlein. Der Amtliche Führer bezeichnet jedoch mehrere Inschriften als falsch und gibt Sterbejahre gemäß neuerem Stand der Forschung an. Die Nummer des amtlichen Walhalla-Führers wurde entsprechend zugeteilt.

Nr. Name oder Thema Inschrift mit Todesjahr
01 Arminius Hermann, der Römer Besieger, † XXI
02 Marbod Marbod, der Markomannen Haupt, † um XL[Anm. 2]
03 Veleda Velleda, Seherin, gestorben nach LXV
04 Julius Civilis Cl.[Anm. 3] Civilis, Heerführer der Bataver, † vor C
05 Ermanarich Hermannrich, König der Ostgothen, † CCCLXXV[Anm. 4]
06 Wulfila Ulphila, Bischof, Goth. Bibelübersetzer, † vor CCCLXXX[Anm. 5]
07 Fritigern Friediger, Anführer der Westgothen, † nach CCCLXXXX
08 Alarich I. Alarich, König der Westgothen, † CCCCX
09 Athaulf Ataulf, König der Westgothen, † CCCCXV
10 Theoderich I. Theodorich, König der Westgothen, † CCCCLI
11 Horsa Horsa, Britaniens Eroberer, † CCCCLI
12 Geiserich Genserich, König der Vandalen, † um CCCCLXXVII
13 Hengest Hengist, Britaniens Eroberer, † CCCCLXXX
14 Odoaker Odoaker, † CCCCLXXXXVII[Anm. 6]
15 Chlodwig I. Chlodwig, † DXI
16 Theoderich der Große Theodorich der Große, Kön. d. Ostgothen, † DXXVI
17 Totila Totila, König der Ostgothen, † DLII
18 Alboin Alboin, König d. Langobarden, † DLXXIII[Anm. 7]
19 Theudelinde Theutelinde, Königin d. Langobarden, † um DCXXVI[Anm. 8]
20 Emmeram von Regensburg Emmeran der Heilige, Bischof, † DCLXXX[Anm. 9]
21 Pippin der Mittlere Pippin von Heristal, Hausmayer, † DCCXVI[Anm. 10]
22 Beda Venerabilis Beda d. V., Abt und Geschichtsschreiber, † DCCXXXV
23 Willibrord Willibrord d. Heil., Bischof von Utrecht, † DCCXXXIX
24 Karl Martell Karl d. Hammer, Herzog, Fürst d. Franken, † DCCXLI
25 Bonifatius Bonifacius d. Heilige, Erzbischof v. Maynz, † DCCLV[Anm. 11]
26 Pippin der Jüngere Pippin d. Kurze, König des Frankenreichs, † DCCLXVIII
27 Widukind Wittekind, Heerführer der Sachsen, † um DCCC[Anm. 12]
28 Paulus Diaconus Paul Warnefried, Gesch.Schreiber, † nach DCCC[Anm. 13]
29 Alkuin Alcuin, Abt und Gelehrter, † DCCCIV
30 Egbert von Wessex Egbert, Erster König von England, † um DCCCX[Anm. 14]
31 Karl der Große Karl der Große, Röm. Kaiser, † DCCCXIV
32 Einhard Eginhard, Geschichtsschreiber, † um DCCCXXXIX[Anm. 15]
33 Rabanus Maurus Rabanus Maurus, Bischof und Gelehrter, † DCCCLVI
34 Arnulf von Kärnten Arnulph, Römischer Kaiser, † DCCCC[Anm. 16]
35 Alfred der Große Alfred d. Große, König von England, † DCCCC[Anm. 17]
36 Otto I. Otto der Erlauchte, Herzog von Sachsen, † vor DCCCCXIX[Anm. 18]
37 Arnulf I. Arnulph I., Herzog von Bayern, † DCCCCXXXVII
38 Mathilde die Heilige Mechthilde d. Heilige, Königin von Teutschland, † DCCCCLXVIII
39 Hrotsvit Roswitha, Dichterin, gestorben vor M[Anm. 19]
40 Bernward von Hildesheim Bernward d. Heil., Bischof und Bildner, † MXXVIII[Anm. 20]
41 Heribert von Köln Heribert d. Heil., Erzbischof v. Cöln, † MXXVIII
42 Heinrich III. Heinrich der Dritte., Röm. Kaiser, † MLVI
43 Lampert von Hersfeld Lambrecht v. Aschaffenburg, Gesch. Schreiber, † MLXXVII
44 Otto von Bamberg Otto d. H., Bischof von Bamberg, † MCXXXIX
45 Otto von Freising Otto, Bisch. v. Freysingen, Gesch. Schreiber, † MCLVIII
46 Hildegard von Bingen Hildegard die Heilige, † MCLXXIX
47 Otto I. Otto von Wittelsbach, † MCLXXXIII
48 Engelbert I. von Köln Engelbert d. Heil., Erzbischof v. Cöln, † MCCXXVI[Anm. 21]
49 Nibelungenlied Der Dichter des Nibelungenliedes
50 Walther von der Vogelweide Walther v. d. Vogelweide, Minnesänger, † MCCXXX
51 Elisabeth von Thüringen Elisabeth d. Heil., Landgräfin v. Thüringen, † MCCXXXI
52 Leopold VI. Leopold der Glorreiche, Herz. v. Östreich, † MCCXXXIV
53 Hermann von Salza Hermann von Salza, Teutschordenshochmeister, † MCCXL
54 Wolfram von Eschenbach Wolfram v. Eschenbach, Minnesänger, † MCCLI
55 Meister Gerhard Der Baumeister des Cölner Domes, † MCCLXXI
56 Arnold zum Turm A. v. Thurn, Gründer des Rheinstädtebundes, † MCCLXIV
57 Albertus Magnus Albertus Magnus, Bischof und Gelehrter, † MCCLXXX
58 Rütlischwur Die drei Männer von Rütli, nach † MCCCVI
59 Friedrich der Schöne Friedrich der Schöne, Gegenkaiser, † MCCCXXX
60 Bruno von Warendorp Bruno von Warendorp, Anführer d. Hanse, † MCCCLXIX
61 Arnold Winkelried Arnold v. Winkelried, Ritter u. Landmann, † MCCCLXXXVI
62 Wilhelm von Köln Meister Wilhelm, Maler in Cöln, † MCCCLXXXVIII
63 Adrian I. von Bubenberg Hadrian von Bubinberg, Feldherr, † MCCCCLXXIX
64 Peter Henlein P. Henlein, Erfinder der Taschenuhr, † MDXLII

Die Gedenktafel für den Widerstand im Dritten Reich am Sockel der Büste von Sophie Scholl ist nicht Teil dieser Reihe.

Sanierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 2004 und 2015 musste das Gebäude für 13,3 Millionen Euro saniert werden.[14] Die Sanierung betraf den gesamten Unterbau und das Dach. Auch die Entwässerung musste erneuert werden. Seit Anfang April 2015 steht sie wieder der Öffentlichkeit für Besichtigungen zur Verfügung.[15]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Walhallaplateau aus erschließt sich dem Beobachter ein Ausblick, der von Westen über das Regensburger Donautal bis kurz vor die Nachbarstadt Straubing im Osten reicht. An klaren Tagen sind einige Berge des vorderen Bayerischen Waldes mit dem Bogenberg sowie Straubing am Horizont zu erkennen; an seltenen Föhntagen sogar die Spitzen der Berchtesgadener Alpen im Südosten.

Claudio Magris beschrieb die Einbettung der Gedenkstätte in den Naturraum mit der Bemerkung: „Die Walhalla ist ein Wachsfigurenkabinett. Unschwer erkennt man darin ihre Vergänglichkeit im Gegensatz zu den Grashalmen im Wind, zu den Schatten der Bäume, zu den Wassern der Donau, die hundert Meter weiter unten glitzern.“[16]

Panoramablick auf das Donauufer

Die „Halle der Erwartung“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich sollte im Unterbau der Walhalla die „Halle der Erwartung“ verwirklicht werden. Dort sollten Büsten noch lebender Personen aufgestellt werden. Nach ihrem Tod hätten diese dann in einer feierlichen Prozession in den „Himmel“, also die Walhalla selbst, getragen werden sollen. Diese Idee wurde auf Grund politischer Bedenken jedoch nie realisiert und Klenze wandelte die ursprüngliche Halle in einen Treppenaufgang zur Haupthalle. So wurde zumindest der symbolträchtige Weg von der Erde in den „Himmel“ vollzogen. Klenze konnte so auch die Grundidee als formales Motiv beibehalten und erreichen, dass Walhalla lebendig bleibt. Dieser Aufgang ist noch heute gut sichtbar als große Tür in der Mitte der Rampentreppe auf der Frontseite zu sehen.[17]

Der monumentale Unterbau im klassizistisch-ägyptischen Stil ist mit seiner stereometrischen Formensprache, dem Verzicht auf Ornament oder Kaschierung der Kanten der Revolutionsarchitektur angelehnt. Die Halle der Erwartung an sich wurde nie vollendet, sie befindet sich immer noch im Rohbauzustand. Die weitere Nutzung ist nach wie vor unklar, sie soll aber nach Auskunft des Staatlichen Hochbauamtes Regensburg der Öffentlichkeit nach Abschluss der Renovierungsarbeiten zugänglich gemacht werden.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2009 fanden auf und in der Walhalla umfangreiche Dreharbeiten für den Spielfilm Die Jagd nach der Heiligen Lanze statt. Im Rahmen der schnitzeljagdähnlichen Filmhandlung ist die Walhalla Zwischenziel bei der Suche zum Verbleib der Heiligen Lanze. Unter Zuhilfenahme eines Fernrohres, mit dem vier Büsten identifiziert und über eine Strick-Boa durch die Protagonisten des Films miteinander verbunden werden, wird eine bestimmte Bodenplatte in der Walhalla identifiziert. Hier findet sich dann der nächste Hinweis als Verweis zum nächsten Zwischenziel, dem Brandenburger Tor in Berlin. Der Film wurde erstmals am 1. April 2010 bei RTL ausgestrahlt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walhallas Genossen, geschildert durch König Ludwig den Ersten von Bayern, den Gründer Walhallas, Literarisch-artistische Anstalt, München 1842 (Vollansicht in der Google-Buchsuche).
  • Adalbert Müller: Donaustauf und Walhalla. G. J. Manz, 1846 (auf Englisch: Vollansicht in der Google-Buchsuche).
  • Joseph Anton Pangkofer: Walhalla und Stauf an der Donau. Pustet, Regensburg, 1852 (Vollansicht in der Google-Buchsuche).
  • Horst Hanske, Jörg Traeger: Walhalla. Ruhmestempel an der Donau. Bosse, Regensburg 1998, ISBN 3-927529-05-2 (Bildband).
  • Ruprecht Stolz: Die Walhalla. Ein Beitrag zum Denkmalsgedanken des 19. Jahrhunderts. Dissertation an der Universität Köln 1977, DNB 780830466.
  • Jörg Traeger (Hrsg.): Die Walhalla. Idee, Architektur, Landschaft. Bosse, Regensburg, 1979/1980, DNB 810650304.
  • Jörg Traeger: Der Weg nach Walhalla. Denkmallandschaft und Bildungsreise im 19. Jahrhundert. Bosse, Regensburg 1987; zweite erweiterte Auflage 1991, ISBN 3-921114-71-3.
  • Emanuel Schmid: Die Planungsgeschichte der Walhalla-Giebelfelder 1809–1842. Ein Beitrag zur Kunstpolitik König Ludwigs I. von Bayern. Teil I (1809–1830) In: Ars Bavarica. Band 49/50, München 1988, S. 93–132. Teil II (1830–1842) In: Ars Bavarica. Band 67/68, München 1992, S. 111–157.
  • Horst Hanske, Jörg Traeger: Walhalla – Ruhmestempel an der Donau. Ein Bildband. Bosse, Regensburg 1992, ISBN 3-927529-05-2.
  • Annika Poloczek: Die Walhalla: Entstehungs- und Baugeschichte, architektonische Gestaltung. Grin, München 2007, ISBN 978-3-638-67220-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Andre Rank: Die Walhalla im Zeitalter des romantischen Nationalismus. Grin, München 2008, ISBN 978-3-638-90146-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Landbauamt Regensburg (Hrsg): Walhalla. Amtlicher Führer. Bosse, Regensburg 2006, DNB 1072421682.
  • Staatliches Bauamt Regensburg (Hrsg.): Walhalla 2004–2014: Werkbericht zur Restaurierung der Ruhmeshalle, Pustet, Regensburg 2014, ISBN 978-3-7917-2602-1.
  • Eginhard König: „Bei Regensburg lässt er erbaun eine marmorne Schädelstätte…“ Ein Leseheft zur Walhalla Morsbach, Regensburg 2014, ISBN 978-3-937527-68-0.
  • Simone Steger: Die Bildnisbüsten der Walhalla bei Donaustauf: von der Konzeption durch Ludwig I. von Bayern zur Ausführung (1807–1842), Diss. München 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Walhalla – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Walhalla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walhalla. Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, abgerufen am 11. Februar 2015.
  2. Bekanntmachung dreyer architektonischer Preisaufgaben. II. Ein Gebäude, dem Andenken großer Deutschen bestimmt. In: Extrabeilage zum Morgenblatt für gebildete Stände. Achter Jahrgang, Nr. 1, April 1814.
  3. Rudolf Bergau: Haller von Hallerstein, Carl Freiherr. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 438–440.
  4. Hansgeorg Bankel (Hrsg.): Carl Haller von Hallerstein in Griechenland 1810–1817 Architekt, Zeichner, Bauforscher. Anlässlich der Ausstellung Carl Haller von Hallerstein in Griechenland 1810–1817: München, Palais Preysing, 14. Februar–15. März 1986; Nürnberg, Albrecht-Dürerhaus u. Fembohaus, 22. März–11. Mai 1986; Berlin-Charlottenburg, Antikenmuseum SMPK, 14. Juni–31. August 1986. Im Auftrag der Carl-Haller-von-Hallerstein-Gesellschaft. Reimer, Berlin 1986, ISBN 3-496-00840-7.
  5. Emanuel Schmid: Feste in Regensburg. Hrsg.: Karl Möseneder. Mittelbayerische Druckerei- und Verlags-Gesellschaft, Regensburg 1986, ISBN 3-921114-09-8, Die Feierlichkeiten anlässlich der Grundsteinlegung zur Walhalla 1830 (Nr. 83), S. 443–459.
  6. Annika Poloczek: Die Walhalla – Entstehungs- und Baugeschichte, architektonische Gestaltung. Erste Auflage. Grin, 2007, ISBN 978-3-638-67220-7, S. 13.
  7. Emanuel Schmid: Feste in Regensburg. Hrsg.: Karl Möseneder. Mittelbayerische Druckerei- und Verlags-Gesellschaft, Regensburg 1986, ISBN 3-921114-09-8, Die Eröffnung der Walhalla 1842 (Nr. 87), S. 473–477.
  8. Emanuel Schmid: Die Planungsgeschichte der Walhalla-Giebelfelder.
  9. Edith Stein in der Walhalla - Die heilige Nazi-Gegnerin. Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2009, abgerufen am 14. September 2013.
  10. Eckhard Fuhr: Jetzt steht auch Heinrich Heine in der Walhalla. Die Welt, 29. Juli 2010, abgerufen am 14. September 2013.
  11. Otto von Locwenstern: Pro Jahr nur eine Büste zeit.de, 13. April 1962. Zitat: „Als 1954 Adalbert Stifter nicht gerade modern, aber auch nicht mehr unbedingt ‚klassisch‘ ausfiel, erhob sich im ganzen Lande Protestgeschrei.“
  12. Emanuel Schmid: Viele Wege führen in die Ewigkeit - Adalbert Stifters Einzug in die Walhalla. In: Adalbert Stifter. Dichter und Maler, Denkmalpfleger und Schulmann. Neue Zugänge zu seinem Werk. Hrsg. von Hartmut Laufhütte und Karl Möseneder, Tübingen 1996, S. 538–565.
  13. Späte Ankunft in der Schädelstätte - Fazit. Deutschlandradio, 28. Juli 2010, abgerufen am 14. September 2013.
  14. Mittelbayerische Zeitung: Walhalla hat wieder einen sicheren Stand. Bericht vom 14. November 2014
  15. Bayerisches Fernsehen: Walhalla in neuem Glanz. Bericht vom 15. April 2015.
  16. Claudio Magris: Donau. Biographie eines Flusses (1988), aus dem Italienischen übersetzt von Hans-Georg Held.
  17. Annika Poloczek: Die Walhalla – Entstehungs- und Baugeschichte, architektonische Gestaltung. Erste Auflage. Grin, 2007, ISBN 978-3-638-67220-7, S. 11.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 60. Todestag
  2. ungenau, um 37 n. Chr.
  3. fälschlich Claudius
  4. fälschlich, 376 n. Chr.
  5. fälschlich, 381 n. Chr.
  6. fälschlich, 493 n. Chr.
  7. fälschlich, 572 n. Chr.
  8. fälschlich, 628 n. Chr.
  9. fälschlich, 715 n. Chr.
  10. fälschlich, 714 n. Chr.
  11. fälschlich, 754 n. Chr.
  12. ungenau, 807 n. Chr.
  13. fälschlich, 797 n. Chr.
  14. fälschlich, 839 n. Chr.
  15. fälschlich, 840 n. Chr.
  16. fälschlich, 899 n. Chr.
  17. fälschlich, 899 n. Chr.
  18. fälschlich, 912 n. Chr.
  19. ungenau, nach 975 n. Chr.
  20. fälschlich, 1022 n. Chr.
  21. fälschlich, 1225 n. Chr.

Koordinaten: 49° 1′ 53″ N, 12° 13′ 27″ O