Čukarički Belgrad

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Čukarički Belgrad
Logo
Voller Name Sportsko društvo Čukarički
(Hauptverein)
Fudbalski klub Čukarički
(Spielbetrieb Profifußball)
Ort Belgrad, Serbien
Gegründet 4. Juli 1926 (als ČSK)
Vereinsfarben schwarz-weiß
Stadion Čukarički-Stadion
Plätze 4.070 Sitzplätze
Präsident SerbienSerbien Miodrag Janković
Trainer SerbienSerbien Vladan Milojević
Homepage www.fkcukaricki.rs
Liga SuperLiga
2013/14 5. Platz
Heim
Auswärts

Der Čukarički Belgrad (vollständiger offizieller Name auf serbisch: Фудбалски клуб Чукарички, Fudbalski klub Čukarički – FK Čukarički) – gewöhnlich als Čukarički, in seiner Kurzform Čuka oder im deutschsprachigen Raum auch als Čukarički Belgrad bekannt – ist die Fußballabteilung von Čukarički, einem serbischen Sportverein aus Čukarica, einem Stadtteil der Hauptstadt Belgrad, der in der SuperLiga spielt, der höchsten Spielklasse im serbischen Fußball.

Der Verein wurde 1926 gegründet und verbrachte die ersten Jahre seines Bestehens durchweg im Amateurbereich.[1] Zu den Zeiten Jugoslawiens spielte Čukarički Belgrad überwiegend in den unteren Ligen des Landes und sorgte erstmals in der Spielzeiten 1971/72 und 1994/95 für größeres Aufsehen, als man in die 2. jugoslawische Liga bzw. die 1. jugoslawische Liga aufstieg, sowie 1996 und 1997, als die Qualifikation für den Intertoto Cup gelang.[1]

Am 17. April 2012 wurde der Verein von Dragan Obradović aufgekauft, dem Besitzer des serbischen Bau- und Großhandelsunternehmen ADOC.[2][3] Seitdem gilt Čukarički als der erste professionelle Fußballverein in Serbien, der privatisiert wurden, sowie einer der wenigen Clubs in Südosteuropa, die überhaupt aufgekauft wurden.[3][4]

Geschichte[Bearbeiten]

1926–1942: Die Gründungsjahre[Bearbeiten]

Die Wurzeln des Vereins liegen in Čukarica, genauer im Arbeiterviertel des Belgrader Stadtteils, der am rechten Ufer der Save beheimatet ist.[1] Dort befand sich die Gaststätte Majdan, in der während einer Sitzung am 4. Juli 1926 ein Fußballverein namens ČSK – Čukarički Sportski Klub gegründet wurde.[1] Als Vereinsfarben wurden Schwarz und Weiß ausgesucht und der erste Vereinspräsident wurde Miloš Ilić, einer der ersten serbischen Piloten bzw. Kampfpiloten und zum Zeitpunkt der Vereinsgründung ein Reservist der jugoslawischen Luftstreitkräfte der 1. Klasse.[1] Čukarički startete in der 3. Liga des Belgrader Ligasystems, doch bereits 1928 schaffte man den Aufstieg in die 2. Belgrader Liga, wo sich der Verein mehrere Spielzeiten erfolgreich halten konnte.[5]

In der Saison 1931/32 wurde Čukarički Meister und erreichte somit den Aufstieg in die 1. Belgrader B-Liga, die man schließlich im Jahr 1935 ebenfalls gewinnen sollte.[5] Während dieser ersten Erfolgsperiode war vor allem Stürmer Aleksandar Petrović, genannt Pikavac, einer der wichtigsten Figuren im Kader des Vereins.[5] Er gehörte während jener Zeit zu den begabtesten Dribblern des Landes und war Teil der jugoslawischen Nationalmannschaft.[5] Ab der Saison 1935/36 spielte der Verein in der 1. Belgrader A-Liga, damals die zweithöchste Spielklasse im jugoslawischen Fußball, stieg jedoch nach zwei Jahren wieder ab.[5]

In der darauffolgenden Saison konnte Čukarički den Wiederaufstieg feiern und gewann auf Anhieb die Meisterschaft.[5] Im selben Jahr kam es zu einer Fusion mit dem lokalen Verein FK Istra, die jedoch weder von allen Vereinsmitgliedern noch von allen Anhängern unterstützt wurde und noch viel weniger von den Spielern.[5] Aus diesem Grund wechselte eine Mehrheit der Spieler zu den benachbarten Vereinen Banovac, Makiš und Šećeranac.[5] Dies führte zum mehrere Jahre andauernden Niedergang des Vereins, wodurch er vorerst in keiner Liga konkurrierte.[5]

1942–1944: Spielbetrieb während des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Königreich Jugoslawien im April 1941 von den Achsenmächten überfallen, besetzt und aufgeteilt. Teile Serbiens fielen an den Unabhängigen Staat Kroatien, an das Königreich Ungarn oder standen unter deutscher Verwaltung, darunter die Hauptstadt Belgrad. Unter schwierigen Umständen war es bestimmten Vereinen jedoch erlaubt worden Fußball zu spielen. Dazu gehörte auch Čukarički, der ab 1942 wieder Mitglied der Belgrader Liga wurde. Nach sechs Jahren der Abstinenz startete man erfolgreich in die Saison, die man auch sofort gewinnen und dadurch in die serbische Liga aufsteigen konnte, die während der militärischen Okkupation die höchste Spielklasse des Landes war.

Die Saison 1942/43 beendete der Verein auf dem vierten Platz und ließ Favoriten wie Jedinstvo Belgrad oder den BASK hinter sich. Während dieser Periode gab es ein inländisches Turnier namens Letnji Pehar (Sommerpokal), an dem die besten Clubs des Landes teilnahmen, darunter der BSK, SK 1903, Obilić und Čukarički, der schließlich das Halbfinale erreichte, jedoch am SK 1903 scheiterte. Ab der Saison 1943/44 war der Verein wieder Teil der neu geformten 1. Belgrader Liga, die aus zehn Clubs bestand, die jedoch am 8. Spieltag aufgrund der anrückenden jugoslawischen Volksbefreiungsarmee unterbrochen wurde.

1944–2003: Von der Unterklassigkeit bis zur 1. Liga[Bearbeiten]

Ex-Nationalspieler Milan Dudić wurde bei Čukarički Belgrad Profi und verbrachte dort vier Spielzeiten.

Nach der Befreiung von den nationalsozialistischen bzw. faschistischen Besatzungsmächten Ende 1944 durch die jugoslawische Volksbefreiungsarmee durfte der Verein vorerst nicht mehr unter seinem Namen spielen, jedoch erhielt er 1948 wieder seinen ursprünglichen Namen, diesmal als Fußballabteilung des Sportvereins Čukarički.[1][5] In dem Jahr spielte der Verein in der 2. Belgrader Liga, die nun die 6. Liga des neuformierten und nun Sozialistischen Jugoslawiens war. Unter der Leitung von Trainer Jovan Veselinović beendete man die Spielzeit auf dem vierten Platz.

In der Saison 1950/51 schaffte man den Aufstieg in die 1. Belgrader Liga und schließlich den Durchmarsch in die 3. Liga. 1956 verpasste man den Aufstieg in die 2. Liga. Nach Ende der Saison 1955/56 verließen zahlreiche Spieler den Verein, sodass ab dem Jahr 1956 der Niedergang des Vereins begann, der ein ganzes Jahrzehnt keinen Erfolg feiern sollte. Erstmals für Aufsehen sorgte Čukarički wieder in der Saison 1966/67, als die 2. Belgrader Liga und sogleich auch der Belgrader Stadtpokal gewonnen wurden.[1] Nach nur einer Saison in der 1. Liga Belgrads, stieg man in die 1. serbische Liga auf, die damals die dritthöchste Spielklasse im jugoslawischen Fußballsystem war.[1]

Die folgenden Spielzeiten konkurrierte der Verein um den Aufstieg in die 2. Liga, die er schließlich auch als Meister der Saison 1971/72 erreichte.[1] Dort hielt sich Čukarički Belgrad mehrere Jahre lang, jedoch gelang es dem Verein nicht, in die 1. Liga aufzusteigen. Anfang der 1990er Jahre spielt Čukarički wieder in der 3. Liga sowie zwischen 1993 und 1995 in der 2. Liga.[1] In der Saison 1994/95 schaffte es der Verein aber zum ersten Mal in seiner Geschichte in die Erstklassigkeit, als man in die 1. Liga der Bundesrepublik Jugoslawien aufsteigen konnte, wo er bis 1998 spielte.[1] 1996 und 1997 nahm man auch erstmals am Europapokal teil, so im Intertoto Cup. Nach einem Jahr der Zweitklassigkeit 1999, stieg Čukarički als Meister der Gruppe Ost auf und blieb zwischen 2000 und 2003 erstklassig.[1] Die höchste Platzierung während dieser vier Spielzeiten war ein 6. Platz in der Saison 1999/2000, als 21 Mannschaften am Ligageschehen teilnahmen.[1]

Seit 2003: Von der Insolvenz bis zur Privatisierung[Bearbeiten]

Miloš Ninković, hier als Spieler von Dinamo Kiew, stammte aus der Jugend des Vereins und spielte dort zwei Jahre als Profi.

Nach vier Jahren in der 1. Liga stieg Čukarički 2003 ab. Zwar gelang 2004 als Meister der Gruppe West der direkte Wiederaufstieg, jedoch stieg man 2005 erneut ab.[1] Der Verein wurde Anfang der 2000er Jahre umbenannt, da sich das Unternehmen Stankom als Hauptsponsor und Geldgeber engagierte. Daher war der Club auch lange Zeit unter dem Namen Čukarički Stankom bekannt. Durch die Ankunft von Stankom wurde der Verein stabilisiert und 2007 gelang schließlich der Aufstieg in die 1. Liga, die SuperLiga.

Von August 2007 bis Dezember 2008 trainierte der ehemalige Bundesligatrainer Dragoslav Stepanović den Verein. Nach sieben Niederlagen in Folge und dem zwischenzeitlich letzten Tabellenplatz in der Saison 2008/09 wurde er von seinem Amt enthoben.[6] Am Saisonende schaffte das Team mit dem 9. Tabellenplatz unter Trainer Dejan Đurđević noch den Klassenerhalt.

Aleksandar Kolarov, hier im Trikot von Manchester City, spielte von 2003 bis 2006 für den Verein und gilt als bekanntester Spieler, der je für Čukarički Belgrad spielte.

Die Saison 2009/10 beendete Čukarički auf dem 13. Platz und entging mit drei Punkten Vorsprung auf Napredak Kruševac nur knapp dem Abstieg. Dieses Glück sollten die Belgrader in der Saison 2010/11 nicht mehr haben. Der Verein konnte kein einziges seiner 30 Ligaspiele gewinnen und wurde mit nur fünf Punkten abgeschlagen Tabellenletzter.[1]

Auch in der 2. Liga war Čukarički nicht sehr erfolgreich. Mit 41 Punkten waren man punktgleich mit Banat Zrenjanin und Radnički Sombor. Aufgrund des direkten Vergleiches aller drei Mannschaften musste nur Radnički Sombor als 15. der Abschlusstabelle den Gang in die 3. Liga antreten.

Der Verein befand sich in einer äußerst schwierigen finanziellen Lage und stand kurz vor der Insolvenz, jedoch markierte das Jahr 2011 auch einen Wendepunkt, als das Bau- und Handelsunternehmen ADOC, das in der Pharmazie, der Diagnostik und im Bauwesen tätig ist, den Verein aufkaufte und sofort in den Club investierte.[1] Damit ist Čukarički Belgrad der erste professionelle Fußballverein in Serbien, der privatisiert wurde, und gehört damit auch zu den wenigen Clubs in Südosteuropa, die sich überhaupt in privatem Besitz befinden.

Durch die Privatisierung verbesserte sich die finanzielle und organisatorische Situation des Vereins erheblich, aber auch in die Infrastruktur und in den Kader wurde investiert.[3] In der Saison 2012/13 gelang dem Club daraufhin die Vizemeisterschaft der 2. Liga und der damit verbundene Wiederaufstieg.[3] Auch in der darauffolgenden Saison 2013/14 ging der Aufschwung des Vereins weiter, so konnte Čukarički Belgrad mit einem überraschenden 5. Platz am Ende den Klassenerhalt sichern.

Stadion[Bearbeiten]

Das Heimstadion des Vereins ist das Čukarički-Stadion, das 1969 eröffnet wurde und auch als Stadion na Banovom Brdu (Stadion am Banovo Brdo bzw. am Bans-Hügel) bekannt ist. Es bietet gegenwärtig 4.070 Sitzplätze.[4] Nach dem Aufkauf durch das Unternehmen ADOC renovierte der Verein im Sommer 2012 in einer ersten Phase das Vereinsgelände, das unter anderem zwei neue Hilfssplätze erhielt.[3] Beide sind mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet und mit Kunstrasen belegt.[3] Einer wurde mit den von der UEFA vorgeschriebenen Dimensionen gebaut und ist mit mehreren Sitzreihen auf einer Seite ausgestattet. Dort werden die Heimspiele der Jugendmannschaften ausgetragen, während der andere als Kleinfeld für die E- und F-Jugend dient.[3]

Daneben wurden auch die Vereinseinrichtungen renoviert, unter anderem die West- und Osttribüne sowie die Parkplätze, Logen, Umkleideräume sowie weitere Einrichtungen.[3][7] Im August 2013 wurden neue Flutlichter mit einer Stärke von 1400 Lux installiert. Geplant ist, in einer zweiten Renovierungsphase die Erweiterung der West- und Osttribüne, letztere soll zusätzlich überdacht werden.[4][7] Insgesamt plant die Vereinsführung, das Stadion vorerst mit 8.500 Sitzplätzen zu belegen und noch weitere Umbauten, um so den UEFA-Sicherheitsstandards für internationale Fußballveranstaltungen gerecht zu werden.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Kader der Saison 2013/14[Bearbeiten]

Nr. Position Name
1 SerbienSerbien TW Borivoje Ristić
4 BrasilienBrasilien AB Lucas Piasentin
5 SerbienSerbien AB Slobodan Lalić
6 SerbienSerbien MF Dragoljub Srnić
7 MontenegroMontenegro ST Radislav Sekulić
8 SerbienSerbien MF Ivan Todorović
9 SerbienSerbien ST Nikola Stojiljković
10 SerbienSerbien MF Igor Matić
11 SerbienSerbien ST Andrija Pavlović
12 SerbienSerbien TW Nemanja Stevanović
14 SerbienSerbien MF Slavoljub Srnić
15 SerbienSerbien MF Stefan Dimić
17 SerbienSerbien AB Nikola Janković
Nr. Position Name
18 MontenegroMontenegro ST Nikola Zvrko
19 SerbienSerbien AB Deni Pavlović
22 SerbienSerbien AB Filip Stojković
23 SerbienSerbien AB Bojan Ostojić
24 SerbienSerbien MF Petar Bojić
25 MontenegroMontenegro AB Dejan Boljević
27 SerbienSerbien MF Đorđe Radovanović
30 SerbienSerbien ST Nenad Mirosavljević
31 SerbienSerbien AB Rajko Brežančić
32 SerbienSerbien MF Mihailo Miljković
34 SerbienSerbien ST Staniša Mandić
35 SerbienSerbien TW Dušan Čubraković
44 SerbienSerbien MF Nikola Šakić

Funktionäre und Trainer der Saison 2013/14[Bearbeiten]

Funktion Name
Cheftrainer SerbienSerbien Vladan Milojević
Trainerassistent SerbienSerbien Vladimir Janković
Trainerassistent SerbienSerbien Saša Mićović
Torwarttrainer SerbienSerbien Milan Ševo
Mannschaftsarzt SerbienSerbien Rade Jagodić
Physiotherapeut SerbienSerbien Branislav Đukić
Scout SerbienSerbien Dušan Stojanović

Ehemalige bedeutende Spieler[Bearbeiten]

Ex-Nationalspieler Albert Nađ beendete 2009 bei Čukarički seine Profilaufbahn.

Erfolge[Bearbeiten]

Wappenhistorie[Bearbeiten]

Ausrüster[Bearbeiten]

Ausrüster des Vereins ist seit 2012 der italienische Sportartikelhersteller Kappa.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p Istorijat kluba. Offizielle Vereinsseite des Fußballklubs Čukarički (serbisch).
  2. B92: FK Čukarički dobio novog gazdu. (serbisch)
  3. a b c d e f g h MOZZART Sport: ČUKARIČKA BAJKA: Od ruševina do jedinog srpskog kluba bez dugovanja. (serbisch)
  4. a b c d Politika:Posle privatizacije Čukarički uz rame prvaku. (serbisch)
  5. a b c d e f g h i j Monografija 85 godina Sportskog društva Čukarički 1926–2011. (serbisch)
  6. Stepi verlässt Čukarički. Auf: Transfermarkt.de.
  7. a b MOZZART Sport: Brdo raste u planinu. (serbisch)