Friedhof der Kuscheltiere (2019)

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Filmdaten
Deutscher TitelFriedhof der Kuscheltiere
OriginaltitelPet Sematary
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2019
Länge101 Minuten
AltersfreigabeFSK 16[1]
Stab
RegieKevin Kölsch,
Dennis Widmyer
DrehbuchJeff Buhler,
David Kajganich
ProduktionLorenzo di Bonaventura,
Mark Vahradian,
Steven Schneider
MusikChristopher Young
KameraLaurie Rose
SchnittSarah Broshar
Besetzung
Synchronisation

Friedhof der Kuscheltiere ist ein US-amerikanischer Horrorfilm unter der Regie von Kevin Kölsch und Dennis Widmyer. Es handelt sich dabei um eine Neuverfilmung des gleichnamigen Romans von Stephen King aus dem Jahr 1983 und nach dem gleichnamigen Film von Mary Lambert aus dem Jahr 1989 die zweite Verfilmung des Romans.

Seine Premiere hatte der Film Mitte März 2019 beim South by Southwest Film Festival. Am 4. April 2019 lief er in den deutschen und den australischen Kinos und einen Tag später in den US-amerikanischen Kinos an.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Church handelt es sich um eine Maine-Coon-Katze

Jahrelang arbeitete Louis Creed als Arzt in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Nun zieht er mit seiner Frau Rachel und seinen beiden Kindern, der achtjährigen Ellie und dem kleinen Gage, aus der Großstadt in ein Haus im ruhigen Ludlow im tiefsten Maine, um mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können. Mit dabei ist auch der Kater der Familie namens Church. Zu dem Haus gehört auch ein Hektar dichter Wald. Rachel und Ellie beobachten, wie ein paar Kinder einen toten Hund in den Wald bringen und dabei seltsame Tiermasken tragen. Neugierig erforscht Ellie einen dort befindlichen Tierfriedhof. Es sei ein altes Ritual, dass die Kinder aus der Gegend hier ihre Haustiere begraben, erklärt ihr der Nachbar Jud Crandall.

Zwar ist Louis weder religiös, noch glaubt er, dass nach dem Tod etwas kommt, doch als ihm bei seiner neuen Arbeit der junge Victor nach einem Unfall unter den Händen wegstirbt, hat er erst eine Vision von diesem, in der er zu ihm spricht, dann einen Traum von dem Wald, in dem ihn Victor aus Dank für seinen Versuch, ihm das Leben zu retten, vor Toten warnt, die umherlaufen. Als Louis aufwacht, deutet alles darauf hin, dass er in dieser Nacht wirklich in den Wald ging, denn seine Füße sind voller Erde. Der Vorfall beschäftigt ihn. Auch in Rachel kommen seit dem Umzug immer wieder Erinnerungen an ihre Kindheit hoch, als sie nach dem Tod ihrer Schwester, für den sie sich verantwortlich fühlte und die unter einem deformierten Rücken litt, das Gefühl nicht los wurde, ihr Geist sei in dem Haus geblieben.

An Halloween findet Jud den Kater Church tot an der Landstraße. Er wurde angefahren. Louis und der Witwer vereinbaren, Ellie nichts davon zu erzählen, da sie ihren Kater sehr liebte. Sie wollen seinen Kadaver nachts im Wald begraben. Jud führt ihn über den Tierfriedhof hinaus in einen nebeligen Teil des Waldes durch Sümpfe und Tümpel, eine alte Treppe hinauf an einen Ort, wo Louis für Church ein Loch aushebt und Steine auf die Erde häuft. Als Rachel und Louis ihrer Tochter am nächsten Morgen erzählen, ihr Kater sei weggelaufen, widerspricht Ellie ihnen, denn Church sitzt im Wandschrank in ihrem Zimmer. Allerdings wirkt er irgendwie verändert. Jud hatte Louis auch nicht die ganze Wahrheit erzählt. Bei dem Ort handelt es sich um eine alte indianische Ruhestätte, die über die Macht verfügt, Tote zurück ins Leben zu holen. Die Zurückgekehrten sind jedoch verändert. Die Indianer haben daher einen Totholzwall errichtet und die Bäume mit Warnungen versehen, um die Menschen fernzuhalten. Louis recherchiert im Internet und erfährt, dass der Friedhof und der geheimnisvolle Ort im Wald im ehemaligen Stammesgebiet Little Gods Swamp liegen.

Zu Ellies neunten Geburtstag haben die Creeds Freunde und Verwandte nach Ludlow eingeladen. Beim Blinde-Kuh-Spielen laufen beide Kinder auf die Straße. Seinen Sohn kann Louis im letzten Moment vor dem heranrasenden Tanklaster retten, doch Ellie stirbt bei diesem Unfall. Als Rachel und Gage ein paar Tage nach Boston zu ihren Eltern fahren, ignoriert Louis eine weitere Warnung von Victor in einer Vision, verabreicht Jud ein Schlafmittel und gräbt seine Tochter wieder aus. Auch sie bestattet er an dem geheimnisvollen Ort im Wald, und in derselben Nacht kehrt Ellie zurück. Sie erinnert sich noch an ihren Unfall und weiß, dass sie eigentlich tot ist. Louis verschweigt Jud, was in dieser Nacht vorgefallen ist.

Da Ellie mitbekommt, dass Jud weiß, was vorgefallen ist, sucht sie ihn in seinem Haus auf und ersticht ihn mit einem Skalpell. Weil sie ihren Mann telefonisch nicht erreichen kann und sie besorgt von den Visionen von Gage ist, kehren Rachel und ihr Sohn nach Ludlow zurück. Kaum im Haus, wird sie von Ellie angegriffen. Diese schlägt ihren Vater bewusstlos, ersticht ihre Mutter und schleppt deren toten Körper in den Wald. Wieder wach, eilt Louis ihnen nach. Als Ellie ihm erklärt, sie könnten auch nach ihrem Tod eine Familie bleiben, versucht Louis seine Tochter zu töten, doch Rachel taucht auf und durchbohrt ihren Mann mit einem Grab-Kreuz.

Nachdem auch Louis von der indianischen Grabstätte wieder zum Leben erweckt wurde, kehren er, Rachel, Ellie und Church gemeinsam zu ihrem Haus zurück. Dort hatte Louis den kleinen Gage im Familienauto in Sicherheit gebracht. In der letzten Szene nähern sich die Wiederauferstandenen dem Fahrzeug und der Zuschauer hört, wie die Zentralverriegelung des Wagens entriegelt wird.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jason Clarke, hier wenige Wochen nach Ende der Dreharbeiten, spielt im Film den Vater Louis Creed

Am 7. Dezember 2017 wurde bekannt gegeben, dass Paramount Pictures eine neue Adaption von Stephen Kings Roman Friedhof der Kuscheltiere veröffentlichen wird.[2] Die Dreharbeiten wurden am 18. Juni 2018 begonnen und am 11. August 2018 beendet[3] und fanden in den Mels Studios im kanadischen Montreal und in Saint-Lazare in Quebec statt, wo Landschaftsaufnahmen und die Aufnahmen auf einem echten Friedhof entstanden. Das Haus der Creeds steht auf einer Farm in der Nähe von Montreal, hinter der es tatsächlich einen kleinen Haustierfriedhof gab.[4]

Wie bereits bei Pet Sematary aus dem Jahr 1989 ist der Titel des Films im Original absichtlich falsch geschrieben, „Sematary“ statt „Cemetery“. In dieser Schreibweise prangt die Beschreibung in großen schwarzen Lettern im Film am Eingang des Kuscheltierfriedhofs, der von Kindern so genannt wurde, wie Nachbar Jud der kleinen Ellie erklärt.[5]

Für die Dreharbeiten kamen fünf Maine-Coon-Katzen zum Einsatz, die Church darstellen. Für Stephen Kings Friedhof der Kuscheltiere diente dem Autor Smucky, die Katze seiner Tochter Naomi, als Vorbild, die 1979 auf der Straße vor ihrem Haus überfahren wurde. Auch sein zwei Jahre alter Sohn Owen wäre beinahe von einem LKW erfasst worden, wenn King ihn nicht rechtzeitig festgehalten hätte.[4]

Am 10. Oktober 2018 veröffentlichte Paramount Pictures einen Trailer mit dem Claim „Sometimes Dead is Better“.[6] Der Film wurde Mitte März 2019 als Abschlussfilm des South by Southwest Film Festivals erstmals gezeigt.[7][8] Anfang April 2019 wurde ein finaler Trailer vorgestellt.[9] Am 4. April 2019 lief er in den deutschen und den australischen Kinos und einen Tag später in den US-amerikanischen Kinos an.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA erhielt der Film von der MPAA ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[10] In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 16 Jahren freigegeben.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt stieß der Film bei den Kritikern auf geteiltes Echo.[11]

Chris Evangelista von Slash Film schreibt, die Regisseure Kevin Kölsch und Dennis Widmyer wandelten den von Stephen King erdachten Schrecken in etwas Frisches, Aufregendes und Erschreckendes, und der Film sei eine der besten Stephen-King-Adaptionen, die es je gab.[12]

Die Filmkritikerin Antje Wessels schreibt, Friedhof der Kuscheltiere befinde sich ganz klar auf der Höhe der Zeit und sei daher wohl vor allem für Nichtkenner des Originals interessant. Drehbuchautor Jeff Buhler übernehme die wichtigsten Eckpfeiler des Originals, so Rachels Visionen von ihrer toten Schwester und Victor Pascow, der Louis verzweifelt davon abhalten will, Katze und Kind auf dem Kuscheltierfriedhof zu vergraben, allerdings sei es anstatt des kleinen Gage diesmal die Tochter, die dem Truck zum Opfer fällt, was Sinn mache, schließlich lasse sich mit einem rachedurstigen Zombiemädchen in Ellies Alter viel mehr anstellen, als mit einem Kleinkind wie Gage.[5]

Peter Debruge von Variety merkt an, Vieles sei vom Vorgängerfilm übernommen, so die meisten Schicksale der Figuren, wobei das Ende des Films jedoch radikal abweiche. Er hebt in seiner Kritik die Figur des Nachbarn Jud Crandall hervor, dessen Rolle im Roman flach war, in den Händen des Schauspielers John Lithgow jedoch zum Leben erweckt werde.[13]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedhof der Kuscheltiere konnte am Startwochenende mit einem Einspielergebnis von rund 25 Millionen US-Dollar und mit 145.000 Besuchern jeweils den zweiten Platz der US-amerikanischen und deutschen Kino-Charts erreichen.[14] Am zweiten Wochenende konnte der Film mit rund 110.000 Kinobesuchern den dritten Platz der deutschen Kino-Charts belegen.[15] Den Produktionskosten in Höhe von 21 Millionen US-Dollar stehen bislang weltweit Einnahmen aus Kinovorführungen von 112,2 Millionen US-Dollar gegenüber, von denen er 54,7 Millionen im nordamerikanischen Raum erwirtschaften konnte.[16] In Deutschland verzeichnet er bisher 510.902 Besucher.[17]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Golden Trailer Awards 2019

  • Nominierung für den Besten Trailer eines Horrorfilms
  • Nominierung für den Besten TV-Spot eines Horrorfilms[18]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Hannes Maurer im Auftrag der Interopa Film GmbH, Berlin.

Darsteller Synchronsprecher Rolle
Jason Clarke Tobias Kluckert Louis Creed
Jeté Laurence Sophia Bastian Ellie Creed
Hugo Lavoie Jacob Rabow Gage Creed
John Lithgow Bodo Wolf Jud Crandall
Amy Seimetz Carolina Vera Rachel Creed
Obssa Ahmed Nico Sablik Victor Pascow
Alyssa Brooke Levine Marie-Isabel Walke Zelda

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stephen King: Friedhof der Kuscheltiere. Aus dem Englischen von Christel Wiemken. Ungekürzte Ausgabe. Ullstein, Berlin 2005, ISBN 978-3-548-26310-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Friedhof der Kuscheltiere. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 188282/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Paramount Sets 2019 Release For ‘Pet Sematary’ & ‘Instant Family’. In: Deadline. 7. Dezember 2017, abgerufen am 6. Oktober 2018.
  3. https://bloody-disgusting.com/movie/3525954/obssa-ahmed-plays-new-victor-pascow-next-years-pet-sematary/
  4. a b Friedhof der Kuscheltiere: Brutales Horror-Highlight. In: Focus Online, 4. April 2019.
  5. a b Antje Wessels: Friedhof der Kuscheltiere. In: wessels-filmkritik.com, 19. März 2019.
  6. Paramount Pictures: Pet Sematary (2019)- Official Trailer- Paramount Pictures. 10. Oktober 2018, abgerufen am 10. Oktober 2018.
  7. Dave McNary: 'Pet Sematary' to Premiere at SXSW as Closing Night Film. In: Variety, 6. Februar 2019.
  8. Britt Hayes: 'Pet Sematary' Review: A Chilling Take on Stephen King That Can’t Live Up to Its Source Material. In: indiewire.com, 17. März 2019.
  9. Stefan Turiak: Friedhof der Kuscheltiere: Finaler Trailer veröffentlicht. In: robots-and-dragons.de, 1. April 2019.
  10. Friedhof der Kuscheltiere – Nichts für schwache Nerven: MPAA gibt Altersfreigabe bekannt. In: blairwitch.de, 21. März 2019.
  11. Pet Sematary. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 5. April 2019. Anmerkung: Das Tomatometer bei Rotten Tomatoes gibt an, wie viel Prozent der angemeldeten Kritiker dem Film eine positive Bewertung gegeben haben.
  12. Chris Evangelista: 'Pet Sematary' Review: Scary As Hell, and One of the Best Stephen King Adaptations Ever. In: slashfilm.com, 17. März 2019.
  13. Peter Debruge: SXSW Film Review: 'Pet Sematary'. In: Variety, 16. März 2019.
  14. «Monsieur Claude 2» grüßt von der Kinospitze In:Quotenmeter.de, abgerufen am 8. April 2019.
  15. Nordamerika: «Shazam» führt das Feld an In:Quotenmeter.de, abgerufen am 18. April 2019.
  16. Pet Semetary. In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 3. Juni 2019.
  17. Top 100 Deutschland 2019. In: insidekino.com. Abgerufen am 21. Mai 2019.
  18. The 20th Annual Golden Trailer Award Winners. In: goldentrailer.com. Abgerufen am 2. Juni 2019.