The Green Mile (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel The Green Mile
Originaltitel The Green Mile
The Green Mile logo.jpg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1999
Länge 189[1] Minuten
Altersfreigabe FSK 12
JMK 14
Stab
Regie Frank Darabont
Drehbuch Frank Darabont
Produktion Frank Darabont,
David Valdes
Musik Thomas Newman
Kamera David Tattersall
Schnitt Richard Francis-Bruce
Besetzung

The Green Mile (1999) ist eine Literaturverfilmung der gleichnamigen Romanreihe von Stephen King. Frank Darabont drehte den für vier Oscars nominierten Film nach seinem eigenen Drehbuch mit Tom Hanks und Michael Clarke Duncan in den Hauptrollen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1998 lebt der Senior Paul Edgecomb in einem Altenheim. Beim gemeinschaftlichen Fernsehen fängt er plötzlich an zu weinen, als der Film Ich tanz’ mich in dein Herz hinein gezeigt wird und Fred Astaire und Ginger Rogers das Lied Cheek to Cheek singen.

Paul erzählt einer Freundin, die ihn tröstet, warum ihn dieser Film so berührt. Seine Erinnerungen gehen zurück in die 1930er Jahre. Zu dieser Zeit war Paul Leiter des Todestraktes im Staatsgefängnis Cold Mountain, der wegen des grünen Linoleumbodens The Green Mile genannt wurde.

Paul hatte die Aufgabe, gemeinsam mit seinen Kollegen die zum Tode Verurteilten zu bewachen und deren Hinrichtung auf dem Elektrischen Stuhl durchzuführen.

Mit John Coffey wird ein neuer Gefangener in den Todestrakt überstellt. Coffey ist ein rund zwei Meter großer, überaus muskulöser Afro-Amerikaner, der wegen Vergewaltigung und Mord an zwei kleinen Mädchen verurteilt wurde. Er ist nicht besonders intelligent und spricht nur in kurzen Sätzen. Er wirkt naiv und hat große Angst vor der Dunkelheit. Paul erkennt bald, dass die äußere Erscheinung Coffeys nicht sein wahres Wesen widerspiegelt.

John besitzt die übernatürliche Gabe, Tiere und Menschen von ihren Leiden und Krankheiten zu befreien. Diese Gabe setzt er zunächst ein, um Paul von einer schmerzhaften Blasenentzündung zu befreien. Dies macht Paul sehr nachdenklich, da er der unabänderlichen Meinung ist, dass Gott niemals einen Mörder mit einer solchen Gabe ausgestattet hätte. Als Coffey die Maus Mister Jingles ins Leben zurückholt, welche der sadistische Aufseher Percy Wetmore mutwillig zertrampelt hatte, werden auch die anderen Gefängnisaufseher Zeugen seiner Gabe. Coffey saugt den Menschen und Tieren, die er heilt, alles Böse aus ihren Körpern heraus und lässt es daraufhin aus seinem Mund fliegen.

Als die Frau des Gefängnisdirektors an einem inoperablen Hirntumor erkrankt, schleusen die Wärter Coffey aus dem Gefängnis, da sie wissen, dass er die einzige Hilfe für die Frau ist. Coffey heilt auch sie. Allerdings behält er die böse Energie, welche er aus der Frau gesaugt hatte, dieses Mal bei sich. Als Wetmore an diesem Abend an Coffeys Zelle vorbeigeht, packt ihn Coffey und überträgt die böse Energie auf Wetmore. Dies tut er, weil Wetmore bei der letzten Hinrichtung den Schwamm nicht befeuchtete und Eduard Delacroix qualvoll starb. Wetmore verfällt durch die böse Energie dem Wahnsinn und erschießt den Gefangenen Wharton „Billy the Kid“. Wetmore wird in eine geschlossene Anstalt eingewiesen. John Coffey erklärt Paul, dass er dies tat, um „die bösen Männer zu bestrafen“. Er nimmt die Hand des Aufsehers und zeigt ihm mittels einer Gedankenübertragung, dass der erschossene Häftling der wahre Mörder der beiden kleinen Mädchen ist. Coffey hatte bei seiner Verhaftung nur versucht, die beiden Mädchen wieder in das Leben zurückzuholen, schaffte dies aber nicht. Dabei wurde er irrtümlich für den Mörder gehalten.

Paul macht John Coffey das Angebot, ihn einfach laufen zu lassen, doch Coffey möchte das nicht. Er sehnt sich nach dem Tode, da er das Leid auf der Welt und den Umgang der Menschen untereinander nicht mehr ertragen kann. Er hat nur noch einen Wunsch. Er war noch nie in einem Kino und möchte einmal einen Film sehen. Die Wärter erfüllen ihm diesen Wunsch und arrangieren für ihn eine Privatvorführung im Hinrichtungsraum. Gezeigt wird der neueste Fred-Astaire-Film Ich tanz’ mich in dein Herz hinein (Englischer Titel: Top Hat) mit dem berühmten Lied Cheek to Cheek. Am Tage darauf wird John Coffey hingerichtet. Dies wird die letzte Hinrichtung für Paul und seine Kollegen sein, da diese darum bitten, versetzt zu werden.

Paul Edgecomb kann nicht vergessen, „eines von Gottes wahren Wundern“ getötet zu haben. Er und die von Coffey geheilte Maus Mister Jingles durchleben ein unnatürlich langes Leben, dessen Ende auch zum Schluss des Filmes nicht eintritt als er schon 108 Jahre alt ist. Paul sieht sein langes Leben als Strafe und fragt sich fortwährend: Wenn John Coffey einer Maus ein derart langes Leben ermöglichen konnte, wie lange wird er selbst dann leben?

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Frank Darabont gelang mit einer hervorragenden Besetzung - allen voran Tom Hanks als Oberaufseher - nach "Die Verurteilten" erneut eine sensible, ruhig erzählte Verfilmung eines Romans von Bestseller-Autor Stephen King. Er baut hier eine dichte Atmosphäre rund um den Todestrakt auf, zeigt eindrucksvoll das Leben einer kleinen Gruppe, die ständig mit dem Tod konfrontiert ist. Dank der Darsteller, der Ausstattung und der Kamera ist dies trotz kleiner Unstimmigkeiten in der Story ein rundum gelungenes Werk.“

prisma.de[2]

„Die erste Hälfte [...] vergeht mit banalen Alltagsschilderungen und grob geschnitzten Typisierungen. Auch wenn das episodenhafte Reiben von Guten und Bösen nie stockt, so drängt es sich nicht eben auf für eine epische Inszenierung auf engstem Raum. Ihre ersehnte Wendung erreicht die Geschichte, als der schwarze Hüne John Coffey (eine mimische Naturgewalt: Michael Clarke Duncan) von Kräften Gebrauch macht, die das bittersüße Gleichgewicht von Leben und Tod im Hinrichtungstrakt ins Wanken bringt. [...] Man kann die kommenden Konflikte existenziell und spirituell nennen - wenn aber das Schwirren der Geigen, das Schwelgen in Slow Motion und die patentierte Kummermiene von Herrn Hanks volle Kraft voraus auf die Tränendrüsen zielen, dann drängt sich nur noch ein Wort auf: Edelkitsch.“

cinema.de[3]

„Regisseur Frank Darabont, der bereits mit „Die Verurteilten“ nach einer King-Vorlage überzeugte, bietet mit „The Green Mile“ Kino zwischen Anspruch und Unterhaltung mit atmosphärisch dichten, intensiven Bildern. Der ausgezeichneten Darstellerriege gelingt es, souverän das religiöse Pathos zu überspielen. Das hervorragende Drehbuch fügt die Geschichte am Ende überraschend zusammen.“

filmstarts.de[4]

„Der extrem breit angelegte Film widersetzt sich zwar erfolgreich der hektischen Dramaturgie des heutigen Hollywoods, versteht die metaphysische Komponente jedoch nicht zu mehr als emotionaler Ergriffenheit zu nutzen.“

Lexikon des internationalen Films[5]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Darsteller von John Coffey, Michael Clarke Duncan, war mit seiner Größe von 1,96 m nicht bedeutend größer als die Darsteller der Gefängniswärter Tom Hanks (1,85 m), David Morse (1,93 m) und kleiner als James Cromwell (2,01 m). Unter anderem wurden verschiedene Kamerawinkel genutzt, um die Illusion von John Coffey als Riesen zu erzeugen.
  • Über die Lautsprecher im Altenheim wird beruhigende Musik gespielt, es handelt sich um Charmaine von Mantovani. Dieses Stück hört man auch im Sanatorium von Einer flog über das Kuckucksnest.
  • Die Altersfreigaben sind bei diesem Film von Land zu Land sehr verschieden. So ist er in Deutschland ab 12 Jahren, in den USA ab 17 und in Großbritannien beispielsweise erst ab 18 Jahren freigegeben.
  • In diesem Film trifft Tom Hanks wieder auf seine Schauspielkollegen Gary Sinise, der in Forrest Gump Lt. Dan Taylor verkörperte, und Barry Pepper, der in Der Soldat James Ryan den Scharfschützen Private Jackson spielte.

Synchronsprecher [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synchronsprecher für die deutsche Fassung:[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscarverleihung 2000

Golden Globe Awards 2000

Screen Actors Guild Awards 2000

Saturn Awards 2000

Satellite Awards 1999

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Green Mile (1999). IMDb. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  2. The Green Mile auf prisma.de
  3. The Green Mile auf cinema.de
  4. The Green Mile auf filmstarts.de
  5. The Green Mile im Lexikon des internationalen Films
  6. synchronkartei.de: The Green Mile. Abgerufen am 19. September 2015.