Carrie (2013)

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Film
Deutscher Titel Carrie
Originaltitel Carrie
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
JMK 14[2]
Stab
Regie Kimberly Peirce
Drehbuch Lawrence D. Cohen
Roberto Aguirre-Sacasa
Produktion Kevin Misher
Musik Marco Beltrami
Kamera Steve Yedlin
Schnitt Lee Percy
Nancy Richardson
Besetzung
Synchronisation

Carrie ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2013 und eine Neuverfilmung des gleichnamigen Romans von Stephen King aus dem Jahr 1974. Die Regie führte Kimberly Peirce, das Drehbuch schrieben Roberto Aguirre-Sacasa und Lawrence D. Cohen. Die Hauptrolle der Carrie spielt Chloë Grace Moretz. Der Film kam am 18. Oktober 2013 in die amerikanischen und am 5. Dezember 2013 in die deutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Margaret White, eine fanatisch-religiöse Frau, bringt zu Hause ein kleines Mädchen zur Welt. Angewidert von der Sünde, in der sie das Kind empfangen hat, will sie das Neugeborene töten, wird aber im letzten Moment davon abgehalten.

Mit 16 Jahren ist Carrie ein schüchternes Mädchen. Sie wird nicht nur von ihrer Mutter unterdrückt und gedemütigt, sondern ist auch an der High School Mobbing und Quälerei ausgesetzt. Als sie eines Tages nach dem Sport unter der Dusche bemerkt, dass ihre Hände voller Blut sind, weiß sie nicht, dass dies ihre erste Menstruation ist. In hysterischer Angst schreit sie um Hilfe, doch ihre Mitschülerinnen lachen sie aus und nehmen ein Handy-Video von ihr auf, in dem sie die am Boden liegende Carrie mit Tampons bewerfen und verspotten.

Nach und nach entdeckt Carrie telekinetische Kräfte an sich und fängt durch diese neugewonnenen Fähigkeiten an, sich gegen ihre fanatisch-religiöse Mutter zur Wehr zu setzen, die ihr praktisch das gesamte Leben verbietet, um sie vor der sündigen Welt zu schützen.

Ihre Mitschülerin Sue Snell bereut die Aktion mit dem Handy-Video sehr, an der sie sich anfangs beteiligt hat. Als Wiedergutmachung überredet sie ihren attraktiven und sehr beliebten Freund Tommy Ross, Carrie zum Abschlussball einzuladen, was er nach etwas Zureden auch gern tut. Carrie vermutet dahinter zunächst einen weiteren Streich, doch dann nimmt sie seine Einladung an. Dazu muss sie sich gegen ihre Mutter durchsetzen, die sie aus Angst vor weiterem Spott oder gar Vergewaltigung nicht gehen lassen will. Auf dem Ball zeigt sich Tommy als freundlicher und einfühlsamer Gesellschafter, so dass Carrie trotz ihrer Schüchternheit und Angst den Abend zu genießen beginnt.

Chris, das beliebteste Mädchen der Schule, wurde wegen des Handy-Videos vom Ball ausgeschlossen. Aus Rache hat sie mit ihrem Freund Billy einen geschmacklosen Streich für Carrie vorbereitet: Sie hängen einen Eimer mit Schweineblut über die Bühne und manipulieren dann bei der Wahl zu Ballkönig und -königin die Wahlzettel, sodass Carrie und Tommy gewinnen. Bei der Zeremonie der Sieger kippen sie das Schweineblut über Carrie aus und lassen dazu auf der Großleinwand das Handy-Video laufen. Die meisten Ballbesucher lachen.

Es kommt zur Katastrophe, als der leere Eimer auch noch auf die Bühne fällt und Tommy erschlägt. Carrie ist über Tommys Tod und das Gelächter so wütend, dass sie per Telekinese die Türen versperrt, Brände erzeugt und damit ein tödliches Blutbad unter ihren Mitschülern und vor allem Chris’ Freundinnen anrichtet. Dann verhindert sie, dass Chris und Billy mit dem Auto davonfahren, und als diese dann auf Carrie zufahren, um sie zu töten, bringt sie das Auto zum Stehen. Beim Aufprall kommt Billy um. Chris bleibt im Gurt gefangen und wird von Carrie gewürgt, versucht erneut, Carrie zu überfahren, doch Carrie hebt das Auto hoch und lässt es dann in eine Tankstelle fahren, wo Chris’ Gesicht die Windschutzscheibe durchschlägt, woran Chris stirbt. Dann geraten Wagen und Tankstelle in Brand.

Nach diesem Blutbad kehrt Carrie verzweifelt nach Hause zurück und möchte sich bei ihrer Mutter ausweinen, doch diese ist nun entschlossen, ihre Tochter, in der sie nur noch eine Ausgeburt der Sünde sieht, zu töten. In Notwehr tötet Carrie ihre Mutter mit fliegenden Messern und Scheren, bereut dies jedoch sofort und versucht dann, das Haus zum Einsturz zu bringen, um sich und ihre Mutter zu begraben. In dem Moment eilt ihre Freundin Sue herbei. Sue ist bewusst, dass Carrie ein gutes Herz hat und nur die über Jahre aufgebaute Wut sie zu solchen Taten gebracht haben kann. Aus Dankbarkeit dafür, dass Sue als Einzige wahre Reue empfindet, offenbart Carrie ihr, dass sie mit einem Mädchen schwanger ist, was Sue noch nicht weiß. Dann lässt sie sie aus dem einstürzenden Haus in Sicherheit schweben, bevor das Haus in Trümmer versinkt und Carrie unter sich begräbt.

Vor Gericht sagt Sue aus, dass Carrie zwar übersinnliche Kräfte besessen habe, aber letztlich ein normales Mädchen mit Träumen und Sehnsüchten war und unter dem endlosen Spott entsetzlich gelitten haben muss. Dann besucht sie Carries bereits geschändetes Grab und hinterlegt dort eine weiße Rose. Kurz darauf hört man Carrie schreien, und ihr Grabstein reißt mitten durch.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation übernahm die Interopa Film GmbH in Berlin. Dialogregie führte Sven Hasper.[3]

Darsteller Rolle Synchronsprecher
Chloë Grace Moretz Carrie White Luisa Wietzorek
Julianne Moore Margaret White Petra Barthel
Gabriella Wilde Sue Snell Jodie Blank
Ansel Elgort Tommy Ross Raúl Richter
Zoë Belkin Tina Esra Vural
Portia Doubleday Chris Hargensen Magdalena Turba
Alex Russell Billy Nolan Michael Deffert
Demetrius Joyette George Dawson Ricardo Richter
Max Topplin Jackie Julius Jellinek
Kyle Mac Kenny Roland Wolf
Judy Greer Ms. Desjardin Bianca Krahl
Jefferson Brown Mr. Ulmann Sven Hasper
Hart Bochner Mr. Hargensen Peter Flechtner
Barry Shabaka Henley Principal Morton Axel Lutter

Alternatives Ende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alternativen Ende, das auf der Blu-ray Disc in Originalsprache erschienen ist, besucht Sue das Grab Carries und ihrer Mutter und legt eine Rose auf den Grabstein. In der nächsten Einstellung liegt sie auf der Entbindungsstation des Krankenhauses, um ihr Kind zur Welt zu bringen. Aber sie merkt, dass etwas bei dieser Geburt nicht normal verläuft, und es zeigen sich einige telekinetische Anzeichen an den Leuchten und an der Anzeige des EKGs. Als sie kurz Luft holt, greift eine blutige Hand, die Carries’ ähnelt, aus ihrer Scheide heraus und will Sue etwas antun. Jedoch ist es ein Traum, aus dem Sue schreiend erwacht, woraufhin ihre Mutter versucht, sie zu beruhigen. Sue hat Schmerzen und die Geburt ihres Kindes steht bevor.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2011 gaben MGM und Screen Gems bekannt, an einer Neuverfilmung des King-Romans zu arbeiten. Roberto Aguirre-Sacasa wurde damit beauftragt, ein Drehbuch zu schreiben, das sich näher an der Buchvorlage orientieren sollte als der Film von 1976. Aguirre-Sacasa hatte zuvor bereits Kings The Stand als Comicreihe umgesetzt.[4]

Im März 2012 wurde die Rolle der Carrie Chloë Grace Moretz angeboten,[5] die sie annahm, nachdem sie gehört hatte, dass Kimberley Peirce Regie führen würde.[6] Moretz bezeichnete Carrie als ihre Lieblingsrolle, da sie emotional bislang am herausforderndsten zu spielen war.[7]

Die Dreharbeiten mit einem Budget von ca. 30 Millionen US-Dollar fanden zwischen dem 28. Juni und dem 7. September 2012 unter anderem in den Pinewood Toronto Studios in Ontario statt. Das Einspielergebnis in den US-Kinos beträgt 35 Millionen Dollar. Weltweit spielte Carrie in der Kinoauswertung 85 Millionen Dollar ein.

Durch DVD- und Blu-ray-Verkäufe wurden in den ersten drei Wochen etwa sieben Millionen Dollar eingespielt.[8]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film stieß auf eine gemischte Resonanz. Auf der Seite Rotten Tomatoes wird der Film, basierend auf 186 ausgewerteten Kritiken, mit 50 % bewertet. Zusammenfassend heißt es:[9]

„It boasts a talented cast, but Kimberly Peirce’s “reimagining” of Brian De Palma’s horror classic finds little new in the Stephen King novel – and feels woefully unnecessary.“

„Der Film hat ein talentiertes Ensemble, aber Kimberly Peirces „Neuinterpretation“ von Brian de Palmas Horrorklassiker kann Stephen Kings Roman nicht viel Neues entlocken – und fühlt sich schrecklich unnötig an.“

In vielen Rezensionen wurde der Film zu seinen Ungunsten mit Brian De Palmas Version verglichen. So schreibt zum Beispiel Spiegel Online:

„Kimberly Peirces Film ist genau an diesen Stellen immer noch unheimlich. Aber auch damit kann sie nicht beantworten, was sie mit ihrer Arbeit eigentlich im Sinne hatte. Eine Neuinterpretation? Die wäre grandios gescheitert. Ein Spiel aus Zitaten und Verweisen? Dafür hätte es mehr gebraucht, als De Palmas Duschszene bis in einzelne Einstellungen exakt nachzudrehen. Peirces bislang bekanntester Film war das Transgender-Drama Boys Don’t Cry aus dem Jahre 1999, und man durfte gespannt sein, wie sie einer Geschichte, die auch von weiblicher Selbstermächtigung erzählt, neues Leben einhaucht. Doch davon ist in ihrem neuen Film leider nichts zu sehen.“

Allerdings bekam er im Zusammenhang mit dem modernen, düstereren Stil auch positive Kritik, wie auf Kino.de:

Boys Don’t Cry-Regisseurin Kimberly Peirce modernisiert Brian De Palmas Horrorklassiker von 1976 mit zeitgemäßen CGI-Effekten. Dabei geht sie respektvoll und vorlagentreu an die Vorlage von Stephen King, kann der Teen-Tragödie aber ihren eigenen Stempel aufdrücken. Hauptdarstellerin Chloe Grace Moretz profiliert sich als Racheengel, und Julianne Moore glänzt in der Rolle der Monster-Mama. In schmutzig-dunklen Farbtönen gefilmt, bietet dieses Remake einer neuen Generation eine ausgeprägt feminine Perspektive.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde für zwei Fright Meter Awards (2013) nominiert. Er wurde ebenfalls sowohl mit einem Saturn Award (2014) ausgezeichnet, als auch für einen nominiert. Zusätzlich wurde er für einen People´s Choice Award (2014) und einen Jupiter Award (2014) nominiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Carrie. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, November 2013 (PDF; abgerufen am 5. Januar 2018).
  2. Alterskennzeichnung für Carrie. Jugendmedien­kommission.
  3. Carrie. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 1. April 2020.
  4. Borys Kit: MGM, Screen Gems Team for ‘Carrie’ Remake. In: The Hollywood Reporter. 19. Mai 2011, abgerufen am 9. Dezember 2013.
  5. Mike Fleming: MGM Formally Offers Lead Remake Of Stephen King’s ‘Carrie’ To Chloe Moretz. Deadline Hollywood, 27. März 2012, abgerufen am 9. Dezember 2013.
  6. „Chloe Grace Moretz celebrates 16th birthday with star-studded bash“ (Memento des Originals vom 2. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.abc2news.com. WMAR-TV-ABC News.
  7. Chloë Grace Moretz mentions her top 3 favorite characters. In: YouTube. premiere.com.mx, 16. November 2013, abgerufen am 9. Dezember 2013.
  8. The Numbers: Carrie: Video Sales, (englisch), abgerufen am 1. Dezember 2014.
  9. Carrie. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 3. März 2022 (englisch).