Running Man

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Dieser Artikel behandelt den Film. Zur südkoreanischen Fernsehsendung siehe Running Man (Fernsehserie).
Filmdaten
Deutscher Titel Running Man
Originaltitel The Running Man
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1987
Länge 96 (gekürzt 90) Minuten
Altersfreigabe FSK 18
Stab
Regie Paul Michael Glaser
Drehbuch Steven E. de Souza
Produktion Tim Zinnemann
Georg Linder
Musik Harold Faltermeyer
Kamera Thomas Del Ruth
Schnitt Mark Warner
Edward A. Warschilka
John Wright
Besetzung

Running Man ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1987. Ihm dient der Roman Menschenjagd von Stephen King als Grundlage, jedoch weicht die Filmhandlung sehr stark von der des Romans ab.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2017 ist die Weltwirtschaft zusammengebrochen, Güter wie Öl und Nahrungsmittel sind Mangelware. Die einstigen Freiheiten Amerikas existieren nicht mehr, da die Landesgrenzen abgeriegelt sind und aus dem Land ein Polizeistaat geworden ist, der Filme, Kunst, Literatur und Kommunikation zensiert. Die Regierung versucht durch eine Reihe von Fernsehsendungen, das Bedürfnis der Menschen nach Freiheit zu unterdrücken. Die populärste dieser Sendungen, in der verurteilte Kriminelle um ihr Leben spielen, ist The Running Man. Der Titel bezieht sich auf das Prinzip der Sendung, da die Mitspieler von professionellen Menschenjägern gejagt werden und dafür keine technischen Hilfsmittel an die Hand bekommen. Das Spiel wird in einem Gebiet in Los Angeles ausgetragen, das im Film bereits nach einem starken Erdbeben im Jahr 1997 unbewohnbar wurde. Das Gebiet, im Film "Spielzone" genannt, ist in Sektionen unterteilt, in denen einzelne Jäger ihr Spezialgebiet haben, womit sie den normalen Mitspielern haushoch überlegen sind. Das Geschehen wird permanent von überall in der Spielzone aufgestellten Kameras ins Fernsehen übertragen. Moderiert wird die "Show" vom zynischen Moderator Damon Killian, der auch der Erfinder und ausführender Produzent der Sendung ist. Als Preis für das Überleben aller Sektionen werden Freiheit und ein Leben im Luxus in Aussicht gestellt.

Eines Nachts weigert sich der Staatspolizist und Helikopterpilot Ben Richards, auf unbewaffnete Zivilisten zu schießen, die auf der Suche nach Nahrung an einer Protestaktion beteiligt sind. Noch während des Fluges wird er von seinen Kameraden nach kurzem Kampf festgenommen, welche anschließend den Schießbefehl ausführen. Durch manipulativ geschnittene Szenen des Einsatzes stellt die Regierung Richards in den Medien als Schuldigen für das spätere Massaker an diesen Menschen hin und sperrt ihn wegen Gehorsamsverweigerung ins Gefängnis. Richards schließt sich mit seinen Mitgefangenen zur Flucht zusammen; sie schaffen es, den Code ihrer Sicherheitshalsbänder, die bei einer Flucht aus dem Gefängnis explodieren, zu knacken und in die Slums der Stadt zu entkommen.

Wieder in Freiheit, versucht Richards Kontakt mit seinem Bruder aufzunehmen. In dessen ehemaliger Wohnung trifft er jedoch stattdessen die Fernseh-Komponistin Amber Mendez, die ihm von der Verhaftung seines Bruders erzählt. Als er sie kidnappt und mit ihr nach Hawaii fliehen will, informiert sie auf dem Flughafen die Sicherheitskräfte, was zu einer Jagd durch den Flughafen und zu Richards' Gefangennahme führt. Richards wird gemeinsam mit zwei anderen Teilnehmern – William Laughlin und Harold Weiss, mit denen er aus dem Gefängnis ausgebrochen war – zur Teilnahme an The Running Man gezwungen. Kilian schickt die unfreiwilligen Teilnehmer mit einem Raketenschlitten in das Jagdgebiet. Desgleichen wird Amber später dazugeworfen, nachdem sie hinter die Machenschaften des Fernsehens gekommen ist und Beweise für Richards Unschuld sammeln wollte. Auf der Jagd werden Laughlin und Weiss getötet, Richards jedoch erledigt jeden seiner Jäger, was ihm nach und nach die Sympathie der Zuschauer einbringt.

Killian, beeindruckt von Richards' Fähigkeiten, bietet diesem unterdessen an, von seinen Verbrechen rehabilitiert zu werden, wenn er fortan für seine Show als Jäger arbeitet. Richards lehnt ab, woraufhin Killian eine gefälschte "LIVE"-Übertragung senden lässt, in der Richards von Captain Freedom, einem Jäger-Veteranen getötet wird, um die weiter gestiegenen Sympathien für Richards zu ersticken.

Richards und Amber begegnen schließlich einer Untergrundbewegung unter der Führung des charismatischen Mic, die den korrumpierten Staatsapparat bekämpft, und schließen sich ihr an. Amber ist es gelungen, die Beweise für Richards' Unschuld mit sich ins Jagdgebiet zu schmuggeln und hat von Weiss vor dessen Tod den geknackten Satellitenverbindungscode für die Sendeanstalt erhalten. Damit gelingt es der Widerstandsgruppe, die Wahrheit bzw. die Lügen hinter Running Man öffentlich zu machen. Während dieser Übertragung stürmen Richards und Amber mit einer Kommandogruppe die Fernsehzentrale, um Gegenmaßnahmen zu verhindern. Schließlich fällt Killian Richards in die Hände, der ihn - noch immer von den Kameras gefilmt - in den Raketenschlitten befördert und diesen startet, woraufhin dieser unkontrolliert losrast und schließlich explodiert. Zusammen mit Amber feiert Richards den Anbruch einer neuen, freieren Ära.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film basiert auf dem Buch Menschenjagd von Stephen King, das dieser unter dem Pseudonym Richard Bachman schrieb. Allerdings haben Buch und Film nur den Namen der Hauptfigur und das Konzept der TV-Show gemeinsam. Während Ben Richards im Film keine Familie hat und zur Strafe für seine Befehlsverweigerung zur Teilnahme an der Show gezwungen wird, so macht er es im Buch freiwillig, um seiner kranken Tochter einen Arzt und Medizin bezahlen zu können. Darüber hinaus ist er im Buch kein Polizist, sondern ein erwerbsloser Arbeiter.

Auch die Show selbst unterscheidet sich:

Im Film findet das Ganze in einer aus mehreren Ebenen bestehenden Arena statt, im Buch hingegen dient das ganze Land als Spielzone und ist ansonsten nicht flächenmäßig begrenzt. Die Show dauert im Film lediglich einige Stunden, wohingegen der Gejagte im Buch einen ganzen Monat überleben muss.

Des Weiteren stirbt Richards am Ende des Buches, als er schwer verletzt ein entführtes Flugzeug in den Wolkenkratzer der Fernsehanstalt steuert. Auch hat er es nicht geschafft, über die gesamte Spielzeit hinweg nicht von den Jägern gefasst zu werden. Der Film hingegen hat ein Happy End.

Für den Film gibt es zwei unterschiedliche deutsche Synchronisationfassungen. Einmal die Original-Kinosynchronisation und eine spätere Neusynchronisation mit teilweise identischen Sprechern. In Deutschland ist der Film in beiden Synchronfassungen, geschnitten und ungeschnitten auf VHS, DVD und weiteren Medien veröffentlicht worden. Am 28. Februar 1989 wurde der Film von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert. Im Januar 2014 wurde die Indizierung aufgehoben.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988 gewann der Film einen Saturn Award in der Kategorie Bester Nebendarsteller (Richard Dawson); Nominierungen gab es in den Kategorien Bestes Kostüm und Bester Science-Fiction-Film.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Temporeich, aber die Medienkritik läuft ins Leere.“

TV Spielfilm[2]

„Der bunte Reißer kritisiert Gewaltgeilheit, befriedigt sie aber selbst. […] Scheinheilige Gewaltsatire im Eighties-Stil.“

Cinema[3]

„Ein zynischer Actionfilm, der die wenigen Ansätze zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Missbrauch der Medien durch seine grelle Inszenierung verschenkt.“

Lexikon des internationalen Films[4]

„‚Running Man‘ ist nette Action-Unterhaltung – keine Frage. […] Zweifelsohne hätte das Szenario allerdings mehr hergegeben. Diese Science-Fiction-Action mit mehr Gesellschaftskritik anzureichern, hätte dem Film gut getan. Jedoch kommt diese nur ganz am Rande vor und tritt im gesamten Mittelteil praktisch gar nicht auf. Jedoch reicht es für einen gehobenen Mittelklasse-Film allein dank der Action im Charme der 80er Jahre. Der Ausgang der Jagd ist gleichsam vorhersehbar, wie ausgezeichnet inszeniert.“

filmstarts.de[5]

„Running Man ist ein Film mit 80er Jahre Action-Film-Charme, der durchaus sehenswert ist.“

Kinofilmer.de[6]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arnold Schwarzenegger und Wrestler Jesse Ventura sind auch privat befreundet und waren ebenfalls gemeinsam in Predator zu sehen. Beide sollten später außerdem das Amt eines US-Gouverneurs bekleiden.
  • Mick Fleetwood (Mic) ist der Kopf der Rockband Fleetwood Mac
  • Sven Ole Thorsen (Sven) ist ein Freund Schwarzeneggers aus gemeinsamen Bodybuilder-Tagen und wirkte in mehreren seiner Filme in kleineren Nebenrollen sowie als Stuntman mit. Ebenso gründete er mit Schwarzenegger die Bodybuildingvereinigung in Santa Monica, Kalifornien.
  • Charles Kalani, jr. (Subzero) wird im Abspann mit seinem Künstlernamen Professor Toru Tanaka geführt, unter dem er in den 1960er und -70er Jahren große Erfolge im US-Wrestling feierte.
  • Erland van Lidth (Dynamo), ebenfalls Wrestler, singt während seiner Jagd auf Ben und Amber Teile von Mozarts Oper Figaros Hochzeit sowie Wagners Walkürenritt und war tatsächlich ausgebildeter Opernsänger.
  • Der gefälschte Zusammenschnitt des Bakersfield-Massakers unterscheidet sich bei jeder im Film zu sehenden Vorführung geringfügig in Dialog und Kameraperspektive.

Filmfehler (Auszug) [7][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sowohl während des Gefängnisausbruchs bei Öffnen der „Todeszone“ als auch später im Film am Tastenfeld einer Sicherheitstür reagiert der Computer bereits nach Eingabe der ersten bzw. zweiten Zahl des eigentlich mehrstelligen Sicherheitscodes und öffnet die Tür bzw. deaktiviert die Todeszone.
  • In der Szene, in der Richards und seine Mitstreiter nach dem Ausbruch in die Stadt gelangen und auf einem großen Schirm ein Spot zu The Running Man läuft, werden darin Szenen gezeigt, die erst später kommen. Grund dafür soll gewesen sein, dass Regisseur Paul Michael Glaser keine Lust hatte, nochmal neues Material zu drehen und einfach bereits vorhandenes dafür verwendete.
  • Als Subzero der Stacheldraht um den Hals gewickelt wird, ist deutlich zu sehen, dass das Blut aus einer Vorrichtung aus seinen Handschuhen spritzt, statt aus seinem Hals.
  • Buzzsaws Kettensäge schneidet sich angeblich durch alle Materialien, was er bei seiner Vorstellung auch an einem Metallpfahl demonstriert. Später beim Kampf gegen Richards kann dieser jedoch einen Schlag mit der Säge mit einer deutlich dünneren Metallstange abwehren, ohne dass diese zerstört wird.
  • Unmittelbar bevor Richards Killian in den Raketensitz befördert, sind die Hand- und Fußfesseln an diesem noch geschlossen. Als Killian jedoch im Sitz landet, sind sie plötzlich geöffnet und schließen sich dann um seine Gelenke.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. schnittberichte.com, abgerufen am 31. Januar 2014
  2. Running Man auf tvspielfilm.de
  3. Running Man auf cinema.de
  4. Running Man im Lexikon des internationalen Films
  5. Running Man auf filmstarts.de
  6. Running Man auf kinofilmer.de
  7. pauService GmbH: Running Man, The (1987) - Filmfehler. In: DieSeher.de. Abgerufen am 1. Juni 2016.