HK416

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HK416
HK416
Allgemeine Information
Zivile Bezeichnung: HK416
Militärische Bezeichnung: G38
Entwickler/Hersteller: Heckler & Koch/ Heckler & Koch
Herstellerland: DeutschlandDeutschland Deutschland
Produktionszeit: seit Februar 2005
Modellvarianten: siehe Modellvarianten
Waffenkategorie: Sturmgewehr
Technische Daten
Kaliber: 5,56 × 45 mm NATO
Mögliche Magazinfüllungen: 10, 20 oder 30 Patronen
Munitionszufuhr: Kurvenmagazin
Kadenz: ca. 850[1] Schuss/min
Feuerarten: Einzel-, Dauerfeuer, Feuerstoß
Anzahl Züge: 6
Drall: rechts; 177,8 mm
Visier: offene Visierung
Montagesystem: Picatinny-Schiene
Verschluss: Drehkopfverschluss
Ladeprinzip: Gasdrucklader
Listen zum Thema

Das HK416 ist ein Sturmgewehr des Waffenherstellers Heckler & Koch. Die deutsche beschaffungsbehördliche Bezeichnung ist G38.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Waffe ist ein Nachfolger des eingestellten Projektes XM8. Sie wurde als Ersatz für die M16- und M4-Gewehre konzipiert.

Die Idee für diese Waffe entstand bei Heckler & Koch nach der Überarbeitung des britischen Waffensystems SA80 der Royal Small Arms Factory, zu einer Zeit, als beide Unternehmen zum Konzern British Aerospace/Royal Ordnance gehörten. Die Entwicklung und die Erprobung fanden in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Spezialeinheit Delta Force statt.

Der ursprüngliche Name der Waffe war „HK M4“ – vermutlich eine Anspielung auf das M4. Nach einer Klage von Colt Defense wurde das Gewehr in „HK416“ umbenannt – eine erneute Anspielung sowohl auf das M4 als auch auf das M16.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funktionsweise des Impulskolbens am Beispiel eines AR-15

Beim HK 416 handelt es sich um einen Gasdrucklader mit kurzem Hub und Drehkopfverschluss. Bei diesem System wird der zum Entriegeln des Drehkopfverschlusses notwendige Impuls an der Gasentnahmebohrung am Lauf abgenommen und von einem Impulskolben an den Verschluss übertragen. Daher kommt es kaum zu Verschmutzungen der Mechanik durch Pulvergase und Verbrennungsrückstände, was die Funktionssicherheit gegenüber Systemen mit direkter Beaufschlagung des Verschlußträgers wie dem M16 deutlich verbessert. Der Rückstoß wird durch dieses Kolbensystem jedoch geringfügig erhöht und der Lauf kann nicht vollständig frei schwingen. Die Waffe verfügt über einen kaltgehämmerten Lauf. Der Vorderschaft ist mit vier ringsum angeordneten Picatinny-Schienen zur Aufnahme von Zubehör ausgestattet.

Die Schulterstütze ist um etwa 10 Zentimeter einschiebbar, so dass die Waffe an die Armlänge des Schützen angepasst werden kann oder in räumlich enger Umgebung weniger hinderlich ist.

Für die Waffe sind auf Wunsch beidseitige Bedienelemente, ein Druckpunktabzug sowie weitere Lauflängen lieferbar. Unter dem Lauf kann der 40-mm-Granatwerfer AG36 befestigt werden.

Einen zusätzlichen wirtschaftlichen Anreiz, diese Waffe zu beschaffen, bietet Heckler & Koch mit dem sogenannten „Minimum Upgrade Package“. Hierbei werden bestehende Komponenten anderer Sturmgewehre integriert.[3] So ist es beispielsweise möglich, die Schulterstütze eines M4 mitsamt der Abzugsgruppe zu übernehmen, während der Rest der Waffe durch die Technik des HK416 ersetzt wird.[4]

Zuverlässigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des Jahres 2007 unterzog das US-Militär das HK416 einem intensiven Staub- und Sandtest. Hintergrund dieser Testreihe war die Ankündigung der US-Army, die veralteten und in bestimmten Situationen unzuverlässigen M4-Gewehre bis einschließlich 2009 auch weiterhin für die Truppen im Irak und Afghanistan zu beschaffen. Das amerikanische Repräsentantenhaus ordnete daraufhin diese Testreihe an, an der auch die Mitkonkurrenten FN SCAR und HK XM8 teilnahmen, um die Verlängerung der M4-Beschaffung zu unterbinden.[5]

In den Testergebnissen belegte das HK416 mit 233 Ladehemmungen bei insgesamt 60.000 Schuss aus 10 verschiedenen Waffen hinter dem HK XM8 (127 Ladehemmungen) und dem FN SCAR (226 Ladehemmungen) den dritten Platz. Alle drei Gewehre erwiesen sich damit als weitaus zuverlässiger als das M4 mit 882 Ladehemmungen.[6]

Modellvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein norwegischer Soldat mit dem HK416N in Afghanistan
Ein Soldat der U.S. Army Asymmetric Warfare Group mit einem HK416 D14.5RS (Vordergrund) im Juni 2006, während des Irak-Krieges
Ein schallgedämpftes D10RS im Dienst der polnischen Einheit GROM bei einer Pressedemonstration im Mai 2011

Es gibt fünf Varianten des HK416:

Variante Gesamtlänge[A 1] mm Lauflänge mm Höhe mm Breite mm Gewicht[A 2] kg
HK416 D10RS 797 (701) 264 240 78 3,02 (3,64)
HK416 D14.5RS 900 (804) 368 3,49 (4,11)
HK416 D16.5RS 951 (855) 419 3,56 (4,18)
HK416 D20RS 1037 (941) 505 3,855 (4,475)
HK416C 690 (560) 228 236 2,95 (3,57)
  1. Gesamtlänge: Schulterstütze ausgezogen (Schulterstütze eingeschoben)
  2. Gewicht: ohne Magazin (mit vollem Magazin)

Das HK417 ist eine HK416-Variante im Kaliber 7,62 × 51 mm

Lizenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzerstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: HK416 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. heckler-koch.com
  2. a b Jan-Phillipp Weisswange: Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen der Bundeswehr: Geschichte, Taktik, Technik. 2. Auflage. Mittler, Hamburg / Berlin / Bonn 2014, ISBN 978-3-8132-0951-8.
  3. heckler-koch.de
  4. youtube.com
  5. M4 to face new rifles in dust-chamber test. Abgerufen am 2. Januar 2011 (englisch).
  6. Newer carbines outperform M4 in dust test. Abgerufen am 2. Januar 2011.
  7. a b c d e VISIER-Special 67 Infanterie heute und morgen. 1. Auflage. VS Medien, ISBN 978-3-9813948-9-4, S. 21.
  8. Richard Lloyd Bentz: MKEK stellt neues türkisches Infanteriegewehr „Mehmetcik-1“ vor. In: Strategic Eurasia. Januar 8, 2008, abgerufen am 10. September 2011.
  9. Steve Johnson: The new Turkish MKEK Mehmecik MPT-76 National Rifle - The Firearm Blog. In: The Firearm Blog. 12. Mai 2014, abgerufen am 27. September 2016 (englisch).
  10. Ian Kemp,: A New 5.56mm Generation or a Changing of the Guard? Asian Military Review, 2009, archiviert vom Original am 16. September 2009, abgerufen am 4. April 2012 (PDF).
  11. opex360.com, eingesehen am 10. April 2009
  12. 101 000 H&K pour l'armée française - Journal Les Sentinelles - Actualité sécurité et défense. Abgerufen am 11. September 2016.
  13. BFM BUSINESS: Quand l'armée française opte pour le « made in Germany ». Abgerufen am 11. September 2016 (fr-fr).
  14. n-tv.de, eingesehen am 23. September 2016
  15. kopral68.multiply.com
  16. Marhalim Abas: DSA 2010 Part III. In: Malaysian Defence. 23. April 2010. Abgerufen am 25. Mai 2010.
  17. altair.com.pl
  18. Army takes HK416s from special unit. Abgerufen am 2. Januar 2011.
  19. Andre M. Dall’au: NASA ERT: Spaceport Protectors. Tactical Life, abgerufen am 23. Mai 2010.
  20. IAR What IAR: The USMC’s SAW Substitution
  21. marinecorpstimes.com