Ermershausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ermershausen
Ermershausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ermershausen hervorgehoben

Koordinaten: 50° 12′ N, 10° 38′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Haßberge
Verwaltungs­gemeinschaft: Hofheim in Unterfranken
Höhe: 339 m ü. NHN
Fläche: 9,21 km2
Einwohner: 560 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96126
Vorwahl: 09532
Kfz-Kennzeichen: HAS, EBN, GEO, HOH
Gemeindeschlüssel: 09 6 74 223
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Obere Sennigstraße 4
97461 Hofheim i.UFr.
Website: www.vghofheim.de
Bürgermeister: Günter Pfeiffer[2] (Freie Wähler Ermershausen)
Lage der Gemeinde Ermershausen im Landkreis Haßberge
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Über dieses Bild
Ermershausen von Südwesten

Ermershausen im Landkreis Haßberge ist die kleinste Gemeinde Unterfrankens.

Bundesweite Publizität als "das Rebellendorf" erreichte Ermershausen 1978, als es sich der Eingemeindung nach Maroldsweisach – zunächst erfolglos – verweigerte.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Naturpark Haßberge. Der Ort grenzt unmittelbar an den Freistaat Thüringen (Schweickershausen im Landkreis Hildburghausen).

Durch Ermershausen fließt der etwa acht Kilometer lange Bach Ermetz. Dieser entspringt in der Au nördlich des Dorfes im Grenzgebiet zu Thüringen und mündet bei Sulzbach in die Baunach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Schweickershausen, Maroldsweisach und Sulzdorf an der Lederhecke.[3] Durch Ermershausen verläuft die Bundesstraße 279 als Hauptstraße.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Gemeindeteile sind:[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ermershausen wurde erstmals urkundlich im Jahr 1049 als Ermannshuson in Helidungero marca, d. h. in der Hellinger Markung, erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort mehrmals verwüstet. Die Herren von Hutten waren von 1475 bis zu ihrem Aussterben 1783 in Birkenfeld ansässig, in deren Besitz befanden sich sowohl Ermershausen als auch Birkenfeld. 1814 fiel Ermershausen an Bayern. 1818 entstand die politische Gemeinde Ermershausen. Im Jahr 1830 entstand in Ermershausen ein jüdischer Friedhof.

Kampf um die Selbständigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort erreichte im Jahr 1978 einige Bekanntheit als das Rebellendorf. Die Einwohner widersetzten sich vehement der Eingliederung in die Gemeinde Maroldsweisach durch die Gemeindegebietsreform. Dies gipfelte in der Besetzung des Rathauses und der Errichtung von Barrikaden durch Bürger von Ermershausen mit dem Zweck, die Verlegung der Gemeindeverwaltung nach Maroldsweisach zu verhindern. Eine größere Anzahl von Bürgern drohte den Übertritt auf das Staatsgebiet der DDR an und zog zur nahegelegenen Grenze, wo bereits geöffnete Grenztore auf die Bürger warteten.[5]

Das Dorf wurde schließlich von mehreren Hundertschaften der Bereitschaftspolizei am 19. Mai 1978 gegen drei Uhr früh gestürmt und das Rathaus geräumt.[6][7] Die Eingemeindung wurde am 1. Mai 1978 vollzogen.[8] 15 Jahre lang kämpften in der Folge die Ermershäuser um ihre "Freiheit". Hierzu erklärten sie den 15. Mai zum allgemeinen Gedenktag, an dem sie nachts die "Freiheitsglocke" am Rathaus erklingen ließen. Die Bewohner der Ortschaft bemängelten, dass ihnen nicht Möbel oder Akten in dieser Nacht genommen worden sein, sondern die Achtung vor dem Staat. Seit dem 1. Januar 1994 ist Ermershausen jedoch wieder selbständig, der Staat hatte die Eingemeindung für "gescheitert" erklärt[9] und damit eine der kleinsten selbständigen Gemeinden in Bayern. Erreicht wurde die Rücknahme der Eingemeindung u. a. auch dadurch, dass der damalige CSU-Kreisrat Sebastian von Rotenhan – und ehem. CSU-Landtagsabgeordnete – über Nacht 278 Neumitglieder für die CSU werben konnte, um innerparteilich den Druck entsprechend aufbauen zu können.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1973 wurden der Markt Birkenfeld und die Gemeinde Dippach eingegliedert. Beide Ortsteile wurden am 1. Mai 1978 anlässlich der Eingemeindung von Ermershausen nach Maroldsweisach umgegliedert.[8] Als Ermershausen am 1. Januar 1994 wieder selbständig wurde, verblieben Birkenfeld und Dippach bei Maroldsweisach.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hofheim in Unterfranken.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Ermershausen hat 9 Mitglieder einschließlich des nebenamtlichen Bürgermeisters.

Freie Wähler Ermershäuser Bürgerliste Gesamt
2014 5 4 9 Sitze
2008 3 6 9 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Günter Pfeiffer (Freie Wähler). Er wurde am 1. Mai 2014 Nachfolger von Werner Döhler (Ermershäuser Bürgerliste) und gewann gegen Theo Vey (Ermershäuser Bürgerliste) mit etwa 69 % der Stimmen. Am 15. März 2020 wurde er ohne Gegenkandidat mit 96,2 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt.

Evangelische Kirche von 1744/45

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Ermershausen
Blasonierung: „In Rot zwei goldene Schrägbalken überdeckt von einer schräg links gestellten schwarzen Glocke“[10]

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ermershausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. BayernPortal > Gemeinde Ermershausen. Bayerisches Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 3. Juli 2020.
  3. Zahlen, Daten, Fakten. VG Hofheim i. UFr., abgerufen am 3. Juli 2020.
  4. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111024/195657&attr=OBJ&val=46313
  5. Bayern 2- Zeit für Bayern: Die Rebellen von Ermershausen vom 19. Mai 2018
  6. Martin Reischke: Das Rebellendorf Ermershausen. In: Deutschlandradio Kultur. 2. Januar 2009, abgerufen am 28. Oktober 2012.
  7. Olaf Przybilla: Die Vehemenz des Widerstands wurde durch den staatlichen Rathausturm provoziert. - Wenn die Polizei das Rathaus stürmt. In: Süddeutsche, Ausgabe vom 26. August 2019, S. R13
  8. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 758 und 760.
  9. StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.1994
  10. Eintrag zum Wappen von Ermershausen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte