Stammbach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Stammbach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Stammbach
Stammbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Stammbach hervorgehoben
Koordinaten: 50° 9′ N, 11° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Hof
Höhe: 550 m ü. NHN
Fläche: 34,67 km2
Einwohner: 2368 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95236
Vorwahlen: 09256, 09255
Kfz-Kennzeichen: HO, MÜB, NAI, REH, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 75 175
Marktgliederung: 45 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausstr. 7
95236 Stammbach
Webpräsenz: www.stammbach.de
Bürgermeister: Karl Philipp Ehrler (CSU)
Lage des Marktes Stammbach im Landkreis Hof
Schwarzenbach an der Saale Zell im Fichtelgebirge Weißdorf Trogen (Oberfranken) Töpen Stammbach Sparneck Selbitz (Oberfranken) Schwarzenbach am Wald Schauenstein Rehau Regnitzlosau Oberkotzau Naila Münchberg Lichtenberg (Oberfranken) Konradsreuth Köditz Issigau Helmbrechts Geroldsgrün Gattendorf (Oberfranken) Feilitzsch Döhlau Berg (Oberfranken) Bad Steben Landkreis Kronach Hof (Saale) Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Kulmbach Landkreis Bayreuth Martinlamitzer Forst-Nord Geroldsgrüner Forst Gerlaser Forst Forst Schwarzenbach a.Wald Sachsen Thüringen TschechienKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Stammbach ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Hof.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt ca. 20 km östlich von Kulmbach. Im Westen verläuft die Autobahn A 9 hindurch.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammbach besteht aus 45 Ortsteilen:[2]

Es existieren die Gemarkungen Fleisnitz, Förstenreuth, Gundlitz und Stammbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Raum Stammbach gibt es vor- und frühgeschichtliche Bodendenkmäler, die eine frühe, überschaubare Besiedlung entlang der Altstraßen nahelegen. Bei der Kultivierung des Stammbacher Raumes spielte das Ministerialengeschlecht der Walpoten eine wichtige Rolle. Verschiedene Uradelsgeschlechter traten seine Nachfolge an und gelten teilweise als mit ihnen verwandt. Weiterhin bildete Marktschorgast, wo sich der Würzburger Altzehnt nachweisen lässt, den Ausgangspunkt für weitere Siedlungsimpulse. Später gewannen die Andechs-Meranier an Bedeutung; ihr Erbe ging kurzzeitig an die Grafen von Orlamünde über. Die Burggrafen von Nürnberg und spätere Markgrafen bauten im Laufe der Jahrhunderte ihren Einfluss immer weiter aus und formten geschlossene Territorien. Auskunft über die Zeit um 1535 gibt das Landbuch von Stammbach. Neben dem Einfluss von Brandenburg-Kulmbach zeigt sich in Stammbach auch der des Klosters Himmelkron sowie der Adelsgeschlechter Waldenfels, Wallenrode, Rabensteiner von Wirsberg und Reitzenstein. Im 15. Jahrhundert waren die von Sparneck in Fleisnitz und im 17. Jahrhundert die Baum von Baumsdorf in Stammbach begütert. Als Wüstungen ist der Ort Goppelsdorf überliefert. Metzlesdorf und Roth in Richtung Steinbach waren temporäre Wüstungen. Die Markgrafen bauten gegenüber der reichsfreien Ritterschaft ihren Einfluss immer weiter aus und erlangten durch die Säkularisation des Klosters Himmelkron auch dessen Besitzungen. Ein markgräfliches Klosteramt führte allerdings die getrennte Verwaltung der Gebiete fort. Stammbach besaß wichtige magistratische Eigenrechte. Wichtige Erwerbszweige waren die Landwirtschaft, vereinzelter Bergbau, der Markthandel, das Handwerk und die Weberei. Stammbach wurde mehrfach von der Pest und anderen Seuchen heimgesucht. Das ehemalige Amt des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth lag ab 1500 im Fränkischen Reichskreis. Es fiel mit diesem im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zum Königreich Bayern. Die beiden Großbrände in den Jahren 1800 und 1822 richteten großen Schaden an. Die Handweberei bildete für die in der Zeit der Industrialisierung aufblühende Textilindustrie eine gute Ausgangslage mit billigen und qualifizierten Arbeitskräften. Im 19. Jahrhundert wanderten viele Menschen nach Amerika aus, um der wirtschaftlichen Not zu entkommen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammbach gehörte zum ehemaligen Landkreis Münchberg. Im Jahr 1938 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Fleisnitz eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Förstenreuth und ein Teil der Gemeinde Straas dazu. Gleichzeitig wurde der Landkreis Münchberg aufgelöst, die Gemeinde kam zum Landkreis Hof.[3] Gundlitz folgte am 1. Januar 1978.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 3523 Einwohner
  • 1970: 3352 Einwohner
  • 1987: 2755 Einwohner
  • 1991: 2781 Einwohner
  • 1995: 2714 Einwohner
  • 2000: 2662 Einwohner
  • 2005: 2599 Einwohner
  • 2010: 2400 Einwohner
  • 2015: 2368 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Mai 1996 Karl Philipp Ehrler (CSU).

Der Gemeinderat besteht aus 14 Mitgliedern: (Stand Mai 2014)

  • CSU 5 Sitze
  • Wählergemeinschaft Stammbach-Land 3 Sitze
  • SPD 3 Sitze
  • Unabhängige Liste Stammbach 3 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten; vorne geviert von Silber und Schwarz; hinten geteilt von Silber und Grün durch eine schräglinke natürliche Linie, darauf zwei grüne pappelartige Laubbäume, unten ein sich verjüngender flachgewellter silberner linker Schrägbalken.“

Das Stammbacher Wappen gibt es seit dem 16. Jahrhundert, belegt durch ein Siegel von 1562. Von 1819 bis 1836 wurde das Wappen geändert, in dieser Zeit hatte die Zollernvierung die Farben Silber und Blau. Die Elemente des Siegels stammen aus dem Wappen der Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugendtreff in der Ortsmitte
Bahnhof
Katholische Kirche

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.051.000 Euro, davon waren 55.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Im Jahr 1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 428 und im Bereich Handel und Verkehr 37 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 98 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 945. Im verarbeitenden Gewerbe gab es fünf Betriebe, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 70 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1938 Hektar, davon waren 1279 Hektar Ackerfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke Bamberg–Hof durchquert das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung. Einzige Station ist der Bahnhof Stammbach, etwa 1,5 km vom Ort entfernt.

Die Kreisstraßen HO 20 und HO 21 verlaufen durch Stammbach. Letztere führt westlich zur A 9 (Anschlussstelle 36 Münchberg-Süd).

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Trägerschaft der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde befindet sich eine viergruppige Kindertagesstätte. Angeboten werden 50 Kindergartenplätze und seit 2012 24 Krippenplätze. Zum 1. September 2016 wurden insgesamt 71 Kinder betreut.[5]

Die Volksschule besteht aus fünf Lehrern und 106 Schülern (Stand: 1999).

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ort gehören die evangelisch-lutherische Marienkirche und die Friedhofskirche sowie die katholische Kirche am Weickenreuther Weg. Im Ortsteil Gundlitz befindet sich eine katholische Kapelle. In der Mühlstraße gab es bis 2011 eine methodistische Kirche, das Gebäude wird inzwischen als Wohnhaus genutzt. Im Ortsteil Herrnschrot wurde 2008 das erste buddhistische Waldkloster in Deutschland gegründet, das Waldkloster Muttodaya.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weißenstein ist der 668 m ü. NN hohe Hausberg von Stammbach. Er besteht im Wesentlichen aus Eklogiten. Auf dem Gipfel befinden sich der Weißensteinturm und ein Gasthaus. Geschichtsträchtige Gebäude und Kleindenkmäler sind in der Liste der Baudenkmäler in Stammbach erfasst.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit Stammbach in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Hennig: Geschichte Stammbachs - von den Anfängen bis zur Reichsgründung. Wunsiedel 1989

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stammbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20100925/182439&attr=OBJ&val=1242
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 526.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 687.
  5. http://www.stammbach-evangelisch.de/