Töpen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Töpen
Töpen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Töpen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 23′ N, 11° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Hof
Verwaltungs­gemeinschaft: Feilitzsch
Höhe: 516 m ü. NHN
Fläche: 20,8 km2
Einwohner: 1049 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95183
Vorwahl: 09295
Kfz-Kennzeichen: HO, MÜB, NAI, REH, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 75 181
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schleizer Str. 30
95183 Töpen
Webpräsenz: www.toepen.de
Bürgermeister: Klaus Grünzner (CSU)
Lage der Gemeinde Töpen im Landkreis Hof
Schwarzenbach an der SaaleZell im FichtelgebirgeWeißdorfTrogen (Oberfranken)TöpenStammbachSparneckSelbitz (Oberfranken)Schwarzenbach am WaldSchauensteinRehauRegnitzlosauOberkotzauNailaMünchbergLichtenberg (Oberfranken)KonradsreuthKöditzIssigauHelmbrechtsGeroldsgrünGattendorf (Oberfranken)FeilitzschDöhlauBerg (Oberfranken)Bad StebenLandkreis KronachHof (Saale)Landkreis Wunsiedel im FichtelgebirgeLandkreis KulmbachLandkreis BayreuthMartinlamitzer Forst-NordGeroldsgrüner ForstGerlaser ForstForst Schwarzenbach a.WaldSachsenThüringenTschechienKarte
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Töpen ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Hof und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Feilitzsch. Die Gemeinde liegt im nördlichen Landkreis an der Grenze zu Sachsen und Thüringen. Zur Gemeinde gehört auch der bayerische Teil des durch die Trennung an der deutsch-deutschen Grenze bekannt gewordenen Orts Mödlareuth.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Töpen liegt in der Talsenke des Kupferbachs in unmittelbarer Nähe der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Die Ortsteile sind:

Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 2, die den Altort von der erst in den letzten Jahrzehnten entstandenen Siedlung trennt. Wenige Kilometer entfernt befindet sich die A 72 mit der Ausfahrt Hof/Töpen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saaletal nahe Töpen

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zeitpunkt der ersten Besiedlung Töpens ist unbekannt, die erste urkundliche Erwähnung des Ortes war 1310. Der Name Töpen stammt wahrscheinlich aus dem Mainwendischen und bedeutet etwa ‚feuchte Niederung‘. Etwa in der Zeit um 1200 kamen im Gefolge der Vögte von Weida die Herren von Tepen in die Gegend, die ihren Namen nach der schon bestehenden Siedlung wählten. Dieses Geschlecht starb etwa 200 Jahre später aus, sodass die Besitzungen über verwandtschaftliche Beziehungen an andere Familien übergingen.

Seit 1390 sind Vorläuferkirchen der heutigen Pfarrkirche Töpen, einer St.-Martins-Kirche, bezeugt. Sie war zunächst eine Filialkirche des thüringischen Gefell. Ihre heutige Gestalt erhielt sie durch mehrere Erweiterungen und Umbauten. Seit 1528 ist die Kirche evangelisch.

Die Herren von Beulwitz waren vom 16. bis zum 18. Jahrhundert in Töpen ansässig. Landesherr war der Markgraf von Brandenburg-Bayreuth.

Für den Markgrafen war das Geleit auf dem Abschnitt Hof-Zedtwitz-Töpen-Gefell-Schleiz eine bedeutende Einnahmequelle; sie wurde in erster Linie von Kaufleuten aus Leipzig und Nürnberg frequentiert. Auch viele bedeutende Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe auf seinen Reisen in die Bäder oder Johann (Jean) Paul Friedrich Richter reiste auf ihr zum Studium in die Universitätsstadt Leipzig. Auch die preußische Prinzessin Wilhelmine erreichte auf dieser Straße im Januar 1732 als frisch vermählte Markgräfin von Brandenburg-Bayreuth in Töpen markgräfliches Territorium, genauso wie Jahre später ihr Bruder König Friedrich II. von Preußen bei einem Besuch seiner Schwester in Bayreuth.[2]

Mit dem Verzicht des kinderlosen Markgrafen Karl Alexander auf die Fürstentümer Ansbach und Bayreuth kamen beide 1792 unter preußische Herrschaft. Nach der preußischen Niederlage 1806 wurde in Bayreuth ein französischer Militärgouverneur eingesetzt. Es folgte der Krieg Österreichs gegen Frankreich mit einer kurzzeitigen österreichischen Besetzung (1809). Am 30. Juni 1810 kam Töpen zum Königreich Bayern.

Grenze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Grenztausch von 1524 zwischen Brandenburg-Bayreuth und Sachsen wirkte sich im 20. Jahrhundert insbesondere für den Gemeindeteil Mödlareuth gravierend aus. Töpen lag nach 1945 am Eisernen Vorhang, in Mödlareuth verlief die Grenze entlang des Bachs mitten durch den Ort, sodass ein Teil zur Bundesrepublik und der andere zur DDR gehörte. Endgültig geschlossen wurde die Grenze im Gemeindegebiet mit der Aufgabe des Grenzübergangs Töpen-Juchhöh an der Bundesstraße 2 am 16. Dezember 1966. Er hatte bis zur Wiederherstellung der Saalebrücke Rudolphstein als Umgehung für die unterbrochene Transitautobahn A 9 (MünchenBerlin) gedient. Die Randlage des Ortes endete mit der Öffnung der deutsch-deutschen Grenze im Jahr 1989.

Verwaltungsorganisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 bestand die Gemeinde Töpen nach einem Gemeindeedikt aus dem 19. Jahrhundert aus den Orten Töpen, Mödlareuth (bayerischer Teil), Tiefendorf (Ober- und Untertiefendorf), Hohendorf, Moosanger und Königshof. Die Bürger dieser Ortschaften wählen den Gemeinderat und den ehrenamtlichen Bürgermeister. Bis 1978 gab es in der Gemeinde Töpen eine eigenständige Verwaltung, die aus einem hauptberuflichen Gemeindeschreiber und einem nebenberuflichen Gemeindekassenverwalter bestand. Bis zum Schulhausneubau 1951/52 gab es keine öffentliche Amtsstube, der jeweilige Bürgermeister musste einen Raum seiner Wohnung dafür freimachen. [3] Die Verwaltungs- und Raumordnung wurde mit der bayerischen Gemeindegebietsreform von 1972 geändert. Nach dem Gesetz der Gebietsreform sollten sich kleinere Gemeinden mit nicht ausreichender Leistungsfähigkeit einer größeren anschließen, das heißt, eingemeindet werden. Im Raum Töpen waren davon die Gemeinden Isaar, Münchenreuth und Zedtwitz betroffen. Da die Eingemeindung auf freiwilliger Basis bis 1978 die Gewährung erheblicher Zuschüsse aus Landesmitteln für die Gemeinden bedeutete, hat sich schon am 1. Januar 1972 die bis dahin selbständige Gemeinde Isaar der Gemeinde Töpen durch eine Rechtsverordnung angeschlossen.[4]

Münchenreuth und Zedtwitz wurden später der Gemeinde Feilitzsch angegliedert. Ab 1978 wurden die Auflagen des Gemeindegebietsreformgesetzes zwangsweise und ohne Zuschüsse durchgeführt. Die Neuordnung der Verwaltung bedeutete für Töpen den Beitritt zu der neu gegründeten Verwaltungsgemeinschaft Feilitzsch, der neben den Gemeinden Töpen und Feilitzsch die Gemeinden Trogen und Gattendorf angehören. Die Verwaltungsgemeinschaft ist ein Organ zur Beschlussvorbereitung und zum Beschlussvollzug, das heißt, die gesamte innere Verwaltung wie Briefwechsel, Kassenführung etc. wird von der Gemeinschaftsbehörde durchgeführt, gleichzeitig ist die Verwaltungsgemeinschaft eine Behörde mit der Leitungsfunktion für die Gemeinschaftsprojekte der einzelnen Gemeinden, wie zum Beispiel die Verbandsschule Bayerisches Vogtland. Sie ist Sachaufwandsträger, verpflichtet das Schulgebäude zu unterhalten, Lehrmittel zu beschaffen etc. [3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit Mai 2002 Klaus Grünzner (CSU), er wurde 2008 und 2014 wiedergewählt.

Ehemalige Bürgermeister[5][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arnold Friedrich: März 1979–Mai 2002
  • Hermann Schultz: Mai 1948–Dezember 1978
  • Gottlieb Geißer: März 1948–Mai 1948
  • Martin Stumpf: ca. November 1945–Februar 1946
  • Erhard Friedrich: Januar 1930–ca. November 1945
  • Johann Köppel: Januar 1919–Dezember 1929
  • Johann Klug: Januar 1900–Juni 1919
  • Schultz: Januar 1897–Dezember 1899

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 1996, 2002, 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

1996 2002 2008 2014
CSU 04 05 04 04
SPD 03 02 02 02
Freie Wähler 05 05 06 06
Gesamt 12 12 12 12

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Faschingszug 2006

Die Karnevalsgesellschaft Töpen veranstaltet alle zwei Jahre einen Faschingszug von Hohendorf nach Töpen. Der in ehrenamtlicher Arbeit gestaltete Zug ist einer der bekanntesten der Region; es wurden öfters über 10.000 Besucher gezählt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche St. Martin, im Vordergrund das Pfarrhaus

Der Ortskern mit der Kirche hat seinen dörflichen Charakter bewahrt. Seit einigen Jahren wird durch Maßnahmen der Dorferneuerung der Ortskern vollständig saniert und umgestaltet. Am Ortsrand dominieren im Gewerbegebiet die großen Lagerhallen des Lebensmittelhändlers Dennree. In der Umgebung sind mehrere Wanderwege ausgewiesen, unter anderem entlang des ehemaligen Todesstreifens und ins Tal der Sächsischen Saale.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bekannteste Bewohner Töpens war Jean Paul, der von 1786 bis 1789 als Hauslehrer der Familie Oerthel im heute noch bestehenden Unteren Schloss unterrichtete. In Des Rektors Florian Fälbels und seiner Primaner Reise nach dem Fichtelberg kommt Fälbel in Töpen vorbei.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Karl Benker: Zum Tag des offenen Denkmals am 11.9.2011: Die Altstraße zwischen Töpen und dem Tannbachtal. In: Kirchengemeinde Töpen (Hrsg.): Gemeindebrief. Nr. 93. Töpen 2011 (kirchengemeindetoepen.de [PDF]).
  3. a b Gernot Friedrich: Facharbeit: Die kommunalen Aufgaben der Gemeinde Töpen nach 1945. Hrsg.: Schiller-Gymnasium Hof. Hof 1. Februar 1990, S. 28 (wikimedia.org [PDF]).
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 485.
  5. Karl Benker: Die Geschichte Töpens und seiner eingemeindeten Dörfer bis 1945. Hrsg.: Gemeinde Töpen. Töpen 2007, S. 192.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Töpen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien