Liste von Unix- und Unix-ähnlichen Betriebssystemen

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Diese Liste von Unix- und Unix-ähnlichen Betriebssystemen enthält eine Auswahl von Betriebssystemen, die von oder mit AT&T UNIX V1-V10, UNIX System III oder System V abgeleitet sind, ganz oder teilweise kompatibel sind, ganz oder teilweise deren Konzepte implementieren oder anderweitig in Verbindung stehen. Diese werden allgemein unterteilt in

  • „Unix“

und

  • „Unix-ähnlich“ bzw. „unixähnlich“, englisch ‚Unix-like‘, oder „unixoid“ (Synonyme)

Mitunter wird „unixoid(e Systeme)“ im Deutschen als Oberbegriff für beide Arten verwendet, auf dieser Seite aber nicht.

Es existiert keine allgemein­gültige genaue Definition o. g. Begriff­lich­keiten. In der Vergangenheit gab es mehrere Ansätze zur Standardisierung. Neben dem Begriff „Unix“ existiert der Begriff „UNIX“ in Großbuchstaben. Heute ist die Bezeichnung „UNIX“ in Großbuchstaben (oder Kapitälchen) eine geschützte Wortmarke, die nur ein Betriebssystem tragen darf, das die Anforderungen der Single UNIX Specification, kurz SUS, erfüllt und dessen Konformität zur Spezifikation zertifiziert wurde.

In der nachfolgenden Liste

  • klassifiziert „Unix“ jene Betriebssysteme,
    • deren Ursprung im originären Unix von AT&T liegt bzw. die deren Konzepte vollständig implementieren
    • oder jene, die vollständig kompatibel mit System V sind
    • oder jene, die vollständig POSIX-konform sind;
  • ist „UNIX“ in Großbuchstaben
    • Teil eines früheren Produktnamens (Eigenname)
    • oder macht die Konformität zur Single UNIX Specification deutlich;
  • steht „unixähnlich(es System)“ für die übrigen Betriebssysteme, die Unix-Konzepte zu implementieren versuchen – unabhängig von deren Code-Basis/-Quelle, sondern einzig bezogen auf deren Kompatibilität.

 

Liste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AT&T UNIX[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische kommerzielle AT&T-UNIX-Derivate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • AMIX: Unix für Amiga-Rechner
  • A/UX: Unix des Unternehmens Apple
  • DG/UX: Unix des Unternehmens Data General
  • Dynix: Unix von Sequent, jetzt IBM
  • Interactive Unix: Unix-Serie der INTERACTIVE Systems Corp.
    • PC/IX: Einzelbenutzer-Multitasking-System der INTERACTIVE Systems Corp. für IBM XT und IBM PC
  • IRIX: Unix für Silicon Graphics Workstations
  • Microport: Erste Version von System V für IBMs 286er- sowie 386er-PCs sowie PS/2-Systeme.
  • Plurix: Betriebssystem, das sich an UNIX Time-Sharing System V7 orientiert und in Brasilien in den 1980ern entwickelt wurde.
  • SCO OpenServer: UNIX der Santa Cruz Operation; zertifiziert als UNIX 93
  • Sinix: Unix des Unternehmens Siemens
  • SunOS 1.0 bis 4.1.4: Unix von Sun Microsystems, heute Oracle Solaris
  • Tru64 UNIX oder DUNIX, ursprünglich OSF/1: UNIX-Derivat aus der System‑V-Familie. Basierend auf dem OSFMK-Microkernel unterstützt es die 64‑Bit-Alpha-Mikroprozessor-Architektur; zertifiziert als UNIX 98
  • Xenix: ursprünglich von Microsoft entwickeltes Unix

Aktuelle kommerzielle AT&T-UNIX-Derivate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische BSD-Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs auf Code von UNIX Time-Sharing System V1–V10 oder System III und neuer aufbauende Ableitungen und erste freie Implementierungen.

  • 2BSD bis 4.4BSD: Weiterentwicklungen von UNIX Time-Sharing System V6 an der Universität Berkeley (Kalifornien);
    • 386BSD: Portierung von Bill Jolitz auf 80386-Prozessoren;
    • BSD/OS (BSD/386), kommerzielles Unix-Betriebssystem des Unternehmens Berkeley Software Design (BSDI);
    • MIPS OS: 4.2BSD-Ableitung entwickelt von MIPS Computer Systems;
    • NeXTSTEP: 4.3BSD-Ableitung für die NeXT-Computer (m68k, x86, SPARC und HP-RISC) mit eigens entwickelter grafischer Umgebung;
      • OPENSTEP: re-implementierter NeXTSTEP-Nachfolger für unterschiedliche Prozessor-Architekturen einschließlich OpenStep-Implementierung, die auch für andere Betriebssysteme verfügbar war;
        • Rhapsody: Weiterentwicklung nachdem Apple NeXT übernahm; 4.3BSD-Code wurde durch 4.4BSD-Code ersetzt;
    • RISC iX: Unix für Acorn Archimedes, 4.3BSD-Ableitung;
    • Ultrix: Unix des Unternehmens DEC für PDP-11- und VAX-Computer (später auch MIPS-Workstations)

Aktuelle BSD-Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freie Re-Implementierungen der System-V-Linie und deren moderne Nachfolger.

  • NetBSD: erste/s BSD-Abspaltung/-Derivat, ursprünglich von 386BSD abgeleitet; modernes BSD für viele Plattformen;
    • NetBSD-Distributionen
      • BlackBSD: Live-CD; auf Sicherheitswerkzeuge spezialisiert; Fluxbox;
      • g4u: Festplatten-Live-CD
      • Jibbed: Live-CD;
      • OS108: Desktop-Betriebssystem auf NetBSD-Basis;
    • NetBSD-Derivate
      • OpenBSD: größter Ableger von NetBSD; siehe weiter unten;
      • Debian GNU/NetBSD: eine Kombination aus Debian und dem NetBSD-Kernel; 2002 eingestellt;
      • EdgeBSD: NetBSD-Ableger mit dem Primärziel in einigen Aspekten moderner zu sein als NetBSD an sich;
      • Force10 Networks FTOS: Betriebssystem für Switches/Router der Force10 TeraScale E-Serie;
      • Gentoo/NetBSD: eine Kombination aus Gentoo und dem NetBSD-Kernel;
      • PolyBSD / pocketSAN: Basissystem für den Aufbau von Embedded-Systemen;
      • SEOS: Betriebssystem der SmartEdge-Routerserie von Ericsson;
  • FreeBSD: de facto synonym mit „BSD“; modernes BSD und Basissystem für weitere Distributionen, Derivate und Entwicklungen; ursprünglich von 386BSD abgeleitet;
    • FreeBSD-Distributionen
      • m0n0wall: eine Firewall-Distribution;
      • NomadBSD: ein Live-System (keine Installation nötig) für USB-Sticks[1]
      • OPNsense: eine (stateful) Firewall/Router-Distribution; unterstützt LibreSSL und ASLR
      • pfSense: eine Firewall/Router-Distribution
      • TrustedBSD: Erweiterung mit dem Hauptgewicht auf Sicherheitseigenschaften
      • HardenedBSD: eine Erweiterung mit dem Hauptgewicht auf Sicherheitseigenschaften; Zusammenarbeit mit OPNsense
    • FreeBSD-Derivate
      • CellOS und OrbisOS: Betriebssysteme der PlayStation 3 und 4 von Sony[2][3]
      • Darwin: gemeinsames Basisbetriebssystem für macOS, iOS etc.; siehe weiter unten
      • Data ONTAP: das Betriebssystem von NetApp-Speichersystemen[4]
      • DesktopBSD: ein Arbeitsplatzsystem mit KDE als grafischer Arbeitsumgebung
      • DragonFly BSD: Abspaltung von FreeBSD 4.x
      • FuryBSD: Nachdem sich Project Trident (künftig Void Trident) entschlossen hat künftig anstatt auf TrueOS/FreeBSD auf Void Linux zu setzen, gründete ein Teil der Community FuryBSD mit dem Fokus auf ein vollständig grafisches Desktop OS
      • FreeNAS: für Network Attached Storage (NAS) konzipiert
      • FreeSBIE: ein Live-System mit Xfce and Fluxbox; entstand während des Google Summer of Code 2005
      • JunOS: das Betriebssystem der Router von Juniper Networks
      • Kylin: entwickelt für chinesische Behörden
      • MidnightBSD: mit grafischer Arbeitsumgebung auf Basis von GNUstep; ursprünglich abgeleitet von FreeBSD 6.1 Beta
      • NAS4Free: für Network Attached Storage (NAS) konzipiert
      • PicoBSD: eine minimierte Variante von FreeBSD, die auf eine einzelne Diskette passt – also weniger als 1,44 MB umfasst
      • TrueOS (ehemals PC-BSD): ein FreeBSD erweiterndes und als Arbeitsplatzsystem optimierendes Derivat; einerseits mit der Eigenentwicklung Lumina als vorgesehene grafische Arbeitsumgebung, andererseits als Basissystem für weitere Distributionen; Rolling Release; unterstützt OpenZFS, LibreSSL
        • GhostBSD: ursprünglich FreeBSD-, ab 18.10 TrueOS-basierend; MATE als vorgesehene grafische Arbeitsumgebung, ursprünglich Gnome
  • OpenBSD: modernes und auf Sicherheit ausgelegtes BSD; ursprünglich NetBSD-Fork;
    • OpenBSD-Distributionen
      • Anonym.OS (nur OpenBSD 3.8, 2006)
      • FuguIta:[5] Live-CD mit iceWM, die sich auch auf der Festplatte installieren lässt
      • jggimi
      • MarBSD:[6] Rettungs- und Testsystem in mehreren Varianten (für i386, amd64 und sparc64)
    • OpenBSD-Derivate
      • ÆrieBSD
      • MirOS BSD
      • Bitrig
      • LibertyBSD
  • Darwin: Basissystem (englisch core operating system) für Apples aktuelle Betriebssysteme; Ableitung des BSD-Unterbaus von Rhapsody, 4.4BSD-Code durch FreeBSD-Code ersetzt, auch NetBSD- und OpenBSD-Code;

Aktuelle Solaris-Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch SUS als UNIX zertifizierte Systeme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist die Bezeichnung „UNIX“ in Großbuchstaben eine Wortmarke der Austin Group, die nur für ein Betriebssystem genutzt werden darf, das die Anforderungen der Single UNIX Specification (SUS) erfüllt. Betriebssysteme, deren Konformität zur Spezifikation zertifiziert wurde und daher als UNIX bezeichnet werden dürfen:

UNIX V7[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

für Systeme, die Version 4 der SUS erfüllen (vollständige Einhaltung, einschließlich Corrigenda)

  • Solaris 11.4+ auf x86- und SPARC-Systemen[8]

UNIX 03[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

für Systeme, die Version 3 der SUS erfüllen (vollständige Einhaltung)

  • AIX 5L V5.2 mit einigen Updates, AIX 5L V5.3;
  • HP-UX 11i V3 Release B.11.31;
  • macOS ab Leopard 10.5, auf „Intel-Macs“ (32 und 64 Bit)[9][10][11][12]
  • Solaris 10 auf x86- und SPARC-Systemen (32 und 64 Bit);
  • z/OS 1.9 von IBM;

UNIX 98[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

für Systeme, die Version 2 der SUS erfüllen (partielle Einhaltung)

UNIX 95[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kompatibilität noch akzeptabel für einfachere Software-Subsysteme

UNIX 93[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

gänzlich überholt

POSIX-konforme Systeme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Portable Operating System Interface (POSIX) ist eine gemeinsam vom IEEE und der Open Group für Unix entwickelte standardisierte Programmierschnittstelle, welche die Schnittstelle zwischen Anwendungssoftware und Betriebssystem darstellt. POSIX bildet die Grundlage der Single UNIX Specification.

GNU-Systeme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das GNU-Betriebssystem ist weitestgehend POSIX-kompatibel, aber bewusst nicht vollständig konform. Es läuft auf mehreren Kerneln:

Systeme mit Linux-Kernel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obgleich die meisten Linux-Distributionen eine Kombination aus dem weitestgehend POSIX-kompatiblen GNU und dem Kernel Linux darstellen, existieren auch Distributionen mit Linux-Kernel, die ohne GNU auskommen, allen voran Android (Versionen). Sie sind nicht zwingend POSIX-kompatibel.

Weitere unixähnliche Systeme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NomadBSD. 12. Januar 2018, abgerufen am 15. Februar 2018 (englisch): „NomadBSD is a live system for flash drives, based on FreeBSD“
  2. Rob Williams: Sony PlayStation 4 OS Reported As Modified Version of FreeBSD 9. Nethothardware.com, 24. Juni 2013, abgerufen am 26. Juni 2013.
  3. Jürgen Donauer: Orbis OS: Sony PlayStation 4 läuft mit modifiziertem FreeBSD 9. bitblokes.de, 24. Juni 2013, abgerufen am 28. Oktober 2014.
  4. NetApp Data ONTAP mit FreeBSD-Basis: Open Source-Beiträge. netapp.com, abgerufen am 23. März 2016.
  5. FuguIta-Homepage (Memento des Originals vom 18. Januar 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/kaw.ath.cx
  6. MarBSD-Homepage (Memento des Originals vom 8. Dezember 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/openbsd.maroufi.net
  7. The History Of The Solaris Operating System. In: Source Tech. 3. Juni 2016, abgerufen am 10. September 2020 (amerikanisches Englisch).
  8. The Open Group: Oracle Corporation – UNIX V7. In: The Open Brand Register. The Open Group, 10. April 2018, abgerufen am 2. September 2018 (englisch).
  9. Mac OS X Leopard - Technology - UNIX. In: Leopard Technology Overview. Apple Inc.. Abgerufen am 11. Juni 2007: „Leopard is now an Open Brand UNIX 03 Registered Product, conforming to the SUSv3 and POSIX 1003.1 specifications for the C API, Shell Utilities, and Threads.“
  10. The Open Group: Mac OS X Version 10.5 Leopard on Intel-based Macintosh computers certification. Abgerufen am 12. Juni 2007.
  11. The Open Group: Mac OS X Version 10.13 High Sierra on Intel-based Macintosh computers certification. Abgerufen am 12. Dezember 2017 (englisch).
  12. http://www.opengroup.org/openbrand/register/apple.htm
  13. Solaris 2.5.1 (Memento des Originals vom 12. September 2005 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ocf.berkeley.edu
  14. Zur POSIX-Konformität von BSD/OS (Memento vom 14. Juli 2011 im Internet Archive) (im Internetarchiv)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]