Montauriol (Pyrénées-Orientales)

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Montauriol
Montoriol
Montauriol (Frankreich)
Montauriol
Region Okzitanien
Département Pyrénées-Orientales
Arrondissement Céret
Kanton Les Aspres
Gemeindeverband Aspres
Koordinaten 42° 35′ N, 2° 43′ OKoordinaten: 42° 35′ N, 2° 43′ O
Höhe 149–463 m
Fläche 11,10 km2
Einwohner 236 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 21 Einw./km2
Postleitzahl 66300
INSEE-Code

Montauriol (auf Katalanisch Montoriol) ist eine französische Gemeinde mit 236 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Orientales der Region Okzitanien. Sie gehört zum Arrondissement Céret und zum Kanton Les Aspres.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Montauriol selbst ist keine homogene Einheit, eher eine Ansammlung von Gehöften (mas) am Ostrand der Pyrenäen, noch geprägt von der katalanischen Kultur. Die Gemeinde verfügt über eine Fläche von 1.110 Hektar und hat derzeit etwa 200 Einwohner. Montauriol liegt zwischen der spanischen Grenze und etwa 20 km westlich von Perpignan, Sitz der Präfektur, und zählt zu den 14 Gemeinden des Kantons Céret. Die Bebauung Montauriols erstreckt sich heute von 149 bis 463 Metern über dem Meer.

Nachbargemeinden von Montauriol sind: Castelnou und Terrats im Norden, Fourques und Tordères im Osten, Llauro und Oms im Süden, Calmeilles im Südwesten sowie Caixas im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montauriol ist als Ortsname in Katalonien und im Languedoc sehr verbreitet, stammt doch seine Herkunft aus dem Lateinischen und bedeutet profan „Goldener Berg“ (lat. mons aureolus).

Die Geschichte des Dorfes begann mit der Eroberung der Region durch die Karolinger um 800 n. Chr. Im 9. und 10. Jahrhundert entstanden in diesem Raum einflussreiche Abteien wie die Abtei Saint-André, die Abtei Sainte-Marie (Arles-sur-Tech) und die Abtei Saint-Michel-de-Cuxa, die fast in jedem, wenn auch spärlich bewohnten Tälern Tochterkirchen gründeten. So wie hier in Montauriol das Kirchlein Saint-Saturnin.

Im Gebiet der heutigen Gemeinde bestanden früher zwei kleine Weiler. Montauriol d’Amont lag auf dem Höhenzug über der Schlucht von Hostalets (nach einem in der Nähe liegenden Mas Les Hostalets) und ist heute verschwunden. Früher soll hier ein Château errichtet worden sein, wovon noch einige Steinhaufen und ein viereckiger Turm zeugen. Auch findet sich hier eine bemerkenswerte kleine Kapelle aus dem 12. Jahrhundert, genannt Sant Amance de la Ribera, die der Jungfrau Maria geweiht worden war. Zeitweise hatte die Abtei Saint-Michel-de-Cuxa hier Eigentumsrechte.

Das vormalige Mantauriol d’Avall liegt auch heute noch im Talbereich der Schlucht von Hostalets und wird von dem gleichnamigen Fluss Montauriol durchzogen. Es bildet heute den Kernbereich des Dorfes. Eine ausgebaute Autostraße, die von Calxas im Nordwesten nach Fourques im Südwesten führt, zieht sich heute durch das Dorf.

Weinbau und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der vormals der sehr waldreiche Bestand an Steineichen, Korkeichen und Kastanien wird zunehmend durch Rodung zugunsten des EG-subventionierten Weinbaus bedroht. Dank neuer Mischverfahren und Marketingstrategien gewinnt der regionale Rot- und Roséwein immer mehr Abnehmer. Das Gebiet um Céret ist in Frankreich noch bekannt für seinen Kirschenanbau, der aber durch den aufkommenden Pfirsichanbau stark bedrängt wird.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Saturnin

Die Kirche Saint-Saturnin mit:

  • eisenbeschlagener Eingangstür aus dem 12. Jahrhundert, ältester Tür des Roussillon, bekanntes Fotomotiv;
  • Glockenturm in Form eines Triumphbogens aus dem 15. Jahrhundert;
  • Altarbild im Innern: der Hauptteil stellt die Kreuzigung Jesus dar, die linken Teile die Verkündung und Anbetung Jesu und der rechte Teil die Martyriumsdarstellung des Heiligen Saturnin, des ersten Bischofs von Toulouse († 250 nach Chr. in Toulouse). Der Altaraufsatz wurde 1965 aus der Kirche gestohlen.

Außerdem die lebensgroße Statue "la vendangeuse" (die Weinleserin) vor der Mairie des Dorfes, vom deutschen Bildhauer Peter Weiss (1924–1981), der von 1963 bis zu seinem Tod in Montauriol lebte und arbeitete[1].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Montauriol – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Marx: Das Fest geht weiter; Über das Leben des Bildhauers Peter Weiss. Worms: 1990, ISBN 3-88325-440-1