Argelès-sur-Mer

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Argelès-sur-Mer
Argelers de la Marenda
Wappen von Argelès-sur-Mer
Argelès-sur-Mer (Frankreich)
Argelès-sur-Mer
Region Okzitanien
Département Pyrénées-Orientales
Arrondissement Céret
Kanton Argelès-sur-Mer
(Hauptort)
Gemeindeverband Albères et Côte Vermeille
Koordinaten 42° 33′ N, 3° 1′ OKoordinaten: 42° 33′ N, 3° 1′ O
Höhe 0–1.099 m
Fläche 58,67 km²
Einwohner 10.279 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 175 Einw./km²
Postleitzahl 66700
INSEE-Code

Argelès-sur-Mer

Argelès-sur-Mer (katalanisch: Argelers de la Marenda oder einfach Argelers) ist eine Stadt mit 10.279 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Pyrénées-Orientales in der Region Okzitanien im Süden Frankreichs.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt am Mittelmeer am nördlichen Ende der Côte Vermeille am Fuße des Massif des Albères etwa 25 km nordwestlich der spanischen Grenze bei Cerbère. Die nächstgelegene Großstadt ist die etwa 23 km nordwestlich gelegene Stadt Perpignan mit ca. 120.000 Einwohnern; sehenswert sind auch der Ort und die Kathedrale von Elne (neun Kilometer nordwestlich). Die Stadt hat mit dem Stadtteil Argelès-Plage über sieben Kilometer Teil an den flachen Sandstränden der Küste des Roussillons und mit dem Stadtteil Le Racou jenseits des Hafens, wo die Albères an die Küste treten, an den Felsbuchten der Côte Vermeille, die dann auf der spanischen Seite Costa Brava ('Wilde Küste') heißt.

Karte von Argelès-sur-Mer

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2013
Einwohner 1.064 2.325 3.358 2.907 9.069 9.914

Bei der ersten Volkszählung in Frankreich im Jahre 1793 war Argelès ein größeres Fischerdorf und hatte 847 Einwohner. Von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts blieb die Bevölkerungszahl in etwa stabil bei 2.500 bis 3.500 Personen. Nach der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden mehrere umliegende Dörfer eingemeindet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den wichtigsten Einnahmequellen der Stadt und der Region zählen – außer dem traditionellen Obst- und Weinbau mit der Spezialität Muscat[1] – der Tourismus, der auch den Charakter des Ortes prägt und in den vergangenen Jahrzehnten für Arbeitsplätze und in der Folge für ein anhaltendes Bevölkerungswachstum gesorgt hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argelès hat Teil an der bis weit in die Vorzeit zurückverfolgbaren Siedlungsgeschichte des Mittelmeerraumes. Auf dem Stadtgebiet finden sich jungsteinzeitliche Dolmen und eine bronzezeitliche Fundstätte. Urkundlich wird der Ort erstmals im Jahr 879 als Villa de Argilariis erwähnt.

Mit dem Roussillon durchlebten Stadt und Umland als Teil von Katalonien bis zum Pyrenäenfrieden (1659) eine wechselvolle Geschichte zwischen Spanien und Frankreich.

Gegen Ende des Spanischen Bürgerkriegs erreichte die Stadt eine zweifelhafte Bekanntheit, weil die französische Regierung 1939 dort (wie in anderen Küstenstädten des Roussillon, u. a. Agde und Saint-Cyprien (Pyrénées-Orientales)) für mehrere zehntausend Flüchtlinge und ehemalige Interbrigadisten am Strand von Argelès das Internierungslager Argelès-sur-Mer (französisch: Camp de Concentration) errichtete. Zum Gedenken an die Leiden der dort Festgehaltenen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein Mahnmal errichtet.

Nachdem sich die Stadt 2002 mit 7 weiteren Gemeinden des Kantons zur Communauté de communes des Albères mit etwa 25.000 Einwohnern zusammengeschlossen hatte, fusionierte diese am 1. Januar 2007 mit der benachbarten Communauté de communes de la Côte Vermeille zu einem neuen, größeren Gemeindeverband, der den Namen Communauté de communes des Albères et de la Côte Vermeille trägt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Laurent-du-Mont[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist als Monument historique anerkannt.[2]

Kapelle Saint-Jérôme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argelès-sur-Mer mit Château Valmy im Vordergrund (vom Tour de la Massane aus gesehen)
  • Kirche Notre-Dame del PratMonument historique[3] – ist in ihrer heutigen Gestalt ein Bau aus dem 15. Jahrhundert; ein Vorgängerbau stand hier jedoch schon im Jahre 920. Interessant ist der in romanischen Stilformen erbaute Glockenturm.
  • Burg Château de Pujols (11. Jh.) – Monument historique[4] –; der mächtige Wohnturm (donjon) steht etwa 1 km nördlich von Argelès. Unweit des Turmes befindet sich ein restaurierter gedeckter Brunnenschacht.
  • Château de Valmy – der in den Jahren 1888 bis 1890 erbaute Herrensitz steht etwa 3 km südlich von Argelès im Wald von Valmy (Forêt de Valmy); es war die Villa eines reichen Zigarettenfabrikanten.
  • Tour de la Massane – der in seinem unteren Bereich geböschte mittelalterliche Wachturm (13. Jh.) steht auf einer Bergspitze oberhalb des Waldes von Valmy in 793 Metern Höhe und ist nur im Rahmen einer etwa 3-stündigen Wanderung zu erreichen.

Neben den bereits genannten Kirchen stehen in der näheren Umgebung von Argelès weitere romanische Kapellen, über deren Zweck (Einsiedelei, Prioratskirche, Pfarrkirche, Wallfahrtskapelle etc.) nur spekuliert werden kann:

  • Saint-Ferréol-de-la-PaveMonument historique[5] – (ca. 5 km westlich): Präromanischer Bau (10.Jh.) mit hufeisenförmiger Apsis
  • Taxo d’Avall, mittelalterliche Burgruine (11. Jh.) mit einer seltenen zweischiffigen Kirche – Monument historique[6] – (ca. 5 km nordwestlich)
  • Notre-Dame-de-Vie: Romanische Kapelle (11. Jh.) mit Klausnerwohnung. Nahebei: Kapelle Saint-Jérôme

Auch die Freunde der Megalithkultur kommen in den Bergen der Albères auf ihre Kosten – insgesamt hat man 12 Dolmen gezählt; zwei davon befinden sich nicht weit voneinander entfernt im Wald von Valmy (ca. 5 km südlich):

Das Museum Casa de les Albères liegt im Ortszentrum und zeigt Exponate zur Stadtgeschichte und zu den Umständen und Gerätschaften des Lebens im 19. Jahrhundert und früher.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partnerschaft mit der Stadt Hürth bei Köln wird auf beiden Seiten von Partnerschaftsvereinen gepflegt und ist dadurch recht lebendig. Auch führt das Collège dés Albères mit dem Ernst-Mach-Gymnasium einen Schüleraustausch mit gegenseitigen Kurzbesuchen durch.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Argelès-sur-Mer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Argelès-sur-Mer – Weinbau
  2. Kirche Saint-Laurent-du-Mont in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Kirche Notre-Dame del Prat in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Château de Pujols in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. Saint-Ferréol-de-la-Pave in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  6. Taxo d’Avall in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  7. Cava de l’Alarb in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  8. Collets de Collioure in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)