Argelès-sur-Mer

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Argelès-sur-Mer (Argelers de la Marenda)
Wappen von Argelès-sur-Mer
Argelès-sur-Mer (Frankreich)
Argelès-sur-Mer
Region Languedoc-Roussillon
Département Pyrénées-Orientales
Arrondissement Céret
Kanton Argelès-sur-Mer
(Hauptort)
Gemeindeverband Communauté de communes des Albères et de la Côte Vermeille.
Koordinaten 42° 33′ N, 3° 1′ O42.5463888888893.0238888888889Koordinaten: 42° 33′ N, 3° 1′ O
Höhe 0–1.099 m
Fläche 58,67 km²
Einwohner 9.914 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 169 Einw./km²
Postleitzahl 66700
INSEE-Code

Argelès-sur-Mer
.

Argelès-sur-Mer (katalanisch: Argelers de la Marenda oder einfach Argelers) ist eine Stadt mit 9.914 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Pyrénées-Orientales in der Region Languedoc-Roussillon im Süden Frankreichs.

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Mittelmeer am nördlichen Ende der Côte Vermeille im Bereich La Marenda am Fuße des Massif des Albères etwa 25 Kilometer nordwestlich der spanischen Grenze bei Cerbère. Die nächstgelegene Großstadt ist die etwa 23 Kilometer nordwestlich gelegene Stadt Perpignan mit ca. 120.000 Einwohnern; sehenswert sind auch der Ort und die Kathedrale von Elne (neun Kilometer nordwestlich). Die Stadt hat mit dem Stadtteil Argelès-Plage über sieben Kilometer Teil an den flachen Sandstränden der Küste des Roussillons und mit dem Stadtteil Le Racou jenseits des Hafens, wo die Albères an die Küste treten, an den Felsbuchten der Côte Vermeille, die dann auf der spanischen Seite Costa Brava ('Wilde Küste') heißt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Name Amtsdauer
François-Xavier Boluix 1796-1798
Joseph Arman 1798-1799
François-Xavier Boluix 1799-1800
Marc Surjus 1800-1813
Côme Ferran 1813-Juni 1815
Paul Pujas[1] Juni 1815-? 1815
Jean Azéma 1815-1816
Isidore Ferrer 1816-1821
Bonaventure Verges 1821-1821
Pierre Padallé 1821-1827
Bonaventure Julia 1827-1829
Joseph Arman 1829-1830
Pierre Padallé 1830-1831
Frédéric Trescases 1944-1945
Joseph Farre 1945-1947
Germain Farre 1947-1947
Frédéric Trescases 1947-1953
Gaston Pams 1953 - 1981
Isidore Fourriques 1981 - 1983
Jean Carrère 1983 - 2001
Pierre Aylagas 2001-

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Partnerschaft mit der Stadt Hürth bei Köln wird auf beiden Seiten von Partnerschaftsvereinen gepflegt und ist dadurch recht lebendig. Auch führt das Collège dés Albères mit dem Ernst-Mach-Gymnasium einen Schüleraustausch mit gegenseitigen Kurzbesuchen durch.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bei der ersten Volkszählung in Frankreich im Jahre 1793 war Argelès ein größeres Fischerdorf und hatte 847 Einwohner. Von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts blieb die Bevölkerungszahl in etwa stabil bei 2.500 bis 3.000 Personen.

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 5.022 5.100 5.723 7.188 9.069 9.928 9.901

Wirtschaft[Bearbeiten]

Zu den wichtigsten Einnahmequellen der Stadt und der Region zählen – außer dem traditionellen Obst- und Weinbau mit der Spezialität Muscat – der Tourismus, der auch den Charakter des Ortes prägt und in den vergangenen Jahrzehnten für ein stetiges Bevölkerungswachstum gesorgt hat.

Geschichte[Bearbeiten]

Argelès hat Teil an der bis weit in die Vorzeit zurückverfolgbaren Siedlungsgeschichte des Mittelmeerraumes. Auf dem Stadtgebiet finden sich jungsteinzeitliche Dolmen und eine bronzezeitliche Fundstätte. Urkundlich wird der Ort erstmals im Jahr 879 als Villa de Argilariis erwähnt.

Mit dem Roussillon durchlebten Stadt und Umland als Teil von Katalonien bis zum Pyrenäenfrieden (1659) eine wechselvolle Geschichte zwischen Spanien und Frankreich.

Gegen Ende des Spanischen Bürgerkriegs erreichte die Stadt eine zweifelhafte Bekanntheit, weil die französische Regierung 1939 dort (wie in anderen Küstenstädten des Roussillon, u. a. Agde und Saint-Cyprien (Pyrénées-Orientales)) für mehrere zehntausend Flüchtlinge und ehemalige Interbrigadisten am Strand von Argelès das Internierungslager Argelès-sur-Mer (französisch: Camp de Concentration) errichtete. Zum Gedenken an die Leiden der dort Festgehaltenen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein Mahnmal errichtet.

Nachdem sich die Stadt 2002 mit 7 weiteren Gemeinden des Kantons zur Communauté de communes des Albères mit etwa 25.000 Einwohnern zusammengeschlossen hatte, fusionierte diese am 1. Januar 2007 mit der benachbarten Communauté de communes de la Côte Vermeille zu einem neuen, größeren Gemeindeverband, der den Namen Communauté de communes des Albères et de la Côte Vermeille trägt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Saint-Laurent-du-Mont[Bearbeiten]

- Monument historique[2]

Kapelle Saint-Jérôme[Bearbeiten]

Sonstige[Bearbeiten]

Argelès-sur-Mer mit Château Valmy im Vordergrund (vom Tour de la Massane aus gesehen)
  • Kirche Notre-Dame del Prat – Monument historique[3] – ist in ihrer heutigen Gestalt ein Bau aus dem 15. Jahrhundert; ein Vorgängerbau stand hier jedoch schon im Jahre 920. Interessant ist der in romanischen Stilformen erbaute Glockenturm.
  • Burg Château de Pujols (11. Jh.) – Monument historique[4] -; der mächtige Wohnturm (donjon) steht etwa 1 km nördlich von Argelès. Unweit des Turmes befindet sich ein restaurierter gedeckter Brunnenschacht.
  • Château de Valmy – der in den Jahren 1888 bis 1890 erbaute Herrensitz steht etwa 3 km südlich von Argelès im Wald von Valmy (Forêt de Valmy); es war die Villa eines reichen Zigarettenfabrikanten.
  • Tour de la Massane – der in seinem unteren Bereich geböschte mittelalterliche Wachturm (13. Jh.) steht auf einer Bergspitze oberhalb des Waldes von Valmy in 793 Metern Höhe und ist nur im Rahmen einer etwa 3-stündigen Wanderung zu erreichen.

Neben den bereits genannten Kirchen stehen in der näheren Umgebung von Argelès weitere romanische Kapellen, über deren Zweck (Einsiedelei, Prioratskirche, Pfarrkirche,Wallfahrtskapelle etc.) nur spekuliert werden kann:

  • Saint-Ferréol-de-la-Pave – Monument historique[5] – (ca. 5 km westlich): Präromanischer Bau (10.Jh.) mit hufeisenförmiger Apsis
  • Taxo d’Avall, mittelalterliche Burgruine (11. Jh.) mit einer seltenen zweischiffigen Kirche – Monument historique[6] – (ca. 5 km nordwestlich)
  • Notre-Dame-de-Vie: Romanische Kapelle (11. Jh.) mit Klausnerwohnung. Nahebei: Kapelle Saint-Jérôme

Auch die Freunde der Megalithkultur kommen in den Bergen der Albères auf ihre Kosten – insgesamt hat man 12 Dolmen gezählt; zwei davon befinden sich nicht weit voneinander entfernt im Wald von Valmy (ca. 5 km südlich):

Das Museum Casa de les Albères liegt im Ortszentrum und zeigt Exponate zur Stadtgeschichte und zu den Umständen und Gerätschaften des Lebens im 19. Jahrhundert und früher.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Argelès-sur-Mer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Argelès-sur-Mer – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fabricio Cardenas, Vieux papiers des Pyrénées-Orientales, Argelès, 11 juin 1815, 12. Januar 2014
  2. Kirche Saint-Laurent-du-Mont in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Kirche Notre-Dame del Prat in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Château de Pujols in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. Saint-Ferréol-de-la-Pave in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  6. Taxo d’Avall in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  7. Cava de l’Alarb in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  8. Collets de Collioure in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)