Morschen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Morschen
Morschen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Morschen hervorgehoben

Koordinaten: 51° 4′ N, 9° 37′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Höhe: 177 m ü. NHN
Fläche: 47,94 km2
Einwohner: 3225 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km2
Postleitzahl: 34326
Vorwahl: 05664
Kfz-Kennzeichen: HR, FZ, MEG, ZIG
Gemeindeschlüssel: 06 6 34 015
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Paul-Frankfurth-Str. 11
34326 Morschen
Website: www.morschen.de
Bürgermeister: Ingo Böhm (Unabhängig)
Lage der Gemeinde Morschen im Schwalm-Eder-Kreis
KasselLandkreis FuldaLandkreis Hersfeld-RotenburgLandkreis KasselLandkreis Marburg-BiedenkopfLandkreis Waldeck-FrankenbergVogelsbergkreisVogelsbergkreisWerra-Meißner-KreisKnüllwaldHomberg (Efze)FrielendorfSchwarzenborn (Knüll)Neukirchen (Knüll)OberaulaOttrauSchrecksbachWillingshausenSchwalmstadtGilserbergJesbergNeuentalBad ZwestenBorken (Hessen)MorschenMalsfeldWabern (Hessen)Felsberg (Hessen)SpangenbergMelsungenKörleGuxhagenEdermündeGudensbergNiedensteinFritzlarKarte
Über dieses Bild

Morschen ist eine Gemeinde im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Morschen liegt im Fuldatal südlich von Kassel und nördlich von Rotenburg an der Fulda und Bebra.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Morschen grenzt im Norden an die Städte Melsungen und Spangenberg (beide im Schwalm-Eder-Kreis), im Südosten an die Gemeinde Alheim (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), im Südwesten an die Gemeinde Knüllwald sowie im Westen an die Gemeinde Malsfeld (beide im Schwalm-Eder-Kreis).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus 7 Ortsteilen die vor dem 1. Januar 1974 zum aufgelösten Landkreis Melsungen gehörten.

Stadtteil Eingemeindung Einwohner
Altmorschen 1. Juli 1971 1.430
Binsförth 1. April 1972 262
Eubach 1. Juli 1971 161
Heina 1. Januar 1974 224
Konnefeld 1. Januar 1974 370
Neumorschen 1. Januar 1974 694
Wichte 31. Dezember 1971 245

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Morschen wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Januar 1974 kraft Landesgesetz durch den Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Altmorschen, Heina, Konnefeld und Neumorschen gebildet. Zuvor waren bereits die Gemeinden Binsförth (am 1. April 1972), Eubach (am 1. Juli 1971)[2] und Wichte (am 31. Dezember 1971) in die Gemeinde Altmorschen eingemeindet worden. Altenmorschen wurde Sitz der Gemeindeverwaltung.[3][4] Gleichzeitig mit dem Zusammenschluss zur Gemeinde Morschen wechselte diese in den neu gebildeten Schwalm-Eder-Kreis. Für alle ehemaligen Gemeinden von Morchen wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[5]

Die Gemeinde erlangte durch den medial stark rezipierten Elternmord von Morschen von 1997 deutschlandweite Bekanntheit.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Morschen 3509 Einwohner. Darunter waren 61 (1,7 %) Ausländer, von denen 43 aus dem EU-Ausland, 6 aus anderen Europäischen Ländern und 12 aus anderen Staaten kamen.[6] Die Einwohner lebten in 1518 Haushalten. Davon waren 404 Singlehaushalte, 407 Paare ohne Kinder und 528 Paare mit Kindern, sowie 154 Alleinerziehende und 25 Wohngemeinschaften.[7] 2677 Einwohner gehörten der evangelischen (67,3 %) und 218 Einwohner der katholischen (6,2 %) Konfession an.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Morschen: Einwohnerzahlen von 1975 bis 2015
Jahr  Einwohner
1975
  
3.978
1980
  
3.871
1985
  
3.807
1990
  
3.827
1995
  
4.060
2000
  
3.968
2005
  
3.847
2010
  
3.641
2011
  
3.509
2015
  
3.333
Quellen: Hessisches Statistisches Informationssystem[9]; Zensus 2011[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[10] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[11][12][13]

Gemeindevertretung – Kommunalwahlen 2021
Stimmenanteil in %
Wahlbeteiligung 58,9 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,4
(+11,8)
36,0
(−5,6)
16,2
(−0,5)
5,4
(−5,7)
2016

2021

Sitzverteilung
    
Insgesamt 17 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
FW Freie Wähler Morschen 42,4 7 30,6 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 36,0 6 41,6 10 60,1 14 62,1 14 57,8 13
FDP Freie Demokratische Partei 16,2 3 16,7 4 19,0 4 16,9 4 18,4 4
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 5,4 1 11,1 2 20,9 5 21,0 5 19,8 5
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 4,0 1
Gesamt 100,0 17 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 58,9 69,7 57,2 56,0 67,4

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Morschen neben dem Bürgermeister acht ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt.[14]

Bürgermeister ist seit 1. Juli 2016 Ingo Böhm (SPD).<[14][15] Seine direkt gewählten Amtsvorgänger waren:[14]

  • 1998 bis 2016 Herbert Wohlgemuth
  • 1974 bis 1998 Joachim Kohlhaas

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 25. Mai 1981 durch das Hessische Ministerium des Innern genehmigt.

Wappen von Morschen
Blasonierung: „Im grünen Schild unter drei und bewinkelt von vier weiteren silbernen Kleeblättern ein schräglinkes silbernes Winzermesser, schrägrechts überkreuzt von einem goldenen Lilienzepter.“[16]
Wappenbegründung: Das Lilienzepter soll zum einen auf das althessische Gericht Morschen und zugleich aber auch auf die für die Gemeinde bedeutende Zisterzienserinnenabtei Haydau hinweisen, deren Patronin die Jungfrau Maria ist. Das Winzermesser steht für den nördlichsten Weinbau an der Fulda und die sieben Kleeblätter versinnbildlichen die sieben Ortsteile der heutigen Großgemeinde.

Die Gestaltung des Wappens lag in den Händen des Bad Nauheimer Heraldikers Heinz Ritt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtgemeinde Morschen weist ein breites Spektrum historischer und kultureller Sehenswürdigkeiten auf. Besonders das Kloster Haydau, die historische Marktstrasse in Neumorschen, das spätbarocke Herrenhaus „Altes Forstamt“ und der jüdische Friedhof von Binsförth ragen überregional heraus. Zur Regionalgeschichte informieren das Feuerwehrmuseum in Altmorschen und das Heimatmuseum Wichte. Auch das Ortsarchiv verfügt über eine lokalgeschichtliche Ausstellung.

Altmorschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Altmorschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem in den 1860er Jahren eröffneten Gebäude handelt es sich um eines der wenigen restaurierten Beispiele eines Bahnhofs der Gründerzeit aus rotem Backstein (fast 80 Jahre lang war er, wie fast alle ähnlichen Bahnhöfe in Deutschland, im Stil der Neuen Sachlichkeit weiß getüncht).

Altes Forstamt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude, welches aufgrund seiner früheren Funktion auch als "Poststation" bezeichnet wird, ist ein herrschaftliches spätbarockes Fachwerkhaus des 17. Jahrhunderts. Die erhaltenen Keller gehen jedoch bis in das 13. Jahrhundert zurück. Heute befindet sich dort ein Hotel und öffentlich zugängliche Gastronomie.

Rathaus Morschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus ist im ehemaligen Hof Raabe im Zentrum des historischen Ortskerns von Altmorschen untergebracht. Es handelt sich um ein Fachwerkhaus des 18. Jahrhunderts mit modernen Anbauten.

Alte Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das älteste Schulhaus Morschens und eines der ältesten Nordhessens entstand im frühen 18. Jahrhundert in Fachwerkbauweise. Das Gebäude diente bis in die 1960er Jahre als Grundschule. Im 19. Jahrhundert beherbergte es auch die Forst-Schule.

Alte Dorfkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oberdorf von Altmorschen gelegen blieb von der Kirche aus der Zeit um 1200 nur der Turm erhalten, der bis in die jüngste Vergangenheit noch zu Gottesdiensten genutzt wurde. Die Ruine ist von einem Friedhof mit historischen Grabsteinen umgeben.

Feuerwehrmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum außerhalb der Altstadt beherbergt Exponate der regionalen Feuerwehrgeschichte seit dem 19. Jahrhundert.[17]

Kloster Haydau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster Haydau 2005

Kloster Haydau, ein ehemaliges Zisterzienser Nonnenkloster, Mitte des 13. bis Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut und Mitte des 16. und im 17. Jahrhundert umgebaut zum landgräflichen Schloss. Von 1985 bis 2001 wurde das Kloster in einem Modellprojekt gesichert und saniert.

Unter dem Motto Leben • Begegnungen • Perspektiven wird Kloster Haydau heute für Tagungen, Kongresse, Kunst, Kultur, Hochzeiten und Familienfeiern genutzt. Jährlich besuchen viele Gäste Konzerte, Ausstellungen, Seminare, Theater, Lesungen, Symposien, ebenso wie viele Familien und junge Paare ihre persönlichen Feiern in den Räumen des Klosters begehen.

Waltari-Bergmann-Platz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Ortskern von Altmorschen gelegene Platz wurde 2018 zum hundertsten Geburtstag des Historikers und Ehrenbürgers von Morschen, Waltari Bergmann, eingeweiht. Auf dem Platz befindet sich ein Denkmal zu Ehren des Namensgebers.

Kapellenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der durch ein Holzkreuz gekennzeichneten Anhöhe gründete Bonifatius der Überlieferung nach eine erste Kapelle. Es handelt sich um ein bedeutendes Zeugnis der frühen Christianisierung in Deutschland[18]

Ortsarchiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ehemaligen Haus Schröder, Teil der Domäne Haydau, sind Räumlichkeiten zur Unterbringung des Ortsarchivs, ferner Ausstellungs- und Sitzungsräume entstanden. Das Archiv ist auf Voranmeldung öffentlich zugänglich. Die Ausstellung widmet sich u. a. dem Rührfix als für Morschen wichtiges zeitgeschichtliche Erzeugnis.

Gemeinde- und Schulbücherei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bücherei ist an drei Tagen die Woche öffentlich zugänglich. Sie befindet sich im Gebäude der Georg-August-Zinn-Schule.

Neumorschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfaue Neumorschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der historisch bedeutsamen Marktstraße stehen vorwiegend giebelständige Fachwerkhäuser des 17. und 18. Jahrhunderts, wobei besonders der historische Ratskeller aus dem 17. Jahrhundert mit dem Dachreiter hervorsticht. Ein anderes markantes Fachwerkhaus aus dem späten 18. Jahrhundert ist das Gasthaus Horn, in welchem sowohl der örtliche Heimatverein (1908) wie der Schützenverein (1928) gegründet wurde. Es steht nach dem Tod des letzten Betreibers J. Priller 2010 nach mehreren Eigentümer Wechseln seit Jahren leer.[19] Entlang der Marktstraße verläuft eine offene Wasserrinne. Im Jahre 2012 wurde der in der Mitte der Straße stehende Pavillon des 20. Jahrhunderts restauriert.

Wehrkirche (Neumorschen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das in Neumorschen befindliche Feldsteinbauwerk aus dem frühen 13. Jahrhundert ist die älteste Kirche Morschens, gründet auf einer spätromanischen Chorturmanlage und ist von einem Wehrkirchhof des 15. Jahrhunderts umgeben. Davon zeugen noch heute die Schießscharten in der Ringmauer. 1730 wurde eine romantische Orgel mit kunstvollen Schnitzereien am Prospekt eingebaut.

Heckenmühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die "Heckenmühle" in Neumorschen ist ein Fachwerkbau aus dem frühen 17. Jahrhundert, der 1618 erstmals erwähnt wird. Sie stellt ein bedeutendes Zeugnis regionaler Wirtschaftsgeschichte dar.

Obermühle Neumorschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Obermühle in Neumorschen ist eine bis 1958 betriebene Wassermühle am Ufer der Fulda. Das Gebäude ist ein Fachwerkhaus, dessen Kern bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht und ebenso lange als Mühle dokumentiert ist.

Fährhafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Fulda fahren (nach Absprache) Flöße von Morschen bis nach Melsungen.

Heina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historischer Ortskern Heina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um eine mittelalterliche Wehrkirche aus Backstein gruppieren sich Fachwerkhäuser des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Dem ländlichen Charakter der Ortschaft entsprechend schließen sich an die Gebäude zum Teil bis heute betriebene Bauernhöfe an. Nahe der Kirche hat sich ein steinerner Gerichtstisch erhalten.

Gipfelkreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer regionalen Überlieferung soll Bonifatius 723 n. Chr. südlich von Heina auf einer exponierten Anhöhe hoch über dem Fuldatal gepredigt haben. Aufgrund des Andrangs bei seiner Predigt wird diese Flur „Gedränge“ genannt. Eine Eiche, die an dieser Stelle wuchs, soll von Bonifatius gefällt worden sein. In Erinnerung daran wurde 2001 ein neuer Eichbaum gepflanzt und ein Gedenkstein mit Erinnerungstafel aufgestellt. Ostern 2012 wurde ein neues Gipfelkreuz aus Holz für Andachten errichtet. An dem Kreuz vorbei führt der Jakobsweg.

Wildsberghütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das als Grillplatz und Ausflugsziel frequentierte Blockhaus steht auf einer Anhöhe auf halben Weg zwischen Heina und Beiseförth (Malsfeld). Von dort öffnet sich ein guter Blick auf das am Fusse des Wildsbergs gelegene Fulda-Tal.

Konnefeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerichtsplatz und Wehrkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum des aus Fachwerkhäusern bestehenden Ortskerns steht die spätgotische Wehrkirche (15. Jahrhundert), umgeben von einem historischen Friedhof, der bis ins 19. Jahrhundert als Gerichtsplatz diente. Er gilt durch die selten gute Erhaltung seiner Architektur und die charakteristischen Dorflinden als Paradebeispiel einer derartigen Einrichtung in Nord-Hessen.

Wichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatmuseum Wichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2019 beherbergt das von einem Verein betriebene Museum in einem Fachwerkhaus des 18. Jahrhunderts regionale Sammlungen zur Volkskunde und Geologie (Fossilien). Es liegt eingebettet in den historischen Ortskern von Wichte.

Binsförth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Binsförth befindet sich der älteste jüdische Friedhof in Nordhessen. 256 Grabsteine aus der Zeit von 1694 bis 1937 sind auf dem 5540 m² großen Friedhof vorhanden.[20]

Burg Binsförth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das auch als Rittergut bezeichnete Gehöft stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert. Gegenwärtig wird es von einem ökologischen Betrieb bewirtschaftet. Jährlich finden auf dem Gelände öffentliche Veranstaltungen statt.

Eubach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Eubach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche von Eubach stammt aus dem Hochmittelalter und zeichnet sich besonders durch ihre Lage auf einer Anhöhe aus.

Wüstung Schönewald mit Kirchenruine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönewald ist ein im Mittelalter gegründete Siedlung. Sie wurde im dreißigjährigen Krieg zerstört und verlassen. In den letzten Jahrzehnten wurden die Steinfundamente der Häuser freigelegt und sind zu besichtigen; besonders die Ruine der alten Dorfkirche sticht hervor.

Naturdenkmale/Sehenswerte Bäume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historische Linde ( Naturdenkmal, auf dem Halberge, Neumorschen)
  • Riesenmammutbaum (Am Galgenbusch, Altmorschen)
  • Riesenmammutbaum (Obere Strasse, Heina)

Der Baum steht am Rand des Ortsteils auf einem freien Feld. Er wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gepflanzt und ist eines der seltenen Beispiele dieser nordamerikanischen Riesenbäume in Nordhessen.

  • Bonifatius-Eiche (Im Gedränge, Heina)
  • Mord-Buche (Wildsbergweg, Heina)

Die Mord-Buche, eine abgestorbene Baumrippe, war Zeugnis eines von Waltari Bergmann rekonstruierten historischen Mordfalls des frühen 19. Jahrhunderts. Nach dem Umsturz des toten Baumes wurde die Hinweistafel an einer daneben stehenden Buche angebracht und um eine Informationstafel ergänzt. Der Platz befindet sich auf halben Weg zwischen Heina und Beiseförth (Malsfeld).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Fuldatalbrücke Morschen auf die Gemeinde

Morschen liegt an der Bundesstraße 83 (KasselBebra). Zur Autobahn A 7 (Kassel–Würzburg), Anschlussstelle Malsfeld (83) sind es ca. 11 km. Die Gemeinde gehört dem Nordhessischen Verkehrsverbund an. Mit der Regionalbahn erreicht man von der Station Altmorschen auf der Bahnstrecke Bebra–Baunatal-Guntershausen das Oberzentrum Kassel tagsüber im Stundentakt in rund 40 Minuten.

Westansicht der Fuldatalbrücke

Die Fuldatalbrücke der ICE-Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg überspannt zwischen Binsförth und Alt-/Neumorschen in einer Höhe von maximal 75 m über Grund das Fuldatal.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Ortsteils Wichte befindet sich einer der vier gegenseitigen Kreuzungen von 110-kV-Bahnstromleitungen in Deutschland und zwar unterquert die Bahnstromleitung Fulda–Körle die Bahnstromleitung Borken–Bebra (siehe auch Liste von Bahnstromanlagen in Deutschland).

Bahnstromleitung Fulda–Körle unterquert die Bahnstromleitung Borken–Bebra

Radwanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führen folgende Radwanderwege:

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Arbeitgeber in der Gemeinde ist ein Tief- und Straßenbauunternehmen. Eine bunte Palette von Handwerksbetrieben und Fachgeschäften bereichert das Arbeitsangebot vor Ort.

Ein Drei-Sterne-Hotel und verschiedene Gaststätten und Pensionen bieten Übernachtungsmöglichkeiten an.

Grundversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundversorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Getränke, Back- und Drogeriewaren) ist ebenso gewährleistet wie die ärztliche Versorgung mit den in der Gemeinde ansässigen Praxen für Allgemein- und Zahnmedizin und der Apotheke.

Im größten Ortsteil Altmorschen sind Gemeindeverwaltung, Mittelpunktsgrundschule (mit Turnhalle), ein Kindergarten (ein weiterer Kindergarten befindet sich im Ortsteil Neumorschen), Postagentur, Bank und Sparkasse.

Sportanlagen in Alt- und Neumorschen, Binsförth und Konnefeld ergänzen das Freizeitangebot in der waldreichen Gemeinde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Morschen verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Morschen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Morschen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 9. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  3. Morschen, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain (GVBl. II 330-22) vom 28. September 1973. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 356, §§ 14 und 27 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  5. Hauptsatzung. (PDF; 4 MB (download)) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Morchen, abgerufen im Dezember 2020.
  6. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Morschen. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  7. Haushalte nach Familien: Morschen. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  8. Religionszugehörigkeit: Morschen. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  9. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  10. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  11. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  12. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  13. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  14. a b c Bürgermeister-Direktwahlen in Morschen. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  15. Einladung zur Amtseinführung von Bürgermeister Ingo Böhm (Memento vom 29. Juli 2016 im Internet Archive) abgerufen am 28. Juli 2016
  16. Genehmigungsunterlagen im HStA Marburg Slg. 6, Verz. 1, Nr. 254
  17. Morschen auf Feuerwehr-Museen.de
  18. https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-TB-20121228-0012
  19. http://www.morschen-kloster-haydau.de/neumorschen/wein.html
  20. Binsförth (Gemeinde Morschen, Schwalm-Eder-Kreis) Jüdischer Friedhof bei alemannia-judaica.de
  21. Wie der Rührfix nach Morschen kam. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) vom 25. September 2015.
  22. Anzeigen von Eugen Mahler. Trauer.HNA.de, abgerufen am 2. Februar 2019.