Peter Seisenbacher

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Peter Seisenbacher Judo
Peter Seisenbacher (Gala-Nacht des Sports 2009).jpg
Peter Seisenbacher (Gala-Nacht des Sports 2009)
Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 25. März 1960
Geburtsort Wien, Österreich
Größe 186 cm
Gewicht 86 kg
Karriere
Graduierung

7. Dan - Nanadan Judo red white belt.svg

Verein Budoclub Wien
Karriereende 1989
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Weltmeisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Europameisterschaften 1 × Gold 3 × Silber 4 × Bronze
Junioren Europameisterschaften 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
0Gold0 Los Angeles 1984 bis 86 kg
0Gold0 Seoul 1988 bis 86 kg
Weltmeisterschaft
0Gold0 Seoul 1985 bis 86 kg
Europameisterschaft
0Gold0 Belgrad 1986 bis 86 kg
0Silber0 Wien 1980 bis 86 kg
0Silber0 Paris 1983 bis 86 kg
0Silber0 Lüttich 1984 bis 86 kg
0Silber0 Belgrad 1986 Open
0Bronze0 Hama 1985 bis 86 kg
0Bronze0 Paris 1987 bis 86 kg
0Bronze0 Pamplona 1988 bis 86 kg
Junioren Europameisterschaft
0Bronze0 Edinburgh 1979 bis 86 kg

Peter Seisenbacher (* 25. März 1960 in Wien) ist ein ehemaliger österreichischer Judoka und Träger des 7. Dan.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karriere als Aktiver[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei seiner ersten Olympiateilnahme bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau belegte Seisenbacher den 19. Platz. Auf seine Teilnahme an den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles bereitete er sich an der Tokai Universität und an der Tsukuba Universität in Japan vor, wo er optimale Trainingsbedingungen vorfand. Für seine Entwicklung zum Spitzenjudoka haben seine Trainer George Kerr, Norbert Herrmann und Lutz Lischka ihren Beitrag geleistet. Das in Japan gewonnene Selbstvertrauen führte ihn zur ersten Olympischen Goldmedaille. Vier Jahre später gelang ihm als erstem Judoka überhaupt eine erfolgreiche Titelverteidigung bei den Olympischen Spielen in Seoul.

Karriere als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Anschluss an seine Sportkarriere war Seisenbacher bis 1992 als Generalsekretär der österreichischen Sporthilfe tätig. Danach wurde er Nationalteamtrainer für die Herren des Österreichischen Judoverbandes. Er wurde nach einem Disput mit einem Teamkämpfer beim A-Turnier in Leonding 1991 entlassen und für ein Jahr gesperrt. [2] Bereits 1984 gründete er den „Budoclub Wien“. Zwischen 2005 und 2010 war er Präsident des Wiener-Judo-Landesverbandes.

Ab 2010 war er Trainer der georgischen Judo-Herrennationalmannschaft. Bei den Judo-Europameisterschaften 2012 in Tscheljabinsk konnte die Mannschaft einen Europameister im Mittelgewicht stellen und gewann auch den Titel des Mannschaftseuropameisters bei den Männern. Bis 2012 errang die georgische Mannschaft unter seiner Führung zwei Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen bei Europameisterschaften und eine Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften. Bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London gewann Lascha Schawdatuaschwili in der Klasse bis 66 kg Gold.

Im Oktober 2012 wurde er zum Trainer der aserbaidschanischen-Judo-Herrennationalmannschaft ernannt. Bei der Weltmeisterschaft 2013 in Rio wurde Elkhan Mammadov Weltmeister bis 100 Kilogramm und Orkan Safarov gewann Bronze bis 60 Kilogramm. Nach einer Abberufung Ende 2013 wurde er im September 2015 wieder Nationaltrainer.[3]

Missbrauchsvorwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2014 berichteten österreichische Medien, dass Peter Seisenbacher unter dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger stehe. Er gab keine Stellungnahme ab, die Staatsanwaltschaft bestätigte Ermittlungen.[4] Nach Abschluss der Ermittlungen wurde Mitte 2016 ein Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft wegen der Prominenz des Beschuldigten vom Justizministerium geprüft.[5]

Im Oktober 2016 wurde Anklage erhoben.[6] Dem für 19. Dezember angesetzten Gerichtstermin am Wiener Straflandesgericht blieb Seisenbacher unentschuldigt fern,[7] worauf das Gericht sofort einen Europäischen Haftbefehl erließ. Dies wurde aber aus fahndungstechnischen Gründen verzögert am 16. Jänner 2017 bekanntgegeben.[8] Erst am 1. August 2017 konnte Seisenbacher in einer Wohnung in der ukrainischen Hauptstadt Kiew verhaftet werden.[9] Am 8. September 2017 wurde er von der ukrainischen Justiz bei laufendem Auslieferungsverfahren wieder auf freien Fuß gesetzt.[10] Seit 12. September 2017 wird nach Seisenbacher wieder vom österreichischen Bundeskriminalamt gefahndet.[11]

Am 6. Oktober 2017 lehnte das ukrainische Justizministerium Seisenbachers Auslieferung ab, forderte ihn jedoch auf, die Ukraine binnen fünf Tagen zu verlassen.[12]

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Budo-Lexikon / SEISENBACHER Peter. Abgerufen am 12. April 2013.
  2. Peter Seisenbacher im Visier der Justiz Kurier vom 10. Juni 2014.
  3. Neuer Job für Peter Seisenbacher Laola1.tv, 24. September 2015.
  4. Missbrauchsverdacht: Ermittlungen gegen Ex-Judoka Seisenbacher Der Standard vom 10. Juni 2014.
  5. Ermittlungen gegen Seisenbacher abgeschlossen orf.at vom 27. Juni 2016.
  6. Verdacht auf Kindesmissbrauch: Olympiasieger angeklagt (5. Oktober 2016)
  7. Seisenbacher erscheint nicht zu Prozess. orf.at vom 19. Dezember 2016.
  8. Weltweite Fahndung nach Seisenbacher. orf.at vom 16. Jänner 2017.
    Haftbefehl gegen Peter Seisenbacher erlassen. Der Standard vom 16. Jänner 2017.
  9. Peter Seisenbacher verhaftet. ORF, 1. August 2017, abgerufen am 1. August 2017.
  10. Seisenbacher in Kiew aus Haft entlassen - news.ORF.at. Abgerufen am 8. September 2017.
  11. Erneute Fahndung nach Seisenbacher - wien.ORF.at. Abgerufen am 13. September 2017.
  12. Keine Auslieferung Seisenbachers – „Negative Auslieferungsentscheidung“ orf.at vom 6. Oktober 2017.